Friedrich Georg. Sein Wappen. Liebe zur Musik u. Malerei. UM
dem zum Tanze aufspielte, hören wir gelegentlich. WelcheInstrumente Friedrich Goethe spielte, wissen wir nicht. Wennder Sohn, wie wir gleichfalls nebenbei einmal vernehmen,mehrere Virtuosen gastlich beherbergte, so möchte er auch hierinseinem Vater gefolgt sein. Bedenklich könnte es scheinen, daßdieser einen solchen Widerwillen gegen die Gasthöfe hatte, aberFriedrich besaß auch wohl keinen eigentlichen Gasthof zumLogieren, sondern nur eine Schenke, eine Wirtschaft. Übrigensmöchte der Vater seinen starken Widerwillen gegen Gasthöfeerst auf seiner großen Reise, besonders in Italien, gefaßt unddieser sich besonders festgesetzt haben, seit er in seinem neuenHause sich so bequem eingerichtet hatte; ganz vermeiden konnteer sie auch später nicht. Was Goethe bei Gelegenheit seinesvorgeblichen Logierens bei dem Dresdener Schuster über desVaters Widerwillen gegen Gasthöfe sagt, mag doch etwasübertrieben sein, wenn er auch vor ihnen gewarnt haben wird.Auch das „einige Schießgewehre" und die drei „großen Haus-uhren", die im Mai 1758 versteigert wurden, hatte die Mutterwohl aus dem Weidenhof noch behalten. Eine sichere Spur,daß Friedrich Goethe auch Gemälde besessen, haben wir nicht,aber es ist eben nicht wahrscheinlich, daß die im alten Hauseauf dem Hirschgraben zerstreut hängenden Gemälde alle erstvom Sohne angeschafft worden seien, vielmehr dürfte der RatGoethe die Liebe zu Gemälden vom Vater ererbt haben. Wiees sich mit dem Miniaturbild eines schönen Herrn in Uniformmit Stern und Orden verhalte, das der junge Wolfgang imZimmer der Großmutter gesehen haben will, ist schwer zuentscheiden; es erinnert an das Pastellbild eines schönen Mannes,das hinter dem Bette der Schauspielerin Derosne hing, undmöchte, wie dieses, rein erfunden sein: war es wirklich vor-handen, so könnte es das Bild eines vornehmen Herrn ge-wesen sein, dessen Gewogenheit sich der Gastwirt durch sein