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Goethes Stammbäume
Entstehung
Seite
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Die Textor- u, Goethesche Nachkommenschaft. 1782—1786. 55

bestimmte die Mehrheit der Schöffen zu dem Borschlage, dasSchreiben nach genommener Abschrift dem Senator Textorwieder zustellen zu lassen. Demgemäß ward denn auch vomSenate verfügt. Die einfache Zurückstellung des Briefes warschon auffallend, noch merkwürdiger, daß man den Brief ein-schließlich der Grüße an die Verwandten abschreiben ließ, dadoch eine einfache Angabe des Gesuchs in den Akten genügte.Der Senat ahnte nicht, daß er dadurch gleichsam den Boteit-dienst für den sonst wohl unbekannt gebliebenen Brief an dieunzähligen Verehrer seines größten Landsmannes übernahm:denn Kriegk hat ihn aus den Akten mitgeteilt.

Im Herbste hatte Frau Aja die Freude, ihre beiden Enke-linnen in Begleitung der Eltern bei sich zu sehen. Der ältesteSohn Starcks, das Patenkind des Stadtschultheißen, wurdenach seiner Rückkehr als Dr. juris am 8. November desselbenJahres unter die Advokaten aufgenommen. Auf das folgendeJahr wählte man den Oheim zum jüngeren Bürgermeister.Doch schon am 18. April wurde der Familie das Haupt ent-rissen; die würdige Frau Stadtschultheißin verschied. IhrBildnis zeigt eine auffallende Ähnlichkeit mit ihrem Enkel,dem Dichter: große, bedeutende Augen, strengen Herrscherblickund eine hohe, mächtige Stirn. Der zweite Sohn Starckswurde in diesem Jahre vom Herzog von Weimar zumKommerzienrate ernannt: wir wissen nicht, auf welche Veran-lassung, vielleicht infolge eines für den Herzog betriebenen Ge-schäftes; kaum dürfte eine persönliche Verwendung Goethesstattgefunden haben. Resident des Herzogs war in Frankfurtder nassau-usingische Legatiousrat Johann Karl Philipp Riese.Die Geburt eines Sohnes Schlossers aus zweiter Ehe am29. Januar 1784 (er erhielt den beliebten Namen Eduard)ward von der Frau Rat mit jubelnder Freude begrüßt. Am14. März 1786 wurde dem Ratsschöffen noch eine Tochter