SMisches HmlWmuiMM mit Gymnlismlllt.issen zu HuMltml. zur fünfzigjährigen Gedenkfeier der am 28. Mai 1838 erfolgten Kcgrnnlnmg des Realgymnasiums. Znhalt: 1. Geschichte des Realgymnasiums. (Hierzu 3 statistische Tafeln.) Von Oberlehrer Nr. Nothert. 2. Verzeichnisse der ans Prima und Sekunda seit der Eröffnung der Anstalt abgegangenen Schüler, verfafit von Oberlehrer Professor Dr. Stannner. 3. Zur Geschichte der Gymnasialabteilnng. Von Direktor Nr. Matthias. 4. Vom Turnen am Realgymnasium. >841—1888. Von Karl Streblow. 5. Beiträge zur Kritik und Erklärung von llenophons Anabnsis. Von Direktor Dr. Matthias. inr Brükun^ als Asiebenlsbrsr an liöbsrsn Lebnlen; 3. Aur ^nknabins in äis Kärtnsr-Dsbranstalt nnä äis Danäesbaninsobnle ^n Botsäain, äss^l. in äis Institute ^n Brosban, dsissnbeiin nnä Klara (Köln); 4. ^nr ^.uknabnie in äas Danpt-Daästtsninstitnt ^n Berlin. II. Die Heike kür Dbsrseeunäa bersebti^t: 1. Aur ^bsolviernn^ äes ülilitäräienstss als Kin;äbr!^-Kreiivilli^sr; 2. ^nin Kintritt als Daästt nnä ^ur ^ulassnn^ ^nr Krüknn^ kür äsn Narinoäisnst; 3. üur ^nlassunx iiur pliarinaeentiseben Krüknn^. III. Die Reiks kür Brirna bereebti^t ^nr: 1. ^ulassun^ ^nr ülarlrsebeiäsrprüknnA; 2. ünlassun^ /nr Keläinesserprükun^; 3. ^nnalnne als Divil-Lnpsrnninsrar bei äsn Krovin^iaKVsrwaltnnAsbsliöräsn, bei äsr Verwaltung äsr inäirelrten Btsnurn nnä iin änsti^snbalternäisnst; 4. Approbation als iiabnar^t; 5. Zulassung innn Kortepee-Käbnriebs-Kxainen; 6. /nr ^.nknalnns als Kleve in sine Königliebs Vierar^nsisebuls nnä äsinnäebst r.ur Krüknng als Vieraiüt; 7. ünr ^.nknallins in äle Königliebs Kossar^tsebnle ^n Berlin. IV. Kin balb^jäbr!gor linkentbalt in Briina bsreebtigt ausnabinswsiss 2nr ^nnalnne als Kostslsve nnä /.nr Zulassung ?.n äsn Kaebprüknngen kür äisBostvsrwaltnngsstsIIen. V. Das ^latnritäts^eugnis bsroebtigt 2ur: 1. Zulassung s^uin Ilnivsrsitätsstuäinin init Iinmatrilrulation in äsr pbilosopbissben Kalcultät; 2. Zulassung unr Kriikung pro kasultate äoesnäi in Älatbeinatilc, blaturwissensobakten nnä nenersn Bpraeben an Kealsebulsn; 3. Zulassung -uir Laukübrerprüknng; 4. Zulassung ^nr Ltaatsprükung kür >laseliinenbeamte; 5. linknabins in äis Olewsrbsabaäeinie in Berlin; 6. ^.nknabine in äis polxtsebnisebsn lloebsebulsn; 7. liuknabine in äis Bsrgabaäeillie Berlin; 8. ^.nknabins in äis Königliebs Korstabaäeinie -!N blenstaät-Kbsrswaläo nnä nn Ilünäen, nnä 2nr Zulassung ünr Brükung kür den staatlielien Korstvsrwaltungsäienst; 9. linnabnie als Bostelevs nnä Zulassung !sn äen Kaebprüknngen kür äis Kostverwal- tungsstellsu; 10. Dispensation voin KortspeS'Käbnriebs-Kxarnen; 11. Dispsnsation von äsr Kriikung bobnks Kinstsllnng als Laästt bei äer Karins. S/6 5/////M6 c/S/' IVöo/?6/?S/6/?6/? Sil//?//6/? t/ö/' 6//1/6//76/? Sc76/?6/' /?S6/? S/'6Z6/?t6/1 ^S/'S6/?/?6i.' (^D/ö k/s/ne?-«» 1/rnc/ie «nn/ 1842 1862 1888 ^ Seso/iic/ötö . ' (?e-?A»'a/z/tiö . MA/z'sc/i 1 . . . 'S/ismis . . . 1. Das Datein, ankan^s kalcultativ nnä ausssrbalb äer ei^entlieben Lelinl^eit ^öxsbsn, ist äer Rersebti^nn^en ^VSASN sin^ekübrt nnä iinrnsr mebr aus^eäsbnt ^voräen. 2. L.us äsinselben Drnnäe ist äis Knrsnsäansr von 6 auk g Klassen, von 6 ank 9 äabre resp, von 195 IVoebsn- stnnäsn ank 285 bs^^v. 280 Asbraekt. 3. Die BersebtiZnnAsn, äis ain 0. Dlctobsr 1859 reguliert ^vnräen, sinä inii^visebsn trot^äenr nnr nnsrbsblieb erweitert. (öeüaxo ^nr Indilanms-?sstsolii>kt äos kealx^innasiuiiis ?.n llüsselclork. 1888.) Bestimmungen vom 31, März 1882 bei dieser Verbindung sämtliche Unterklassen bis Tertia den gymnasialen Lehrplan annehmen müssen. (Vgl. zur Beobachtung des allmählichen Eindringens des Lateins und der Einschränkung der andern, namentlich der technischen Fächer den Plan 1.) Mit dieser Umgestaltung hat sich gleichzeitig eine andere Umwandlung auf konfessionellem Gebiete.vollzogen, die schwerlich irgend jemand geahnt oder gewollt hat. Als 1854 der Unterrichtsminister von Raumer den ausschließlich katholischen Charakter des hiesigen Gymnasiums entschied, wurde unter den Gründen auch der angeführt, daß der Charakter der Stadt ein katholischer sei. Ohne diese Frage weiter zu untersuchen, kommen wir doch bei der Betrachtung der Bevölkerung unserer höhern Schulen zu dem Ergebnis, daß hier wenigstens jetzt der Satz nicht mehr gelte. Es hat sich vielmehr das Verhältnis so geändert, daß selbst auf den drei höhern Anstalten zusammengenommen die evangelischen Schüler noch zahlreicher sind, als die katholischen (817 evangelische und 793 katholische Schüler). Auf der Realschule aber verhält sich ihre Anzahl beinahe wie 3 zu 1. Dies Verhältnis ist namentlich deshalb lehrreich, weil es einen Fingerzeig für die Bevölkerung giebt, die jetzt unsere Anstalt besonders benutzt und mutmaßlich noch stärker benutzen wird, da ihre Interessen auf ein solches Gymnasium hingehen: Es ist dies die immer zahlreicher werdende evangelische Bevölkerung. Anders waren die Verhältnisse früher. Der eigentliche Bürgerstand war damals wirklich katholisch, die Mehrzahl der Schüler unserer Anstalt war es ebenfalls, und deshalb überwog auch im Lehrerkolleg das katholische Element. Nur ein (Elementar)lehrer, der im Rechnen, Schreiben und Singen unterrichtete, war evangelisch, dazu natürlich der evangelische Religionslehrer. Woher kommt nun die veränderte Zusammensetzung der städtischen Bevölkerung? Einfach aus der Art ihres Zunehmens. Bekanntlich wächst dieselbe sehr rasch und wird jetzt reichlich 122 090 Einwohner (ohne Militär) betragen, während sie vor 50 Jahren nur 34 000 Einwohner zählte. Ungleich ist aber die Vermehrung innerhalb der beiden Konsessionen. Die evangelische Bevölkerung wächst rascher als die katholische, und der Zuwachs derselben, der besonders aus dem Bergischen einwandert, ist dnrchgehends wohlhabender. Nur daraus, daß die eingewanderte katholische Bevölkerung vorwiegend unbemittelt ist, erklärt es sich, daß die Zunahme der katholischen Schüler auf den höheren Unterrichtsanstalten keinen entsprechenden Ausdruck gefunden, da ihreZahl seit 1848 sich nur verdoppelt hat, während diejenige der evangelischen sich verfünffachte. Bedenken wir nun ferner, daß bei dieser Berechnung jetzt eine viel längere Schuldauer zu gründe liegt (bei der Realschule 8 Jahre Vorschule, 9 Jahre Realschule, also im ganzen 12 Jahre statt 6 Jahre), so schrumpft die Zunahme der katholischen Schüler fast ganz zusammen. Die Ursache liegt aber nicht etwa in einer Abneigung der katholischen Bevölkerung gegen die drei hiesigen Anstalten, sondern in den genannten materiellen Verhältnissen. Die Vermehrung der katholischen Schüler macht sich in den Elementarschulen geltend, und das um so nachdrücklicher, als diese selber wesentlich besser geworden, während die höhern Anstalten in dem Anstreben der Berechtigungen eine immer größere Kursusdauer sich gefalleil lassen mußten und damit den weniger Bemittelten immer unzugänglicher wurden. Dieser Umstand macht sich weniger bei den Evangelischen geltend. Die Mittel der zuziehenden evangelischen Rentner und Industriellen reichen meist weiter, und auch die zahlreichen evangelischen Beamten haben ein begreifliches Interesse, die höheren Anstalten trotz der Kosten für ihre Kinder zu benutzen, besonders ein Gymnasium, das denselben beim Abgang den weitesten Spielraum gewährt. Dieses Interesse machte sich schon 1864 geltend, als die evangelische Gemeinde daran gehen wollte, aus eigenen Mitteln ein Gymnasium einzurichten. Den Beweis für die Lebensfähigkeit eines evangelischen Progymnasiums erklärte der Oberkirchenrat in einem Schreiben an das hiesige Presbyterium schon am 1. August 1860 dadurch „erbracht, daß eine beinahe großstädtische Bevölkerung von 10 000 Seelen bereits vorhanden sei". Die evangelische Gemeinde ging aber weiter und entwarf im Mai 1864 den Plan zur Gründung eines vollständigen Gymnasiums. Audere Aufgabe» (Kirchenbau), vielleicht auch die Abneigung der höheren Schulbehörden, eine ausschließlich evangelische Anstalt begründen zu helfen, hinderten die Ausführung des Planes. Indes begreift man. leicht, daß die inzwischen auf 30 000 Seelen angewachsene evangelische Bevölkerung die Umwandlung der Realschule in ein Gymnasium in jeder Weise gern sieht und diesem mit Vorliebe ihre Kinder zuschickt. (S. Plan 2.) So ist denn, um es kurz zusammenzufassen, die Realschule, welche ursprünglich den gewerblichen Interessen dienen sollte, mehr oder weniger ein humanistisches Gymnasium geworden. Die Steigerung XatdoliZok , ^VÄHASliSLll, tast 40°/c> 7^6M //. Le^vsKuii^ der I'reciusri^ der Healselrule iraolr dorikessiorisllerr H-üo/dsielrteri. 1843 1848 1853 1858 1863" 1868" 1873 1878 1883 1888 Kstiits XnblnnA: Kebruar 1888: Hatd, Lvan^. Isr. K^innasinin. . 369 229 16 Ksal^^nrnasiuin 173 392 24 lZürAersebnls , 261 196 24 793 817 60 02 0/c> 66o o 75°/o 60 o/g 4S°/o 5Z°/° 4g o/o 400/0 13swsA^i.iiA <1ei' 13svö1KsrririK smrrr 'Vsr^lslOlrS, Kxkl. klilitär. Leit 1848 /unnbine der kntbalisebon Levölksrnn^ stwn 177^/o, der kntbolisebsn Nebiiler 113°/o, evnn^sliseken „ „ 400°o, „ svnn^elisebsn ,, 423°/», demnneb wliebst die svnnAelisebs Lsvölkernn^ niebt blos i^nnntitntiv, sondern ,^ucli in Kneksiebt nnl den IVoblstnnd. Die Junktims der knrboliseksn Lsvülksrun^ bewert sieb insbr in den weniger bsinittelten Kreisen. Die Isrnslitsn baden sieb der /5abl naeb verdoppelt, in LesnZ ank Lesit« nnd Lildnn^sdednrlnis aber ain allerxiinsti^stsn entwickelt. 6e.8airil2la.d1 Hatb, LvavF. Israel. 1828 27 000 23 000 3 600 412 8 ebilIsr: 1833 34 000 28 000 6 400 460 Xatd. IÜVÄNA, Isr, 1848 39 000 32 000 6 200 660 325 167 14 1653 47 000 37 800 3 600 618 297 202 7 1868 60 300 47 600 12 000 800 424 292 31 1878 86 000 64 000 21000 100» 520 443 41 1888 122 000 89 600 31600 1160 793 817 60 l'ls boinint: 1 8ebiilsr ant etwa 413 Katboliken, 1 „ „ „ 38 KvanAslisebö, 1 „ „ „ 19 Israsliten. (Leilazze ?.i>r 1ndiläinns-?estsebr!kt des RealZxmnasinins Oiisseldort, 1888.) 7 der Ansprüche für die Berechtigungen und damit der Kostenpunkt hat den alten Düsseldorfer Bürgerstand mehr und mehr von der Anstalt abgedrängt, zumal da andere Schulen seine Bedürfnisse mit der Zeit besser berücksichtigten als früher. Dagegen hat die zugewanderte, vorwiegend evangelische Bevölkerung, deren Mittel der längeren Schuldauer gewachsen waren, die Anstalt fleißiger benutzt uud auch wohl die Entwicklung znm Gymnasium freudig begrüßt. Unterstützt wurde der ganze Vorgang durch das früher unbillig hohe Schulgeld, welches den Besuch nur wohlhabenderen Leuten gestattete und die ärmeren zum Gymnasium verwies. Trotz dieses Wandels der Zeiten dürfen wir annehmen, daß das Interesse für den verdienten Gründer nicht geringer geworden und daß wir nur einer Pflicht genügen, wenn wir eingehender und lebhafter Hcincns Siid an den Anfang unserer Geschichte stellen. Hat er doch 32 Jahre die Schule geleitet und dieselbe trotz vielfacher Anfechtungen und Schwierigkeiten zu einer der größten und angesehensten Anstalten der Rheinprovinz entwickelt. Tausende von Schülern danken ihm, was sie geworden sind. Franz Heinen war ein Sohn Düsseldorfs, geboren 1804. Er hatte das Gymnasium in denselben Räumen besucht, in denen er 1833 die neue Realschule begründete, ein Zufall, der von dein gemütvollen Manne tief empfunden wurde. Nachdem er in Bonn, ohne einseitig seinen Fachstudien zu leben, doch vorzugsweise Mathematik und Naturwissenschaften studiert hatte, verließ er die Universitätsstadt, um in Trier und bald darnach am Clever Gymnasium im Schulfache praktisch thätig zu sein. Nie aber vergaß er, „daß von dein Augenblicke an, wo in dem Schulmanne das wissenschaftliche Streben und Forschen oder gar das Interesse für die Wissenschaft erstirbt, er selbst auch seinen: Berufe, der Schule abstirbt". (Rede an die vereinigten Schulmänner 7. April 1863.) Das wissenschaftliche Arbeiten war um so lebenskräftiger, als es unterstützt wurde durch eiu inniges Freundschaftsverhältnis zu seinem verehrten Lehrer, dem Professor Plücker in Bonn. So erwarb er sich eine „gründliche Gelehrsamkeit" (Worte Landfermanns), die ihm unter anderen Anerkennungen auch die Berufung zu einer ordentlichen Professur an der Universität Münster (anno 1846) eintrug. Sicher würde Heinen einer solchen Stellung Ehre gemacht haben, aber vielleicht dachte er „zu bescheiden" über sein Können, wie es ihm Alexander von Humboldt bei Über- 8 sendung der Schrift über Rotationsapparate scherzend vorwarf, vielleicht auch war ihm die junge Schule in seinem Düsseldorf zu sehr an's Herz gewachsen, als daß er sie so bald hätte aufgeben mögen. Jedenfalls aber dürfen wir sagen, daß er bei dem Reichtum seines Gemütes wohl nirgends so segensvoll hätte wirken können, als an einer Schule, zumal an der unsrigen. Drei Eigenschaften Heinens treten da besonders vor unsere Erinnerung: sein aufrichtig frommer und doch so mildverträglicher Christenglaube, sein warmes Herz für König und Vaterland und endlich die väterliche Art, mit der er die Schüler erzog und bildete. Auch Heinen sind die Prüfungen in reichem Maße beschieden gewesen und es mag oft schwer gehalten haben, auch in diesen Gottes Vaterliebe.wiederzufinden. Aber nur eiu Gemüt, das zuversichtlich in den Fügungen Wohlthaten erkennt, kann so herzlich und innig sprechen, wie es Heinen z. B. 1857 bei der Abiturientenentlassung gethan, als er einem scheidenden Schüler (M.), der in schwerer Jugendzeit sich hatte durchkämpfen müssen, die ermunternden Worte zurief: „Wenu du frohlockest, so frohlocke im Herrn, der dir Kraft und Ausdauer gab und deinen Fleiß gesegnet hat. Unerforschlich sind seine Wege, und vielleicht hast du jetzt schon die Überzeugung, daß die Hemmnisse, welche du zu bekämpfen hattest, zu deinem Heile waren. Oft stärkt ein Ankämpfen gegen äußere Verhältnisse die Spannkraft des jugendlichen Geistes und Übung im Entsagen die Willenskrast zum Guten. Es sind nicht immer diejenigen glücklich zu preisen, deren Jugendmorgen glücklich vorübergezogen ist — wie sich dir aber auch in Zukunft die Hindernisse entgegen stellen mögen, sei getrost, „befiehl dem Herrn auch ferner deine Wege, er wird es wohl machen." (Abiturientenentlassung H. 1857.) Ahnlich aus tiefster religiöser Überzeugung gesprochen sind die Worte, mit denen er 1858 einen sehr begabten und sehr jugendlichen Abiturienten (St.) an seine entsprechenden Pflichten erinnerte: „Wie kannst du anders als demutsvoll an deine Brust schlagen und ausrufen: Herr, wie gnädig bist du, der du über mich wachst und mich mit Gnaden gesegnet hast! O halte auch ferner deine Hand über mir, daß ich wohlgefällig vor dir wandle, daß mich nicht eitles, thörichtes Selbstvertrauen erfaßt und ich nicht lässig im Gebrauche der Gaben werde, welche du nur ohne mein Verdienst gegeben hast, welche wie die Blume des Feldes dahinschwinden, wenn dn ihnen deinen Odem entziehst! Bleibe eingedenk, daß von dein, welchem vieles gegeben ist, auch vieles 9 gefordert wird, damit du nicht dereinst dem unnutzen Knechte gleich befunden werdest und du weinend alsdann auf die geliehenen Talente blickest, deren du dich jetzt in Demut erfreuen darfst. Wuchere mit ihnen, aber wuchere im rechten Geiste. Das Zeitliche sei dir Mittel, das Ewige Zweck." Wie für das Gottesreich suchte Heiueu seine Schüler auch für das aufrichtig und heiß geliebte Vaterland zu erwärmen. Das mag heute selbstverständlich und leicht erscheinen; anders war dies aber in den dreißiger Jahren nach den Demagogenverfolgungen und nach den Vorgängen in Köln (Droste-Vischering). So warm seine Liebe zur (katholischen) Kirche, so herzlich und innig war auch seine Verehrung für Herrscherhaus und Vaterland. Fast poetisch klingen seine Worte, wenn er sich den Jüngling am Munde des Lehrers hängend denkt, von dem er die Thaten und Schicksale seiner Väter vernimmt (gesprochen 1842). „Unverkennbar bewegen mächtige Empfindungen und Entschlüsse seine Brust, wenn er bald den Stern des Vaterlandes hoch und prächtig aufglänzen sieht, da Volk und Fürst in Eintracht zusammen stehen, bald dem Versinken nah', wo Selbstsucht, Heuchelei und Verrat das Vertrauen und den Gemeinsinn ersticken. Er sieht hier Ahnen seines Königs rastlos bemüht, die Segnungen des Friedens zur Wohlfahrt des Landes zu verwenden, sieht sie dort mit seinen Vätern schwere Prüfungen standhaft ertragen und Gut und Blut freudig für die Rettung des Vaterlandes zum Opfer bringen — und es sollte nicht seine Brust m dankbar feurigster Liebe einem Könige, welcher seiner Ahnen würdig ist, entgegenschlagen; er sollte nicht die heiligsten Gelübde dem teuren Herde des Vaterlandes weihen?" — Und dann das Gesagte praktisch auf die Schüler anwendend, fordert er sie schließlich auf: „Mag Euer Wirkungskreis auch noch so beschränkt sein, Ihr werdet nicht in den Wahn fallen, als sei er zu klein, um in ihm für das Geineinwohl, für das Vaterland thätig zu sein, als bedürfe es Eurer nur in der Stunde der Gefahr! Ihr werdet nicht bloß Euch selbst willig den Gesetzen des Staates unterwerfen, sondern auch, so weit Ihr nur immer es vermögt, zu ihrer Aufrechterhaltung freudig die Hand bieten, insbesondere aber bedenken, daß, wem: Euch eine weitere geistige Ausbildung zu erlangen vergönnt war als so vielen anderen, mit denen Ihr in Berührung kommen werdet, daß Ihr um so mehr auch die Verpflichtung habt, über Euer Thun und Lassen zu wachen." Eine solche warme und praktisch verständige Vaterlandsliebe, die sich in 10 Thaten bewährt und an das Pflichtgefühl anruft, hat Heinen stets bemährt, auch 1848, als viele sich fortreißen ließen und den Leidenschaften der erregten Masse zu sehr nachgaben. In schönen, auch von den Behörden gefeierten Worten forderte er die Jugend zur Mäßigung und Bescheidenheit auf und erntete dafür unter vielen Anerkennungen auch einen warmen Dankesbrief des Generalleutnants von Dörnberg, eines alten Freiheitshelden, der an der Freiheitsbewegung von 1848 keinen Gefallen fand. — Gewiß hätte Heinen keine schönere Freude erleben können, als die Erhebung des Jahres 1870/1871. Leider war es ihm, da er bereits am 7. Oktober 1870 starb, nur vergönnt, die Morgenröte des neuerstehenden Reiches zu sehen. Und endlich drittens sei der Eigentümlichkeit Heinens als Erziehers gedacht. Nach heutigen Vorstellungen ging er vielleicht zu weit, indem er durch die Schule ein Übriges thun ließ und auch solche Aufgaben übernahm, die eigentlich dem Hause zufielen. Je mehr dieses seine Pflichten vergaß und vielleicht gar es begünstigte, daß die Jugend vor der Zeit in die Öffentlichkeit hinaustrat und Geltung und Genüsse suchte, um so nachdrücklicher drang er auf Bescheidenheit und kindliches Verhalten. Den Lehrer sollten die Schüler als „Vater" achten, auch wenn der Unterschied des Alters dies zuweilen schwer machte; die Anrede war in allen Klassen das väterliche Du, bei dem mau viel „deutlicher uud aufrichtiger" sprechen dürfe. Auch die ganze äußere Erscheinung war familiär, oft beinahe zu familiär, doch hat dies Sichgehenlassen niemals seiner Autorität geschadet. Er meinte, daß der Schüler unter allen Umständen Schüler bleiben müsse, der den Stab der Zucht nicht entbehren könne, in der Schnle ebensowenig wie im Hause. „Der Stab der Zucht in Schule und Haus ist der Stab Aarous. Wirft man ihn weg, so wird eine Schlange daraus. Stellt man ihn aber in das Heiligtum vor das Angesicht Gottes, so trägt er Blüte und Frucht." — Es sollte aber der Lehrer den Schüler auch außerhalb der Schule beobachten und aufsuchen. Daß er dies gethan, wurde iu jeder Konferenz festgestellt lind in das Protokollbuch eingetragen. Den zahlreichen Schülern, die zu Hause nicht ungestört arbeiten konnten oder denen es an der nötigen Anleitung fehlte, wie gearbeitet werden muß, wurde in Silentien dafür die Gelegenheit gegeben uud davon möglichst viel Gebrauch gemacht, indem etwa die Hälfte der Schüler aus den untern Klassen die Silentien besuchten. Auch die Schüler der oberen Klassen hatten, natürlich in beschränkterer II Zahl, zu Arbeitsstunden Gelegenheit. Für die Ferienzeit wurde dein Elternhaus die lästige Aufsicht durch Ferienunterricht abgenommen. Von dieser Einrichtung machte man um so mehr Gebrauch, als Nachprüfungen und Nachversetzungen damals noch statthaft waren. Eine Folge davon war, daß stets ein verhältnismäßig großer Teil der Schüler steigen konnte; ob immer zu ihrem wahren Wohle, ist eine andere Frage. — Aber nicht ohne Wehmut sah Heineu, indem er so nahezu die ganze Erziehung in die Hand nahm, das heutige Familienleben seiner natürlichen Aufgabe sich entfremden. „Wo ist", so klagt er 1846, „der Herd noch der Sitz der Familienfreuden; wo herrscht an ihm die gemütliche Heimlichkeit, welche so wohlthuend auf den inneren Menschen wirkt, die Poesie, die Seele des Familienlebens ist? Wo findet sich die Mutter, welche aus eigenem Gemüte, nicht aus Büchern den Stoff zu Märchen und Fabeln für ihre Kinder schöpfte? Wo der Vater, der, nachdem der Drang der Geschäfte und Sorgen den Tag über ihn bestürmt hat, in der Stille der Häuslichkeit sich wohlfühlte, im Kreise der Seinen, wenn die Feierstunde schlägt, sich mit heiterer Stirn niederzulassen, hier den Schatz seiner Lebensschicksale, seiner Lebenserfahrungen mit ruhigem Gemüte zu öffnen und zur Betrachtung und Belehrung darzulegen vermöchte? Ist nicht eben der Mangel eines gehörigen Familienlebens der Hauptgrund, warum so viele Jünglinge auf Abwege kommen? Wenn sie in langen Winterabenden nach vollendeter Arbeit sich nach Erholung sehnen und diese im häuslichen Kreise nicht finden, wenn ihre Verstandeskräfte sich abgemüdet haben und ihr Gemüt vergebens nach Nahrung schmachtet, was ist natürlicher, als daß sie dieselbe draußen an ähnlichen Orten wie ihre Väter suchen? Und kann man sich wundern, wenn die letzteren das Unerquickliche ihres Familienlebens vielleicht erkennen, aber, durch eigene Beschränkung ihm nicht aufhelfen wollend oder könnend, ruhig die Uebertretung der Schulgesetze geschehen lassen?" — Dies wird genügen, um das Bild Heinens wieder lebhafter ins Gedächtnis zu rufen. Vielen wird es noch erinnerlich sein, wie ansprechend grade seine Reden waren, nicht bloß, weil ihm das Wort ausreichend zur Verfügung stand, sondern ganz besonders deshalb, weil die Gedanken leicht und natürlich aus dein Herzen kamen und darum auch wieder zu Herzen sprachen. Weniger glücklich aber war er, wenn es galt, das materielle Interesse der Anstalt geltend zu machen. Auf diesem Gebiete war er stets zu bescheiden. Die oben 12 erwähnten freiwilligen Gaben waren nur auf zwei Jahre gezeichnet; auf die Dauer ließ der gute Wille nach, während die Ausgaben notwendig wuchsen. So mußte die Stadt für die neuen Bedürfnisse eintreten; sie hatte dazu um so mehr die Verpflichtung, als sie es abgelehnt, die Anstalt niit dem Gymnasium zu verbinden und dazu einen jährlichen Zuschuß von 1600 Thalern zu gewähren. Statt dessen hatte der Stadtrat sich stark gemacht, „für die Kosten einer selbständigen Realschule aufzukommen". Und warum sollte er, der keine andere höhere Schule zu unterstützen hatte, nicht diese verhältnismäßig kleine Belastung auf sich nehmen? In den Tagen, als die ersten Dampfschiffe von Düsseldorf aus auf dein Rheine fuhren, die erste Eisenbahn nach Elberfeld eröffnet wurde und in der Stadt allerorten sich reger Aufschwung geltend machte, sollte da der Mut für die Erhaltung dieser Bildungsanstalt fehlen, die doch zumeist dem Bürgertum zu statten kam? Und hatte nicht die jüngste Vergangenheit gezeigt, welch' hoher und idealer Sinn hier in dieser Stadt herrschte? In ganz Deutschland sah man mit Neid und Bewunderung auf die Stadt, iu der eine Maler-Akademie unter Wilhelm von Schadow eine ganze Reihe namhafter Künstler heranbildete, in der ein Jmmermann andere Dichter nach sich zog, wie den unglücklichen Grabbe und den liebenswürdigen Rob. Reinick und neben seiner Berufsarbeit in selbstloser Leitung die bescheidene Bühne zu gradezu klassischen Leistungen befähigte, in der Musiker wirkten wie Mendelssohn, Burgmüller, Rietz u. a. Indes würde man doch fehlgehen, wenn mau dem Düsseldorfer Bürgertum und seiner Vertretung einen zu großen Anteil an diesem Aufschwung zuschreiben wollte. Was geleistet ist, kommt