Göthe, Götz, Götze.
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stammt auch Lessings Hauptpastor tu Hamburg. Die Söhnedes Ellricher Michael Götz romauisierten sich unter dem NamenGothus. Ein Nicolaus Gothus (1548—1619), Superinten-dent in Goslar, war auch, wie so viele Geistliche, Dichter,von seineu Söhnen zwei sogar, was freilich wenig besagen will,gekrönte Dichter, zwei andere Maler und Musiker. Doch ihreKinder wurden Handwerker und Bauern. Zu diesen wirdauch der Hans Christian Göthe in Artern gezählt, aber' ohneden Nachweis, daß die Enkel jenes Superintendenten sich wie-der den deutschen Namen Göthe gegeben. Hätten die Vor-eltern sich wirklich Götz genannt, wie sollten sie dazu gekommensein, Gothus in Göthe zu verdeutschen, da für den Volks-mnnd an sich schon Götz am nächsten lag. Volger läßt sieaus Gothus zuerst Gothe machen und schiebt dann dieAblautung dem Volksmunde zu. Aber das lateinische us desNamens schleift der Volksmund in es ab oder läßt es weg;einschließendes ntius wird zu az oder as; eigentümlich sindClaus aus Nikolaus, Fand aus Servatius.
Und dieser von Volger mit so vieler Mühe gewonneneunendlich ausgedehnte Götzcstamm, worin zeigt sich seinekennzeichnende Eigenheit, so zu sagen sein persönlicher Charakter,die in ihm lebende Wesenheit, die Volger fordert? Wenn insolcher zahllosen Schar bei mehreren übereinstimmende Zügesich zeigen, so wäre nicht das, sondern das Gegenteil zu ver-wundern, da gleiche Eigenschaften natürlich ganz verschiedenenStämmen angehören, wie umgekehrt Geschwister häufig genugdas entgegengesetzteste leibliche und geistige Wesen haben. Undwer beweist uns, daß in allen derselbe Götzekeim sich erhalten,nicht geschwächt oder entartet worden, da wir ja nur vonwenigen Angehörigen genauere Kunde besitzen? Zeigt nichtschon der uns klarer vorliegende Textorstamm vielfache Ver-schiedenheit in Grundzügen? Der Götzestamm soll sich als