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Goethes Stammbäume
Entstehung
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I. Das Geschlecht Textor. l.

machte er eine Reise über Jena, Leipzig und Halle. Auch erübersandte in gewohnter Weise seine Abhandlung dem Frank-furter Rate. Dann aber begab er sich, um sich praktisch aus-zubilden, zu dem vierundzwanzig Jahre vorher nach Wetzlarverlegten Reichskammergericht, wo er die Schreibstube desProkurators Schmidt besuchte, bei dem er auch zu Tische ging.Dieser praktische Dienst gefiel ihm bald so wohl, daß er sichbeim Reichskammergericht niederzulassen beschloß und sich zurvorgeschriebeneu Prüfung meldete. So trat denn der gründ-lich und vielseitig unterrichtete Doktor (denn diese Würde hatteer bald erhalten) als Kameraladvokat auf, daneben aber hielter Praktikauten Vorlesungen über den Kameralprozeß.

In Wetzlar befand sich seit längerer Zeit als Reichskam-mergerichtsprokurator und Advokat ein anderer Frankfurtervon angesehener Familie, Cornelius Lindheimer, dessen BruderJohaun Jost, wie Goethes Vater, wirklicher kaiserlicher Rat,mit einer Tochter des Adelsgeschlechtes v. Uffenbach vermählt,noch in Frankfurt wohnte. Der Schösse Johann Friedrichv. Uffenbach hatte eine Lindheimer, vielleicht dessen Schwester,zur Frau, die 1752 starb. Cornelius Lindheimer war seitdem 24. August 1697 mit der 1652 im Meiniugischen ge-borenen Katharina Elisabeth Juliaue vermählt, einer Tochterdes Wetzlarischen Syndikus Johann David Seipp von Peffen-hausen. Aus dieser Ehe stammten zwei Söhne, David undGeorg, und fünf Töchter. Lindheimer starb im Jahre 1724.Drei Jahre später führte Textor die dritte, am 31. Juli 1711geborene Tochter, Anna Margareta, heim. Die beiden ältestenSchwestern waren nach Westerburg und Halberstadt verheiratet.Damals hatte er so wenig die Absicht, nach Frankfurt zurück-zukehren, daß er nicht einmal bei seiner Verheiratung in dasBürgerrecht der Stadt eintrat. Aber am 16. Dezember des-selben Jahres wählte der Rat den abwesenden Kameraladvo-