im gründe auf die Rechnung einzelner idealer und begabter Naturen, die ein glücklicher Zufall hier zusammengeführt hat. Der eigentliche Düsseldorfer rechnete ängstlicher; darum hat diese schöne Zeit auch nur so kurze Zeit gedauert. So sind auch der Realschule gegenüber die Mittel bescheiden gebliebe», die beizutragen der Stadtrat sich bereit erklärte, und selbst diese geringen Beiträge wurden noch als „schwere Opfer" empfunden. (Ausdruck in einer Petition der evangelischen Gemeinde an die Staatsregierung, 1840). Und doch betrug der Zuschuß, nachdem die Anstalt fertig geworden (1844), nur 2230 Thaler, während aus den Schulgeldern 4240 Thaler aufkamen. Um die Stadt nicht zu sehr zu belasten, wurde das Geld möglichst von den Beteiligten erhoben. Der 13 Satz in den oberen Klassen war mehr wie doppelt so hoch als der am hiesigen Gymnasium (Real-Prima 36 Thaler). So ermöglichte man, daß in der ganzen Zeit Heinens der städtische Zuschuß als Maximum nur 3560 Thaler erreichte (jetzt etwa 48 000 Mark. Das Schulgeld bringt nahezu, die gleiche Summe ein). Natürlich hat auch ein solches Verfahren dazu beitragen müssen, den weniger bemittelten Bürgerstand von der Realschule fernzuhalten und derselbe einen „vornehmeren" Charakter zu geben; man begann schon zeitig einen Unterschied zu machen zwischen den Interessen dieser Schule und denen der Volksschulen, und es galt als volksfreundlich Bewilligungen an die Realschule davon abhängig zu machen, daß zunächst für die Elementarschulen etwas geschähe. Um deutlicher zu zeigen, daß für die Realschule nicht zu viel städtische Mittel angewendet wurden, mag erwähnt werden, daß Heinen das Prinzip hatte, an jedem Posten zu gunsten der Stadt soviel zu sparen, wie eben möglich war. Vergleichen wir, indem wir sein letztes Lebensjahr (1869/70) zu gründe legen, die sämtlichen höhern Anstalten in Aachen, Crefeld, Köln, Elberfeld und Barmen mit unserer Anstalt, so war hier die Ausnutzung der Lehrkräfte die größte und die Besoldung die geringste. Das Maximum der Stundenzahl (22^4 wöchentlich) hatten die Düsseldorfer Reallehrer, das Minimum die Aachener (18°/<>). Die wenigsten Schüler zählte Crefeld pro Klasse (29 "/io), die meisten Düsseldorf (fast 42) und Köln Realschule (43). Die wöchentliche Stunde wurde honoriert am höchsten in Elberfeld (46 "/4i Thaler), am geringsten in Düsseldorf (35 >/4 Thaler). Der Zuschuß für jeden einzelnen Schüler kostete Barmen 22—23 Thaler, Aachen 20—21 Thaler, Crefeld 17—18 Thaler, Elberfeld und Köln 15—16 Thaler und Düsseldorf 5—6 Thaler. (Bei sämtlichen Berechnungen sind die Gebäude außer Rechnung gelassen.) Diese Verhältnisse sind inzwischen anders geworden. Die Stadt hat in ihren Leistungen nahezu die Nachbarstädte erreicht und wiederholt zu erkennen gegeben, daß die Anstalt jetzt ziemlich allseitiges Wohlwollen in den leitenden Kreisen finde. So darf denn gehofft werden, daß in Zukunft auch die Besoldungsfragen sich dadurch erledigen, daß die Stadtsich den gegebenen Normen des Staates einfach anschließe, wie sie dies in den 70er Jahren ebenfalls gethan und gewissermaßen zum Grundsatz erhoben hat. Die sonderbare Anschauung, auf die man in früheren Zeiten öfters stieß, Düsseldorf dürfe wegen der mannigfachen Reize des Ortes die Gehälter niedriger ansetzen als 14 andere Städte oder gar der Staat, ist doch schwerlich ernst gemeint, denn sonst würde dieser Gedanke auch auf andere Kreise ausgedehnt werden. Wenn ein Jurist, ein Baumeister oder sonst jemand aus dem Staatsdienste in den der Stadt übertritt, wird doch sicherlich sein Gehalt nicht gekürzt. Eher wird wohl immer als Ersatz dafür, daß der Betreffende seine Aussichten auf Beförderung opfert, das Einkommen höher angesetzt, als in der betreffenden Staatsstellung. Nach diesem Gesichtspunkte sind auch bis zum Jahre 1870 selbst die Gehälter der hiesigen Lehrer noch höher gewesen als die an vielen königlichen Anstalten, denn nur auf diese Weise konnte die Stadt erfolgreich mit dem Staate in den Wettbewerb eintreten. Als indes infolge der glücklich geführten Kriege die Mittel des letzteren größer und seine Beamten durchweg verbessert wurden, sahen sich auch die städtischen Gemeinden verpflichtet, dein Beispiel zu folgen, und Düsseldorf ist in liberaler Weise rasch der Anregung nachgekommen. Schon 1872 wurde der Normaletat eingeführt, 1874 der Wohnungszuschuß teilweise, 1876 vollständig d. h. wie der Staat ihn damals zahlte, desgleichen wurden die Gehälter der Elementar- und Vorschullehrer 1876 geregelt. Auch der Grundsatz wurde anerkannt, daß bei einer etwaigen Pensionierung die an staatliche!, Anstalten früher geleistete!, Dienstjahre mitgezählt werden sollten. (Schon am t). April 1861 hatte der Stadtrat beschlossen, daß die Dienstzeit nach §. 13 der Verordnung von, 28. Mai 1846 zu berechnen sei.) Indem wir dankbar aller dieser Zeichen des Wohlwollens gedenken, dürfen wir hoffen, daß man nicht ii, das frühere, schlecht angebrachte Sparsystem zurückverfalle, sondern daß man auch ii, Zukunft dieselben Rücksichten der Billigkeit und des eigenste!, Vorteiles der Stadt walten lasse. — Trotz der oben nachgewiesenen Sparsamkeit hat die Anstalt doch eine große Anzahl augenscheinlich sehr tüchtiger, ja selbst hervorragender Lehrer gehabt Die unten folgende Uebersicht giebt die nähere!, Notizen über dieselben. Mai, gewinnt daraus die Überzeugung, daß bei der Anstellung in der Regel recht glücklich verfahren sei. Begünstigt wurde eine solche Wahl durch den Umstand, daß dan,als der Staat kärglicher besoldete und deshalb den Städten den Wettbewerb leicht machte. Dabei vergesse man nicht, daß Heinen mit nicht gewöhnlicher Umsicht und ohne alle Überstürzung seine Mitarbeiter sich aussuchte. Er schlug nicht leicht jemanden zur Anstellung vor, den er nicht persönlich beobachtet und brauchbar gefunden. Besonderen Wert legte er auf 15 taktvolles Verhalten in politischen und religiösen Fragen, und dieser Vorsicht haben wir es zu verdanken, daß niemals ärgerliche Konflikte solcher Art vorgekommen. Noch weniger war der Jndifferentismus erwünscht; zeigte doch sein eigen Beispiel, daß man aufrichtig fromm und patriotisch und doch duldsam und verträglich sein konnte. Nicht minder glücklich war Heinen auch in dein Heranziehen wissenschaftlich tüchtiger Kräfte. Schon in der kleinen Schar der ersten Lehrer befanden sich namhafte Männer, so Heinrich Viehoff, an dessen Biographieen von Goethe und Schiller, Erläuterungsschriften, Übersetzungen, Schulbücher u. s. w. hier nur erinnert werden möge, ferner Schellen, der durch seine Rechenbücher wie durch seine Handbücher über Tele- graphie, Spektralanalyse, Sonne u. s. w. ebensosehr seinen praktischen Blick für die Bedürfnisse der Jugend, wie seine eminente wissenschaftliche Befähigung dargethan hat. Auf dem Gebiete des deutschen Unterrichts hat sich (der spätere Mainzer Direktor) Bone einen Namen erworben (Deutsche Lesebücher). In der Geographie war Holthausen thätig, der später als Gefängnisprediger in Werden lebte (Topisch-physikalischer Atlas). Professor Konrad, bekannt durch sein großes Kölner Dombild, welches die Erzdiöcese Köln dem Papste schenkte, lehrte das perspektivische Zeichnen. Fr. Erk leistete gleich Vorzügliches im Schreib- wie im Musikunterrichte; viele Schüler haben zweifellos dem treuen Lehrer noch nachträglich für seine Strenge gedankt, denn schon das Zeugnis, bei ihm Schreibunterricht genossen zu haben, bahnte in Bureaus und Kontoren die Wege. Seine „Frischen Lieder", „Sängerhain", „Lahrer Kommersbuch", werden auch auf musikalischem Gebiete fein Andenken in Ehren halten. Es hielte nicht schwer, aus späterer Zeit eine ganze Reihe verdienter Männer hinzuzufügen. Wir gedenken des immer noch gleich frischen Direktors Schauenburg in Krefeld, des zu früh verstorbenen Direktors Bromig in Burgsteinfurt, des ebenfalls schon Heimgegangenen Provinziell-Schulrats Reisacker in Breslau. Wir erinnern ferner an den Historiker Professor Eckertz in Köln, den. besonders auf dem Gebiete der Phonetik thätigen Professor Vietor in Marburg, den jüngst verstorbenen Direktor der. Prager Handelsakademie Arentz, die Direktoren Uellner und Hugo Viehoff in Düsseldorf, Hölfcher in Bonn, Vockeradt in Recklinghausen, an die Professoren Flesch in Trier, Honigsheim in Düsseldorf, ferner an die Obersehrer Moers in Bonn, Masberg in Düfselvorf und wie sie alle heißen mögen, die ein segensreiches Andenken an unserer 16 Anstalt hinterlassen haben. Nicht minder rühmlich sind die Namen der Hülfslehrer, namentlich derjenigen, die Religionsunterricht erteilten. Dahin gehören der später im nahen Hamm thätige und unvergessene Bock und ganz besonders der Kaplan Fuß, dessen anregende, frische und liebenswürdige Thätigkeit sich auf beiden Seiten des Rheins bewährte und in besten: Andenken steht. Die evangelischen Religionslehrer folgten sich leider in rascherem Wechsel. Unter ihnen befand sich der talentvolle, frühverstorbene Übersetzer der Jlias Monjs, der auch als Schriftsteller, namentlich auf den: Gebiete der bergischeü Landes- und Kirchengeschichte sehr thätige 1)r. tluzol. und xlül. Krafft, ferner Herbst (jetzt in Brüssel), Axenfeld (jetzt in Godes- berg), Nelson (jetzt in Aachen) und verschiedene andere. Vorübergehend und aus Gefälligkeit gaben, auch die Herren Konsistorialräte Hülsmann und Natorp den Religionsunterricht, ebenso in einer späteren Zeit Herr Divisionsprediger Becker. Wir nennen die Namen, wie sie uns ins Gedächtnis kommen, mit der Gewißheit, noch manchen verdienten Mann nicht genannt zu haben. Die Absicht war ja nur, nachzuweisen, daß die Realschule auch bei beschränkteren Mitteln eine große Zahl zweifellos tüchtiger, ja hervorragender Männer unter ihren Lehrern gehabt und doch bleibt die oben gemachte Behauptung bestehen, daß die Stadt in ihren: eigenen Interesse die- Lehrer nicht ungünstiger stellen darf, als der Staat es thut, denn abgesehen davon, daß die Konkurrenz des letzteren jetzt eine viel stärkere ist als früher, ist auch der Punkt zu beachten, daß oben viele tüchtige Männer genannt sind, die man leider wegen unzureichender Mittel nicht lange hat fesseln können. Betrachtet man den Lehrplan der ersten Jahre, so drängt sich fast ein Zweifel auf, ob das heutige Realgymnasium wirklich als Fortentwicklung der ursprünglichen Anstalt gelten dürfe. Beinahe scheint es, als wenn die Bürgerschule, die sich 1872 abzweigte, dazu ein größeres Recht habe, wenn — nicht auch sie bereits die Neigung zeigte, denselben Weg einzuschlagen, wie die ältere Schwester und je länger um so mehr mit den wissenschaftlichen Anforderungen an die Schüler hinaufzugehen. Vergleichen wir die heutige Bürgerschule mit der alten Realschule, so finden wir dort mehr fremdsprachlichen Unterricht (53 St. gegen 39 St.), hier mehr deutschen (25 St. gegen 21); die Bürgerschule 17 giebt mehr Mathematik (18 St. gegen 16), die alte Realschule gab mehr Rechnen (17 St. gegen 11); die Bürgerschule giebt mehr Physik und Naturbeschreibung (21 St. gegen 18), die alte Realschule gab mehr Zeichneu und Schreiben (30 St. gegen 19); mit Einem Worte die Bürgerschule giebt eine wissenschaftlichere Ausbildung, während die alte Realschule unmittelbarer für das praktische Leben vorbereitete. Viel weiter aber geht augenscheinlich das heutige Realgymnasium über die ursprünglichen Ziele hinaus. Wenn wir an die große Bedeutung des Lateins an der jetzigen Anstalt, an die um die Hälfte verlängerte Schuldauer (statt 6 jetzt 9 Jahre), an die Fortschritte der Methode und anderes denken, möchten wir geneigt sein, die jetzige Schule für viel wissenschaftlicher zu halten, und denken wir dazu an die immer lauter werdende Klage über Überbürduug, so möchten wir glauben, daß auch an die geistige und körperliche Kraft jetzt viel größere Anforderungen gestellt werden als vordem. Was nun diesen zweiten Punkt betrifft, so zeigt eine Betrachtung der Aufgaben, daß man damals viel, viel mehr, namentlich an schriftlichen Leistungen, beanspruchte als jetzt und daß man dabei allen wünschenswerten Anforderungen nachkommen wollte, denn während man z. B. beim Rechen- und beim Sprachunterricht gleichzeitig die demnächstigen Bedürfnisse des praktischen Lebens ins Auge faßte, stellte mau doch auch an das wissenschaftliche Können verhältnismäßig große Ansprüche. Wir haben hier natürlich nicht die Absicht, eine genauere Vergleichung der Fächer von. damals und jetzt vorzunehmen. Im allgemeinen wird man eine solche aus den beifolgenden Tabellen selber sich machen können. Einzelne Bemerkungen seien indes gestattet. In den drei fremden Sprachen lasen die damaligen 15 — 16jäh- rigen Primaner ziemlich dieselben Schriftsteller wie unsere —^jährigen, selbst im Lateinischen wurden 600 Verse aus dem Vergil übersetzt; viel mehr aber als heute wurde französisch und englisch gesprochen und geschrieben. Die Primaner gaben alle 8 Tage einen französischen Aufsatz ab und sprachen französisch auch noch in andern Stunden, beispielsweise in der Geschichte. Im Englischen las man wie heute Shakespeare, aber daneben statt des fesselnden Historikers Macaulay die (15jährige Knaben) minder ansprechenden Milton und Johnson. Im Deutscheu wurden den Primanern vorzugsweise Dichtungen Goethes (Hermann und Dorothea, Jphigenie) erläutert, nachdem sie als 14 jährige Sekundaner mit Schillers Dramen bekannt gemacht waren. Litteratur wurde in ähnlichem Umfange mit jenen jüngeren 2 18 Leuten wie heute mit deu 17—18jährigen Primanern betrieben. Zur Besprechung der Aufsätze und wichtigsten stilistischen Regeln wurde in Prima und Sekunda jede dritte Stunde ausschließlich verwendet; auf diese Weise wollte man die überaus schwierige Fruchtbarmachung der Korrekturen sicher stellen. Noch größer waren verhältnismäßig die Anforderungen in den unteren Klassen. Schon in Sexta wurden kleine Aufsätze erzählendeu und beschreibenden Inhalts aufgegeben (jetzt erst in Quarta). Dazu wurden sie mit Grammatik durch Wursts Sprachdenklehre heimgesucht. Die Zahl der häuslichen Arbeiten war demgemäß in allen Klassen erheblich größer als heute und zwar sowohl schriftlich wie mündlich. In der (evangelischen) Religion machte man besonders weitgehende Forderungen, In der Quarta, in der jetzt die einfachere biblische Geschichte des Alten Testamentes behandelt wird, wurde nicht bloß das Evangelium Matthaei, sondern auch „mit Bezug auf die symbolischen Schriften genauer die Lehre von Gott" durchgenommen. Von Zeit zu Zeit hatten dann die Quartaner (11—12 jährig) freie Ausarbeitungen darüber einzuliefern. Diese und ähnliche Anforderungen steigerten sich nach oben hin. Während z. B. die Quartaner und Tertianer von der letzten Sonntagspredigt nur Text und Thema schriftlich einzureichen hatten, mußten die 14—16jährigen Sekundaner und Primaner schon einer „Besprechung" der Sonntags zuvor gehörten Predigt gewachsen sein. In der Geschichte fühlte man sich nicht bloß stark genug, gleichzeitig französische Sprachübungen vorzunehmen, sondern auch undlzwar bereits in Tertia die außerdentschen Staaten „besonders" zu berücksichtigen. Heute freuen wir uns, wenn wir in viel längerer Zeit mit der deutschen Geschichte ausreichend bekannt machen, und sind in Bezug auf die Kenntnisse außerdeutscher Geschichte nachsichtiger. In der Geographie fing man damals mit dem Allgemeinsten an, erst kam die astronomische, dann die physische, und allmählich rückte man der politischen Geographie näher. Es war des alten Erk besonderer Stolz, daß er, wie er meinte, infolge seiner Methode so sichere und allseitige Kenntnisse in seiner Sexta erzielte. Um so untröstlicher war er, als Ostendorf dies ganze System für falsch erklärte und ihn aufforderte, die Reiheufolge umzukehren und von der Heimat auszugehen. Seitdem heißt's im Lehrplan: Heimatskunde. Rheinland und Westfalen. Dazu die anderen Länder Europas. Damals war es 19 Brauch, in allen Klassen fleißig Karten zeichnen zu lassen; jetzt wird dergleichen gemieden, um die häuslichen Arbeiten zu vereinfachen. Daß aber die geographischen Kenntnisse trotz besserer Methode jetzt sicherer geworden, ist dem Verfasser zweifelhaft. Besonders weit gingen die Anforderungen der Schule an die Fassungskraft für mathematischnaturwissenschaftliche Objekte. Schon die Tertianer lernten Mineralogie, resp, die stereometrischen, physikalischen und chemischen Kennzeichen der Mineralien, ein Jahr später wurden sie dann mit der Geognosie bekannt gemacht. Im selben Alter begannen sie mit der Chemie (jetzt zwei Jahre später), und ebenso hatten sie zeitig und gründlich Physik zu treiben, so daß sie damals mit 14—16 Jahren ziemlich das Gleiche durchnahmen, was jetzt mit 16—18jährigen Schülern betrieben wird. Auch in der Mathematik wagte man sich schon früh an schwerere Sachen. Die Sekundaner trieben bereits ebene Trigonometrie „nebst Anwendung auf die Aufgaben der Feldmeßkunst", eine praktische Nebenrücksicht, die ebenso im Rechnen, in den Sprachen und sonst fortwährend wiederkehrt.*) Die Primaner, die unsern heutigen Untersekundanern entsprechen, hatten Pensen, die im wesentlichen jetzt in unserer Prima oder Obersekunda behandelt werden dürften. Kurzum, an die damaligen Schüler wurden recht energische Anforderungen gestellt. Der Verfasser ist weit davon entfernt zu glauben, daß es heute den Schülern zu leicht gemacht werde, aber die gegebene Uebersicht zeigt doch, daß der Unterricht seit jener Zeit bedeutend vereinfacht und zweckmäßiger gestaltet ist und daß man jetzt, nachdem die Dauer des Schulbesuches so viel verlängert worden ist, nicht mehr von Überbürdung sprechen sollte bei einem Ziele, das man damals in sechs Jahren glaubte erreichen zu können. Auch der Zeichenunterricht stellte sich ziemlich vielseitige und schwere Aufgaben. In Sexta lernte man bereits geometrische Figuren anfertigen und das Reißzeug dazu benutzen. Hernach kam dekoratives und perspektivisches Zeichnen, auch Zeichnen von Maschinenteilen und anderes hinzu, um künftigen Ingenieuren wertvolle Vorkenntnisse zu verschaffen. Gleichzeitig aber wurde auch nach Bildern und Modellen Geographie wurde gelehrt mit Beziehung auf Boden und Jndustrieprodukte, Kommunikationslinien, Handelsplätze und Warentausch. Im Schreiben wurden kleine „Geschäftsaufsätze" nachgeschrieben, im Zeichnen „geschmackvolle" Ornamente kopiert u. s. w. Dahin gehört auch das Botanisieren, um die Gesundheit zu fördern, die geschichtlichen Vorträge, um französisch einzuüben u. a. m. 2* 20 freies Handzeichnen geübt. Dabei machte sich der Einfluß der Künstlerstadt geltend; vielfach zeichneten die Schüler auch nicht ausgegebene Gegenstände. Professor Konrad besaß eine ganze Galerie der damaligen Lehrer, die, ohne daß sie es wußten, porträtiert (nicht karikiert) waren. Die Bilder wurden ihm nach und nach anonym verehrt. Unter den Fächern konnte als Lieblingsfach, dem unverhältnismäßig viel Kräfte zugewendet wurden, unbedingt die Physik gelten. Wie Heinen selber die bedeutendste Lehrkraft war, so war sein spezielles Fach, die Physik, das Schoßkind der Anstalt. Er hielt sich nicht bloß mit Vorliebe im physikalischen Kabinett auf und machte dies zu seinem Arbeitszimmer, sondern es war auch sein steter Wunsch dahin gerichtet, immer noch vollkommenere Instrumente für dasselbe zu erwerben. Die Aufmerksamkeit derjenigen, die geneigt sein möchten, der Schule etwas zu schenken, richteteer wiederholtauf das physikalische Kabinett; deshalb sehen wir dasselbe auch in den Verzeichnissen freiwilliger Gaben so oft genannt. Schon im ersten Programm heißt es: „Für ansehnliche Gaben haben wir bereits zu danken; besonders wünschenswert sind aber Unterstützungen für die naturwissenschaftlichen Sammlungen, denn der Unterricht in diesen Lehrgegenständen bildet die Fundamentallektion in den Realschulen ... manche Beschreibungen und Demonstrationen würden geradezu unausführbar sein, wenn nicht solche edle Entäußerungen und freiwillige Opfer die Schule unterstützten u. s. w. So gelang es für die Physik verhältnismäßig ansehnliche Summen verfügbar zu machen und ein ungewöhnlich reiches physikalisches Kabinett zu gewinnen. Ja, unter der Hand wurde sogar uoch für besondere Fälle ein Sparpfennig zurückgelegt, aus dessen Bestand hauptsächlich später der Gasmotor erworben wurde. Natürlich waren diese Instrumente keine bloßen Schaustücke, sondern wurden mit großem Erfolge in den Stunden benutzt und brachten auf diese Weise reichen Gewinn. Heinen verlangte auch entsprechende Arbeit von den Schülern, aber aus dieser Vorliebe und dieser Arbeit ist auch der Vorteil erwachsen, daß die Schule auf diesem Gebiete das Meiste geleistet hat und daß anscheinend diejenigen Schüler es am weitesten gebracht haben, die in dieser Richtung sich ausbildeten. Uns schweben hierbei Persönlichkeiten vor Augen, die trotz ernstlicher Ermahnung das Erfinden schon auf der Schule nicht lassen wollten und später im Leben glänzende Erfolge erzielten. Wir denken auch an andere, die an der Spitze großer Werke stehen; auch an solche, die namhafte hohe Lehranstalten leiten. Mit besonderer Freude hörten wir, 21 daß ein früherer Schüler durch die Erfindung genialer Holzbearbeitungsmaschinen sich einen weithin gefeierten Namen erworben habe.*) Andere Schüler haben auf merkantilem Gebiete der Anstalt Ehre gemacht und befinden sich teils hier in ihrer Vaterstadt, teils anderswo in hervorragenden oder doch glücklichen Stellungen. Vielleicht erinnern sich bei diesen Worten frühere Schüler auch der Gedanken, die wir oben aus Heinens Reden angeführt haben. Natürlich haben auch die andern- Fächer für die Zwecke der Schule ihr Teil beigetragen, und das Verdienst ist vielleicht um so größer, je beschränkter die Mittel gewesen sind. Man wußte sich auch zu behelfen, selbst in naturwissenschaftlichen Aufgaben. Die praktische Pflege der Botanik wurde eifrig und gleichzeitig als Gesundheitspflege ausgenutzt. Man machte nämlich und nicht bloß an den freien Nachmittagen, sondern auch in den — damals viel längeren — Pfingstferien unter dem wackeren Oberlehrer Duhr botanische Exkursionen, die „ein willkommenes Mittel zur Befestigung und Stärkung der körperlichen Gesundheit" seien. Auch das Baden auf der städtischen Schwimmanstalt wurde in dieser Absicht empfohlen und eine geeignete Kontrolle sicher gestellt. Im allgemeinen indes wurde für das körperliche Wohlbefinden weniger gethan als heutzutage, nicht einmal die Schulräume entsprachen den gewöhnlichsten gesundheitlichen Anforderungen. Man war zufrieden, überhaupt Räume zu haben, die gegen Regen und Kälte Obdach boten. In diese setzte man so viel Schüler hinein, als man unter denkbarster Beschränkung der Gänge unterbringen konnte, und lehrte ihnen dann möglichst vielerlei. Charakteristisch für den damaligen Militärischen Standpunkt der Anstalt ist auch die Masse der Fächer. Die Zahl derselben, in die sich trotz alledem auch sofort das prinzipiell ausgeschlossene Latein („fakultativ") einschlich, brachte es mit sich, daß nicht bloß kein einziges *) Hr. W. C. Margedant (Kapitän des Jngenieurkorps der Cumberland- Arm e e unter General Rosecrans und später unter General Graut, von 1861—65), derzeit Leiter und Besitzer der bedeutendsten amerikanischen Holzbearbeitungs- Maschinenfabrik. Er wohnt in Hamilton im Staate Ohio, ist Erfinder zahlreicher Maschinen und anerkannte Autorität auf dem Gebiete des amerikanischen Maschinenbaues. Geboren in Düsseldorf im Jahre 1836, war er Schüler der Realschule in den Jahren 1848—53, und wanderte dann 1356 nach Amerika aus. Seine Fruchtbarkeit im Erfinden von Maschinen verdankt er zum Teil dem gründlichen Zeichenunterrichte, den er in der Schule genossen. Er gedenkt seiner ^Ima mater mit Liebe und Verehrung. 