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Goethes Stammbäume
Entstehung
Seite
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Friedrich Georg. Johann Kaspar. 1729. 1739. 199

haben. Wahrscheinlich war es mit ihr zum entschiedenenBruche gekommen, weil sie seinem Hermann Jakob viel Notund Ärger verursacht hatte. Zufällig wissen wir, daß kurzvor dem Tode ihres Schwiegervaters ihr Ungestüm eineSchlägerei in ihrem Hause verschuldet hatte, für welche beideGatten zu erheblichem Straf- und Schmerzensgelde verurteiltwurden. Dieser traurigen Ehe wurden von 1731 bis 1736noch zwei Töchter und ein Sohn beschert.

Trotz der Berichte des Arztes Senckeuberg, Friedrich Goethesei vor Übermut von Sinnen gekommen, wird inbezug aufseine Beerdigung weder im letzten Willen noch sonst etwasberichtet, das auf Stolz und Überhebung deutete. Er wurdeunzweifelhaft seinem Stande gemäß bestattet. Sein Enkel,unser Dichter, berichtet, er habe die Inschrift an dem einfachenDenkmal seines vorübergegangeneu Daseins mit Freude aufdem Kirchhof gelesen. Wir wissen, wie wenig auf eine solcheÄußerung in „Wahrheit und Dichtung" zu geben ist. Längstist der Grabstein spurlos verschwunden, auch im Register desPetrikirchhofes, der damals allgemeinen Begräbnisstätte, deutetnichts darauf. Daß auch sein Bildnis verloren gegangen, istum so weniger zu verwundern, als dasselbe Schicksal auchseine Gattin getroffen, die erst vierundzwanzig Jahre nach ihmim neuen Goethehause starb.

Kaspar, der einzige Nachkomme zweiter Ehe, blieb nachdem Tode des Vaters zunächst in Frankfurt, wenn er nichtetwa bei dem bedenklichen Zustande seines Vaters schon iniHerbst 1729 das Coburger Pädagogium verlassen hatte. Ergenoß, da der Vater ihn zum Rechtsstudium bestimmt hatte,vorerst die Unterweisung des in seinem väterlichen Hause be-freundeten Licentiaten und Advokaten Heinrich ChristophSenckeuberg, der im Anfange des Jahres 1729 von Gießenzurückgekehrt war. In dem Widmungsbriefe, den Senckeuberg