Druckschrift 
1 (1850)
Entstehung
Seite
7
Einzelbild herunterladen
 

7

banten; und dann die Anzahl der Stunden, Minuten und Se-cunden genau angeben, die seit dem Mittag, oder dem Durch-gänge eines bestimmten Sterns durch den Meridian, bis zumEintritt des Phänomens verflossen sind. Der Unterschied,der an beiden Beobachtungsorten angegebenen Zeit, in Gra-den ausgedrückt, 15 0 auf 1 Stunde gerechnet, gicbt den ge-suchten Längenunterschied. Uebrigens wird häufig der Län-genunterschied unmittelbar in Zeit und nicht in Graden an-gegeben. Man zählt die Länge vom ersten Meridian aus,sowohl nach Osten, als nach Westen, von 0° oder 0 h bis180°, oder 1 *2avo das Zeichen h Stunden bedeutet.

4. Auf ähnliche Weise, wie wir die Lage eines Punktsauf der Erdoberfläche bestimmt haben, kann man nun auchdie Lage eines Sternes an der Himmelskugel bestimmen. Mandenke sicli die Ebene desjenigen grössten Kreises an derHimmelskugel, welcher durch den Stern E Fig. 1) und diebeiden Pole des Aequators P und P' hindurchgeht, und essei P E N der Quadrant, welcher vom sichtbaren Weitpol,durch den Stern E nach dem Aequator A N O geht. Als-dann Avird der Bogen N E durch den Winkel N C E aus-gedrückt, av eichen die Gesichtslinie nach dem Stern zu, mitder Ebene des Aequators bildet; dieser Winkel heisst dieAbweichung oder Declination und der Kreis PENselbst, der Declinationskreis. Alle solche Kreise stehensenkrecht zum Aequator, und wenn ein Stern an den Meridiantritt, so fällt sein Declinationskreis mit dem Meridiane zusam-men. Es ist offenbar, dass die Declination des Zeniths, oderder Bogen A Z, nichts anders ist, als die geographischeBreite des Orts selbst.

Die Declination Avird A'on 0° bis 90° gezählt, und heisstnördlich, Avenn das Gestirn sich nördlich vom Aequatorbefindet, dagegen ist sie südlich, Avenn das Gestirn südlichvom Aequator liegt; bei Berechnungen nimmt man die De-clination positiv an, wenn sie mit der Breite des Orts