22 so recht die andern überwog, sondern auch, daß ziemlich alle — natürlich mit Ausnahme der vorher charakterisierten Physik — nach oben hin an Stundenzahl und Gewicht wenigstens nicht zunahmen. Besonders der Stundenplan der Prima macht (bis 1859) den Eindruck einer außerordentlichen Zersplitterung der Kräfte. Wie ganz anders ist doch der heutige Lehrplan, der keine Rücksicht auf möglichst vielseitige, praktische Verwendbarkeit der Schüler nimmt und an die unmittelbaren Anforderungen in diesem oder jenen: Beruf nicht denkt. Deshalb haben viele Fächer beschränkt werden müssen. Am meisten verkürzt gegen früher ist zweifellos der Schreib unterricht. Die ungemeine Sorgfalt, die ursprünglich auf dieses Fach verwendet wurde, zeigt recht deutlich, daß man ehedem an die unmittelbaren Bedürfnisse derer dachte, die ins Leben traten und sich durch ihre Handschrift empfehlen wollten. Aus den: Grunde wurde dieser Unterricht in Sexta mit 5 Stunden angefangen und bis in Sekunda hinein fortgesetzt. Alan ließ sich dabei von dem Gedanken leiten, daß in: gewerblichen Leben eine gute Handschrift besonders notwendig sei; auch wollte man bemerkt haben, daß der Kaufmann beim Eintritt des Lehrlings zuerst sich nach der Handschrift erkundige und daß die zweite und dritte Frage nochmals eben dahin gerichtet sei: dann heiße es, wie ist das Betragen, und darnach erst kämen die wissenschaftlichen Leistungen in Betracht. So waren denn 13 Wochenstunden für Schreiben angesetzt, außerdem aber wurde der Anspruch erhoben, daß, so wie jede Stunde eine Übung in: mustergültigen Gebrauch der deutschen Sprache sein solle, auch jede schriftliche Arbeit, selbst die Kladde auf gründ der kalligraphischen Ansprüche zu beurteilen sei. Manche Forderung jener Tage mag übertrieben erscheinen, manches selbst ein Lächeln hervorrufen, wie die Versicherung Erks (Programm 1845), daß vorsichtige Lehrer den Gebrauch der Stahlfeder unter keiner Bedingung gestatten, und daß vernünftige Eltern ihre Kinder überwachen würden, damit sie nicht aus Leichtsinn oder Bequemlichkeit doch wieder zu den Stahlfedern griffen, in: allgemeinen aber wird man den lebhaften Wunsch nicht unterdrücken können, daß doch viel mehr und bis in die obersten Klassen hinein auch heute auf eine gute und saubere Handschrift geachtet werde. Was Goethe von sich erzählt, daß er seine Handschrift durch Vernachlässigung in unglaublicher Weise schnell verdorben und daß er dann durch des guten Gellert Ermahnungen die Kritzelei verbessert und gelernt habe, daß eine gute Hand- 23 schrift auch einen guten Stil im Gefolge habe („Aus meinem Leben"), das könnte mit Vorteil auch heute vielen gesagt werden. Während man früher von 197 Wochenstunden 13 auf das Schreiben verwendete, werden jetzt von 280 noch 4 demselben gewidmet. Der Grund liegt in der Notwendigkeit, für die andern Fächer Zeit zu gewinnem Um so ernster sollten Lehrer und Eltern durch peinlichste Sorgfalt in der Überwachung schriftlicher Arbeiten dies wieder einzuholen versuchen.*) Als berechtigt zu Entlassungsprüfungen wurde die Anstalt unter dem 11. März 1841 anerkannt. Infolge davon wurde unter dem 19. Juni 1841 auch von: Kriegsminister das Recht gewährt, den für Prima reifen Schülern das Zeugnis für den einjährigen Dienst auszustellen. Es waren dies wertvolle Zusicherungen, die auf den Schülerbesuch wie auf die Lehrfreudigkeit auf das anregendste wirken mußten und das um so mehr, als die erste Abiturientenprüfung recht erfreulich ausfiel. Die Prüfung bestanden Otto Deus, Jul. Schimmelbusch, Aug. Altgelt, Heinr. Narath, Karl Dietze und Adolf Thissen. Sie widmeten sich der Mehrzahl nach dem Gewerbestande. Ihr Alter betrug durchschnittlich 17 Jahre, ein Jahr waren sie in Prima gewesen. Schon damals stellte sich heraus, worüber immer aufs neue später zu klagen war, daß die Schüler nach beendetem Schulbesuch sich nicht mehr in dem Alter befanden, in dem sie noch gern in die bescheideneren Aufgaben der Lehrlinge sich hineingewöhnen. Der Kursus sollte 6 Jahre betragen und mit vollendetem 9. Jahre beginnen. Statt dessen kamen die meisten Schüler in die Sexta mit dem 11. oder 12. Jahre (s. Programm 1842) und gelangten daher auch nicht leicht früher zum Examen als mit dem 17. Jahre. Nur einem einzigen Schüler (Lottner) ist es gelungen, mit 14^/4 Jahren die Prüfung zu bestehen. Ein anderer (K. Frank) hat (1844) sie mit 15 Jahren bestanden, zwei (1847) mit 16 Jahren. — Regel war aber i. G. das obengenannte höhere Alter von 17 Jahren. Seitdem ist die Dauer des Schulbesuches von 6 auf 9 Jahre erweitert und dem entsprechend auch das Durchschnittsalter, in dem jetzt die Abiturientenprüfung bestanden wird, genau um 3 Jahre vorgerückt, so daß in der Regel erst mit 20 Jahren der junge Mann die Anstalt verläßt. Man sieht also, daß die Schüler jetzt viel später zum Examen kommen, als wie es 1846 bei Erteilung der Berechtigung geplant war. Man dachte sich damals den Eintritt *) Vergl. die Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums vom 14. Nov. 1832. 24 mit 9 Jahren, den Abgang mit all den Berechtigungen mit 15 Jahren; daraus sind jetzt thatsächlich 20 geworden. Die notwendige Folge davon ist gewesen, daß die Zahl der Abiturienten, trotzdem die gesamte Schülerzahl stark gewachsen ist, doch nicht zugenommen, sondern eher abgenommen hat; andrerseits sind die unteren Klassen übervoll geworden, während die Prima und Sekunda einen ungenügenden Besuch aufwiesen. 1871 zählten die oberen Klassen im Ganzen nur 25 Schüler, die unteren dagegen 324. Man sieht deutlich daraus, daß für die Mehrzahl derselben die Realschule nicht mehr die geeignete Anstalt war; auch dachten weitaus die meisten gar nicht daran, die Schule durchzumachen und eine abgeschlossene Bildung sich anzueignen, sondern kamen für einige Jahre, vielleicht, weil ihnen die Elementarschulen nicht gut genug dünkten. Bereits in das gewerbliche Leben einzutreten, waren sie zu jung, für die Klassen aber, in welche die Realschule diese oft „bleiernen Gewichte" hineinsetzen mußte, meist zu alt. So hatten die ersten 55 Sextaner der Bürgerschule, die ohne deren Vorhandensein sicher zur Realschule gekommen wären resp, ihr abgenommen wurden, das respektable Durchschnittsalter von 12'/is Jahren. Derartige ältere und zum großen Teil unzureichend begabte Schüler besaß die Realschule aber bis dahin eine Menge. Wie unbefriedigend das Resultat der Erziehung für diese war, ergiebt die weiter unten genauer angegebene Statistik, wonach von je 100 Schülern, die zwischen 1860—68 in die Sexta eingetreten, nur drei in die Prima gelangt sind und von diesen dreien wieder nur zwei das Abiturienten- exameu bestanden haben. Man kann es jenen Massen, die vor der Zeit abgehen mußten und vom Unterricht weder Freude noch Erfolg gehabt, kaum ernstlich übel nehmen, wenn sie beim Abgange von der Anstalt nicht recht wußten, wofür sie danken sollten und darum der Schule gegenüber einen Mangel an Pietät erkennen ließen. Es wird, wie in Düsseldorf, immer und überall solche Knaben geben, die in der Schule sich fügen, der Not gehorchend, nicht dem eigenen Drang, und die dann, wenn der Zwang aufhört und sie „freie Leute" geworden, es gern gerade dein Lehrer zeigen, daß nunmehr alle Verhältnisse zwischen ihnen gelöst sind. Damals aber, als die ungesunden Verhältnisse der Anstalt ihr so viele Schüler zuführten, die, ohne etwas gewonneu zu haben, rasch wieder gingen, machte es sich noch stärker geltend, so daß Heinen sich nicht enthalten konnte, wegen eines solchen Mangels an Zartgefühl sich an die Eltern selber zu wenden 25 und sie dazu aufzufordern (Progr. 1842), „leichtsinnige und gedankenlose Schüler dazu anzuhalten, daß sie das durch den Unterricht ihnen zugeflossene Gute schätzen lernten oder doch wenigstens sich schuldig fühlten, der Anstalt eine dankbare Gesinnung zu erhalten." Sind demnach derselben auch nicht die Eindrücke erspart geblieben, daß sie oftmals vergebens gearbeitet und daß sie namentlich nicht bloß ohne Erfolg für Wissen und Können, sondern sogar auch für das rechte Empfinden thätig gewesen, so verweilt sie mit um so gerechterem Stolze bei den entgegengesetzten Erfahrungen und kann nur mit aufrichtigstem Dank all der Beweise des Wohlwollens und der Erkenntlichkeit gedenken, die ihr so zahlreich jederzeit zu teil geworden. Wenn das Düsseldorfer Gymnasialprogramm im Jahre 1825 mitteilt, daß der Anstalt ein Buch geschenkt wäre und daß dies seit vielen Jahren das einzige Geschenk sei, das derselben gemacht worden, so ist doch die Realschule ununterbrochen von der Güte und Gebelust der Bürgerschaft bedacht worden. In jedem Programm werden ganze Reihen von Gaben genannt, die entweder dem uaturhistorischen oder dem physikalischen Kabinett oder der Schulbibliothek zugewendet wurden. Oft verehrten Schüler etwas, dessen Besitz ihnen augenscheinlich teuer war. Zuweilen thaten sich auch mehrere zusammen, um diesem oder jenem Kabinett gemeinsam etwas zu spenden. Ja, wir wagen unbedenklich die Behauptung, daß die meisten Sammlungen der Anstalt und zwar mit dem besten Teil ihres Besitzes dem Gemeinsinn zu verdanken sind. So erhielt, um einzelnes zu nennen, das naturwissenschaftliche Kabinett sein Paradestück, den prachtvollen Königstiger, den Kommerzienrat Grube 1845 aus Batavia übersenden ließ; Prof. Zipser aus Neusohl gab eine geogno- stische Sammlung (1844), die durch Negierungsrat Quentin (1849) vervollständigt wurde. Die Skelette stammen aus dem Nachlasse des Ov. msä. Kraus in Darmstadt. Rechnungsrat Lindhorst schenkte sehr wertvolle physikalische Apparate, Kommerzienrat Trinkaus und Kaufmann A. Jung spendeten größere Geldsummen (1855 bezw. 1858) zu Ankäufen in gleicher Richtung. Besondere Freude bereiteten die freiwilligen Schülersammlungen für physikalische Zwecke; dieselben betrugen bereits 1863 247 Thaler und ermöglichten durch späteren Zuwachs die Anschaffung des Gasmotors. Auch die ganze Ausstattung der Aula ist, genau genommen, dem Gemeinsinn zu verdanken, sowohl was den Bilderschmuck wie die Orgel betrifft. Damit predigt dieser Schmuck aber auch eindringlicher, als wenn er auf Bestellung entstanden 26 und an der Städtkasse bezahlt wäre, daß Gemeinsinn die Schule tragen muß und andrerseits, daß die Anstalt auch wieder in ihren Schülern denselben nähren und veredeln soll. Wir glauben, daß das Geben der niederrheinischen Bevölkerung vergleichsweise nicht schwer fällt, die Zahl gemeinnütziger Institute ist hier am Niederrhein vielleicht größer als irgendwo anders im ganzen Vaterlande, aber wir rechnen es doch Heinen auch zum Verdienste au, daß er diesen Sinn mit Bewußtsein pflegte und daß er durch das Anregen zum Geben und durch den ausdrücklichen Dank für jede Gabe ein neues, nicht zu unterschätzendes Band zwischen Schule und Haus knüpfte. Vornehmer mag es sein, aus den regelmäßigen Mitteln des Etats alle Ausgaben zu decken, aber ein solcher Erwerb ist ein kalter Erwerb und macht nur halbe Freude, da er keine freundlichen Beziehungen schafft. Darum betrachten wir es auch als ein Verdienst Böttchers, daß er, wie er überhaupt den Wechselverkehr mit dem Elternhause förderte, so auch eine ganze Reihe von Schenkungen hervorrief. So wurde die Witwenkasse, deren erster Fonds von 1000 Thalern ja ebenfalls Stiftungen zu verdanken ist, namentlich unter ihm ans dieselbe Art bedeutend verstärkt. Wir finden wiederholt Gaben von 300—500 Mark oder noch mehr, die ein Tribut der Dankbarkeit sein sollen, meist aber gerade um solcher Schüler willen gespendet wurden, welche der Anstalt nur Ehre und Freude bereitet haben. Eine besonders reiche Zuwendung machten die Provinzialstände, indem sie 5000 Mark auch gewissermaßen aus Dankbarkeit stifteten. — Auch der Aulafouds zum besten von Stipendien unbemittelter Realschüler ist als Ergebnis hochherzigen Geineinsinns zu betrachten. Daß es bei solchen guten Ideen oft nur auf einen richtigen Anfang ankommt und daß dem „guten Vorgänger" gewöhnlich auch der „gute Nachgänger" folgt, zeigt so recht die Geschichte des Aulafonds. In kurzer Zeit hat Heinen denselben von 181 Thaler 14 Groschen (Ertrag der Schrift: Bendemanns Wandgemälde) auf 1000 Thaler (jetzt 6465 Mark) gebracht. Am meisten aber dürfte die Schülerbibliothek als gemeinsame Gründung von Beteiligtem und Nichtbeteiligten hervorzuheben sein. Der Kommerzienrat Bauin hatte im Jahre 1843 dem Direktor für diesen Zweck 100 Thaler zur Verfügung gestellt. Es galt damals freilich noch nicht als zweifellos, daß eine Schülerbibliothek auch wirklich einen: Bedürfnis entspreche. Man dachte, daß Bücher eine ganz angenehme Lektüre verschaffen möchten, daß es aber genüge, wenn der 27 Schüler seine Schularbeiten mache, sonst aber seine freie Zeit zur Bewegung in der Natur oder nach seinen individuellen Neigungen verwenden möge; auch dürfe der Knabe dein Familienleben nicht zu sehr entzogen werden. Es ist wohl überflüssig, jetzt noch gegen solche Einwände die Bibliothek in Schutz zu nehmen. Die Schule hat zu allen Zeiten sich darüber gefreut, wenn die jungen Leute in der frischen, freien Natur sich herumbewegten und doppelt, wenn dies inmitten der Familie möglich gewesen. Bei der Privatlektüre ist aber an die langen Winterabende gedacht und bei der Auswahl der Bücher an solche, die den Unterricht ergänzen und, während dieser mehr die Steigerung der intellektuellen Fähigkeiten und Erweiterung der positiven Kenntnisse im Auge hat, mehr der Gemüts- und Charakterbildung dienen. In diesem Sinne hatte. Heinen- auch Ostern 1846 in einer Versammlung des Rheinisch-Westfälischen Schulmännervereins zu Elberfeld gesprochen und durch die Begründung seiner Vorschläge wie durch die Namhaftmachung einer großen Zahl geeigneter Schriften sich allseitigen Beifall erworben. Unsere Litteratur ist glücklicherweise nicht arm an solchen Büchern, die unbedenklich in die Hand der Jugend gegeben werden können und die Erziehung in der einen oder andern Richtung fördern helfen. Wohl aber sind diese Bücher nicht immer ausreichend bekannt. Wie manches Werk dagegen wird von den Angehörigen bei irgend welcher Gelegenheit geschenkt, das besser nicht in die Hand der jungen Leute käme! Den Grundgedanken werden die Schenkenden ja wohl immer haben, eine passende Lektüre zu bieten, aber nicht überall reicht die Kenntnis hin, dasjenige zu finden, was wirklich dem Geiste eine gesunde Nahrung bietet und zur Läuterung nick Bildung des Geschmackes, beiträgt. Zusammengestellt wurden nun Verzeichnisse der besten Jugendschriften, teils klassische Werke aus der vaterländischen Litteratur, teils auch Übersetzungen geeigneter Schriftsteller aus dein Altertum sowie aus der neueren Zeit. Dazu sodann eine ganze Reihe gediegener anderer Werke. Da diese Schriften auch jetzt noch zum großen Teile nicht veraltet sind, so teilen wir weiter unten einen Auszug mit und hoffen damit Schülerbibliotheken und Eltern einen Dienst zu erweisen. Nur einen Gewinn möchten wir noch nennen, den man sich aus dem Gebrauch solcher Bücher versprach. Schon damals klagte man, daß die Zersplitterung der Kräfte in unserer modernen Erziehung so viel Mittelmäßiges und so wenig Hervorragendes aus den Schulen hervorgehen lasse. Durch die Privatlektüre hoffte man nun in empfänglichen 28 Gemütern eine lebendige Liebe zu dem einen oder andern Fache in stärkerem Maße zu fördern und durch Werke von Männern, die auf der Höhe des Lebens oder der Wissenschaft gestanden, vielleicht eine ausgeprägtere, individuelle Ausbildung zu begünstigen. Indem so die Schule die Eigenart unterstützte, machte sie vielleicht den oben berührten ltlbelstand ihrerseits teilweise wieder gut. Wir sehen, daß man sich nicht geringe Ziele bei Einrichtung dieser Bibliothek gedacht hat. Es galt nun, besonders in den Kreisen Freunde zu gewinnen, auf die man besonders einwirken wollte, und es gelang auch in wenig Jahren, aus Beiträgen der Schüler jene 100 Thaler zu 419 Thaler 7 Groschen zu vermehren, so daß nunmehr planmäßige Ankäufe gemacht werden konnten. Der Grundgedanke wurde festgehalten, daß lediglich die Schüler durch regelmäßige kleine Zuschüsse die Erweiterung möglich machen sollten. Als Heinen 1870 starb, waren nahezu 1000 Bücher in den verschiedenen Klassen für die Benutzung der Schüler angeschafft, und mancher Gewinn ist zweifellos daraus erwachsen. Seitdem sind die Sammlungen unter den Schülern eingestellt worden, da dieselben doch immerhin auch Nachteile haben. Dafür wird ein Zuschuß von der Stadt gegeben (Bibliotheksfonds) und so eine stete Bereicherung dieses Bildungsmittels ermöglicht. Manches zerlesene oder doch veraltete Werk hat inzwischen ausgeschieden werden müssen, eine größere Nutzbarmachung der gebliebenen ist aber in der neuesten Zeit dadurch erreicht worden, daß nicht jede einzelne Klasse ihre besonderen Bücher hat, sondern daß diese gruppenweise in drei verschiedene Abteilungen . gebracht sind und zwar für die oberen (die Primen und Sekunden), mittleren (4 Tertien) und linieren Klassen (Quarten und Quinten). In jeder Klasse sind die Verzeichnisse der betreffenden Gruppe ausgehängt, so daß der Schüler auch rasch ermitteln kann, was vorhanden ist und beispielsweise als Primaner alle die Bücher sich ausbitten darf, die sonst in sechs Klassen und sechs Schränke zu verteilen wären. Die lebhafte Benutzung der Bücher zeigt, daß das aus so kleinen Anfängen hervorgegangene Werk Heinens sich gut bewährt. Es wird jetzt viel und gern gelesen. Möge nun auch der andere Wunsch des Gründers in Erfüllung gehen lind Wissen, Wollen und Empfinden der Schüler daraus gewinnen. Die zunächst von Heinen empfohlenen und großen Teils auch angeschafften Bücher sind die folgendeil: 29 Müller's 24 Bücher allgemeiner Geschichten, Guizot's llistoirs cls 1a Zivilisation an Lurops, Fr. von Schlegel's Vorlesungen über alte und neue Litteratur, Arago's Unterhaltungen aus dem Gebiete der Natur, Liebig's chemische Briefe, Herschel's des Jüngeren populäre Astronomie, Littrow's Wunder des Himmels, Humboldt's Ansichten der Natur. — Ferner Schriften, die speziell für die Jugend bestimmt sind, wie Schubert's Spiegel der Natur, Zimmermann's Das Meer und seine Bewohner, Vogel's Naturbilder, Humboldt's und Bonpland's Reisen von Wimmer, Blanc's Handbuch des Wissenswürdigsten aus der Geschichte und Geographie der Erde, Schwarz' biographischer Geschichtsunterricht, Hoffmanns Geschichte der Erde u. s. w. Die deutsche Nationallitteratur verlangt selbstverständlich in geeigneter Auswahl eine hervorragende Berücksichtigung, ebenso aus den Nachbarländern diejenigen Werke, welche Blüten europäischer Bildung sind, wie Camoöns Lusiaden, Tasso's Befreites Jerusalem, einige von Shakespeare's und Calderon's Dramen. Die Kenntnis des Altertums mögen dem Realschüler Schriften vermitteln wie Niebuhr's Heroengeschichten, Witt's Götter- und Heldengeschichten, Schwab's Schönste Sagen des klassischen Altertums, Becker's Erzählungen aus der alten Welt, Lange's Geschichten aus dem Herodot, Günther's Perserkriege, Pfizer's Leben Alexanders, Barthelemy's Reisen des jungen Anacharsis, stellenweise auch Becker's Charikles und Gallns (durch den Lehrer mitzuteilen). Ein ganz - besonderes Gegengewicht gegen die im Unterricht vorherrschende Ausbildung des Verstandes sind diejenigen Schriften, welche die Einbildungskraft beleben und den Menschen in heiteren, freundlichen Gestalten zeigen „wo der Baum, die Rose lebt, wo singt der Quelle Silberfall". Auch lerne der Jüngling, den Blick über die weite Erde schweifen zu lassen und anbetungsvoll in den wundervollen Anordnungen der Natur das Walten des Ewigen zur Ahnung zu bringen. In dieser Richtung werden empfohlen Schriften wie Grimms', Bechstein's, Hauff's, Anderssen's Märchen, Krummacher's Festbüchlein und Krummacher's Parabeln, Jakobs' Alwin und Theodor, Conscience Flämisches Stillleben, Jrving's Christmeßabend, die Schöpfungswunder von Hartmaun, Enke's Betrachtung unseres Sonnensystems, einige der Bridgewater- Bücher. Chamisso's Reisen, Gräfe's Reisebilder, Jrving's Leben des Kolumbus, Franklin's so lehrreiche Selbstbiographie, Biographien von Bötticher, Plutarch's vergleichende Lebensbeschreibungen; ferner 30 vaterländische Werke wie Schwad's Deutsche Volkssagen, Bäßler's treffliche Heldengeschichten für die Jugend, Schenkendorf's und Körner's Gedichte, Nückert's Geharnischte Sonette, Deiuhardstein's Hans Sachs, Grün's Letzter Ritter, Eplerts Leben Friedrich Wilhelm's III>, einige von Varnhagen's Biographieen, Rauschnik's Marschall Vorwärts, Hofer's Leben, endlich, nicht zu vergessen, das des alten, treuen Nettelbeck. — Eltern, die ein solches Verzeichnis noch eingehender und bis auf die neueste Zeit durchgeführt wünschen, finden Weiteres in A, Menzel, Geschichte der deutschen Jugendlitteratur, Berlin, Plahn 1867, ferner in dem Katalog für die Schülerbibliotheken von G. Ellendt, Halle, Waisenhaus, 2. Auflage 1878 und endlich ganz besonders in den Mitteilungen über Jugendschriften an Eltern und Lehrer von Hops, Nürnberg, bei Korn, 5. Aufl. 1875, Mark 1.60. In dieser letzten Schrift ist eine kurze Kritik stets beigegeben. So sehr die Schule damals den Sinn der Pietät pflegte und jede Bethätigung derselben, wie sie ja in der Begründung und Ausstattung der Schülerbibliothek sich äußerte, ehrte und förderte, so sehr blieb man sich dessen bewußt, daß damit vergleichsweise nur kleine Mittel für die Pflege des Gemütes gewonnen waren. Gewiß kann auch der Lehrer bei Austeilung der Bücher manches gute Wort sprechen und durch die Wahl des Buches manchen guten Keim legen, aber die rechte Stellung zum Gemüte der Jugend bekommt doch erst die Schule, wenn ihre eigene Stellung zu Kirche und Vaterland eine gesunde und glückliche ist. Wir haben es schon oben ausgesprochen, wie Heinens Stellung zur Kirche war. So mild und verträglich Heinen immer gewesen, so herzlich gegen anders Denkende er sich stets zeigte und so demütig fromm sein Christenglaube war, so ernst und entschieden bekannte er sich doch zu dieser Überzeugung und hielt darum auch darauf, daß die Schule den gleichen Charakter trage. Die Kirche ist in beiden Konfessionen diesen Absichten stets gern entgegen gekommen, so daß die Pfarrer resp. Kapläne sowohl an dem Geben des Unterrichts, wie an der Leitung der Andachten und des Gottesdienstes sich beteiligten. Die damalige Lage des Schullokals brachte es mit sich, daß für die katholischen Schüler ein Geistlicher der Maxpfarrkirche für Unterricht und Gottesdienst in Anspruch genommen wurde, und als einmal die 31 geeignetste Persönlichkeit an einer andern Gemeinde angestellt war, versetzte die erzbischöfliche Behörde bereitwilligst dieselbe an die Maxpfarre. Ans demselben Grunde wurde, als die Anstalt in das neue Schulgebäude verlegt wurde, der Religionslehrer an die dein Gebäude nähere Andreaspfarre versetzt. Von großein Wert für das innigere Verhältnis dieses Lehrers zu seinen Schülern war es, daß ihm und zwar bereits im ersten Jahre die Befugnis erteilt wurde, einen besonderen Unterricht für die Schüler zum Empfange der h. Kommunion einzurichten und die Feier derselben abzuhalten. Ebenso gelang es dein — späteren — Dechanten Joesten bereits gleich anfangs, einen besonderen Schulgottesdienst für die Realschule zu ermöglichen, der 1854 dahin erweitert wurde, daß Sonntags mit der Messe eine Predigt verbunden ward und in der Woche statt an einem an zwei Tagen die Messe stattfand. (Vorübergehend hat dieselbe allerdings auf ein Mal wieder beschränkt werden müssen.) Für diese Messe wird auch, infolge der Verlegung der Schule in die Klosterstraße, jetzt die Kirche des Franziskanerklosters benutzt, während der Gottesdienst am Sonntage nach wie vor in der Maxpfarre stattfindet. Der evangelische Religionsunterricht hat mit mehr Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt, bevor er dauernd geregelt wurde. Um den vielfachen Schwankungen, die durch den steten Wechsel der Religionslehrer hervorgerufen wurden, — bald gab den Unterricht ein Kandidat, bald ein Divisionsprediger, bald ein Pfarrer oder Konsistorialrat, aber nur aushülfsweise und aus Gefälligkeit — definitiv ein Ende zu macheu, wurde 1858 ein gemeinsamer Religionslehrer für die beiden höheren Anstalten Hierselbst, Gymnasium und Realschule, fest angestellt. Derselbe hatte außer dein Unterricht auch noch eine wöchentliche Morgenandacht zu leiten; dieselbe bestand aus Gesang, Airsprache und Gebet. Ähnlich der katholischen Messe fand sie nicht in der Schule, soudern in der Kirche statt, wozu anfangs freilich die engen Schulräume nötigten. Außerdem wurden 1841 vom Presbyterium auch für den sonntäglichen Gottesdienst besondere Plätze in der