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II. Das Geschlecht des Dichters Goethe.
durch und durch leiblich und geistig gruudtüchtig erweisen, stetsemporstreben, sowohl leiblich als gesellschaftlich fauch als Schäferund Schweinehirt?s. Jedoch mit diesem Emporkommen ist stetsgeschmälerte Fortpflanzung, baldiges Erlöschen oder spärlicheNachkommenschaft fdas sind ja zum Teil sehr verschiedeneDinge!) verbunden. So wie aber die Zweige zu den bürger-lichen, gelehrten, handwerklichen, bäuerlichen Ständen wie zumHirtenstande zurückkehren, so tritt reicher Kindersegen und neueErfrischung ein. Dieses Facit nach so vielen Mühen scheintuns doch eine gar bedenkliche Probe ans die Richtigkeit desGrundsatzes, den es beweisen soll; zur Begründung eines ent-schiedenen Charakters des so weit verbreiteten Götzestammesbietet es keine Stütze.
Und wie steht es mit der behaupteten Gleichung: „Götz,Götz, Götze —Göte?" Freilich hatte schon Kriegk bemerkt,der Name Goethe sei mit Gottfried und Götz nahe ver-wandt, doch den Beweis dafür gar nicht versucht. Der Anklangbeweist noch nicht Verwandtschaft; haben doch dieselben Wort-formen einer Sprache zuweilen einen durchaus verschiedenenUrsprung. Götz ist eine der häufigen Zusammenziehungenmehrsilbiger Namen zu einsilbigen Formen mit Ersatz des letz-ten Teiles durch einen Zischlaut. Es vertritt den vollen Na-men Gottfried. So wird aus Dietrich Diez, aus Hein-rich Hinz, aus Konrad Kunz fneben dem zusammen-gezogenen Kur df, aus Ludwig Lutz, aus Math aus Matz,aus Philipp Lips (auch Fips) aus Wilhelm Wilms.Göte ist eine Ableitung vom Namen Gottes, vom mittelalter-lichen got, woneben god steht. Wenn im Gotischen dasentsprechende godi den Priester bezeichnet, so kann dies nichtzur Deutung unseres Namens verwandt werden, da dieser, wiealle Familiennamen, nicht vor dem zwölften Jahrhundert ent-standen ist und er in der damaligen Bedeutung gemeint war.