Chr. H, Textor, 1693—1716. Joh. Wolfg. Textor. 1693—1717. 9
nasium, in das er im zehnten Lebensjahre trat, eine gründlicheAusbildung; auch im Fechten und Tanzen und im Französischenwurde er unterrichtet, und vor seinem Abgänge zur Hochschulegab der Lehrer der Prima ihm und einem Herrn von Stal-burg „ein aoUsZiuin stM xrivutässiinunr über die Teutschund Lateinische Sprache". Erst Ostern 1712 ging er nachAltorf, wo in den letzten Jahren Friedrich Maximilian v. Leis-ner aus dem hochadeligen Hause Alten-Limpurg mit ihm zu-sammen wohnte und aß ; innigste bis zum Tode dauerndeFreundschaft verband ihn mit dem so edlen wie tüchtigenLandsmann. Außer seinen Fachstudien trieb er auch das Ita-lienische. Am 9. Februar 1715 verteidigte er zur öffentlichenBewahrung seiner Fertigkeit im Disputieren, wie es auf denHochschulen Sitte war, was ich schon S. 5 von dem altenTheophilus Lessing erwähnte, die aus vier Blättern in kleinQuart und einer Tabelle in quer Folio bestehende Abhand-lung: „llainilmin Tükvüosii NnZni ouin xrolmtionidus uäümpututionsin oireuluröna sistib ..." Auf der letzten Seitefindet sich unter den sieben Lorollurig. die merkwürdig zurAnsicht des Großvaters und Goethes stimmende Behauptung:„In rspudlien non äsdst sssa ckuxlsx xolwstus, kevls8ig.8tioust xolitiou, ssä politious stinna su8 8uororuin S8t vincli-eunänin." In ein Stammbuch von Daniel Buck zeichnete ersich 1716 mit einem Gedichte ein. Während desselben Jahres,am 16. August, starb sein Bater, der für die freieste Aus-bildung seines außerordentlich begabten Sohnes alles gethanhatte, der in ihm einen würdigen Nachfolger seines Vaters zuhinterlassen hoffte, während es ihm selbst an dessen scharfemGeiste und fester Entschiedenheit fehlte. Nach einem fünf-jährigen Besuche der Hochschule promovierte er mit einerAbhandlung: „De teuckm linperii propriis, non ostlntm an-llumörunäm" als Licentiat. Ehe er nachhause zurückkehrte,