kleinen Kirche angewiesen, und als die Schülerzahl zunahm, 1854 auch in der großen, so daß abwechselnd in beiden die evangelischen Schüler unter Beaufsichtigung ihrer Lehrer dem Gottesdienste beiwohnten. Dieser gemeinsame Kirchenbesuch ist in den siebziger Jahren aufgegeben worden, nicht deshalb, weil die Schule von dem Werte des Gottesdienstes geringer dächte, — das Umgekehrte dürfte eher der Fall sein, — 32 sondern weil die Überzeugung sich geltend machte, daß an diesem Tage der Schüler der Familie angehöre und daß der Sohn mit Vater und Mutter gemeinsam die Kirche aufsuchen müsse. Die Andachten dagegen sind festgehalten worden; sie wurden indes in die Schule verlegt, erst in den Zeichensaal und dann — unter Ostendorf — nicht ohne eine gewisse Scheu in die Aula selber, wo die unter Böttcher erworbene Orgel den erbaulichen Charakter der Feier eindringlicher macht, während die ganze andere Ausstattung an die Schule erinnert und den Gedanken nährt, daß auch diese christlichen Zwecken zu dienen habe und daß der Schüler auch hier sich derselben bewußt bleiben möge. -— Hoffentlich gelingt es in nicht zu ferner Zeit durch die Ausstattung der Aula mit Glasgemälden den ernsten, heiligen Zweck der Schule noch „einleuchtender" zu machen. Das Thema dieses geplanten Fensterschmuckes: „Lasset die Kindlein zu mir kommen", entspricht ganz dieser Auffassung. Eine andere Seite des Gemütes, die die Anstalt ernstlich zu pflegen hat, ist die Liebe zu König und Vaterland. Auch diese Aufgabe ist zu allen Zeiten und allseitig gern erfüllt worden. Schon längst war es in ganz Preußen eine allgemeinere Sitte geworden, den 3. August als nationales Fest zu feiern und als Friedrich Wilhelm III., dem das treue Volk nur das Gute anrechnete, das unter seinem Regiment geschah, im Jahre 1840 heimging, übertrug sich dieselbe festliche Stimmung auf den 10. Oktober. Auch unsere westlichen Provinzen feierten gern diesen Tag. Selbstverständlich that die Schule das Gleiche. Außerdem aber fanden sich noch andere Gelegenheiten des Vaterlandes zu gedenken. So wurde 1843 das tausendjährige Bestehen deutscher Selbständigkeit gefeiert. Man machte dabei der Jugend den Gedanken verständlich, daß damals die deutschen Stämme ansingen sich einheitlich zu einem Ganzen zusammenzuschließen. Diesem deutschen Vaterlande sich zu widmen, versprachen die jungen Leute dann in Wort und Lied. Es wurde sogar des damaligen Deutschlands bereits als eines einigen gedacht, wie denn überhaupt die älteren patriotischen Feste der Anstalt an einer gewissen Unklarheit leiden. Dies änderte sich, sobald sie einen bestimmtem, persönlichen Charakter erhielten, beispielsweise 1844 bei der Dankesfeier, als das auf den König gemachte Attentat glücklicherweise mißlungen war. Die Erregung im ganzen Lande war eine ungemeine. War es doch das erste Mal, daß in Preußen solch ein Mordanfall gemacht wurde. So eng waren die Bande zwischen Fürst und Volk, daß man allgemein den unmittelbarsten Anteil nahm und es gewissermaßen als 33 eine besondere Gnade des Himmels empfand, daß die Schüsse fehlgegangen warern Aus diesem Gefühl heraus spricht das Programm (1844) von dem „tiefen Schmerz, welcher jetzt alle niederbeugt, daß gegen das geheiligte Haupt des Königs aus dem eigenen Volke sich eine verruchte Hand erhoben, ein Preuße eines Parricida Fluch auf sich geladen habe." Leider sollte ein solcher Schurkenstreich nicht der letzte irr der preußischen Geschichte sein. Brachte doch das Jahr 1878 sogar zwei der elendesten, teilweise erfolgreichen Attentate gegen das ehrwürdige Haupt unseres jetzigen Kaisers, für den man doch ausschließlich und überall Gefühle wärmster Liebe und Bewunderung hätte vermuten sollen. Die Worte, mit denen das betr. Programm des Anteils der Schule an diesen Vorgängen gedenkt, könnten minder herzlich erscheinen. Darnach „beteiligte sie sich an den Festlichkeiten der Stadt, um der Freude Ausdruck zu geben, daß das Leben des vielgeliebten Kaisers vor ruchloser Mörderhand bewahrt geblieben." Doch darf es ausgesprochen werden, daß gerade damals die aus dem Herzen kommende Verehrung allseitig besonders tief empfunden war und aus Schülermunde den wärmsten Ausdruck fand. Und ununterbrochen bis zur Gegenwart hat dieselbe Gesinnung sich geltend zm machen gesucht. Eine Beteiligung an den politischen oder ähnlichen Tagesfragen gehört ja allerdings in keine Schule. Das sprach Heinen sehr treffend in jener schönen Rede (1848) aus, welche die Königliche Regierung drucken und an alle Lehranstalten des Verwaltungsbezirks senden ließ. „Eines eurer trefflichsten Gesetze", so zitierte er aus Platos Schrift über die Gesetze, „ist dasjenige, welches bestimmt: Es soll kein Jüngling untersuchen, ob und welche Einrichtungen im Staate gut oder schlecht sind, sondern einstimmig haben sie alle zu bekennen, daß alle Gesetze, der Götter Geschenke, gut sind; eine andere Rede darf nicht geduldet werden." In diesem Sinne wurde 1848 auf die Jugend eingewirkt. Aber trotzdem wird in bewegten Zeiten auch das Herz der Schüler lebhafter schlagen und für weitere Kreise empfinden, und so sind gewiß in berechtigter Weise auch die Realschüler zuweilen aus der gewöhnlichen Ordnung herausgetreten. So wurde 1848 der bedrängten Oberschlesier gedacht und ihnen aus den Sparpfennigen eine Summe von 44 Thalern gesendet. 1866 verzichteten sie auf einen Teil ihres Kirchweihgeldes und brachten dadurch 51 Thaler 4 Groschen für die Verwundeten auf. Besonders groß war natürlich die Erregung 1870/71, als sie die begeisterten Kriegesschareu an der Wasserstation und 34 am Berg.-Märk. Bahnhofe gen Frankreich fahren sahen nnd darnach dann mit stolzer Bewegung von den unerhörten Erfolgen vernahmein In solcher Zeit versammelte sich wohl auch die ganze Schule im Zeichensaal, um besonders große Thaten zu feiern und nach einem Hoch auf König und Vaterland an die gewohnte Arbeit zu gehen. Es war kein Wunder, daß manches jugendliche Herz fortgerissen wurde, ja daß Kinder und Knaben meinten, mitziehen zu müssen, und daß ältere Schüler wirklich die Schule verließen, um zeitig noch mit ins Feld zu kommen. Einige haben dabei leider einen frühen Tod gefunden. Ebenso sind verschiedene andere geblieben, die vordem die Anstalt besucht hatten. Zu ihrem Andenken stifteten die Schüler l l. Juni 1879, bei Gelegenheit der goldenen Hochzeit des Kaiserpaares, eine Gedenktafel, die auch bei kommenden Generationen die Namen in Ehren halten wird. Gleichzeitig soll sie aber auch zu demselben Opfersinn auffordern, wenn wirklich das so schwer errungene Vaterland wieder gefährdet werden sollte; dies meinen die Worte: Für Deutschlands Größe ist ihr Blut geflossen. Es sei dir heilig, was so teuer ward. Wir denken heute, nachdem die Wunden des Krieges geheilt sind oder doch geheilt zu sein scheinen, in der Freude über das erreichte Ziel nicht genug der zahllosen Opfer, die die Abwehr des Feindes und die Einigung des Vaterlandes gekostet hat. Anders mag es in den Häusern aussehen, in die der ernährende Vater oder der hoffnungsreiche Sohn nicht wiedergekehrt sind. Wenn wir aber auch aus diesen Stätten heraus den Dank zu Gott für die Erfolge vernehmen, so ist das doppelt erhebend. Der Verfasser kann es sich nicht versagen, von einem einfachen Landmann aus der Nachbarschaft die Worte anzuführen, mit denen er seinen Dank aussprach, als er von der Aufstellung der Gedenktafel vernahm. Sein treuer Sohn war in einer der ersten Schlachten schwer verwundet worden und, gottergeben große Schmerzen tragend, in einem Lazarett gestorben. Damals hatte das patriotische Herz des Vaters der Siege sich nur mit Wehmut zu erfreuen vermocht, jetzt aber schrieb er: „Du forderst freilich viel, liebes Vaterland, aber wenn du ohne dieses Opfer nicht groß und einig werden konntest, dann mag auch dieses mit bluteudem Herzen gebracht sein. Und nun, da du geeint und in deinem Glücke dastehst, vergiß ihn nicht und schmücke auch seine Urne mit dein Eichenkranz." 35 Wir wollen diesem Wunsche auch in der Art nachkommen, daß wir an dieser Stelle die Namen der Gebliebenen nennen: 1. Paul B end er, geboren 22, April 1836 in Wald bei Solingen. Er trat Herbst 1849 in die Realschule und verließ sie, um sich dem Soldatenstande zu widmen, Herbst 1850 nach einjährigem Besuche der Prima, Den Krieg 1870/71 machte er als Hauptmann mit. Er starb am 9. September 1871 als Major zu Konstanz und zwar nach einjähriger Krankheit infolge der Kriegsstrapazen. 2. Robert Bongard, geboren zu Rath am 28. September 1848. Derselbe trat Herbst 1863 in die Quinta der Realschule und erhielt Ostern 1867 das Zeugniß der Reife für Obersckunda. Dann wurde er Landwirt auf der Besitzung seines Vaters. 1870 trat er als Freiwilliger in das 7. Artillerie-Regiment zu Münster, kämpfte am 6. August bei Spichern und am 14. bei Colombey-Nouilly vor Metz. Hier wurde er verwundet' und starb infolge der Verwundung am 29. August 1870 im Schlosse Aubigny bei Metz. 3. Theodor Dimmers, geboren 11. Februar 1849 zu Düsseldorf, wurde Herbst 1859 in die Sexta der Realschule, aufgenommen, besuchte diese bis Obersekunda excl. und ging dann Herbst 1366 ab, um Architekt zu werden. Er starb am 3. November 1870 zu Hildesheim am Typhus, den er sich bei der Belagerung von Metz zugezogen hatte. 4. Fritz Erk, geboren 23. Oktober 1845, besuchte die Realschule von Herbst 1853 bis Herbst 1859 und zwar von Sexta bis Obersekunda; dann widmete er sich dein Kaufmannsstande.' Ex starb am 14. August 1870 an einer Wunde, die er bei Erstürmung der Spicherer Höhen am 6. August erhalten. Auf dem Kirchhofe von Saarbrücken ist er begraben. 5. Karl Rabensburg, Sohn des Tischlermeisters Rabensburg, geboren zu Düsseldorf am 4. Oktober 1844. Herbst 1855 trat er in die Realschule und verließ dieselbe 1863, um nach beendeten: Besuch einer andern Anstalt Zimmermeister zu werden. Er starb am 17. November 1870 am Typhus. 6. Henry Ritter, Sohn des Malers Henry Ritter, wurde geboren am 1. Juni 1843. 1851 trat er in die Realschule und verließ dieselbe, um Militär zu werden. 1864 wurde er Offizier im Füsilier-Regiment Nr. 37 zu Mainz. Den Krieg gegen Österreich machte er mit und wurde bei Nachod verwundet. Für seine Tapferkeit 3* 36 erhielt er den Kronenorden mit Schwertern. Er fiel bei Wörth am 6. August 1870, von drei Kugeln durchbohrt. 7. Gerhard Spatz, geboren zu Düsseldorf den 14. März 1853. Er trat 1861 in die Sexta der Realschule und stellte sich, bald nachdem der Krieg ausgebrochen, trotz seiner Jugend zum Heere. Nachdem er die Belagerung von Metz mitgemacht, starb er am Typhus am 29. November 1870 im Lazarett zu Marville bei Moutmedy 8. Albert Wenker, Sohn des Hofbuchbinders G. Wenker zu Düsfeldorf, wurde am 23. April 1850 geboren. Er trat Herbst 1859 in die Sexta der Realschule, bestand Herbst 1867 sein Abiturientenexamen und widmete sich theoretisch und praktisch der Optik. Sein Tod erfolgte am 31. Januar 1871 zu Düle. 9. Arnold Wiegmann, Sohn des Malers R. Wiegmann, trat Herbst 1857 in die Quinta der Realschule und ging September 1863 aus der Sekunda ab, um das Polytechnikum in Karlsruhe zu besuchen. Er starb bei Spichern den Tod für's Vaterland. Die Gedenktafel, deren würdige Ausführung der Bildhauer Meinardus besorgte, wurde am 20. März 1880 bei Gelegenheit des Geburtstages des Kaisers feierlich enthüllt. Schon damals, unmittelbar nach dem Kriege, wollten die Schüler durch einen besondern Akt kundthun, daß sie wüßten, eine wie große Zeit sie durchlebt hätten. Sie erwarben sich zu dem Zwecke einen Lmden- baum und pflanzten ihn als Friedenslinde auf dem Schulhofe. Später stifteten sie den Gedenkstein mit der Platte, wozu mit der Laubsäge die einzelnen Buchstaben von ihnen hergestellt wurden. Bald darnach fand sich auch noch aus derselben Quelle das Geld für das Geländer mit den umfassenden Steinen. Inzwischen ist die Linde mächtig nach oben gewachsen; mögen die Stifter, wenn sie hinfort den Baum besuchen, auch in gleicher Weise ihre Liebe und Freude am Vaterlande gewachsen sehen! In anderer Form fand der Patriotismus seinen Ausdruck, als das oben erwähnte zweite Attentat stattfand. Eine jede Klasse wollte nun gewissermaßen erst recht deutlich ihreu Kaiser immer vor sich sehen, und so erwarben sie sich — aus eigenster Anregung — eine jede ihre Kaiserbüste. Die Mittel sind nicht immer groß gewesen, und die Büsten sind dem entsprechend auch öfter etwas unausehnlich ausgefallen, immer aber haben die Klassen sie in Ehren gehalten, als Ausdruck dafür, daß Kaiser und Vaterland ihnen teuer feien und 37 von keiner Seite ihnen verleidet werden dürfen. Wir können vertrauen, daß dieser Sinn sich in guten und bösen Tagen bewähren werde.*) Es wird heutzutage kaum glaublich erscheinen, daß eine Anstalt, die bald so innig mit der Stadt verwachsen war und so wichtigen Interessen gewissenhaft diente, trotzdem so lange Zeit sogar in ihrem Bestehen hat gefährdet sein können. Und doch empfand man selbst das bescheidene Opfer, das die Stadt für diese Eine höhere Schule zu bringen hatte, als eine unbequeme Last, von der sich manche gern wieder losgemacht hätten. Mochte der Staat auf seine Kosten das Gymnasium vergrößern, wenn die wachsende Zahl höherer Schüler ein Unterkommen suchte. Daß die Bürgerschaft selbst für eine solche Anstalt Opfer brächte, war zu neu und ungewohnt, als daß man dazu gern bereit war. So blind war man für die Bedeutung der Erziehung. Es gab damals Väter der Stadt, die unbedenklich äußerten, man höbe am besten die Scbule, die man ja selber begründet, aus derselben Machtvollkommenheit einfach wieder auf. Unterstützt wurde diese Meinung durch große Verluste, die im Anfange der vierziger Jahre ein wichtiges städtisches Institut (Leihhaus) erlitten. Selbstverständlich wurden nunmehr alle die Pläne, die auf einen Neubau der Anstalt gerichtet waren, für längere Zeit vertagt. Aber auch jede andere Entwicklung schien in Frage gestellt zu sein, wenn nicht für die immer neuen Bedürfnisse der Anstalt neue Mittel, sich fanden. Aus dieser bedrängten Lage heraus finden die jubelnden Worte ihre Erklärung, mit denen die unterm 23. Juli 1846 aus dem bergischen Schulfonds bewilligten 60V Thaler jährlichen Zuschusses begrüßt wurden. Mochte man auch anfangs der siebziger Jahre, als der Milliardensegen das Urteil über den Wert von 600 Thalern trübte, ans diese Summe freiwillig wieder verzichten, namentlich um selbständiger in der Verwendung des Etats zu werden, so bedeutete doch in der erstgenannten Zeit ein Zuschuß von dieser Höhe eine Rettung der Anstalt und darum wird diese Zusicherung dem Eindruck verglichen, den „der Seemann auf wildbewegtem Meere hat, wenn er nach heißein Kampfe inmitten trüber Finsternis die Nebel fallen und den ersehnten, rettenden Hafen plötzlich vor sich sieht." Nun *) Ahnliche dekorative Stiftungen sind auch bei anderen Gelegenheiten von Schülern gemacht. So (10. November 1859) die Büsten von Goethe und Schiller in Prima; ebenso 1862 in der Konsliktszeit die Bilder der preußischen Feldherrn. 38 war es doch möglich, für die Verbesserung der Lehrergehälter — das höchste Gehalt war damals 750 Thaler — sowie sür die Anschaffung von Unterrichtsmitteln etwas mehr zuthun. Mit Freudigkeit wurden von den betreffenden Lehrern neue Verpflichtungen übernommen und mit Vertrauen — treue Lehrer sind immer Optimisten — auf eine Erfüllung weiterer Hoffnungen gerechnet. Dahin gehörte vor allen ein geeignetes Lokal. Die Wünsche hiernach wurden schon 1842 geäußert, dringender wurden sie aber 1854, weshalb die städtische Verwaltung eine Untersuchung anstellen ließ und die „anerkannte Mangelhaftigkeit sowie die ungeeignete Lage des Gebäudes" bestätigte. Eine Kommission sollte demgemäß der Frage eines Neubaues näher treten. Trotzdem aber die Klagen sich nicht bloß erstreckten auf die Knappheit und Unbrauchbarkeit der Räume, das Fehlen eines größeren Saales, in dein die ganze Schule sich hätte versammeln können, ferner eines freien Platzes, auf dem das Turnen möglich gewesen, so wollte der Neubau doch nicht recht vorwärts kommen. Die Hauptklage der Lehrer richtete sich auf die „dumpffeuchte, mephitische" Luft in den Räumen, sowie den Lärm der Wagen unmittelbar vor den Klassen. Es wurde polizeilich nachgewiesen, daß au einein gewöhnlichen Tage von 8—12 Uhr u. a. 86 große Karren und 223 (Hammer) Hundekarren vorüberfuhren. Diese Zahlen bedeuten um so mehr, als die Düsseldorfer Pferdekarren die sonderbare Eigentümlichkeit haben — vielleicht aus einem unbewußten Kunstgefühl — ein Schellengeläute erklingen zu lassen, das unmittelbar und ununterbrochen vor dein offenen Fenster aufgeführt, einen unterrichtenden Lehrer zur Verzweiflung bringen kann. Die Befreiung von diesem Übelstand schien endlich in sicherer Aussicht, als am 5. August 1856 die städtische Verwaltung ein Grundstück in der Pfanuenschoppenstraße (Klosterstraße) in der Größe von 2 Morgen 1 Rute 30 Fuß für 5400 Thaler erwarb, um ein Realschulgebäude darauf errichten zu lassen. Der Kauf war augenscheinlich ein glücklicher, auch schon nach damaliger Kenntnis von der mutmaßlichen Entwicklung der Stadt. Man rühmte merkwürdiger Weise schon in jenen Tagen, daß die Lage im dereinstigen Mittelpunkte Düsseldorfs sei, und nannte sie nicht bloß gesund und trocken, sondern auch geräuschlos. Dies Letztere trifft leider nicht mehr zu, wie dies der „dereinstige Mittelpunkt" eigentlich wohl hätte erwarten lassen. Man hätte nun denken sollen, daß man jetzt endlich auch an den Neubau gegangen oder doch wenigstens 1857 sich dazu entschieden habe, als die 39 ernstesten Erkrankungen, namentlich Duhr's und Schauenburg's zur Eile mahnten. Die Anstalt kam wegen ihres Lokals geradezu in Verruf; Lehrer, die bereits zugesagt hatten, an dieselbe zu gehen, zogen dies wieder zurück, weil sie ihre Gesundheit nicht ruinieren wollten. Die Trostlosigkeit des Gebändes kann kaum eindringlicher geschildert werden, als dies im Programm 1857 öffentlich geschah; trotzdem aber blieb ein Teil der Väter der Stadt noch immer hart. Es war eine entscheidende Zeit, in der es sich um Sein oder Nichtsein der Anstalt handelte. Da gelang es dein um die Entwicklung der Stadt so hochverdienten Oberbürgermeister Hammers, einen Vergleich herbeizuführen und die Zustimmung des Stadtrats zu erhalten, wenn der Bau für 32 000 Thaler möglich wäre. Das war freilich scheinbar undenkbar. Das Gymnasium hatte 25 Jahre vorher 64 000 Thaler gekostet und übergroß ist der Prunk an diesem ja auch nicht. Indes gelang es dem Oberbürgermeister Hammers auch zu dem geringeren Preise den Bau zu ermöglichen und zwar nach einem Plan, der thatsächlich in Berlin ausgeführt und bewährt war. Am 3, Februar 1859 wurde der Neubau in Allgriff genommeil und dank dem Eifer der Stadtverwaltung und der Umsicht des Stadtbaumeisters (Westhoven) im Herbste 1859 bis zum Dache fertig gestellt. Am 11, Oktober 1860 wurde das Gebäude bereits bezogeil. Daß dies erreichbar, und daß es bei seinen mäßigen Kosten doch nicht unsolide aufgeführt worden, ist ebenfalls ein Verdienst Westhovens. Das Äußere bezeichnete man mit Recht als ruhig und nicht gradezu unwürdig. Den Plan hatte Professor Gropius in Berlin entworfen. Die einzige Dekoration draußen sollten 4 Eulen sein, die Sinnbilder der Weisheit, die auf die Ecken des Daches zu setzen wären, doch hat man bis jetzt noch mit dieser „Krönung des Gebäudes" gezögert und die vier Figuren in den Kellerräumen der Realschule untergebracht, Für das Innere aber wurde ein wirklicher Schmuck schon damals iils Auge gefaßt, der auch bald darnach thatsächlich ausgeführt wurde. Doch davon weiter unten. Vergrößert ist der Bau schon bald nach Osten, als die Vorschulen mit der Anstalt verbunden wurden (1865 für 13 000 Thaler). Etwa zehn Jahre später ist dann das jetzt mit der Realanstalt verbundeile Gebäude der höhern Bürgerschule aufgeführt, das vollständig schmucklos ist und nach der Straße durch die Turnhalle verdeckt wird (1874). Auch der Schulhof ist durch das zur Bürgerschule ursprünglich gehörende Grundstück bedeutend vergrößert und durch die im Jahre 40 1875 ausgeführte Bepflanzung mit Bäumen, die nicht bloß Schatten bieten, sondern auch in ihrer Mannigfaltigkeit mit den wichtigsten Baumarten bekannt machen und dem naturwissenschaftlichen Unterrichte zu Hülfe kommen sollen, in zweckmäßiger Weise bereichert worden. Im Gegensatz zu der früheren Enge steht jetzt der umfangreiche Schulbau, und mancherlei Übelstände, die anfangs nicht beachtet wurden (Lage der Pförtnerwohnung, täglich sich steigernder Lärm von der Straße her, Fehlen eines Konferenzzimmers u. a.), sind nachträglich, namentlich durch die Heranziehung der Bürgerschule glücklich beseitigt bezw. unschädlich gemacht worden. Wenn trotzdem noch immer Wünsche übrig geblieben, so muß man doch im allgemeinen jetzt das Gebäude als allen billigen Anforderungen entsprechend bezeichnen. Jedenfalls war aber auch schon damals der Gewinn gegen früher ganz gewaltig und wir begreifen wohl die Freude und Genugthuung, mit der am 11. Oktober 1860 der Einzug in die neue Stätte vorgenommen wurde. Ju pietätvoller Weise trennte man sich von dem alten Gebäude. Heinen gedachte vor den versammelten Schülern nochmals dessen, was er und sie alle Erhebendes in den Räumen erlebt. In ihnen hatte er einst als Schüler gelernt, in ihnen hatte er im einträchtigen Zusammen^ wirken mit seinen Kollegen so viele erzogen und entlassen, die nun großenteils etwas Tüchtiges geworden waren, während andere freilich minder glücklich gewesen und teilweise auch bereits ihre irdische Bahn beendet hatten; unter den letzteren befand sich sein eigener, hoffnungsvoller Sohn, an dem er einst als hochbeglückter Vater in der Anerkennung, die ihm seine Lehrer zuteil werden ließen, eine Freude erlebte, für die er jetzt, scheidend von der teuern Stätte für immer, mit gebrochenem Herzen dem unerforschlichen Gotte nochmals dankte. Nachdem dann gemeinsam „Unsern Ausgang segne Gott" gesungen, zog man in geordnetem Zuge, unter Vortragung einer aus Schülerbeiträgen gestifteten Fahne, an welcher der preußische Adler und das städtische Wappen prangten, in das neue, festlich geschmückte Gebäude. Man betrat es wie eine Gemeinde, die Jahre lang nach einem würdige» Gotteshause sich gesehnt hat und nun mit den Gefühlen innigster Erregung und herzlichster Freude die Pforten des neuen Hauses zum ersten Male geöffnet sieht. In diesem Sinne war auch die Rede zur Einweihung gehalten. Sie schloß mit einem würdigen und warm empfundenen Gebete. Dann besah die Versammlung, der Einladung des Direktors folgend, die sämtlichen Räume und ließ sich aus seinem 41 beredten Munde schildern, wie viel in dem Hause mit seinen weiten, hellen Gängen, seinen hohen, lichten und luftigen Schulzimmern, seinen angemessenen Räumen für die Unterrichtsmittel, seinem physikalischen Kabinette, seinem Auditorium und Laboratorium, seinem großen Schulhof w. :c. gewonnen sei. Dabei gewann er auch Freunde für den weiteren Plan, die Aula, den Mittel- und Glanzpunkt des ganzen Baus, würdig auszuschmücken und brachte es hier und sonst durch seine zeitige und geschickte Agitation dahin, daß der Beschluß recht bald gefaßt wurde, „aus den freundlichen Wänden des Schulsaales in nicht zu ferner Zeit redende" zu gestalten. Es war gewiß ein schöner Gedanke, die Empfänglichkeit der Jugend für die Eindrücke der Außenwelt für ihre künstlerische und sittliche Erziehung auszunutzen, doppelt angebracht aber gerade in Düsseldorf, das die Pflege der bildenden Kunst zur besondern Aufgabe erhalten und doch an bedeutsamen Kunstwerken, nachdem die berühmte Gallerte entführt, selber noch so arm war und eigentlich auch noch immer ist. Erwägungen solcher Art erleichterten zweifellos die Ausbringung der 6000 Thaler, von denen der Kunstverein 4000 Thaler hergab, während die Stadt die noch fehlenden 2000 Thaler bewilligte. Ein besonderes Glück war es, daß einer der hervorragendsten Künstler Deutschlands, der Akademiedirektor Ed. Bendcmann Hierselbst den Plan entwarf, und daß unter seiner Leitung von Karl Bertling, (dem Roland Risse sowie Friedrich Gesellschap beistanden,) derselbe ausgeführt wurde. So ist es