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I. Das Geschlecht Textor. 2.
trage des Herzogs an seinen Oheim. Er schrieb: „Es hatder Frankfurter Schutzjude Elias Lob Reiß, der schon seit1766 von Durchlaucht, dem Herzog, meinem gnädigsten Herrn,das Prädikat eines Hoffaktors erhalten, neuerdings um dasPrädikat eines Hofagenten und um Bcrmittelung bei dem da-sigen Magistrat nachgesucht, daß ihm die ^Erlaubnis, Sonn-und Festtags außer der Gasse fder Judengassej zu gehen, mit-geteilet werde. Nun hat sich dieser Mann um die Angelegenheitender Eisenachischen und Apoldischen Kaufleute jederzeit besondersbemühet, sodaß Durchlaucht der Herzog ihm wohl einige Di-stinktion und Gnadenbezeugung von ihrer Seite möchten wider-fahren lassen ; da sie aber nicht gerne durch ihre Jntercessionetwas gegen die Verfassung der Stadt verlangen und so sichentweder einer abschläglichen Antwort ausstellen oder einenansehnlichen Magistrat etwas, wiewohl ungerne, zu gewährenin Verlegenheit setzen wollen, so habe ich den Auftrag erhalten,bei Ew. Wohlgeborn privatim anzufragen, inwieferne Sieglauben, ob und auf was Art für gedachten Juden fgaugbareBezeichnung des Standesj etwas Günstiges zu thnn sein möchte.Haben Sie die Gefälligkeit, mich einer baldigen Antwort zubeehren, mich der Frau Großmutter, der Frau Taute undallen werten Angehörigen zu empfehlen, und sich überzeugt zuhalten, daß ich mit der vollkommensten Hochachtung sei Ew. w.ergebenster Diener I. W. von Goethe." Der gute Oheim meinte,die Sache habe keine Schwierigkeit, da noch kürzlich anderenJuden solche Sonn- und Festtagspässe bewilligt worden seien,und so stand er nicht an, das Privatschreiben ohne weiteresdem Schöffenrat zu übergeben. Aber er hatte sich stark ver-rechnet. Daß ein Frankfurter Bürger, der noch unter denAdvokaten aufgeführt wurde, in fremde Dienste getreten war,bei seinem Besuche den Herzog den regierenden Herren nichtvorgestellt, sich jetzt gar hatte adeln lassen, vielleicht auch anderes,