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legen ihn durch die Sternwarte zu Greenwieh, die Franzo-sen durch die Pariser Sternwarte und überhaupt kann manden ersten Meridian, ganz willkülirlich, durch einen jeden ver-abredeten Ort auf der Erdoberfläche hindurchlegen.
Da alle Meridiane sich in der Umdrehungsachse derErde durchschneiden, und senkrecht auf dein Aequator stehen,so ist der Winkel, den die Ebenen zweier Meridiane miteinander bilden, durch die Anzahl von Graden gemessen, wel-che in dem, zwischen den beiden Meridianen sich befindendenBogen des Aequators, enthalten sind. Wenn einer dieserMeridiane, der erste Meridian ist, so hcisst der erwähnteWinkel die geographische Länge des Orts; wenn je-doch keiner von ihnen der erste ist, so wird jener Winkel,der Längen-Unterschied genannt.
Wegen der Umdrehung der Erde um ihre Achsetritt jedes Gestirn nach und nach in die Ebene derverschiedenen Meridiane, und zwar erfolgen diese Eintrittefrüher in die östlicheren als in die westlicheren Meridiane.Daraus erhellt, dass Beobachter, welche sich unter verschie-denen Meridianen befinden, in einem und demselben Augen-blicke, die Zeit, welche seit dein Eintritte der Sonne, oderirgend eines Sterns, in ihren Meridian, verflossen ist, ganzverschieden zählen müssen. Aber in 24 Stunden vollendetein Gestirn seine tägliche scheinbare Bahn und nachdem esauf diese Weise 360° durchlaufen hat, gelangt es wieder indenselben Meridian, in welchem es sich vor 24 Stunden be-fand. Wenn wir also diese Bewegung als gleichförmigannehmen, so muss ein Gestirn von einem Meridiane zumandern, in jeder Stunde von Osten nach Westen einen Bo-gen von 15 0 beschreiben. Will man daher den geographi-schen Längen-Unterschied zweier Orte bestimmen, so mussman eine Erscheinung beobachten, welche an beiden Ortender Erde in demselben Augenblicke wahrgenommen werdenkann, wie zum Beispiel, die Verfinsterung eines Jupiterlra-