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Goethes Stammbäume
Entstehung
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Johann Wolfgang Textor. 1737—1741.

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Mandanten eines württembergischen Regiments Namens Hoff-mann, der im April 1813 bei Karl von Stein zu Kochbergim Quartier lag und später bei Bautzen fiel, seine und GoethesMntter seien Geschwisterkinder gewesen, wenigstens ungenausein. Es scheint eine Verwechselung mit dem am 3. Juni1704 zu Ulrichstein geborenen, früh verwaisten Friedrich ChristianHoffmann zugrunde zu liegen, der später Textors jüngsteSchwester heiratete. Freilich ging aus dieser Ehe kein Sohnhervor, aber Hoffmann war schon vorher verheiratet, undein Sohn dieser Ehe, von der wir sonst nichts wissen, könnteVater oder Großvater des bei Bautzen gefallenen gewesensein; denn Friedrich Christian Hoffmann trat schon 1722 zuGießen bei dem Hessen-darmstädtischen Kreisregimcnt als Junkerein, stand darauf in württembergischen, dann in sardinischenDiensten, wo er sich so auszeichnete, daß sein Landesherr, derLandgraf von Hessen-Darmstadt, ihn 1737 zum Kapitän-Lieute-nant bei seinem Leibregiment, (sturäs clss DruZons, ernannte,doch trat er erst im folgenden Jahre als Hauptmann ein.Wir finden ihn in der Meßzeit, Sonntag, den 23. September1741, in Textors Hause bei einer merkwürdigen Geschichte,die wir früher nur aus der Erzählung der Klettenberg inGoethes „Bekenntnissen einer schönen Seele" kannten, aberneuerdings hat sie Alexander Riese in den „Berichten desFreien Deutschen Hochstiftes zu Frankfurt a. M." 1892, 241bis 250 aus den Akten dargestellt. Niese irrt nur darin, daßer die dortige Erzählung Goethe selbst zuschreibt, währenddieser die ihm vorliegende Erzählung der Klettenberg freiwiedergab. Die Geschichte ist so bezeichnend für das gesell-schaftliche Leben Textors, daß sie hier nicht fehlen darf; siewar für ihn, der damals als Schöffe die Stelle des älterenBürgermeisters vertrat, um so unangenehmer, als sein SchwagerLindheimer darin eine unliebsame Rolle spielte.

Düntzer, Goethes Stammbäume. 2