gelungen, in den Wandgemälden der Aula ein Kunstwerk allerersten Ranges zu erhalten, wie ein gleichwertiges schwerlich eine andere höhere Schule Deutschlands besitzt. Dasselbe gehört, wie durchweg anerkannt wird, zu den besten Werken des berühmten Meisters und verdient die allseitige Beachtung um so mehr, als der Künstler selber ihn: ununterbrochen die größte Aufmerksamkeit zuwendet. Hat er doch bis zur Gegenwart auch an -der weitern Ausstattung der Aula mit seinem einsichtigen Rate sich unermüdlich beteiligt und das schwere Ziel zu erreichen geholfen, den einförmigen Raum schön und praktisch umzugestalten. Die dankbare Gesinnung dafür wird ihm auch das Lehrerkolleg allezeit bewahren. Zur Darstellung gebracht ist eine Verherrlichung unseres Kulturlebens in Kunst und Wissenschaft, Handel uud Industrie. Es entwickeln sich diese Bestrebungen unter den Segnungen des Staates (dessen Vertreter über der Mittelthür angebracht) und der Kirche, die ihn: gegenüber im Mittelfenster hoffentlich bald eine leuchtende Dar- 42 stellmig findet. Diese allegorischen Hauptfiguren sind in bunten Farben und ihrem Charakter entsprechend dargestellt, so die ernste, alle Zeit, auch die Stunden der Nacht ausnutzende Wissenschaft, die unternehmende, sonnenverbrannte, im Genusse ihres Wohlstandes sich prächtig kleidende Vertreterin des Handels, ferner die noch jugendliche, die Naturprodukte umgestaltende Industrie und die liebreizende, schleiergeschmückte Poesie. In welcher Weise die Menschen diesen persönlich gedachten Wesen dienen, zeigen die handelnden Kinderfiguren, deren Thätigkeit das Leben wiederspiegelt, bunt, angestrengt und auch voller Widerstreit, wie es ja in Wirklichkeit ist, aber zugleich auch anmutend und kindlich, wie denn ja alle Menschenarbeit kindlich d. h. unzulänglich bleibt. Sämtliche allegorische Figuren, die einzelnen vier großen, wie die der Kinder sind in bunten, prächtigen Farben ausgeführt, während die historischen in einfachen: graugelblichen Tone gehalten sind; gelte:: doch für diese die Gesetze der Wirklichkeit mit ihrer Not, die auch bei den beglücktesten Menschen nie ganz fehlt, während die künstlerische Phantasie in den allegorischen Gebilden selbstverständlich davon nichts weiß. Zur Orientierung über die Auswahl der zur Anschauung gebrachten Personen sei erwähnt, daß man nur deutsche Männer darstellte, weil sie dem Herzen der Jugend näher gerückt sind und sein sollen, und in diesen: Sinne noch weiter gehend, wählte man mit Vorliebe diejenigen, die entweder der realen Richtung der Schüler näher stehen, wie z. B. den um die Optik verdienten Fraunhofer, den Mineralogen Buch, den Erfinder der Schnellpresse König, den des Schraubendampfschiffes Nessel, auch den streitbaren Bürgermeister der Hansestadt Lübeck, Warendorp, der so wacker gegen das damals noch dänische Schonen kämpfte, oder, und darin glauben wir eine lokalpatriotische Neigung Heinen's wiederzufinden, solche Personen, die räumlich den hiesigen Verhältnissen näher stehen. So wurde der kunstsinnige Kölner Großkaufmann Iab ach ausgewählt, dessen Gemäldesammlung so hervorragend war, daß sie von Ludwig XIV. angekauft wurde, um - einen wesentlichen Schmuck des Louvre auszumachen, so der Bonner Beethoven, der aus Coblenz stammende Physiolog Joh. Müller, so der um Industrie und Gewerbe so hochverdiente Beuth aus Cleve und der angebliche*) Begründer des Zollvereins Maaßen ebendaher, *) Diesen Irrtum entdeckte der Kaiser, als er an: 26. August 1868 die Bilder eingehend besichtigte. Im übrigen sprach er seine lebhafte Freude über den Schmuck der Aula aus. 43 so auch Krupp aus Esse», Ganz besonders wurden aber Männer aus Düsseldorf ausgezeichnet, wie der gemütvolle Philosoph aus Pempelfort, Friedr. Jakobi, und der geniale „zweite Dürer", Peter von Cornelius. Dahin gezahlt wurden auch diejenigen, die in Düsseldorf künstlerisch gewirkt haben, wie Jmmermann, Mendelssohn und Wilhelm von Schadow. Ein Medaillon indessen wurde angebracht, ohne daß Heinen dabei mitwirkte. Es ist dies das fälschlich mit Erwin v. Steinbach bezeichnete Porträt von Heinen selber. (Heine dagegen, obwohl ein Sohn Düsseldorfs, wurde mit Absicht übergangen.) Die Männer in großen Figuren sind so dargestellt, daß auf ihre eigentümliche Thätigkeit wenigstens hingewiesen wird, so Keppler, wie er über eine schwierige Aufgabe, etwa über die Gesetze des Planetenlaufes nachsinnt, der Domherr Copernikus, der mit den abgearbeiteten Zügen auf die 36 jährige Dauer seiner strengen Forschung über die Weltenordnung hindeutet. Andrerseits ist Leibnitz im Festanzuge als Präsident der Akademie der Wissenschaften gedacht, womit gleichzeitig auf seine umfassende und scharfsinnige Gelehrsamkeit, wie auf seine vornehme Stellung an den Höfen angespielt wird. Niebuhr dagegen trägt den gewöhnlichen Anzug, in welchem man ihn auch im Kolleg sah, wie er.eben die Sage von der eigentlichen Geschichte (Roms) trennt. Für weitere Einzelheiten verweisen wir auf die treffliche Schrift Heinen's, der obige Bemerkungen teilweise entnommen sind: „Bende- manns Wandgemälde in der Aula der Realschule." Wir wollen aber noch ergänzen, daß die Ausstattung der Aula und ihre fleißige Benutzung weitere Fortschritte machte. Noch zu Heinens Zeit wurden gobelinartige Tapeten in dunkler Farbe unter dein Fries angebracht, die den Blick noch mehr zu den Bildern hinaufdrängen. Der energischen und praktischen Thätigkeit Böttchers gelang es hernach, die ganze Aula, die bis dahin gewissermaßen wie ein antiker Tempel als Schaustück diente, ihrer eigentlichen Bestimmung zu übergeben und sie zum Mittelpunkte des Schullebens zu machen. Sonst hatte man — durch Anzeigen in den Zeitungen und Plakate in den Kunstausstellungen — vorwiegend die Fremden zum Besuche eingeladen; die Schule benutzte das Heiligtum nur bei besonders festlichen Gelegenheiten, jetzt wurde die Aula wirklich gebraucht und deshalb mit würdigen Kronleuchtern auch für die Abendstunden benutzbar gemacht; ebenso waren die Bilder jetzt kein Hindernis mehr, Öfen hineinsetzen zu lassen 44 (die hoffentlich bald durch würdigere ersetzt werden); statt der früher für jedes Fest geliehenen Stühle bekam die Aula eigene, nicht unschöne Bänke, und vor allem gelang es „mit vereinter Kraft" durch musikalische und deklamatorische Aufführungen, wobei Lehrer und Schüler gemeinsam zusammenwirkten, auch eine wertvolle Orgel zu gewinnen. Dankend sei bei dieser Gelegenheit auch der Herren Karl de Haen, A. Kusenberg, Direktor Dietze und M. Sartorius gedacht, die schließlich, als die erforderlichen 2500 Mark noch immer nicht ganz zusammen gesungen waren, durch Sammlungen bei Freunden der Anstalt den recht ansehnlichen „Rest" aufbrachten. — So ist die Aula jetzt ein Raum geworden, der bei jeder Andacht, in jeder Musikstunde, kurzum immer dann benutzt wird, wenn eine große Zahl von Schülern zu vereinigen ist. Möge dieser Masse nunmehr auch die Anstrengung zu statten kommen, die zur Herstellung des prächtigen Saales nötig gewesen; mögen die Schüler sich daran gewöhnen, nicht gedankenlos bloß zwischen den bunten Bildern dazusitzen, sondern auch den großen Vorbildern, die in solcher Mannigfaltigkeit und Deutlichkeit von den Wänden herab zu ihnen sprechen, je in ihrer Art nachzustreben. Den Anfang mögen sie jedenfalls damit machen, daß sie unter den Gestalten heimisch zu werden versuchen und sich dann auch bei Betrachtung derselben die Frage vorlegen: äio oar bio. Einen Fingerzeig zur Deutung geben ihnen die drei schönen Sprüche, die Heinen an der Mittelwand anbringen ließ. Damit hätten wir die Schilderung des äußeren Aufbaues vollendet. In Bezug auf die innere Organisation schien der Abschluß schon früher fertig geworden zu seiu. Es ist schon erwähnt, daß hier wie anderswo bei Begründung und Entwicklung der Realschulen der erste Gesichtspunkt der war, für bestimmte Kreise der Bürgerschaft eine praktische Vorbildung zu geben. Aber hier in Düsseldorf wurde ebenso wie draußen das ursprüngliche Ziel aus den Augen verloren, indem man der Berechtigungen wegen den Anforderungen der Regierung folgte und dabei wohl eine bessere und wissenschaftlichere Ausbildung sicher stellte, gleichzeitig aber auch Schulen stiftete, in denen die Masse so weit nicht zu folgen vermochte und damit im gründe eine entschiedene Verurteilung der Anstalten aussprach. Wir haben diesen Punkt schon oben berührt Und nachgewiesen, welche geradezu überraschende Proportion in unsern Unter-, Mittel- und Oberklassen entstand. Die Massen von Schülern, die aus den untern und Mittelklassen abgingen, hatten andere Interessen, als die 45 wenigen, die die obersten durchmachten, und doch wurde nach diesen wenigen die Anstalt organisiert. Dachte man sich doch noch lange Zeit es wenigstens als möglich, daß die Schüler in größerer Zahl einmal die Klassen durchmachen möchten, vielleicht wenn weitere Berechtigungen kämen. Und dazu schien endlich alle Aussicht vorhanden zu sein, denn jetzt sollte eine feste Norm für die Realschulen gefunden werden. Der Spielraum, den man ihnen bis dahin noch gelassen, sollte endlich, nachdem die Erfahrungen gemacht, einer bestimmten Regel weichen. Die vornehmsten Realschulen, die sogenannten 1. Ordnung, sollten in Bezug auf wissenschaftliche Ansprüche ziemlich den Gymnasien gleichgestellt werden, natürlich folgerte man daraus auch den Erwerb ähnlicher Berechtigungen. Es war für Düsseldorf unter diesen Umständen keine Frage, daß es sich nicht an einer verkümmerten Anstalt genügen lassen dürfe, sondern aus der Realschule eine solche 1. Ordnung nach dem Unterrichtsplan vom 6. Oktober 1859 hervorgehen lassen müsse. Zu diesem Behufe waren hauptsächlich drei Neuerungen hier vorzunehmen. 1. Die Kursusdauer für die ganze Anstalt wurde auf 9 Jahre festgesetzt, allerdings in den nächsten Jahren noch mit der Einschränkung, daß man ausnahmsweise die Tertia in einem Jahre durchmachen konnte. Bekanntlich hatte man angefangen 1838 mit 6 Jahren Kursusdauer; 1849 war dann die Dauer auf 8 Jahre ausgedehnt (je 2 Jahre in Sekunda und Prima); 1859 wurden daraus 9 Jahre, und heute ist es schon nichts Auffälliges mehr, wenn ein Schüler in irgend einer Klasse einmal sitzen geblieben und demnach als Abiturient wenigstens 10 Jähre die Anstalt besucht hat. Wie gering muß doch die Zahl derjenigen Schüler sein, die bei einer solchen Schullaufbahn ihre Rechnung finden! — Die unmittelbare Wirkung auf die Schülerzahl war natürlich eine günstige,, indem die längere Dauer der Schulzeit auch zunächst den Bestand an Schülern vergrößern mußte. Auch mochten sich viele der Tragweite der Schuldauer nicht sofort bewußt werden oder bei dem Mangel an einfachern Anstalten sich auch nicht zu helfen wissen. Schließlich aber, als auch der wirtschaftliche Rückschlag in den siebziger Jahren sich geltend machte, und vielen Eltern die Mittel ausgingen, kam die Wirkung zum vollen Durchbruch, und die Schülerzahl, die mit der Vergrößerung der Stadt ebenfalls hätte wachsen müssen, ging in auffallender Weise zurück. 46 Die Thatsache selbst haben wir auf dem Plan 3 deutlich genug veranschaulicht, die Erklärung dafür hat Böttcher im Programm 1882 statistisch nachgewiesen. Uns ist es nicht zweifelhaft, daß die betreffende Unterrichtsordnung, wenn keine erheblichen Berechtigungen folgen sollten, den Realschulen, wenigstens in Düsseldorf, den Boden entzogen hat. 2. Eine zweite Neuerung war die obligatorische Einfügung des lateinischen Unterrichtes in den Lehrplan und zwar mit der stattlichen Stundenzahl von 44 Stunden. Dies Fach hatte ursprünglich der.,Realschule" ganz fern bleiben sollen, war dann fakultativ^) außer der eigentlichen Schulzeit mit 16 Wochenstunden in 4 Abteilungen zugelassen und schien anfangs ganz ungefährlich, da sich nur 21 von 227 Schülern an den verschiedenen Abteilungen zusammen beteiligten. Inzwischen waren die Verhältnisse andere geworden und das alte Latein doch wieder mehr zu Ehren gekommen, so daß 1859, unmittelbar vor der obligatorischen Einführung, bereits 133 von 256 Schülern in 21 Stunden Lateinisch lernten. Durch den neuen Lehrplan wurde nun Latein die Grundlage und der Mittelpunkt des sprachlichen Unterrichtes, nicht eines praktischen Zweckes halber, sondern um den ganzen Sprachunterricht rationeller und wissenschaftlicher zu gestalten, und bekanntlich ist man neuerdings auch bei dieser Stundenzahl nicht stehen geblieben, sondern hat dieselbe, um die pyramidale Verengerung der Zahl nach oben hin zu beseitigen, auf 54 erhöht, ja bei uns sogar wegen des gemeinsamen Unterbau's mit dem Gymnasium auf 59 (während dieses 77 hat). Man begreift, wenn bei solchen Umgestaltungen und Annäherungen an das humanistische Gymnasium von den Freunden der Realschule, den sogenannten Realschulmännern, dringender denn je ähnliche Berechtigungen gefordert werden. Daß dies natürliche Verlangen nicht auch von den Lehrern der Düsseldorfer Realschule lebhafter unterstützt wurde, hat seinen Grund einesteils in den Persönlichkeiten ihrer Direktoren, die in den Bestrebungen des Realschulmännervereins ihre Ziele nicht wiederfanden, andernteils in der Abneigung des Kollegs an anscheinend aussichtslosen Agitationen sich zu beteiligen. (Anders ist natürlich ihre Stellung zu den neuerdings eingerichteten Zusammenkünften für wissenschaftlich pädagogische Zwecke.) *) Ein Minimum von Kenntnissen hatte die Regierung schon 1832 sür den Eintritt in den Staatsdienst verlangt; diese zu erwerben, brachte man das erste Opfer am Princip. //I ?r6HUSli2 der olins VorseliulSri vori 1838—1887. 1S8S) 47 3. Eine dritte Forderung der Regierung war die genügende Ausrüstung mit Lehrkräften und angemessene Besoldung derselben. Für ein solches Verlangen mußten die Lehrer gewißlich im höchsten Grade dankbar sein, denn es war geradezu unverantwortlich, wie so manche Stadt — wir sprechen hier nicht von Düsseldorf — durch Heranziehung schlecht besoldeter Lehrer, die man bei ihren Anfangsgehältern einfach beließ, und durch Überbürdung derselben mit Stunden sich billig eine sogenannte höhere Schule einrichtete. Wir kennen rheinische Städte, in denen noch anfangs der 60er Jahre Oberlehrer bei hoher Dienstzeit und großer Familie Gehälter von 400—600 Thaler bezogen. So mußten „billig" und „schlecht" auf die Dauer zusammentreffen. Da nian in Düsseldorf vornehmer und vernünftiger dachte, entschied man sich unschwer zu der Verbesserung der Stellen um 1400 Thaler, ein Mehr, das man durch Erhöhung des Schulgeldes von den Betheiligten einzog. Der Übergang in die neue Ordnung vollzog sich unschwer. Als dann am 28. Mai 1863 die Anstalt ihr 25jähriges Bestehen feierte, konnte sie mit Befriedigung auf die fertigen Zustände draußen und drinnen sehen. Wie vielen war da zu danken, die an dem Aufbau der Anstalt mitgewirkt! Wie mancher auch gedachte man, die in der Verwaltung, als Lehrer oder als Schüler derselben angehört und nun schon heimgegangen! Wie berechtigt aber waren auch die Hoffnungen auf eine glückliche Zukunft, in der alle, die bis dahin „in persönlicher Wertschätzung und gegenseitiger Achtung nach dem gleichen Ziel liebevoll gestrebt", in gleicher Weise weiter wirken wollten. Sollten aber andere Tage kommen, so wünschte es Heinen im Sinne aller, und der xatsr tuiuilias dereinst nicht mehr das Hausregiment führen, dann wurde wenigstens um Erhaltung der Anhänglichkeit und Freundschaft gebeten, die an dein Tage so rührende Beweise gefunden; in dieser traulich freudigen Stimmung feierten Lehrer und Schüler das wirklich erhebende Fest. Seitdem sind die Verhältnisse nicht bloß andere geworden, sondern großenteils auch die Personen. Wie viel Festgenossen mögen noch leben, die damals fröhlich und jugendlich frisch mitfeierten! Von den Lehrern sind nur noch drei an der Schule thätig; wir freuen uns dagegen, von dem Festkonntee (Fabrikant Otto Deus, Direktor Karl Dietze, Konditor K. Geisler, Kaufmann M. Grube, Kaufmann K. de Haen, Gpmnasiallehrer G. Kaiser, Fabrikant R. Lupp, Kauf- 48 mann L. Martin, Hofjuwelier H. Narath, Kaufmann M. Sartorius, Bankier L. Scheuer, Hüttendirektor I. Schimmelbusch) noch eine größere Zahl in angesehener Stellung und voller Thätigkeit in Düsseldorf zu sehen. Darin werden sie alle einig sein, daß sie dem als patsv tamilias patriarchalisch die Schule leitenden Heinen diese Freundschaft unverbrüchlich halten, obgleich die Schule selber eine andere Gestalt bekommen hat. Möge mit diesem freundlichen Gedenken auch das Bild Heinens sich erhalten und zwar in der frischeren Form, wie es damals noch war, als Kraft und Milde sich in ihm paarten und noch keine qualvolle Krankheit den Körper vor der Zeit aufrieb! Auch in manchen äußern Zeichen hatte die Dankbarkeit der Schüler Ausdruck zu finden gesucht. So war namentlich eine Stiftung von 1000 Thalern zur Begründung einer. Witwen- und Waisenkasse gemacht. Der Gedanke war so hochherzig wie in sich zweckmäßig ; fehlte doch wohl allen Lehrern ein solches Vermögen, von dem bei einem vorzeitigen Tode die Hinterbliebenen hätten sorgenfrei leben mögen. Der einzige Rückhalt wäre bei den meisten die preußische, allgemeine Witwenkasse gewesen. Wie knapp aber diese Kasse, namentlich die vor dem 1. Oktober 1856 versicherten Frauen eventuell bedenkt, ist glücklicherweise heute den meisten unbekannt, wie man heutzutage überhaupt es beinahe vergessen hat, in wie vorsichtiger und sparsamer Weise in früheren Zeiten der preußische Staat seine Finanzen hat schonen müssen. Der Zuwachs, den somit eventuell die Frauen der Reallehrer aus obiger Stiftung erhalten hätten, wäre in hohem Grade erwünscht gewesen und auch hier hätte sich Heinen's Satz „ein guter Vorgänger, ein guter Nachgänger" gewiß oftmals bewährt, wenn zur rechten Zeit ein zweckmäßiges Statut entworfen und die ganze Stiftung sicher gestellt 'wäre. Hätten doch schon die regelmäßigen Beiträge der Lehrer in den 25 Jahren etwas Erhebliches eingebracht. Nun ist ja allerdings die Summe auch trotzdem inzwischen gewachsen. Aus den 3000 Mark sind jetzt circa 10 000 Mark geworden. Aber andernteils ist auch die Zahl der Berechtigten eine größere, und das Geld hat an Wert verloren. Und konnte man wissen, daß die Zahl der pensionsberechtigten Witwen so klein bleiben würde, wie sie thatsächlich geblieben? Man kann nicht ohne Bitterkeit daran denken, wie eine an sich so gute Sache, die allseitig von dem besten Willen getragen wurde, doch zu keinem Abschluß gelangen konnte. Wenn irgendwo, so gilt hier der Satz, daß das Bessere der Feind des Guten sei. Die Absicht, 49 jeden einzelnen Paragraphen und jedes einzelne Wort noch vollkommener und noch zweifelloser zu fassen, hat. schließlich auch die energischste Kraft erlahmen lassen und auch dem Frischesten den Mut genommen. Die ersten Abfassungen der Statuten fanden in den sechziger Jahren in langen Konferenzen und unter juristischem Beistand statt. Nachdem dann die verschiedenen Kommissionen des Stadtrats, auch die juristischen, den Entwurf revidiert und genehmigt hatten, ging derselbe zur Bestätigung nach Coblenz, kam aber als ungeeignet von da zurück. Inzwischen starb Heiuen, und Ostendorf,.sein Nachfolger, nahm die Sache mit Energie wieder auf. Alle Ausstellungen wurden berücksichtigt, alle zuständigen Behörden der städtischen Verwaltung wieder um ihre Zustimmung ersucht und als nun die sämtlichen Wünsche und Forderungen erfüllt schienen, war die Bestätigung in Coblenz wieder nicht zu erlangen. Dasselbe wiederholte sich unter dein Direktorat Böttchers. Man -war jetzt so vorsichtig und legte das bestätigte Crefelder Statut zu gründe; es gelang dann auch wirklich rnutatis nrutanckis die Zustimmung in Coblenz zu erlangen, ja, als man umgehend die letzten Forderungen angenommen, konnte der Entwurf schon nach Berlin gehen, und die endliche Bestätigung wurde jetzt in nahe Aussicht gestellt, wenn noch einige Kleinigkeiten geändert würden, aber — so nahe dem Ziele sind wir nicht wieder gekommen. Die Bemühungen Kirchners sind so unverdrossen gewesen, wie. die seiner Vorgänger, indes allmählich verzweifelte man doch an der Möglichkeit, das Statut fertig zu stellen. Die städtische Verwaltung bekam einen wahren Schrecken, wenn dies Schmerzeuskind wieder in Sicht kam und beruhigte sich endlich dabei, daß sie das Reliktengesetz annahm und .mit der Witwenkasse auch ohne Statut sich behalf. So feiern wir denn mit der SV jährigen Gedenkfeier auch die 25jährige einer Stiftung, die, es sei hier ausdrücklich wiederholt, auch bei allem guten Willen namentlich derer, die sie ganz untadelig wünschten, doch nicht hat zum Abschluß kommen können. Sollten nochmals neue Anstrengungen zu dein gedachten Ziel geinacht werden, so darf der Verfasser aus dem Kolleg heraus die Versicherung geben, daß dasselbe einer jeden erträglichen statutarischen Regelung der Kasse seine Zustimmung geben wird. — Noch eine andere festliche Versammlung sah das Jahr 1863 in der Aula vereinigt. Zu Ostern hielt nämlich der neugebildete Rheinische Schulmännerverein seine erste Versammlung in derselben ab. Den 50 Vorsitz führte Heine», der in ähnlicher Weise 1842 an der Spitze des Rheinisch-westfälischen Schulmmmervereins gestanden, und mit vier andern Mitgliedern, die inzwischen verstorben, das „Museum" bis zu seinem Eingehen 1849 herausgegeben hatte. Eine lange Zeit war seitdem verstrichen und nun erlebte der einzig übrig Gebliebene die Freude, daß Gymnasiallehrer niit Neallehrern sich unter seinein Vorsitze vereinigten, um gemeinsam die Unterrichtsmittel für Gymnasien und Realschulen fruchtbarer zu machen. Bei dieser Gelegenheit wurde von ihn: jenes idyllische, oft angeführte Bild von den zwei Brüdern angewendet: „Beide Arten von Lehrern vereinigen sich heute, wie wenn zwei Brüder, da die Fluren sich wieder mit frischen: Grün bekleiden, an einen: sonnigen Festmorgen durch das väterliche Erbe wandeln, in welches sie sich geteilt hatten, da es zu groß geworden war, als daß es einer allein noch hätte bewirtschaften können. Freudig blickt jeder auf die Üppigkeit der Saaten des andern, für welche dessen Boden geeigneter ist als der eigene, und sieht er, daß Saaten, die auch er auf seinem Acker ausgestreut hatte, für die auch er eine gleiche Tragfähigkeit erzielen könnte,, eine reichere Ernte versprechen, so faßt ihn nicht Neid; er gedenkt, daß es väterliches Erbe ist, auf den: er die höhere Ergiebigkeit wahrnimmt, berät sich mit den: Bruder über die Mittel zur Erlangung gleicher Ergebnisse und giebt und empfängt gern Mitteilungen von bewährten Erfahrungen." Diese gemeinsamen brüderlichen Beratungen der Lehrer an den Schwesteranstalten haben freilich nur einige Jahre gedauert, aber in anderer Form, als Heinen es damals ahnte, ist die gemeinschaftliche Arbeit nunmehr an unserer Schule zur Wirklichkeit geworden; nicht bloß gelegentlich, nicht bloß in festlicher Stimmung sollen beide einander anerkennen, sondern täglich und in gemeinsamer Arbeit einander wechselseitig fördern und schützen. So müssen, wenn man den Acker des Nachbars Früchte tragen sieht, die einem selbst trotz treuer Arbeit versagt blieben, die Thatsachen sprechen und, wenn nicht jede Unbefangenheit fehlt, etwaige Vorurteile einer bessern Einsicht und einer heilsamen Belehrung weichen. — Eine Vergrößerung nach unten erfuhr die Anstalt Herbst 1864 durch zwei Vorschulklassen, die eine gleichmäßige Vorbildung für die Realschule sicher stellten. Bis der östliche Anbau fertig wurde, behalf sich die Vorschule in den: bisherigen Schulgebäude. In: folgenden Jahre trat zu den zwei Klassen eine dritte hinzu, und da die Frequenz 51 im Laufe der Zeit sehr wuchs (1864: 113 Schüler, 1865: 175 Schüler, 1887: 227 Schüler), so wurdeu Parallelklassen erforderlich. Die Leitung derselben übernahm nach dem Tode Ostendorfs Herr Rektor Viehoff, bis neuerdings mit der Verlegung der Bürgerschule in die Südstadt eine Teilung notwendig wurde und in der Art eintrat, daß je eine erste, zweite und dritte Vorschulklasse dem Realgymnasium zugewiesen wurde, während die andere Hälfte der höhern Bürgerschule verblieb. — Auch die Realschule selber erweiterte sich Herbst 1865 durch Parallelklassen für Sexta und Quinta. Dieselben sind allmählich bis Untersekunda