Die Textor- und Gocthesche Nachkommenschaft, 1797—1800, 07
Garten eilte, sich eine starke Erkältung zu; er fiel in einhitziges Fieber, das, da er anfangs keinen Arzt nehmen wollte,ihn schon am 17, Oktober hinraffte. Die Mutter teilte dieTrauerkunde Goethe im Namen der Hinterbliebenen mit. „Siebitten um die Fortdauer deiner Freundschaft", schrieb sie;„auch ersuchen sie dich, es Herder, Wieland, und wer ihnetwa sonst gekannt hat, bekannt zu machen." Das traurigeFamilienereignis brachte im nächsten April Nicolovius zurOrdnung der Familienverhältnisse nach Frankfurt. Die Freudeder Frau Rat über ihren Urenkel Eduard war so groß, daßsie im Theater, wohin sie ihn mitnahm, sich nach allen Seitenhin seiner rühmte. Damals schrieb Nicolovius: ihr reicherLebensquell sei ihm ein wahres Labsal; ihre Manier, ihr sehrentschiedener Charakter in der Gesellschaft, ihre Sonderbarkeit,ihr aufbrausender Lebensstrom reiße alles hin. In sehr be-drängter Lage befand sich damals die Familie Melber. Diebeiden ältesten Söhne hatten als Handelsleute wenig Glückund Trieb. Am Ende des Jahrhunderts finden wir denzweiten als Sekretär bei der Stiftungslotteriedirektion, derälteste nahm bald darauf die erledigte Stelle eines Zöllnersam Allerheiligenthore an. Frau Melber hatte bei sich nochihre ledige viernndvierzigjährige Tochter Johanna Maria Ja-cobäa. Der Arzt, der sich ihrer redlich annahm, fand sowenig eine für sein Auskommen hinreichende Thätigkeit, daßer in den beiden ersten Jahren des Jahrhunderts die Redaktiondes „Frankfurter Journals" für dreiunddreißig Gulden mo-natlich leitete. Zu Tübingen hatte endlich der Sohn desSchöffen am 9. September 1799 mit einer Abhandlung: „vssuxMeio oapitaii ob xosnis intümantillns s eivitakum korispioscrillsnAis" promoviert. Im nächsten Sommer begann erRepetitorien und Vorlesungen über Zivilrecht zu halten. Schon
am 8. Dezember schrieb die Mutter an Wolfgang: „Künftige
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