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Festschrift zur fünfzigjährigen Gedenkfeier der am 28. Mai 1838 erfolgten Begründung des Realgymnasiums
Entstehung
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Die drei Richtungen werden bezeichnet als eine altklassische, eine neu-sprachliche und eine naturwissenschaftlich-mathematische Abteilung, Dieim Jahre zuvor noch geplante Gewerbeschule (schon damals waltete einböser Stern über diesen Anstalten) läßt Ostendorf fallen, Alle dieseEntwürfe Ostendorfs sind ungemein interessant und enthalten vielBeherzigenswertes. Sympathisch berührt vor allem das Streben, demTurnen einen ehrenvolleren Platz einzuräumen, und der Wunsch, diebildende Kraft der naturwissenschaftlich-mathematischen Disciplinen mehrzur Geltung zu bringen. An dein ersten Plane vom Jahre 1872berührt angenehm das eifrige Bestreben unserer höheren Bildung dieEinheit wieder zu verschaffen, die seit der Begründung der Realschulenihr verloren gegangen war. Aber auch eine Mahnung liegt in diesenEntwürfen: wenn man sieht, wie rasch ihre Gestalt wechselt, so kannman sich nicht der Befürchtung verschließen, daß, falls wir einmal dasGebietdurchgreifender" Reformen betreten sollten, die Gefahr unauf-hörlichen Wechselns und zivardurchgreifenden" Wechselns nahe rückenkönnte und unsere Jugenderziehung zu einein Versuchsfeld werdenmöchte, auf welchem viel von dem wertvollen Alten durch das Manö-verieren mit neuen Künsten verloren ginge. Diesem stürmischen, reform-lustigen Gang gegenüber hat das ruhige Vorwärtsschreiten folgerechterhistorischer Entwicklung, der Preußens Eigenart ist, das Gute, daß dieJugenderziehung nicht hineindrängt in eine ungewisse Zukunft. Verlassenwir darum diese Reformpläne, die in der Vorgeschichte unseres Gym-nasiums nicht übergangen werden durften, und betreten wir wiederden festen Boden historischer Wirklichkeit.

Im Jahre 1874 erkennen wir bereits Strebungen gymnasialerArt auf ein näherliegendes und bestimmteres Ziel hin, als es inden soeben skizzierten Zukunftsplänen niedergelegt war. Das Herbst-programm dieses Jahres spricht nämlich von dein Plane, eine Vor-bereitungsklasse für diejenigen Abiturienten der Realschule einzurichten,welche auch die Abiturientenprüfung des Gymnasiums bestehen möchten.Dieser Plan wurde auch sofort in Wirklichkeit umgesetzt für denAbiturienten von Herbst 1874, Gustav Bloem, den man deshalb wohlals den ersten Gymnasiasten der Düsseldorfer Realschule bezeichnendarf. Bis Ostern 1876 sehen wir im Lehrplan eine Art fakultativerGymnasialklasse, in welcher der Oberlehrer Dr. Honigsheim 2 St.lateinische Poesie, Oberlehrer Or. Rothert 3 St. lateinische Prosa,lateinische Aufsätze und Scripta und Dr. Vockeradt 6 St. Griechisch