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Goethes Stammbäume
Entstehung
Seite
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Friedrich Georg. 1696—1705.

schicklichkeit und Maßhaltung verdankte, zum ehrenvollsten Zeug-nisse seines Wirkens, von dem uns freilich keine sonstige Zeug-nisse vorliegen. Selbst der sonst allen Schmutz gern berichtendeSenckenberg weiß keinen Stein auf ihn zu werfen, wenn erihn auch als „hochmütigen Kerl" bezeichnete, er selbst hatte ihnkaum gekannt, wollte aber von seinem Hochmute gehört haben.Mit seiner auswärtigen Familie scheint er wenig in Verbin-dung gestanden zu haben, am meisten mit Johann Philipp inAllstedt und seiner Schwester in Artern. Seine Frau wurde1699 Patin einer von Philipps Töchtern; für diese und derenjüngere Schwester legte er schon 170S 25 Dukaten zurück, vondenen die ältere zwei Drittel erhalten sollte, und in seinemletzten Willen schenkte er dem Sohne der Schwester zwanzigReichsthaler als Aussteuer.

Doch der schmucke, gewandte und wohlhabende Schneider-meister fühlte sich berufen, noch höher zu steigen; er sah sich,nachdem er vier Jahre im Witwerstande verlebt, nach einerihm gefallenden, nicht unvermögenden Frau um, wenn nichtvielmehr ein Zufall seine Wahl bestimmte. Am 16. September1704 starb der Gastwirt zum Weidenhof auf der Zeil (derGasthof ist eingegangen), mit dem der Schneidermeister Goetheverkehrt haben wird. Die frische, rüstige, kinderlose Witwewar eben sechsunddreißig Jahre alt, elf Jahre jünger alsGoethe. Die zweiundzwanzigjährige Tochter des Schneider-meisters Georg Walther, Cornelia, hatte am 11. Juni 1688den des Schreibens unkundigen Witwer Johannes Schelhorn,Gastwirt zum Weidenhof, geheiratet, der aus niederem Stande(er war Stallknecht gewesen) nach seiner Verbindung mit einerBürgerstochter, die ihm 600 Gulden zubrachte, durch Fleißund Sparsamkeit sich heraufgearbeitet habe. Seine Schätzungbetrug damals 6000 Gulden, zu denen 700 Heiratsgut kamen.Das Geschäft hob sich, die Schätzung stieg auf 8000 Gulden.