einschließlich fortgesetzt worden. In sinnreicher Weise gestaltete Ostendorf Herbst 1873 diese Parallel-Cöten in Wechsel-Cöten, sogenannte Oster- und Herbst-Cöten um und ermöglichte es dadurch, daß solche Schüler, die für die folgende Klasse nicht ganz reif geworden, nur um ein halbes Jahr zurückgesetzt zu werden brauchten. Es schien eine solche Maßregel um so billiger, als mauche Mittel, die früher eine allgemeinere Versetzung möglich gemacht (Privatstunden, Silentien, Nachprüfungen), sich doch vielfach als künstlich und bedenklich erwiesen hatten, indem sie lässige Schüler von zeitiger und eigener Anstrengung abhielten. Nach der Ostendorfschen Idee sollte also jeder Schüler hinfort die freie Zeit und die Ferien zur Erholung benutzen, die zur Arbeit angesetzte Zeit, aber auch angestrengt thätig sein und wenn dies nicht geschehen, je nach dem Maße seiner Lücken um ein halbes, nach Umständen aber auch um ein ganzes Jahr zurückgesetzt werden. — In der Praxis machte sich indes die Sache anders. Schon die Voraussetzung, daß für beide Cöten immer genügend Schüler vorhanden wären, traf bald aus den obengenannten Ursachen nicht mehr zu, und die städtische Verwaltung war bei dieser Art von Cöten nicht in der Lage, eventuell zwei derselben in einen zu verschmelzen. So war Winter 1880/81 die Gesamtzahl der Obertertianer 26; dieselben mußten aber wegen der verschiedenen Klaffenstandpunkte in zw ei Klassen unterrichtet werden. Ebensowenig waren auch die Lehrer von dem praktischen Erfolg erbaut, da die Schüler der einzelneu Klassen zu oft durcheinander geworfen wurden und die Vorbildung häufig eine zu verschiedenartige war. In Prima hatte man gewöhnlich, so gering die Gesamtzahl auch sein mochte, doch vier- oder fünffach verschieden vorgebildete Schüler. Natürlich empfanden diese den Nachteil ebensosehr, und so hat man denn aus allen diesen Gründen, mit Ostern 1881 beginnend, die Wechsel-Cöten der Reihe nach von unten an wieder ein- 4» 52 gehen lassen, zuletzt Untersekunda Ostern 1885. Eine andere Art von Parallelklassen entstand aber Ostern 1883 unter Kirchnerz man ging mit großer Energie an die Begründung von Gymnasialklassen, indem man gleichzeitig mit einer gymnasialen Sexta und einer ausgesprochenen Gymnasialtertia anfing. Die Geschichte dieser Organisation zu schreiben hat Herr Direktor Matthias übernommen, so daß dem Verfasser dieses nur die Bemerkung noch übrig bleibt, daß die jetzige Art der Verbindung der entsprechenden Klassen sich für den Besuch recht vorteilhaft erwiesen. Der Grund leuchtet bald ein. Denn viele Eltern werden gern ihre Kinder in der Anstalt ausbilden lassen, in der sie beim Eintritt in die Tertia und damit bei der Entscheidung über die gymnasiale oder reale Ausbildung sich nicht erst unter Umständen eine fremde Anstalt zu suchen haben. Auch der paritätische Charakter derselben dürfte vielen Düsseldorfern ein Vorzug erscheinen. Für die Lehrer der Anstalt aber haben solche Anschauungen die angenehme Folge, daß nicht vorzugsweise minder begabte, zum Studium ungeeignete junge Leute ihueu zugeführt werden, sondern auch diejenigen, deren Talente mehr versprechen. Auch dürfte der Verkehr mit den Kollegen, die den „benachbarten Acker" bearbeiten, anregend wirken, zumal wenn die Verschmelzung der Lehrkräfte beim Unterricht so innig ist wie hier. Das wären also die letzten Folgen gewesen, die sich aus der Ansammlung größerer Schülermassen in der Realschule ergeben haben. Als Heinen mit der Unterbringung derselben in den parallelen Klassen VI und V den Anfang machte, hatte er jedenfalls keine Ahnung davon, daß so bald schon die Neuorganisation des Düsseldorfer Schulwesens sich als notwendig erweisen würde. Noch kurz vor seinem Tode äußerte er, daß er jedenfalls in den nächsten, zehn Jahren noch keine andere Schule in Düsseldorf wünsche als die vorhandenen. So konnte er denn, als ein unerwarteter Tod am 7. Oktober 1870 seiner Thätigkeit ein Ende setzte, in der Ueberzeugung scheiden, daß für lange Zeit das Schulwesen Hierselbst gut besorgt sei. Eine lange segensreiche Wirksamkeit fand damit ihren Abschluß; aber die Arbeit seines Lebens schien gethan zu sein, und die fertige Schule in dieser Forin für lange Zeit gesichert. Darum waren es besonders die Gefühle des persönlichen Verlustes, die die zahlreichen Leidtragenden beim Leichenbegängnis bewegten, Gefühle, denen sein trefflicher und bald nachfolgender Freund, Pfarrer Grünmeyer, am Grabe beredten Ausdruck verlieh. Einen nicht minder warmen, aber umfassendem Ausdruck über die Schwere des Verlustes 53 enthalten die schönen Worte Landfermanns, die er bei der Einführung Ostendorfs dem Verstorbenen widmete. Er beklagt, daß in „unserm" Heinen ein Mann verloren gegangen, der gründlich gelehrt und vielseitig, selbstsuchtslos und für alle eifrig sorgend gewesen; jeder löblichen Thätigkeit habe er gern die freie Bahn geschaffen und nur der Schlaffheit und Gemeinheit gezürnt, immer aber, auch im zornigen Eifer, sei er edel geblieben. Dann führte Landfermann aus, was alles Heinen der Stadt, der Provinz und dem Vaterlande gewesen, und forderte schließlich dazu auf, in Heinens Sinne der gesteigerten Aufgaben der Zukunft eingedenk zu sein und ihnen nachzuleben. Möge dies Gedächtnis immerdar in Ehren bleiben! An die Stelle des Verstorbenen wählte man Julius Ostendorf aus Lippstadt, der zu Ostern 1872 sein Amt antrat. Ihm ging der Ruf ungewöhnlicher Begabung und reinsten Charakters voraus. Mit seltenem Organisationstalent ausgestattet, kannte seine Schaffenslust kaum irgendwelche Grenzen. Er hätte überall Bedeutendes geleistet, aber keine Stellung hätte ihm lieber sein können, als eine solche in einer werdenden Großstadt, deren zahlreich anwachsende Bevölkerung jetzt dringender denn je eine Schule verlangte, wie die Realschule sie ursprünglich hatte sein sollen. Dazu kam, daß der Mut, den die kriegerischen Erfolge in das bürgerliche Leben hineintrugen, seinen Wünschen entgegenkam, und wer je die dialektische Gewandtheit des alten Parlamentariers und die überzeugende, von kühner Phantasie getragene Beredsamkeit desselben gehört hat, wird es begreifen können, wie nunmehr die Versammlung der Stadtverordneten mit Leichtigkeit zu weitgehenden Entschließungen sich bestimmen ließ, während sie früher oft vor unbedeutenden Zugeständnissen zurückgeschreckt war. Selbst sein persönliches Auftreten unterstützte seine Vorschläge. Unscheinbar, für sich fast bedürfnislos, aber human und zuvorkommend gegen andere, verfolgte er, ohne je sich leidenschaftlich aufregen zu lassen, das für richtig gehaltene Ziel ebenso objektiv und sachgemäß wie mit rücksichtsloser Energie. Schlagfertig und orientiert widerlegte er leicht jeden Einwand; niedern und materiellen Gesichtspunkten kam er dadurch zuvor, daß er selbst vornehm dachte und handelte. Die Vorgesetzten in Coblenz trugen seiner Eigenart Rechnung. Sie kannten aus persönlicher Anschauung, was alles er in dem kleinen Lippstadt mit beschränkten Mitteln geschaffen, wo die städtischen Behörden fast über ihre Kräfte hinaus ihm, aber auch nur ihm rückhaltslos alles bewilligt 54 hatten. So hatte er aus einer dreiklassigen Stadtschule eine weit über das Vaterland hinaus geschätzte Realschule I, O. schaffen können und ein Lehrerkolleg herangezogen, das in edlenr Wetteifer sich zu überbieten suchte. Nuter den Schülern herrschte ein frischer, gesunder, auch in allen Leibesübungen sich gern versuchender Mut, dazu ein Lerneifer, der mit Notwendigkeit tüchtige Männer entstehen ließ. Dankbaren Ausdruck haben diese Erfolge später in der schönen Feier vom 8. Juni 1878 gefunden (Enthüllung seines Denkmals vor der Realschule). Einem solchen Manne durste der Vertreter des Schulkollegs unbedenklich eine „möglichst freie Bewegung" gestatten, zumal nach einem Kriege, in dem deutsche Art den Sieg davongetragen über den „nivellierenden Nomanismus, wo alles eigentümliche Leben aufgehe in dein Strudel einer nur einen einzigen Ton angebenden Hauptstadt", „Unser neues Reich", so schloß Landsermann seine Einführungsrede, „soll und wird sich bewahren sein Dresden, sein München und sein Weimar, sein Danzig und sein Nürnberg, sein Hamburg und so viele andere Lebensherde, Einer dieser eigentümliche!: Herde ist auch diese Stadt Düsseldorf geworden und wird sich als solcher behaupten, Und daß es sich so behaupte, dazu hat die Stadt in dieser Schule eine Stätte deutscher Jugendbildung geschaffen und Sie, Herr Direktor Ostendorf, an Stelle Heinens hierhin berufen." Die bedeutende Rede, mit der Ostendorf diese schönen Worte, die ihn: einen so weiten Spielraun: gewährten, sofort beantwortete, und die begeisterten, geradezu poetischen Gedanken, mit denen er dein: Festmahl seine Hoffnungen ausführte, ließen allgemein erkennen, daß man einen geradezu hervorragenden Mann zum Direktor bekommen habe, bald aber gewann man auch den Eindruck, daß nunmehr auch für das ganze städtische Schulleben eine Zeit frischen Schaffens und vielseitigen Gestaltens ihren Anfang nehme. Die ersten Bundesgenossen hatte Ostendorf in seinem Lehrerkolleg gesucht und dabei es ausgesprochen, daß er in ihnen lebendige Kräfte sehe, die er in ihrer Eigenart achte, da sie nur dann an: vollkommensten sich entfalteten, wenn man ihre Individualität nicht zerstöre oder einschränke durch mißtrauische Überwachung von oben. Gleichzeitig hatte er auch die materielle Stellung der Lehrer so gehoben, daß jeder sich wenigstens um 200 Thaler verbesserte, um annähernd dieselben auf die Höhe zu bringen, die sie in den umliegenden Städten längst erreicht hatten und nach den: Normaletat auch erreicht haben 55 sollten. Dann überlegte er mit ihnen in langen Konferenzen eine ganze Reihe von pädagogischen Fragen, die auch nur annähernd anzuführen hier zu lange aufhalten würde. Die Fragen betrafen die Klassenpensen, die Unterrichtsmethode in den einzelnen Fächern, die Schulbücher, die Disciplin (Aufhebung körperlicher Strafen), Vermeidung der Privatstunden, Silentien und Nachversetzungen, Schulordnungen und vieles andere. Die Erörterung aller dieser Fragen war selbstverständlich für die Lehrer ebenso anregend wie lehrreich. Bedeutsamer aber waren noch die umfassenden Vorschläge, die er gleich anfangs (1872) an die städtischen Behörden zu einer allmählichen Erweiterung des höheren Schulwesens richtete. Sie betrafen die Begründung einer 6 klassigen höheren Bürgerschule und einer 7klassigeu Gewerbeschule, sowie die Umwandlung der Realschule I. O. in ein Realgymnasium (sio), bei dem er sich eine Lehranstalt dachte, wie er sie später auf der Oktoberkonferenz in Berlin vorschlug. — Den Ansang machte Düsseldorf mit der Bürgerschule, statt einer Gewerbeschule entstand dann später eine Kunstgewerbeschule, und das Realgymnasium ist ebenfalls jetzt, wenn auch in anderer Art, vorhanden. Wer hätte dies wenige Jahre früher für möglich gehalten, als die Eine billige Anstalt schon manchem zu teuer erschien und man sich scheute, die Zivilgemeiude um 300 Thaler Zuschuß anzugehen, weil die Stadt schon „schwere Opfer" für die Realschule bringe? Wie winzig waren die Zuschüsse damals gewesen gegen die Verpflichtungen, die die Stadt nunmehr unbedenklich einging und — fügen wir hinzu —- zum Wohle ihrer Kinder und damit zu ihrem eigenen Besten eingehen mußte. Denn wie konnte unpraktischer gespart werden, als wenn man die Mehrzahl der „höheren" Schüler durch Schulen hindurchgehen ließ, in denen sie nicht das lernten, was sie brauchten und verstehen konnten, sondern einen Teil desjenigen, was erst bei beendeten: Besuch der ganzen Anstalt Nutzen brachte. Die Realschule hatte im Jahre 1871 II Primaner, 13 Obersekundaner und 120 Sextaner. Es war gewiß keine Übertreibung, wenn behauptet wurde, daß von diesen 120 Sextanern nicht ein Drittel bis zur Erreichung des Zeugnisses für den einjährigen Dienst aushalten werde. Auf dem langen Wege bis Obersekunda bröckelten ununterbrochen einzelne ab und nur die Auslese kam zu' dem gedachten Ziel. So haben >860—18l>8, wie schon oben flüchtig bemerkt wurde und jetzt eingehender gesagt sein mag, sich unter je 100 Schülern 11 mit der Schulbildung begnügt, die 56 sie in Sexta erhielten, 16 gingen aus Quinta ab, 26 aus Quarta, 6 hielten bis in die Tertia aus; 16 gingen aus Untersekunda mit dem Zeugnisse für den einjährigen Dienst ab, 7 aus Obersekunda, 1 aus Prima ohne Abiturientenprüfung und 2 endlich erreichten das höchste Ziel und bestanden das Abiturientenexamen! Zwei von hundert, die anfingen! Und wer hat Vorteil oder Freude vou solchen Zuständen gehabt? Sicher nicht die Kinder, die zwecklos auf den Bänken mitgesessen haben und unbefriedigt mit wertlosen und unsichern Kenntnissen die Schule bald wieder verließen. Eben so wenig aber die anderen^ denen Luft und Platz verengt wurde und die durch solche „bleiernen Gewichte" eher mit nach unten gezogen wurden. Es war eine zweifellose, allseitige Wohlthat, als für diese minder begabten Schüler.sowie für diejenigen, die früher die Anstalt verlassen mußten, eine neue Anstalt geschaffen wurde, die höhere Bürgerschule, in der man die Ansprüche ermäßigte, namentlich durch das Auslassen des Lateinischen, und dafür die schöne Freude hatte, daß nun auch die meisten Schüler mitkamen und regelmäßig stiegen. (S. Programm 1874, S. 38.) Es ist bekannt, in welchem Maße die Anstalt sich seitdem bewährt hat. Obwohl in ihrer Art hier neu und unbekannt, hat sie sich doch rasch ihre Geltung in der Stadt erobert und unter ihrer ausgezeichneten Leitung um immer größere Scharen junger Leute sich verdient gemacht. Im letzten Grunde aber sind diese Verdienste doch auf Ostendorf zurückzuführen, der zur rechten Zeit den Plan ersann und zur Geltung brachte. Wir betonen dies um so mehr, weil auf diesem Gebiete Ostendorfs eigentliche Stärke zu suchen ist. Die Interessen der großen Massen des Mittelstandes zu vertreten, hat er sich in Schule und im öffentlichen Leben zur Aufgabe gemacht und auf diesem Gebiete gewiß nicht erfolglos gearbeitet. Es ist nicht unsere Sache, die Geschichte der andern Pläne des breiteren auszuführen, da diese mit der Geschichte unserer Anstalt in keiner engeren Beziehung stehen; es genüge, daß Ostendorf zur Ausführung seiner verschiedenartigen Ideen in rastlosester Weise thätig war. Er beteiligte sich eifrig an dem öffentlichen Leben in der Stadt, wie ail dem des Landes und ließ sich (für Bielefeld, Herford, Halle) in den Landtag wählen, um bei dem erwarteten Nnterrichtsgesetz auch an maßgebender Stelle eingreifen zu können (1874). Obwohl eine schwere Krankheit schon damals den willensstarken Mann heimsuchte oder vielleicht auch gerade deshalb, um zu schaffen, so lange es 57 Tag wäre, .betrieb er die Verwirklichung seiner Ideen, die allerdings in demselben Maße, wie sie neu waren und von den bestehenden Verhältnissen sich entfernten, auf Widerspruch oder Bedenken stießen. Er scheute sich nicht, sowohl die vorhandene Realschule I O. als auch das humanistische Gymnasium als etwas in sich Ungesundes zu bezeichnen. Seine Idee war, auf die Elementarschule (6.—9. Jahr) die Mittelschule (9.—12. Jahr) folgen zu lassen, in der das Französische die Grundlage bilde, das er für den besten, modernen Unterbau des Sprachunterrichtes hielt.*) (Die ungünstigen Resultate der Versetzungen in den Unterklassen der Gymnasien und Realschulen und die günstigen in den Bürgerschulen schob er dem lateinischen bezw. dem französischen Anfangsunterricht zu.) Dann sollte sich (12.—14. Jahr) die höhere Schule, das Gymnasium anschließen und zwar mit zwei gemeinsamen Unterklassen und zwei Sprachen: Französisch und Latein. Darnach trat (14.—19. Jahr) eine Dreigabelung ein, bei der eine altsprachliche, eine nensprachliche und eine naturwissenschaftlich mathematische Abteilung geplant wurde.**) Die ganze Schulzeit würde auf diese Weise um 1 Jahr verlängert sein, ein Übelstand, der immerhin zu ertragen gewesen wäre. Indessen waren diese Ideen so neu und das Bestehende wurde so weit verlassen, daß man sich in Berlin zu so weitgehenden, „unruhigen" Reformen doch nicht zu entschließen vermochte. Der Plan, Ostendorf in das Ministerium zu berufen (Periode Falk), wurde angeblich deshalb aufgegeben und nur das erreicht, daß bedeutende Pädagogen (Wiese und Bonitz) einen Versuch mit dem Französischen zum Anfangsunterricht als wünschenswert bezeichneten. Dieser Versuch ist nach den Versicherungen Friedländers mit Erfolg an der Realschule in Altona gemacht worden, ebenso der andere einer Gabelung in eine neusprachliche und naturwissenschaftliche Abteilung, und zwar am Realgymnasium des Johanneums in Hamburg. (S. Allg deutsche Biographie unter Ostendorf.) Den meisten aber waren die Pläne Ostendorfs zu kühn. — So bildete sich auch unter seinen Kollegen eine andere Richtung, welche die bestehende Realschule I. O. als brauchbar und entwicklungsfähig hinnahm und von dieser Grundlage bei ihren Bestrebungen und Verhandlungen ausging, während *) Vgl. die Programmbeilage 1873: Mit welcher Sprache beginnt zweck- mäHigerweise der fremdsprachliche Unterricht? **) Vgl. Das höhere Schulwesen unseres Staates. Düsseldorf 1873. 58 die Ostendorfsche Richtung, die namentlich in Gera und Braunschweig 1873 und 1874 von sich reden machte, .gründlicher umgestalten wollte und weniger durch die Zahl ihrer Anhänger als durch die Bedeutung und Beredsamkeit ihrer Führer sich Geltung verschaffte (Kreissig, Krumme zc,). Auch in Düsseldorf selbst folgte man auf die Dauer seinen Ratschlägen nicht mehr so bereitwillig. Man fand, daß dieselben zu weit gingen, bestehende Verhältnisse zu wenig berücksichtigten und selbst nicht immer folgerichtig wären. Und wie hätte man auch anders urteilen können, wenn er z, B. überzeugend und eingehend nachwies, daß aus den Michaelis-Cöten Gymnasialklassen werden müßten, weil thatsächlich das Bedürfnis für ein städtisches Gymnasium da sei; die allgemeine Strömung ginge nach einem solchen; die Ausführung sei bei den vorhandenen Lehrkräften einfach und die Kosten mäßig, und wenn er dann am Schlüsse dieser langen Denkschrift erklärt, daß er die Vorschläge mache, aber weit davon entfernt sei, zu glauben, daß dieselben an sich Zweckmäßiges enthielten? Konnte ein solcher, halb zurückgezogener Vorschlag an sich schon nicht zur Befolgung ermutigen, so kamen jetzt noch die wirtschaftlich bedenklichen Zustände in der Stadt hinzu. Die Geschäftskrisis, die in ganz Deutschland auf deu Milliardensegen folgte, bekam in Düsseldorf einen besonders ernsten Charakter durch den Zusammenbruch der Gewerbe- bauk. Hunderte von Familien waren kredit- und damit erwerbslos geworden, während in solcher Zeit oft für ganz wenig Schüler an der Realschule fakultative Stunden für Italienisch, Spanisch, Griechisch, Lateinisch, Rechnen w. eingerichtet wurden, Daß ein solcher Unterricht geboten werden konnte, war für die Anstalt und ihre Patrone ehrenvoll, und die Resultate sind gewiß des Versuches wert gewesen; aber kostspielig waren sie auch, uud die finanziellen Schwierigkeiten der Stadt und ihrer Einwohnerschaft erinnerten täglich an diese Seite. So mußte mau denn jedenfalls alle neuen Umgestaltungen vertagen und nüchtern wieder rechnen. Das Mißbehagen über diesen Verlauf mochte Ostendorf um so mehr niederdrücken, als seine Krankheit (Blasenleiden) trotz verschiedener Kuren in Karlsbad und Wildungen Herbst 1877 einen ernsteren Charakter annahm. Und doch wußte er auch diese Prüfung als Mann zu ertragen. Unvergeßlich wird es dem Verfasser, der Ostendorf auf der Reise zur Operation nach Halle zufällig begleitete, immerdar bleiben, mit welcher Seelenruhe derselbe diesem ernsten Schritt entgegenging. Nicht Ein 59 Wort, nicht Ein Zeichen der Sorge auf der langen Fahrt! Unbefangen und fröhlich sprach er über alles, was irgendwie die Aufmerksamkeit erregte. Die Operation selber schien glücklich ausgeführt zu sein, doch nahm die Heilung plötzlich eine verderbliche Wendung, so daß er am 31. August 1877 seinen Leiden erlag. Heinen hatte bei seinem Ende in Düsseldorf ziemlich allein gestanden, und härter wurde durch diesen Todessall wenigstens in Düsseldorf niemand betroffen. Diejenigen, die ihn hier betrauerten, hatten - doch der Einsicht sich nicht verschließen können, daß die physische Kraft des Mannes sich erschöpft hatte und daß mit der Entwicklung der Schule die Arbeitsfrische nicht gleichen Schritt gehalten Anders stand die Sache bei Ostendorf. Bei seinem Lebensalter (54 Jahren) durfte noch auf eine lange Wirksamkeit zum Heil der Schule gerechnet werden. Dazu kam die Teilnahme für die Hinterbliebenen. Eine junge Witwe mit 3 kleinen Kindern stand am Sarge; sie hatte nun die Aufgabe allem, denselben die Wege zu bahnen und ihnen Trost und Halt in allein zu sein. Unter dem Bewußtsein, daß sie in Düsseldorf doppelt den Verlust des Gatten empfinden werde, verließ sie die Stadt und suchte und fand Stütze und Rückhalt im Elternhause zu Lippstadt, wo sie auch der Ruhestätte des Entschlafenen nahe sein konnte. Aber nicht die Gattin allein war von dein Verluste gebeugt, auch ferner stehende Männer waren tief erschüttert; hatten doch auch üe mit dem hochverehrten Mann verheißungsvolle Pläne und Hoffnungen aufgeben müssen. Denn mancherlei Anregung hatte der eigenartig, edel und genieinsinnig denkende Ostendorf gegeben und selbst solche Kreise für die Aufgaben der Schule erwärmt, die sonst denselben gleichgültiger gegenüber standen. Erst durch ihn hatten sie ein lebhafteres Verständnis und Interesse für die Bedeutung des Schullebens gewonnen. Große Hoffnungen waren geweckt, und schwerlich fand sich ein Nachfolger, der diese verwirklichen konnte. Die Kürze seiner Amtsdauer und die Ungunst der Zeiten hat die Ausführung vieler Ideen verhindert, aber wenigstens die Bürgerschule wird ein dauerndes thatsächliches Denkmal seiner hiesigen Thätigkeit bleiben, und dieses Andenken wird zweifellos allseitig seinen Namen in Ehren halten. Die einstweilige Leitung wurde jetzt ebenso wie nach Heinens Tode dem Professor Honigs heim anvertraut. Selbstverständlich wurden in der Übergangszeit keine wesentlichen Veränderungen vorgenommen; es wurde treu und gewissenhaft weitergearbeitet wie vordem. 