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Goethes Stammbäume
Entstehung
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Johann Wolsgang Textor, 1728—1730,

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teurers und Arztes Dippel gemacht; und so hielt er sich seitdieser Zeit zu den mit der Welt zerfallenen Leuten, welchesich eine eigene Religion bildeten, die Erde gegen den Himmelverachteten, und sich im stolzen Wahne gefielen, nur sie seiengut, die ganze Welt verkommen. Da mußten ihm denn allewiderwärtig scheinen, die mit festen Füßen auf der Erde stan-den, für das irdische Gemeinwohl gewissenhaft sorgten undwußten, daß an der „aus Gott geschöpften Religion des Her-zens", der die Frommen zu folgen sich rühmten, der geistigeHochmut den vorwiegendsten Anteil habe,

Textor führte seine junge Frau in das elterliche Haus zuseiner Mutter, Bald nach der Geburt starben die beidenersten Söhne, die ihm seine Gattin in den Jahren 1728 und1729 gebracht hatte. In dem letzteren führte ein um einJahr jüngerer Landsmann, der nach seinen Studien und großenReisen sich in Frankfurt niedergelassen hatte, die vierte TochterLindheimers, Katharina Sibhlla, als Gattin heim, JohannMichael v. Loen, im Besitze eines bedeutenden Vermögens,reicher Kunst- und Büchersammlungen und weiter Welterfah-rung, bildete in Frankfurt den Mittelpunkt eines gediegenenGesellschaftslebens, während er für sich seine Betrachtungenüber das Wahre und Gute unablässig verfolgte und das Idealeines tugendhaften Christen und Weltbürgers immer lebendigersich ausbildete. War auch Textors Thätigkeit und Sinnenmehr auf das wirkliche Leben gerichtet, so fehlte es doch nichtan Berührungspunkten mit seinem reichgebildeten Schwager,besonders in der Verwerfung alles den Geist der Religionverzerrenden Gezänkes der Schriftgelehrten und des mystischenPietismus, der zu Frankfurt als Nachwirkung Speuers unterverschiedenen Formen sich breit machte. Als dort im Jahre1736 das dringende Gesuch eines schwer erkrankten reformiertenSoldaten, ihm einen Geistlichen seines Bekenntnisses zu ge-