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Goethes Stammbäume
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I. DaS Geschlecht Textor. 1.

war freilich in Senckenbergs Augen, der doch selbst immernett gekleidet ging, ein großes Verbrechen, obgleich Textor dasschwarze Ratsherrnkleid nicht aufgab, in welchem er sich auch1763 mit dem Krügelchen und der goldenen Kette malen ließ.Daran schließt sich der arge Vorwurf, er und andere ihmähnlicheliebten Pläsanterie, wollten die alten Bürger exter-minieren, und dagegen lüderliche, voluptueuse, unachtsame Bürgerund Lumpen haben, die keine Ehre hätten, sich hudeln undwie Esel traktieren ließen". Kann man unwürdiger verleum-den! Gerade Lersner und Textor widersetzten sich der ver-nichtenden Sittenverderbnis, und wenn Lersner als vornehmerMann außerhalb seines Amtes ein Galakleid zu tragen nichtscheute, so war dies kein Grund, ihn deshalb sittlich zu ver-dächtigen. Auch daß die Familie des Schultheißen bürger-freundlich und nicht stolz war, muß sie büßen. Eine Frau,die sich ehrlich mit einem kleinen Kattungeschäft ernährte, istFreundin der Stadtschultheißin gewesen, ja diese und ihreKinder haben im Jahre 1761 nebst mehreren Ratsgliederneinem Ball auf der Hochzeit eines Zimmermannes beigewohnt.So gemein würde sich ein Senckenberg nie gemacht haben!Liebe zum Volke, herzliche Leutseligkeit lagen ihm fern; erliebte im Grunde nur sich selbst, seinen Ruhm und seinenStuhl im Himmel. Wie wenig Textors Gattin sich über-hob*), zeigt auch eine andere Geschichte, die Senckenberg des-halb erzählt, weil der Adel dabei eineNase" erhalten hatte.Als der Herzog Anton Ulrich von Meiningen sich 1755 län-gere Zeit in Frankfurt aufhielt, wurde er auch von vornehmenDamen besucht. Einmal kam die Frau Schultheißin, die ausBescheidenheit nicht auf den obersten Platz sich setzte. Dieses

Daß sie eine gute Hausfrau war, beweist daS von ihr vorhan-dene Wirtschaftsbuch, im Besitze des Goethearchivs.