60 Wir glauben gerade in diesen Tagen der Überzeugung Ausdruck geben zu dürfen, daß sein ebenso rücksichtsvolles wie gewissenhaftes Regiment die Schule in keiner schlechteren Verfassung weiter gegeben habe, als wie sie übernommen wurde. Der Nachfolger Ostendorfs war Carl Böttcher. Derselbe stammte aus Königsberg, war noch vergleichsweise jung (40 Jahre) und als Leiter einer Realschule in Hamburg thätig gewesen. Bis dahin hatte das Kolleg stets einen älteren Vorgesetzten gehabt, dessen Autorität es um so lieber folgte, als sie stets schonend und rücksichtsvoll geltend. gemacht wurde. Dies änderte sich, als eine frische, ungestüme Kraft aus weiter Ferne kam, die in rheinische Anschauungen sich nicht ohne weiteres hineinfand und die mit um so größerer Energie an Umgestaltungen. im Kleinen und im inneren Betrieb heranging, als die Ungunst der Zeiten große Organisationen von selber ausschloß. Wir haben schon oben ausgeführt, daß auch Ostendorfs Pläne den veränderten Zeiten zum Opfer fallen mußten. ' Es war dies bei Böttchers Ideen, eine Einheitsschule Hierselbst zu begründen, um so mehr der Fall, als die Schwierigkeiten der Düsseldorfer Finanzen nicht besser geworden, die vorsichtig rechnende Spitze der damaligen städtischen Verwaltung aber allen Projekten abgeneigt war und auch wohl'abgeneigt sein mußte. Auch im Kolleg machte sich eine ähnliche Stimmung geltend. Es galt unter solchen Verhältnissen auch mit bescheidenen Zielen sich zufrieden zu geben und auf große Umgestaltungen einstweilen zu verzichten. Diese bescheidenere Thätigkeit ist aber in reichem Maße.entfaltet worden; manche Einrichtung ist damals getroffen, die praktisch war und sich dauernd bewährte, obwohl man derselben anfangs widerstrebte. Auch die Ausstattung und der Schmuck der Schule ist selbst in jener geldarmen Zeit außerordentlich vervollständigt worden. Ebenso wurde auf Zucht und äußere Haltung der Schüler sofort energisch und vorteilhaft eingewirkt. Von wichtigen Anordnungen sei zunächst eine übersichtliche Zusammenstellung bezw. Ueberarbeitung der Schulgesetze genannt. Ein Konflikt mit dem Elternhause bei Gelegenheit der Feier des „Wilhelmstages" (28. Mai 1878) führte zur Abfassung derselben, die am 26. November' desselben Jahres von: Königlichen Provinzial-Schulkolleginm in Coblenz bestätigt wurden. Künftigen Irrtümern wurde dadurch vorgebeugt, daß die Eltern schriftlich sich zur Empfangnahme der Gesetze bekannten und denselben sich unterwarfen. Da dieselben noch gelten und zu ihrer 61 Charakteristik sei folgendes daraus mitgeteilt. Aufnahme wie Abgang der Schüler wird, womöglich schriftlich, durch formelle Erklärung festgestellt. Auswärtige Schüler dürfen nicht in Wirtshäusern ihre Pension nehmen. Etwaige Dispensationen vom Religionsunterricht, Turnen, Singen, israelitischen Religionsunterricht u. s. w. sind nur unter bestimmten Bedingungen zulässig. Ein Gesuch um Urlaub für einen Tag und weniger ist an den Ordinarius, für längere Zeit an den Direktor zu richten. Besonders zur Pflicht gemacht wird den Eltern die Sorge für regelmäßigen und pünktlichen Schulbesuch und zwar vom Beginn des Semesters bis zur letzten Schulstunde. Urlaub zu Familienfesten wird nur dann gewährt, wenn es sich um seltene Familienfeste handelt. Wer ohne triftigen Grund die Schule versäumt, kann im Wiederholungsfalle von der Schule verwiesen werden. Der Besuch öffentlicher Vergnügungsorte ist, abgesehen vom Zoologischen Garten, der Flora, und der Tonhalle, falls hier Konzerte stattfinden, nur in Begleitung der Eltern oder geeigneter Vertreter gestattet. Tabakrauchen auf der Straße ist unbedingt verboten, Beteiligung an öffentlichen Aufzügen sowie an Aufführungen in geschlossenen Gesellschaften u. dergl. wird nur unter besonders angegebenen Bedingungen zugelassen. Mitteilungen an die Eltern werden als portopflichtige Dienstsache unfrankiert befördert, da sie im Interesse der Eltern erfolgen. Verwiesen werden solche Schüler, die sich unverbesserlich zeigen, ferner diejenigen, deren Verbleiben schädlich auf die andern wirkt, endlich diejenigen, die nach zweijährigem Klassenbesuch das Ziel noch nicht erreicht haben. Diese und andere Bestimmungen lassen den praktischen Blick des Schulmanns erkennen, der den Konflikten zeitig vorbeugt, eintretendenfalls aber auch das Interesse der Schule zu wahren weiß. Augenscheinlich ist an vielen Stellen an die Versuchungen gedacht, die gerade in Düsseldorf sich besonders geltend machen, darum werden die Schüler noch immer mit Nutzen den Inhalt sich wieder vergegenwärtigen. Ein großes Interesse wurde der Ausstattung der — abgesehen von den Wandgemälden — noch unendlich nüchternen und armen Aula zugewendet. Daß eine so schöne und reiche Vollendung derselben damals möglich wurde, ist, wie schon oben bemerkt, dein praktischen und energischen Bemühen des Direktors zu verdanken. Von der Stadt wurden die Mittel für die stilgerechten Kronleuchter, Bänke, Stühle, Katheder :c. bewilligt, während von den Schülern und Lehrern (viridus unitis) 62 die Gelder für die Orgel durch Gesang und Deklamation zusammengebracht wurden (auch die patriotische Gedenktafel ist eine Stiftung jener Tage). Wertvoller aber, als der Schmuck selber ist das Bewußtsein der Schüler gewesen, sich als Glieder einer großen Gemeinschaft kennen zu lernen und durch ihr Mitwirken Haus und Schule inniger - zu verknüpfen. Auch mag erwähnt werden, daß bei den deklamatorischen Übungen manche Schüler Talente entwickelten, die sonst nicht zur Geltung gekommen wären und die teilweise geradezu überraschten. Jetzt aber bildeten sie ihre Gaben erfolgreich weiter aus; dies verbürgte schon die sichtbare Freude, mit der sie vor ihre Zuhörer trateu. Wie die Aula bekamen auch dieKlassenzimmer ein nicht unwesentlich verändertes Aussehen. Die alten, plumpen und der Gesundheit nachteiligen Bänke wurden abgeschafft und zunächst für 6 Klassen unter Aufwendung von 5000 Mark neue Subsellien bestellt. Allerdings hat dies Suchen nach der vollkommensten Schulbank nicht sofort die beste finden lassen, namentlich sind dieselben, je weniger einfach sie waren, auch so viel unhaltbarer gewesen, aber gesundheitlich bedeuten sie alle, die älteren wie die neueren Systeme, einen Fortschritt gegen die alte, gedankenlos gearbeitete Massenbank. Auch die Wände wurden anders ausgenutzt. Kartenhalter, die freilich nicht immer sich bewährten, nahmen die Karten auf, von denen jede Klasse ihre besonderen bekam. An den anderen Wänden wurden die Langlschen Bilder aufgehängt, um die hervorragendsten Bauwerke aller Zeiten geschmackvoll zur Anschauung zu bringen. Auch in mancher anderen Art wurde durch die Schule der Sinn für Schönheit und Ordnung gepflegt. In den früheren Jahren waren die Schulferien hier etwas abweichend von anderen Orten angesetzt gewesen. Es war zu Heinens Zeit eine „berechtigte Eigentümlichkeit", daß Ostern nur ganz wenig Tage geschlossen wurde, Pfingsten dagegen freute man sich bis nach Frohnleichnam des neuerwachten Frühlings. Diese schöne Ferienzeit kannte man Ende der 70er Jabre nur noch aus den Erzählungen älterer Kollegen. Noch mehr aber entwöhnte man sich, diese köstliche!: Tage zu genießen, als der Provinzial-Landtag, der durch den Brand des Ständehauses obdachlos geworden war, sein Auge auf die Realschule warf und in den Ostertagen (z. B. 1879 vom 16. April bis zum 8. Mai) für eine Reihe von Jahren das ganze Gebäude in Benutzung nahm. In solchen Zeiten bekamen die Räume einen überaus behaglicheu Charakter. Für die Schule war aber die Folge, daß die Pfingstferien 63 nun noch kürzer wurden wie anderswo und auf die beiden Feiertage beschränkt wurden. Auch die Herbstferien wurden etwas geschmälert. Natürlich war es der Schule eine Freude, durch ihr Opfer ein Interesse der Stadt wie der Provinz zu fördern, doch kam diese Freude noch ungeteilter zum Bewußtsein, als die Stände beim Abschied der Witwen- und Waisenkasse der Anstalt 5060 Mark schenkten; zumal, da man sich einredete, daß die Regelung des Statutes dadurch beschleunigt werden müsse. Besonders viel Zeit wurde in den Konferenzen auf die Besprechung der Lehrpläne verwendet. Es hatte nicht ausbleiben können, daß bei den Parallel- und Wechsel-Cöten, an denen oft in rascher Folge die verschiedensten Lehrer thätig waren, der Unterricht nicht ausreichend ineinander griff und zwar nicht bloß in Bezug auf die Methode, sondern auch in Bezug auf deu Umfang der Pensen. Es war deshalb eine zweifellose Wohlthat, als zunächst im Deutschen, in Geometrie, Algebra, Rechnen und Physik und hernach auch in der Naturgeschichte ein fester Normalplan besprocken und nach Zustimmung der Behörde sofort eingeführt wurde. Damit zusammen hängt auch die Einführung einer größeren Zahl, neuer Schulbücher. Ein solch neues Buch ging auch aus dem Schoß des Lehrerkollegs hervor; es ist dies das von den Herren Schroeter, Moers und Blum- berger herausgegebene Turnliederbuch. Da die Auswahl so sorgfältig und die Ausstattung des Werkchens nicht bloß elegant sondern auch zweckmäßig ist, so steht zu wünschen, daß die Schüler keine Turnfahrt ohne dasselbe machen, um die Belebung derselben durch frischen, allseitigen Gesang sicher zu stellen. Die Ausflüge sind ja seitdem einfacher geworden. Die ganze Schule zieht nicht mehr wie damals nach Dornap oder gar nach dem Siebengebirge, auch beschränken sich die weitesten Touren auf die Dauer eines Tages; trotzdem aber wird doch kein Ausflug gemacht, der nicht durch den muntern und gemeinsamen Gesang geeigneter Lieder gewänne. Noch mancherlei Einrichtungen jener Zeit, wie die Schulpostkarten, die Formulare für den brieflichen Verkehr mit den Eltern u, a. zeigen den auf das Praktische gerichteten Sinn Böttchers. Gleichzeitig erfolgte auch vom Ministerium eine Anordnung, die einen wesentlichen Fortschritt in der deutscheu Schriftsprache bedeutete, nämlich die Einführung der neuen sogenannten Puttkamerschen Orthographie (20. März 1880). Hätte man auch vielleicht in Bezug auf einige Punkte (z. B. 64 große Anfangsbuchstaben) eine noch durchgreifendere Reform gewünscht, fo erkannte man doch dankbar den großen Fortschritt einer einheitlichen nnd vernünftigen Rechtschreibung. Diejenige Reform indes, die der Anstalt am meisten not that und deren Bedürfnis Böttcher' in Zahlen überzeugend nachwies, sollte erst von seinem Nachfolger thatsächlich durchgeführt' werden. Das Verlangen der städtischen Bevölkerung ging aus den schon wiederholt angeführten Gründen nach einem Gymnasium hin. Für eine so lange Schulzeit beanspruchte man auch die sämtlichen Berechtigungen und zwar um so dringender, als überhaupt jetzt mehr wie sonst der sichere Staatsdienst angestrebt wurde. Vielleicht auch erschöpfte sich die Geduld derer, die aus der Agitation der Realschulmänner Erfolge erwarteten. Genug, die Schülerzahl der Anstalt verminderte sich zusehends mehr und mehr und nicht bloß aus persönlichen und zufälligen Ursachen. Die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Umgestaltung führte endlich am 14. Februar 1882 im Stadtrat zu dem Beschlusse, die Aufsichtsbehörde um die Zustimmung zur allmählichen Einrichtung von Gymnasialklassen und zwar neben den Realklassen nunmehr anzugehen. Böttcher, der im Sommer 1832 einem Ruf an die heimatliche Realschule in Königsberg (Ostpreußen) folgte, hat die Ausführung des Beschlusses nicht mehr in Düsseldorf erlebt. An seine Stelle trat, nachdem in der kurzen Übergangszeit wiederum in gewohnter Weise Professor Honigsheim das Direktorat verwaltet, am 5. Oktober 1882 Direktor C. Kirchner aus Ra- tibor. Seine Einführung war ungemein geräuschlos. Wie ganz anders war dies bei Ostendorf gewesen, den Schule und Stadt in der Aula bezw. Tonhalle feierten; einfacher ging es bereits bei Böttcher zu, jetzt aber war es ganz stille, als wenn solch ein Vorgang für die Stadt gar keine Bedeutung habe. Indes entsprach das geräuschlose Eintreteu wenigstens den Neigungen des neuen Direktors. Er war keü? Freund von Förmlichkeiten und bildete auch in dieser, wie in mancher andern Beziehung den vollen Gegensatz zu seinen? Vorgänger. Weniger durch sorgfältige Überwachung als durch eigues Vorbild veranlaßte er andere zur Erfüllung ihrer Pflichte??. In den Ansichten ebenso bestimmt, ließ er doch leichter neben seiner Meinung auch eine andere gelten, wie er denn überhaupt mit großem Zartgefühl in der nicht leichten Stellung sich bewegte. Obschon nicht fremd in den Gebieten, die hauptsächlich die Realschule pflegt, betrachtete sich 65 Kirchner doch als klassischen Philologen und hielt es für seine eigentliche Aufgabe, das humanistische Gymnasium energisch und rasch ins Leben zu rufen. Im Lebensalter stand er Böttcher um einige Jahre nach, war aber infolge einer sehr raschen Laufbahn (mit 24 Jahren I. Oberlehrer, mit 32 Jahren Gymnasialdirektor) schon seit 3 Jahren als Gymnasialdirektor thätig gewesen und konnte nun auf gründ seiner Erfahrungen und Kenntnisse rascher mit der Organisation vorwärts gehen. So wurde denn Ostern 1883 nicht bloß eine Sexta, sondern gleichzeitig auch eine Gymnasial-Untertertia eingerichtet und dadurch es möglich gemacht, daß bereits in diesem Jahre (1888) die ganze gymnasiale Anstalt von der Oberprima bis herab zur Sexta fertig wurde. Wie sehr damit der oben erwähnten Abnahme des Schülerbesuches gesteuert wurde, ergiebt die ununterbrochene Zunahme der Frequenz; dieselbe betrug nämlich ohne Vorschulen 1. April 1882: 304 Schüler und stieg in 3 Jahren unter Kirchner auf 429 und seitdem unter Matthias (Sommer 1887) auf 458 Schüler. Damit dürfte die Zweckmäßigkeit der Umgestaltung und die glückliche Art der Ausführung hinreichend erwiesen sein. Das Weitere über die Geschichte des humanistischen Gymnasiums an unserer Schicke gehört nicht hierhin. Zu erwähnen ist aber, daß sich auch die alte Anstalt demselben noch insofern näherte, als sie nicht bloß (2. Mai 1882) den Namen Realgymnasium erhielt, sondern auch in Prima eine weitere Verstärkung des lateinischen Unterrichtes (5 Stunden statt 4) erfuhr. Überhaupt dürfte es seit Kirchners Eintritt entschieden sein, daß der Schwerpunkt der Anstalt nach dem Gymnasium hin verrückt worden, und daß der Name Realgymnasium mit Gymnasialklassen richtiger jetzt umgekehrt gefaßt würde. In die kurze Zeit der Leitung Kirchners fällt die Einwirkung jener Bestrebungen, welche der „Überbürdung" durch Turnmärsche u. dgl. ein Gegengewicht geben wollten. Bekanntlich ist es eine alte Klage, daß die Schüler höherer Anstalten durch die Schule zu stark in Anspruch genommen und dadurch in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung geschädigt würden. In einer Verfügung darüber vom 14. Oktober 1875 bezieht sich der Minister auf verschiedene frühere darauf bezügliche Verfügungen, namentlich auch auf die vom Jahre 1837. In Düsseldorf hatte man auf diesen wichtigen Punkt seitens der Realschule schon längst und um so mehr geachtet, als Ostendorf persönlich sich für die Agitation interessierte und u. a. als Kor- 66 referent ant 18. November 1876 in dem Niederrheinischen Verein für öffentliche Gesundheitspflege in der hiesigen Tonhalle die Sache behandelte. Es möge dies erwähnt sein, um festzustellen, daß die Hartwichschen Bestrebungen, die Herbst 1881 in der Abfassung der bekannten Broschüre und der Begründung des Centralvereins für Körperpflege ihre ersten Lebenszeichen gaben, nicht etwa durch Beobachtungen und Vorgänge auf der hiesigeil Realschule veranlaßt wurden. Mit dieser trat Hartwich erst dann in unmittelbare, persönliche Beziehung, als die Agitation längst im Gange war. Eine Nachwirkung der allgemeinen Bewegung war es, daß der Minister am 17. Oktober 1882 eine Verfügung erließ, die leibliche Kräftigung der Schüler betreffend. Infolge dieser Bestimmung wurden an geeigneteil Schul- nachmittagen anstrengende Märsche in getrennten Gruppen ausgeführt, wobei die schatteulose, nächste Umgebung der Stadt vielfach den Weg in der Mittagshitze recht angreifend und beschwerlich machte. Das gute Vorbild des Direktors indes, der vor keiner Unbequemlichkeit zurückschreckte und in der Erfüllung der Berufspflicht oft geradezu Erholung zu suchen schien, veranlaßte auch widerstrebende Naturen, mit den Märschen es aufrichtig zu nehmen und sie möglichst zweckentsprechend zu gestalteil. Die „Spaziergänge" wurden später etwas weniger anstrengend, auch wurden nicht gerade die allerheißesten Tage mehr dazu ausgesucht. Trotzalledem aber bewährten sie sich doch nicht ausreichend, um alle die Störungen des Unterrichtes und andere Nachteile auszugleichen, die eine unvermeidliche Folge wareil. Die drei oder vier Gewaltmärsche konnten dazu doch nicht das einbringen, was eine ununterbrochene Pflege des Körpers in maßvoller Weise anstreben soll, und als nun später seitens der Behörde die Verfügung soweit beschränkt wurde, daß alles bei den Ausflügen frei sein solle, Wille des Lehrers und Wille des Schülers, ja auch der Nachmittag selber (Mittwoch oder Samstag), sind dieselben wieder aufgegeben worden. (Vgl. Verfügung vom Provinzial-Schulkollegium vom 2. September 1886.) Besonders legte Kirchner großen Wert auf die Haltung der Schüler in deil Pausen und nach dem Unterrichte; in der Gewöhnung an Sitte nild Ordnung und in dem Fernhalten alles wüsten Treibens, das so leicht in der gedachteil Zeit sich geltend macht, sah er mit Recht einen nicht unwichtigen Teil der Körperpflege, auf die er als Direktor insbesondere sein Augenmerk zu richten habe. Unermüdlich war er vor dein Unterricht in den Gängen bzw. auf dein Hofe oder an der Schul- 67 thür, und jeder Schüler wußte, daß derselbe Mann, der gegen den Strebsamen und Ordentlichen rücksichtsvoll und milde war, ebenso energisch und rasch strafen könne, wenn Rohheit und Böswilligkeit sich geltend machten. Jetzt konnte auf dem Schulhofe am Schlüsse der Pausen das Antreten zu geordneten Zügen und das planmäßige Einmarschieren der Schüler unterbleiben, ohne daß das in früheren Zeiten öfters beobachtete wüste und tolle Hineinstürmen wieder bemerkt worden wäre. So war die Schule auf diesem wie auf anderen Gebieten in bester Entwicklung, als im Sommer 1885 ein ehrenvoller Ruf an die Ritterakademie in Liegnitz den allgemein verehrten Direktor nach kaum Zjähriger Thätigkeit wieder von dannen führte. Wie schwer dies Ereignis die Anstalt zu schädigen drohte, zeigen die warmen Worte, mit denen bei der Einführung des Nachfolgers sowohl der Oberbürgermeister wie auch der Vertreter des Lehrerkollegs seiner gedachten. Wir dürfen hinzufügen, daß dies Bedauern in ganz Düsseldorf ein allgemeines war. Die Versuche, die mehrfach (auch aus dem Lehrerkolleg heraus) gemacht wurden, ihn hierzuhalteu, hatten ihn nicht umstimmen können, da „unabweisbare Rücksichten" ihn fortriefen. Dauernd hat er aber eine dankbare Erinnerung Hierselbst zurückgelassen. An seine Stelle trat, nachdem wieder für die Zwischenzeit (15. Juli bis 21. September) Professor Honigsheim die Direktiousgeschäfte versehen, am 22. September 1885 Adolf Matthias, zuletzt Direktor in Lemgo. Jünger als irgend einer seiner Vorgänger und deshalb auch fast unbekannt, trat er in das schwere Amt. Es war verzeihlich, wenn viele und so auch das Kolleg mit großer Spannung seiner Thätigkeit entgegensahen und Honigsheim bei der Begrüßung mit den Worten schloß: Seien Sie so glücklich in Ihrer Amtsführung, wie Ihr Vorgänger war, seien Sie so gut wie er! Wir dürfen, wenn wir auch ein weiteres Urteil uns versagen müssen, doch die Überzeugung aussprechen, daß die Erfüllung des Wunsches rasch' eingetreten ist und daß selten ein Mann schneller und nachhaltiger sich die allgemeine Zuneigung erworben als der neue Direktor, Schon die Einführungsrede brachte die Gewißheit, daß die Anstalt in vorzügliche Hände gegeben sei, und nur die Sorge machte sich geltend, welcher der Oberbürgermeister in seineu letzten Einführungsworten Ausdruck gab. Hoffen wir mit diesem, daß der Direktor bei jeder Gelegenheit und recht lange sich hier glücklich fühle! 68 Die erste Amtsthätigkeit bestand nicht in Reformen, da Matthias im wesentlichen in seinen Anschauungen dem Vorgänger glich und der begonnene Aufbau des Gymnasiums nur weiter geführt zu werden brauchte. Diese Arbeit ist aber mit aller Sorgfalt geschehen. Der schon erwähnte wachsende Zuspruch beweist, daß das Vertrauen der Bevölkerung ebenfalls nur größer geworden ist. Dabei kann die Frequenz um so mehr als eine normale angesehen werden, als sie sich ziemlich gleichmäßig über die verschiedenen Klassen verteilt. Der Schulbesuch ist nicht mehr von so kurzer Dauer, wie er dies früher bei vielen Schülern war, und die Sorgfalt bei der Versetzung läßt mit der Zeit ein regelmäßigeres Steigen erhoffen. Das reiche Programm, das Matthias bei seiner Einführung entwickelte, ist in vollem Maße bis dahin eingehalten worden. Obschon er (darin seinem Vorgänger unähnlich, der seine Thätigkeit auf Schule und Haus nahezu beschränkte) persönlich sich nicht dem Verkehre entzieht und im Geiste altklassischer Gesetzgebung auch im öffentlichen Leben sich zu der Fahne bekennt, für die er bei Lsauus 1a kolanck« kämpfte und das eiserne Kreuz sich errang, verweist er in der erwähnten Rede doch so nachdrücklich und eindringlich, wie es nur je zuvor hier geschehen, den Schüler aus dem verflachenden und zerstreuenden Leben, das die Großstadt und Luxusstadt mit sich bringt, in die stille Arbeitsstube und an den traulichern Familienherd. Es sei eine Thorheit, die Jugend an all den Vergnügungen und Freuden teilnehmen zu lassen, die ihr eine äußere Bildung aufkleben, die Arbeitsfähigkeit aber und die Arbeitslust zerstören und für die Zumutung stärkerer Anstrengung das Wort Überbürdung bereit habe. Indem der Direktor mit solchen Gedanken der Familie die Aufgabe zuwies, die Erziehung mehr nach innen zu kehren, berührte er den wundesten Punkt, an dem das Leben in unserer Stadt besonders krankt. Wir haben oben ähnliche Klagen Heinens mitgeteilt; sie sind ja alt, aber das Leben der Gegenwart hat dies Übel nicht gemindert, sondern eher gesteigert. Und wie bislang schon mancher praktische Fall dem Direktor wie der Konferenz Anlaß gegeben hat, dem Elternhaus die Gefahren zu bezeichnen, die aus all den verwirrenden und vorzeitigen Genüssen hervorgehen, und die man dadurch am wenigsten bannt, daß man sie nicht sehen mag und nicht sehen will, so wird auch in Zukunft die Schule nicht müde werden dürfen, das Haus daran zu erinnern, daß die Kinder in der Arbeit für die Schule ihr wesentlichstes Interesse zu sehen und in der treuen, pünktlichen Erfüllung ihrer Pflicht 69 auch in sogenannten Kleinigkeiten ihre wichtigste Aufgabe zu erblicken haben. Ist doch in der Erziehung auch das Kleine nicht unwichtig; denn erst durch lange Übung in geringen Dingen wird die Jugend daran gewöhnt, auch in schwereren Fällen, die das Leben sicher bringt, die Pflicht ganz und freudig zu erfüllen. Ein Vorbild seltener Berufstreue tritt dabei vor die Seele, dein Matthias näher gestanden und gewiß mancherlei Anregungen für seine Lebensanschauungen zu verdanken hat. Es ist dies der leider 'zu früh Heimgegangene Schulrat Vogt. Die Realschule hat das Glück gehabt, in den Schulräten, die mit ihrer besondern Überwachung betraut waren, eine Reihe ebenso wohlwollender, wie hervorragender Männer verehren zu dürfen. Es gilt dies von Land- fermann an, dessen fromme, vaterländische und bei aller Wucht der Persönlichkeit doch so schlichte Art den älteren Lehrern noch in bester Erinnerung ist, bis herab zur ueuesten Zeit. Aber bei keinem kam die edle, nur das heilige Ziel selbst wollende und die eigene Person ganz hintenanstellende Natur so zum Ausdruck, wie bei Vogt, der für Vaterland und Schule seinen Körper vor der Zeit aufrieb und seiner Pflicht auch dann noch treu nachlebte, als die Kräfte versagen wollten. Sein Bild, das uns aus den Abiturientenprüfungen unvergeßlich geblieben, hat dauernd auf Matthias wirken können, der trotz des jüngeren Alters in treuer, engster Freundschaft zu ihm gestanden. Indem wir so das Ideal eines edlen Mannes in diesem an unserer Spitze fortleben sehen, freuen wir uns, ihn zugleich in vollster Manneskraft zu wissen und wünschen nur, daß er so uns noch lange erhalten bleibe. Das ist besonders der Wunsch aller Lehrer, die es längst empfunden haben, daß die freundlichen Begrüßungsworte nicht bloß der Gelegenheit wegen gesprochen wurden, sondern ernst gemeint waren und aus dein Herzen kamen. Das „bloß gebietende Wort" kann keine Lehrer schaffen und. „das lebendige und gute Wort wirkt mehr, wie bureaukratische Mittel und ein schematischer Apparat". So wird denn auch die fleißige Mitarbeit des Kollegs zum Segen für die Anstalt in Zukunft sich weiter geltend machen und das um so nachdrücklicher, als es die Vertretung seiner Interessen nach außen und zu den Behörden in den besten Händen weiß. Unterstützt wird diese Thätigkeit durch das Wohlwollen, das der vorige Oberbürgermeister in seiner Einführungsrede der Anstalt in warmen Worten versicherte und das der jetzige bei seinem Besuche (30. September 1886) bestätigte und 70 bei jeder Gelegenheit bewährte, — So haben wir allen Grund zu der Hoffnung, daß auch die weitere Arbeit an der Anstalt wohlthuend und beglückend sein werde. Indem wir damit zur Gegenwart gelangt sind und uns, anschicken, mit Mut und Freudigkeit in die andern fünfzig Jahre des Jahrhunderts einzutreten, müssen wir noch des Mannes gedenken, der diesen Schritt nicht mitmachen wird, sondern den reichverdienten Feierabend seines Lebens beginnen will. Der Professor Honigs heim hat 35 Jahre an der Anstalt gewirkt und in dieser langen Arbeitszeit ebenso unermüdlich wie segensreich seine Kräfte der Schule gewidmet. Mit der Leitung derselben wiederholt beauftragt, hat er, obschon er nur ein schlichter Mitarbeiter bleiben wollte, doch nie die feste, führende Hand vermissen lassen. Ohne in der litterarischen Welt sich einen prunkenden Namen zu suchen, hat er doch in nicht gewöhnlichem Maße durch seine vielseitigen und gründlichen wissenschaftlichen Kenntnisse die Hochachtung seiner zahlreichen Kollegen sich gesichert. Nicht draußen in der Gesellschaft suchte er Glanz und Ehre, sondern in der treuen, pünktlichen, gewissenhaften Erfüllung seiner Pflicht. Wir sind dessen gewiß, daß das Vertrauen, welches seine Behörden ihm als Leiter und Lehrer so oft geschenkt, in den Erfolgen an den Schülern sich noch lange bewähren werde, und daß er in' diesem Sinne noch weiter unser Mitarbeiter bleibe. Möge er auch seine Teilnahme der Anstalt noch lange Zeit in Frische und Gesundheit zuwenden! Mögen aber auch alle, die an der Anstalt irgendwie beteiligt sind, derselben weiter zugethan bleiben! Mögen die Behörden ihr Wohlwollen und die Eltern ihr Zutrauen derselben erhalten! Mögen die Lehrer immerdar Freudigkeit am Beruf und die Schüler volle Lust an ihrer Aufgabe finden! Und möge der allmächtige Gott die Arbeit an dieser Schule zum Besten ihrer Schülxr und zum Gedeihen der Stadt auch fernerhin segnen! Anhang. 