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Goethes Stammbäume
Entstehung
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I. Das Geschlecht Textor. 1.

an dem feurigen, talentvollen Knaben lebhaften Anteil ge-nommen zu haben scheint, wogegen der fast zehn Jahre ältereOheim, dessen drei Studienjahre und sein Auftreten als Ad-vokat in diese Zeit fallen, ihm kaum nahe getreten sein wird.

Textor fühlte sich nach dem Abzüge der Franzosen, obwohlsie ihn als Stadtschultheißen geehrt, auch seinem Hause eineWache zugeteilt hatten, von einem schweren Drucke befreit, daihm das Wohl der Stadt, wie sehr dies auch die ihn desVerrats beschuldigende Menge verkannte, warm am Herzenlag. Der Friede war in Textors und Goethes Hause, wiein ganz Frankfurt, jubelnd gefeiert worden. Aber der immerböswilliger auftretende Erasmus Senckenberg, den der Ratendlich ausstoßen mußte, machte ihm viele besorgte Stunden,besonders da sein Bruder, der Reichshofrat in Wien, diesenin Schutz nahm. Dazwischen erlebte Textor eine neue Krö-nung, doch gerade damals quälte ihn die bekannte Geschichteseines Lieblingsenkels, welche diesen einige Zeit in schlimmenRuf brachte. Zwei neue Enkel wurden ihm 1764 geboren,Gottfried Wilhelm Starck und Friedrich Karl Stephan Melber,von denen der letztere nur das folgende Jahr erlebte. Tex-tors Bruder ward in demselben Jahre Oberst und Stadt-kommandant, aber schon am 2. Juli 1765 starb er kinderlos,neun Jahre nach seiner Gattin. Wolfgang scheint zu demKriegsmanne keine nähere Beziehung gehabt zu haben.

Als dieser im Herbste 1765 auf drei Jahre nach Leipzigreiste, waren der Oheim und die jüngste Tante noch unver-mählt. Um letztere scheint sich der am 24. Mai 1762 alsAdvokat aufgenommene, im sechsundzwanzigsten Jahre stehendeDr. Johann Georg Schlosser, der jüngere Sohn des älterenSchöffen und wirklichen kaiserlichen Rates Die. ErasmusSchlosser, beworben zu haben; wenigstens besuchte er, vielleichtinfolge seiner Bekanntschaft mit dem Advokaten Textor, häufig