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II. Das Geschlecht des Dichters Goethe.
den Namen Goethe in aller Mund brachten, zum erwünschtenEnde gekommen, da alles von der Familie gethan wurde, umdie von den Handwerkern leidenschaftlich verschobene Sache insLicht zu setzen. Vergebens hatte Christoph Justus beim Königevon Preußen die Ausfertigung des Lehrbriefes beantragt und dafürsein ganzes hundert Thaler betragendes Erbe der Rekruten-kasse angeboten. Obgleich dieser von kleiner und schwächlicherStatur war, auch sein geringes Vermögen schon längst zurJnvalidenkasse eingezogen war, schlug der König das Gesuchab, weil es, so hieß es echt despotisch, den Leuten nicht ge-stattet sei, außer Landes zu gehen. Doch gelang es, von demKonsistorium zu Mansfeld einen Geburtsschein zu erhalten, unddie Mansfelder Schuhmachermeister erklärten im Sommer1751, Christoph habe sein Handwerk ehrlich erlernt und sichwährend der Lehrzeit ordentlich betragen. Auch jetzt nochhielten die Frankfurter Meister an ihrem Widerspruch fest?aber am 9. September 1752 wies der Reichshofrat diesenzurück. Nach Verkündigung dieses Spruches thaten mehrereMeister sich zusammen und drohten, dem neuen Genossen dasLeder zerschneiden zu wollen. Erst als man die Widerspen-stigen verhaftet hatte, beruhigten sich die Aufständigen, und soward Christoph im Januar 1753 nach der Verheiratung mitseiner lang verlobten Bürgerstochter unter die Meister auf-genommen. Wie es ihm weiter ergangen, finde ich nicht be-richtet. Zufällig wissen wir, daß der Rat Goethe in diesemJahre der Sektion eines in Frankfurt gestorbenen Holländersbeiwohnte. So nahm Or. Goethe an der Erforschung derNatur lebhaften Anteil.
Weihnachten erfreute Goethes Mutter ihren Enkel miteinem Puppenspiel, das so mächtig auf den jungen Dichterwirken sollte, besonders da er es nicht als totes Spielwerk,sondern in einer ihn lebhaft ergreifenden Darstellung der bib-