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Goethes Stammbäume
Entstehung
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Johann Wolfgang Textor. 1731—1735. 15

obgleich auch die zänkische Mutter ihn quälte, er solle dochendlich promovieren, ihn selbst thätlich angriff, wie er dasschon von Jugend an von ihr gewohnt war. Neben seinerärztlichen Thätigkeit beschäftigte er sich sehr vielseitig, besondersmit Physik und Chemie, vor allem aber mit seinem separa-tistischen Glauben, worauf er sich nicht wenig zugute that,während er sich gegen das pietistische Treiben erklärte, wenn erauch von solchen Versammlungen sich nicht ausschloß.

Die im Mai 1734 von dem französischen Heere der Stadtdrohende Gefahr zog glücklich vorüber; ein sehr merkwürdigerTraum hatte dies dem besorgten Schöffen vorher verkündet,der „Gott dankte", daß er eingetroffen war. In der Nachtvor der Ankunft einer Aufforderung des französischen Inten-danten, die Stadt solle wegen einer Kriegskontribution Abge-ordnete nach dem Lager im Elsaß senden, sah er die Grund-säulen des Römers sich lebhaft bewegen, kurz darauf aberwieder feststehen. In demselben Jahre war seine Familie durcheine zweite Tochter, Anna Maria, glücklich vermehrt worden.Der Oheim seiner Gattin, Johann Jost Lindheimer, hatte esdurchgesetzt, daß er und seine beiden Neffen, Textors Schwäger,unter dem Namen von Lindheim in den Reichsadel erhobenwurden; er selbst hatte nur eine nach Braunschweig verheirateteTochter. Seine Gattin verlor dieser bald darauf, im November1735. Trotz der vornehmen Verwandtschaft lebte Textor mitseiner Familie äußerst schlicht und einfach: nichts lag ihmferner als eitler Stolz und dadurch veranlasste Verschwendung;mit gewöhnlichen Bürgern und Handwerkern verkehrte er ebensofreundlich wie mit den Vornehmen. Seine einzige Freude undErholung fand der rastlos thätige Mann im stillen Familien-kreise und in der Bearbeitung seines Gartens, den er selbstmit Hilfe eines Gärtners aufs sorgfältigste Pflegte; besonderswachsam sorgte er für die Obstbäume, stellte freilich mit seinem