1. Kuratorium, s,. Borsitzende des Kuratoriums: Oberbürgermeister von Fuchsins von 1838—1348. Der erste Beigeordnete Dirtzr und ( Der Oberbürgermeisterei-Verwalter Graf van Killers f " ^^e 1818—1850. Oberbürgermeister Hammers „ 1850—1376. (zuletzt vertreten durch die Beigeordneten Fritzen und- Dr. Hausmann) Oberbürgermeister Kecker „ 1876—1837. Sindemann „ 1887 an. d. Mitglieder desselben: Justizrath Conrttz von 1838—134?. Kaufmann Deus „ 1838—1346. Rentner Dirtzr „ 1838—1846. Kaufmann Schombart „ 1838—1346. Kämmet f ^ „ 1838—1846. Geheimer Archivrat Dr. Saromblrt „ 1838—1842. Derselbe später „ 1850-1858. Dechant Heinzrn von 1838 bis zu seinem Tode 1840. " Jacsten „ 1840 „ „ „ „ 1874. Konststorialrat Hartman» „ 1830 „ „ „ „ 1843. Münzmeister Ha eile von 1842—1847. Kaufmann Arnz „ 1846—1850. Krrmrr „ 1846-1850. Dr. meä. Krinartz 1846—1850. Derselbe später . „ 1863—1873. Kaufmann Kupp von 1342 bis zu seinem Tode 1355. Konststorialrat Zuddc „ 1842 „ „ „ „ 1860. Geheimer Justizrat Friedrichs von 1850—1863. Justizrat Krämer „ 1850—1863. Kommerzienrat Trinkaus . „ 1850—1863. Regierungsrat a. D. Otto von 1855 bis zu seinem Tode 1856. Kaufmann G. Kramer von 1855—1863. - „ Alb. Jung „ 1858—23. Sept. 1868. Rentner Matbrötzt „ 1858—186S. Konststorialrat Katorp . . . „ 1361 an. Domänenrat Walters von 1863—1375. Professor Mücke ,, 1363—1869. Justizrat Stiesderg „ 1863—1876. Direktor vr. Deinen „ 1838—1870. „ Ostcndorf . ,, 1872 — 1877. Kommerzienrat Sockmühl „ 1869—1875. „ Kupp „ 1869—1875. Fabrikbesitzer Gust. Dloem ,, 1869 an. Pfarrer Uottrtmmn . . . „ 1875 „ Kommerzienrat Pfeiffer „ 1875 „ M. Snrtorius ,, 1875—1876. G. Windscheid „ 1875-1879. Architekt Urffart ,, 1876 — 1878. Justizrat C>. Wnler „ 1878 an. Dr. weck. Preich „ 1378—1885. Rektor Uirhoff „ 1878 an. Direktor vr. Höttchrr „ 1878—1882. Justizrat Frings „ 1879 an. Direktor Kirchner « 1882—1885. „ vr. Mntttzins „ 1335 an. „ vr. Kieset „ 1886 „ 2. Kehrer der Anstalt. (In der Reihenfolge ihres Eintritts, die älteren wissenschaftlichen Hiilfslehrer (bis 18SZ) sind SS—4Z zusammen aufgeführt. Die Notizen beruhen großenteils auf Angaben der Beteiligten.) a,. Direktoren, ordentliche Lehrer, Religionslehrer nnd wissenschaftliche Hiilfslehrer. 1. vr. Krinrn, Franz, geboren 4. Juni 1807 zu Düsseldorf, ging, mit dem Zeugnis der Reife von dem hiesigen Gymnasium entlassen, Ostern 1826 zur Universität Bonn, lieferte während seiner Studienzeit eine Arbeit in Grelles Journal für r. u. a. Mathematik (Bd. III) und legte, von der Behörde dazu in Aussicht genommen, den als Direktor der höhern Bürgerschule zu Köln berufenen Oberlehrer am Gymnasium zu Trier, Stein, zu vertreten, am 9. April 1829 zu Bonn das Examen p. 1. ä. ab. Die Aussicht erfüllte sich zwar nicht, da letzterer dein Rufe entsagte; er hatte aber das Glück, an der Hand dieses ausgezeichneten Schulmannes sein Probejahr am dortigen Gymnasium abzulegen, auch ward ihm, nachdem er nach seiner Beendigung noch ein halbes Jahr an diesem unterrichtet hatte, im Herbst 1830 die Leitung der dort neu gegründeten K. Provinzial- Gewerbeschule und der mathematisch-naturwissenschaftliche Unterricht an derselben übertragen. In dieser Stellung schrieb er 1831 eine Programmschrift „über das Wesen nnd die Einrichtung der Gewerbeschulen". Ostern 1833 erhielt er eine Oberlehrerstelle am K. Gymnasium in Eleve, verfaßte 1834 eine im Buchhandel 73 erschienene Programm-Abhandlung „über Systems der Kräfte", Essen bei Bädeker, und promovierte am 17. Juni 1835 vor der philosophischen Fakultät zu Halle. Ostern 1838 wurde er zum Direktor der in seiner Vaterstadt zu errichtenden Realschule berufen und eröffnete' dieselbe am 28. Mai desselben Jahres. Die Versammlung des Rheinisch-Westfälischen Schulmänner-Vereins wählte ihn am 1. Oktober 1842 zur Vertretung des Realschulwesens in die Redaktion des von demselben herausgegebenen Museums, welcher er bis zum Eingehen dieser Zeitschrift (1850) angehört hat. Unter dem 1. November 1846 erhielt er von der philosophischen Fakultät zu Münster den Ruf zur Übernahme einer ordentlichen Professur, blieb aber in seiner hiesigen Stellung bis zu seinem Tode 7. Oktober 1870. Er war von 1850—53 Mitglied des Gemeinderats. Im Jahre 1860 wurde ihm der rote Adlerorden 4. Klasse verliehen. Außer verschiedenen Abhandlungen in Crelles Journal (Bd. 16. 18. 22), Grunerts Archiv (Bd. 2. 29. 30) und in gedachtem Museum (Bd. 2. 3. 5) sind von ihm im Buchhandel erschienen: 1. Das Dipleidoskop, Düsseldorf. Böttcher 1347. — 2. Über Rotationsapparate, Braunschweig. Vieweg 1858. — 3. Schulreden. Düsseldorf 1860. — 4. Bendemanns Wandgemälde. Düsseldorf 1866. 2. Wehoff, Heinrich, geboren den 28. April 1804 zu Büttgen bei Neuß, vorgebildet auf dem Kollegium zu Neuß und dem Gymnasium zu Düsseldorf, widmete sich auf der Universität Bonn philologischen und naturwissenschaftlichen Studien, und bestand im Herbst 1827 das Examen pro tue. äoo. Hierauf trat er sein Probejahr am Gymnasium zu Düsseldorf an, wurde zu Ostern 1828 als Lehrer an das Progymnasium in Ürdingen berufen, vertauschte diese Stelle aber nach einem halben Jahre mit einer Erzieherstelle in einer adligen Familie, die ihm Gelegenheit zu größeren Reisen bot. 1833 wurde er an das Gymnasium zu Emmerich berufen, von dort 1338 als erster Lehrer an die Realschule zu Düsseldorf, erhielt 1842 das Prädikat „Oberlehrer" und 1848 das Professorpatent. Im Frühjahr 1850 brachte er mehrere Wochen als Abgeordneter im Erfurter Parlaments zu und wurde noch in demselben Jahre zum Direktor der höheren Bürgerschule (spätern Realschule I. O.) und der Königlichen Provinzial-Gewerbeschule zu Trier ernannt. Einen Ruf als Negierungs- und Schulrat, sowie einen andern als Direktor des Pädagogiums zu Wien lehnte er ab. An Ordensauszeichnungen erhielt er 1852 den Adler der Ritter des Königlichen Hohenzollernschen Hausordens, 1859 das Ritterkreuz I. Klasse des Weimarschen Falkenordens, 1875 den Königlichen Kronenorden III. Klasse. Im Herbste 1875 wurde er pensioniert und lebte mit wissenschaftlichen Arbeiten vielfach beschäftigt in Trier, wo er am 5. August 1886 verstorben ist. Er hat folgende Schriften verfaßt: 1. Metrische Übersetzungen: a. drei Dramen von Moliäre (Aachen, Mayer); d. Sophokles' sämtliche Dramen (Leipzig, Bibliographisches Institut); 0. Elf Dramen von Shakespeare (ebendaselbst); 4. Walter Scotts Fräulein vom See (ebendaselbst); o. Tegners Frithjofssage (ebendaselbst); k. Blütenstrauß der französischen und englischen Poesie (ebendaselbst); A. Longfellows Evangeline (Programm der Realschule zu Trier); d. des Ausonius Mosella (Trier, Lintzj; 1. Racines Werke (Berlin, Habel). 2. Biographien: a. Goethes Leben (Stuttgart, Conradi); d. Schillers Leben (ebendaselbst). 3. Schulbücher und Schriften zur Poetik, Metrik und Interpretation der Dichter: a. Geographischer Leitfaden in 74 3 Bändchen (Berlin, Habel); b. Handbuch der deutschen Nationallitteratur (Braunschweig, Westermann); o. Hülfsbuch für den deutschen Unterricht (ebendaselbst); ci, Deutsches Lesebuch für die mittleren Klassen (ebendaselbst); s. Deutsches Lesebuch für die unteren Klassen (ebendaselbst); k. Lateinisches Lesebuch in zwei Stufen (ebendaselbst); x! Vorschule der Dichtkunst (ebendaselbst); t>> Goethes Gedichte erläutert (Stuttgart, Conradi); 1, Schillers Gedichte erläutert (ebendaselbst); k. Euripides' Jphigenie in Tauris erläutert (Emmerich); I. Schillers Jungfrau von Orleans erläutert (Düsseldorf, Böttiger). 4. Periodische Schriften: n. Archiv für den deutschen Unterricht (Düsseldorf, Böttiger); d. Archiv für das Studium der neueren Sprachen mit vr. Ludwig Herrig, dein jetzigen alleinigen Herausgeber (Braunschweig, Westermann). 5. Zeitgedichte für Straßburgs Kinder (Berlin, Lipperheide). 6. Goethes Nausikaa, ein Ergänzungsversuch (Düsseldorf, Böttiger). Als Manuskript hinterließ er: Die Poetik auf Grund der Erfahrungsseelenlehre (jetzt im Druck). 3. Dtchr, Joseph, 1813 zu Bop'pard geboren, erhielt seine Vorbildung teils auf dem dortigen Progymnasium, teils auf den Gymnasien zu Trier und Coblenz. Nachdem er 4 Jahre lang die Universität Bann besucht und dort nach einander die Stellen eines Assistenten des naturhistorischen Museums, des physikalischen Kabinetts und des chemischen Laboratoriums bekleidet hatte, erwarb er sich in dem im Herbste 1837 abgelegten Lehrerexamen die unbedingte Befähigung zum Unterrichte in allen Zweigen der Mathematik und der Naturwissenschaften. Er trat hierauf am Gymnasium zu Trier das Probejahr an, wurde Ostern 1838 an die hiesige Realschule berufen, und unter dem 21. Mai 1842 zum Oberlehrer ernannt. Leider! sah er sich wegen eines Brustleidens genötigt, sein segensreiches Wirken an der Schule um Weihnachten 18S6 einzustellen, und erlag demselben am 3. August 1861. 4. Grk, Friedrich, geboren den 8. Juni 1809 zu Wetzlar, trat, nachdem er die Prima des dortigen Gymnasiums absolviert, 1323 in das Lehrer-Seminar zu Neuwied, und später, nachdem er den Kursus desselben vollendet hatte, zur weiteren Ausbildung in das damals unter Diesterwegs Leitung stehende Seminar zu Moers. 1832 legte er daselbst sein Lehrerexamen ab, wirkte dann 3 Jähre lang an einer von Kaufleuten zu Mülheim a. d. Ruhr errichteten Privatschule, sodann in Düsseldorf an einer von Offizieren gegründeten Unterrichtsanstalt, bis er Ostern 1638 als ordentlicher Lehrer an der Realschule angestellt und ihm, außer anderem Unterricht, der Schreibund Gesangunterricht durch alle Klassen übertragen wurde. Außer einer Programm- Abhandlung, welche die Einführung seiner Schreibmethode an mehreren hiesigen und auswärtigen Schulen veranlaßt hat, veröffentlichte er unter anderen: 1. Sänger- Hain, heitere und ernste Gesänge für Gymnasien, Real- und Bürgerschulen, 4 Hefte, Essen, Bädeker. Drei dieser Hefte wurden in Gemeinschaft mit Ludwig Erk und Wilh. Greef herausgegeben, das 1. Heft, 2. Abteilung, mit Ludwig Erk. 2. Siona, Choräle und andere religiöse Gesänge in alter und neuer Form, 2 Hefte, Essen, Bädeker, ebenfalls in Gemeinschaft mit Ludwig Erk und Wilh. Greef. 3. Frische Lieder und Gesänge für gemischten Chor, zum Gebrauch an Gymnasien und anderen höheren Lehranstalten, 3 Hefte, Essen, Bäd'eker, in Gemeinschaft mit Ludwig Erk. Das letzte dieser Hefte erschien im Jahre 1878, wenige Tage vor dem Tode Friedrich Erks in Druck. 4. Allgemeines deutsches Kommersbuch von Fr. Erk und Silcher, Lahr, M. Schauenburg, gegenwärtig in 27. Auflage erschienen. 5. Gesang- 75 buch für Freimaurer von Fr. Erk, Essen, Bädeker. 6. Vorstufe zum Säugerhain, für die Vorschulen der Gymnasien und Realschulen, von Fr. und Ludwig Erk, Essen, Bädeker. . 7. Schulchoralbuch für die Morgenandachten an höheren Lehranstalten, von Fr. Erk und Dr. Ed. Schaueyburg, Frankfurt a. Main bei A. Gestewitz. 8. Katholische Kirchengesänge und Gebete für höhere Lehranstalten, herausgegeben von Dr. Chr. Lingen, unter musikalischer Redaktion von Fr. Erk, Düsseldorf, A. Modes. 1877 wurde Fr. Erk auf sein Ansuchen in den wohlverdienten Ruhestand versetzt, dessen er sich jedoch nur noch ein volles Jahr erfreuen sollte. Schon im Jahre 1878 am 7. November starb er nach fünfwöchentlichem, schweren Leiden. Bei seinem Leichenbegängnis erwies ihm die Realschule die letzte Ehre. Unter Gesängen der Schüler wurde der Sarg ins Grab hinabgelassen. 5. Köllmmm, Hermann, am. 28. Februar 1809 zu Leythe bei Steele geboren, bezog, nachdem er von dem Gymnasium zu Essen mit dem Zeugnisse der Reife entlassen war, Ostern 1839 die Universität Bonn, trat Ostern 1333 ins Priester- Seminar zu Köln und wurde nach empfangener Priesterweihe 1834 Kaplan an der hiesigen Maximilianspfarre. Bei Eröffnung der Realschule übernahm er zugleich die katholische Religionslehrerstelle an derselben und bekleidete dieselbe bis zu seiner Berufung zum Pfarrer der gedachten Kirche im Herbste (8. September) 184l. Unter dem 16. Juni 1845 wurde er Pfarrer in Werden a. d. Ruhr und 1849 Dechant des Dekanats Essen. Er starb am 23. November 1372 zu Werden, woselbst manche Anstalten (kath. Krankenhaus, höhere Töchterschule :c.) ihm ein dankbares Andenken sichern. 6. Doithauscn, Wilhelm, geboren am 26. Juli 1898 zu Schöller bei Vohwinkel, bezog 1829 die Universität Marburg und studierte dort und in Bonn 3 Jahre durch Theologie und Philologie. Nach abgelegten theologischen Prüfungen war er eine Zeit hindurch Privaterzieher und übernahm, als die Realschule eröffnet wurde, an derselben den evangelischen Religionsunterricht und zugleich anderen, namentlich geographischen Unterricht. Nach fast 19 Jahren „treuesten Wirkens" (s. Programm vom I. 1848) ward er als Prediger au dem Gefängnisse zu Werden augestellt, wo nach wenigen Jahren schon am 26. Mai l8S4 ein rascher Tod seiner aufopferungsvollen Thätigkeit ein Ziel setzte. Außer einigen Abhandlungen im Museum des Rhein.-Westf. Schul-Vereins und anderen Zeitschriften ist von ihm erschienen' Topisch-physikalischcr Atlas, Mannheim, Glaser. 7. Kccker, Wilhelm, geboren am 18. November 1899 zu Brilon, empfing seine wissenschaftliche Vorbereitung in den Gymnasien zu Brilon und Arnsborg und widmete sich dann auf der Universität zu Bonn und der Akademie zu Münster dem Studium der Philologie und Geschichte. Vor der wissenschaftlichen Prüfungskommission der letzteren Hochschule unterzog er sich am 13. April 1839 dem Examen pro taeultats äooencli und legte dann sofort das gesetzliche Probejahr bei dem Gymnasium zu Necklinghausen ab. Nachdem er das Probejahr beendigt und noch ein weiteres halbes Jahr an der genannten Schule unterrichtet hatte, übernahm er im Herbst 1831 die Verwaltung einer Lehrerstslle an dem Progymnasium zu Dorsten und führte dieselbe bis zum Schluß des Schuljahrs 1833/34 fort. Von Dorsten begab er sich zu seiner Fortbildung in der französischen Sprache nach Belgien, wo er, zugleich als Hauslehrer bei dem Grafen d'Outremont im Hennegau beschäftigt, fünfviertel Jahre verblieb. Dann kehrte er nach Deutschland zurück, um am 1. Januar 1836 bei dem Kollegium zu Kempen eine definitive Lehrerstelle anzutreten, in welcher er bis zym September 1839 wirkte. Im Herbst 1839 vertauschte er diese ordentliche Lehrerstelle mit einer solchen an der im Jahre zuvor unter dem Direktorate Dr. Heinens eröffneten Realschule zu Düsseldorf, an der er fünf Jahre lang arbeitete. Mit dem Schluß des Schuljahrs 1844 verließ er diese Anstalt, dem an ihn ergangenen Rufe zur Übernahme einer Oberlehrerstelle bei der Rheinischen Ritterakademie zu Bedburg Folge gebend. Nachdem er hier zwanzig und ein halbes Jahr hindurch, anfänglich als zweiter, dann als erster Oberlehrer thätig gewesen, wurde er Ostern 186k an das Gymnasium zu Düsseldorf versetzt, an welchem er weitere sechzehn Jahre lang im Lehrfache wirkte. Obgleich eine mehr als fünfzigjährige Thätigkeit ihn dazu berechtigt hätte, gönnte er sich noch immer keine Ruhe, bis eine kurze, schwere Krankheit am 4. Juni 1881 seiner Arbeit ein unerwartetes Ziel setzte. Außer zwei Abhandlungen ,,vs L.stoiias ünidus ao rsAionibus" und einer ergänzenden Abhandlung ,,vo ^.stolia aässeta", welche er in den Programmen der Rheinischen Ritterakademie in den Jahren 1845, 1852 und 1357 veröffentlichte, erschien von ihm im Buchhandel „Geographie für Gymnasien und höhere Bürgerschulen", Köln, 1858, DuMont-Schauberg. 3. Ficsch, Jakob, zu Eisenschmidt bei Trier am 27. Mai 1813 geboren, erhielt seine Vorbildung auf dem Gymnasium zu Trier, bezog 1835, nachdem er als einjähriger Freiwilliger gedient hatte, die Universität Bonn, lieferte hier eine von der philosophischen Fakultät gekrönte Preisschrift „Über die Gestalt und die Eigenschaften der Lichtwellen in zweiaxigen Krystallen" und bestand 1838 das Examen p. k. lt.; darauf unterrichtete er ein Jahr lang als Kandidat am Gymnasium zu Trier und wurde im Herbste 1839, „dem Direktor noch aus früheren Verhältnissen in treuem Andenken," als Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften an die hiesige Realschule berufen. Sie verlor den liebenswürdigen Mann bereits im Herbste 1342 infolge eines Rufes an das Trierer Gymnasium. Er bekleidete an letzterem eine Oberlehrerstelle und lieferte seitdem mehrere Abhandlungen mathematisch-physikalischen und astronomischen Inhalts teils in den Programmen des dortigen Gymnasiums 1847, 1857, 1864, teils in Grunerts Archiv und Zahns Unterhaltungen für Freunde der Astronomie. Die Behörden erkannten seine Tüchtigkeit durch den Professortitel an. Zur Begrüßung der 34. Versammlung deutscher Philologen erschien von ihm eineFestschrift: Resultate der meteorologischenBeobachtungen zu Trier 1849—1879, ein Beitrag zur Klimatologie des Trisr'schen Thals. Am 21. Juni 1879 starb er. 9. Dock, Johann Theodor Joseph, geboren zu Düsseldorf am 21. Oktoher 18V4; studierte, nachdem er das Gymnasium seiner Vaterstadt absolviert, an der Universität Bonn zwei Jahre Theologie, übernahm dann, vorzugsweise durch die damaligen herme- sianischen Wirren veranlaßt, die Stelle eines Erziehers in der Familie des Freiherrn von Loö, wo er neun Jahre verblieb, vollendete darauf seine theologischen Studien zu Bonn und wurde am 31. Mai 1839 in Köln zum Priester geweiht. Kurze Zeit war er als Kaplan in Steele thätig, nachher wurde ihm die Stelle eines Kaplans an der hiesigen Pfarrkirche zum heil. Maximilian und zugleich die Re- ligionslehrerstelle an der Realschule übertragen, welche er bis zum Jahre 1849 bekleidete. Er übte einen großen Einfluß auf seine Zöglinge aus, die auch alle ihm später noch in den verschiedensten Lebensstellungen ihre Dankbarkeit zu erzeigen eifrigst bestrebt blieben. Am 6. Juni 1849 trat er als Pfarrer in Hamm bei Düsseldorf ein, und feierte daselbst am 31. Mai 1864 unter allgemeiner Teilnahme sein 25jähriges Priesterjubiläum. Die geistliche Behörde erwies ihm ihr Vertrauen, indem sie ihn zum Definitor im Dekanate Düsseldorf, sowie auch zum erzbischöflichen Kommissar bei dein Kloster der Ursulinerinnen Hierselbst bestellte. Er starb plötzlich am 21. Oktober 1872 nach einer höchst segensreichen Thätigkeit. 1V. Dr. Wirt?, Johannes, geboren am 24. Dezember 18Y5 zu Overath, Kreis Wipperfürth, empfing seine Schulbildung am Jesuiten-Gymnasium zu Köln. Mit dein Zeugnis der Reife von dort entlassen, studierte er in Bonn und Heidelberg, und promovierte 1829 an letzterer Universität. Da er sich vorzugsweise den neueren Sprachen zuwandte, ging er nach Frankreich und Belgien und besuchte dort 7 Jahre lang die Universitäten Paris und Löwen, indem er gleichzeitig in höheren Lehranstalten dieser Städte Unterricht ertheilte. Zum selben Zweck begab er sich nach England, wo er während zweier Jahre in London und Woaksop an höheren Schulen thätig war. Er wurde darauf zur Mitleitung des Handelsinstitutes Hahnerbein nach Köln berufen, verließ dieses aber Herbst 1840, einem Rufe an die neu gegründete Realschule zu Düsseldorf folgend. An dieser lehrte er die neueren Sprachen und war gleichzeitig als Lehrer und Examinator an der früher hier bestehenden Divisionsschule thätig. Er starb am 13. April 1878, nachdem er einige Jahre vorher (Herbst 1872) aus Gesundheitsrücksichten pensioniert worden war. 11. Dr. Schellen, Heinrich, Ritter des Roten Adler-Ordens III. Klasse mit der Schleife, Ritter» des Königlichen Hausordens von Hohenzollern, des Russischen St. Annen-Ordens III. Klasse, des Österreichischen Franz-Josephs-Ordens und des Ordens der Italienischen Krone, geboren 3g. März 1818 zu Kevelaer, Probekandidat am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium zu Köln und zugleich Lehrer an der Provinzial- Gewerbeschule von Herbst 1841 bis Herbst 1842, dann Oberlehrer an der Realschule zu Düsseldorf von Herbst 1342 bis Herbst 1851, darauf Direktor der neu errichteten Realschule und der damit verbundenen Provinzial-Gewerbeschule zu Münster von Herbst 1851 bis Herbst 1858, von da ab Direktor der städtischen Realschule I. Ordnung zu Köln, suchte für den 1. September 1831 seine Entlassung nach, welche ihm unter warmer Anerkennung seiner Verdienste mittels Allerhöchster Ordre gewährt wurde. Er starb zu Köln am 3. September 1884. Von ihm ist im Druck erschienen außer mehreren in den Schulprogrammen und den wissenschaftlichen Zeitschriften enthaltenen Abhandlungen mathematischen und physikalischen Inhaltes: „Methodisch geordnete Materialien für den Rechenunterricht", I. und II. Teil, ein Handbuch für Lehrer. 9. Auflage, Münster, 1834. — „Aufgaben für das theoretische und praktische Rechnen", I. und II. Teil. 2g. Auflage, Münster, 1837. — „Der elektromagnetische Telegraph", ein Handbuch der theoretischen und praktischen Tele- graphie. 6. Auflage, Braunschweig, 1386. — „Das Atlantische Kabel, seine Fabrikation, Legung und Sprechweise", Braunschweig, 1867. — „Die Spectralanalyse in ihrer Anwendung auf die Stoffe der Erde und die Natur der Himmelskörper", 3. Auflage, Braunschweig, 1883. — „Die Sonne", deutsche Bearbeitung des Werkes 1-s Solsit von Secchi. Braunschweig, 1873. — „ Das Spektroskop", deutsche Bearbeitung des Werkes der gleichnamigen Schrift von Lockyer, Braunschweig, 1874. — „Die magnet- und dynamo-elektrischen Maschinen, ihre Entwickelung, Konstruktion und praktische Anwendung". 3. Auflage, Köln, 1888. 12. vr. Philippi, Adolf, 180S zu Hamburg geboren, studierte von 183V—34 zu Bonn und Berlin Philologie und blieb, nachdem er das Examen p. 1. cl. in letzterer Stadt bestanden hatte, nach Abhaltung seines Probejahres noch bis zum Jahre 1833 am Kölnischen Real-Gymnasium als Hülfslehrer beschäftigt. Darauf brachte er 6 Jahre als Privaterzieher in Paris zu und erwarb sich durch ein nachträgliches Examen vor der wissenschaftlichen Prüfungs-Kommission zu Halle die Lehrberechtigung für die neueren Sprachen in allen Klassen der Realschulen und Gymnasien. Ostern 1845 wurde er an die hiesige Realschule berufen und unter dem 12. April 184S zum Oberlehrer ernannt. Am 29. Juni 1855 wurde er „durch einen raschen, unerwarteten Tod aus dem Kreise seines gesegneten Wirkens abgerufen". — Von ihm ist im Drucke erschienen außer einigen in Zeitschriften und in Schulprogrammcn mitgeteilten Abhandlungen: 1. „Polyeukt", ein christliches Trauerspiel. Hamburg, 1844. 2. Ponsards Lucretia, metrische Übersetzung. Hamburg, 1345. 13. Mansch Hermann Gerhard, Sohn eines Arztes, geboren zu Wesel am 28. November 1807, erhielt seine Vorbildung auf dem Gymnasium zu Wesel, welches er im Herbst 1326 verließ, um an den Universitäten zu Berlin und Bonn evangelische Theologie zu studieren. Er legte die Prüfungen pro lieoutlu eoneio- uuncki und pro ininistorio vor dem Rheinischen Konsistorium zu Coblenz in den Jahren 1830 und 1831 ab. Seitdem sich in Wesel aufhaltend, übernahm er zu Ostern 1333 eine Lehrerstelle bei dein dortigen Gymnasium, unterzog sich auch im Jahre 1834 zu Bonn der Prüfung für ein höheres Schulamt. Im Anfang des Jahres 1836 trat M. die ihm verliehene Stelle als Prediger der XIV. Division in Düsseldorf an, in welcher er bis zu seinem am 27. Dezember 1849 erfolgten Tode gewirkt hat Nachdem er bereits seit 1837 als Religionslehrer an der Luisenschule unterrichtet, erteilte er seit April 1314 au der Realschule Religionsunterricht. Monjö hat folgende Arbeiten durch den Druck veröffentlicht: 1. Vier vaterländische Reden, beim Militärgottesdienste in Düsseldorf gehalten. (Düsseldorf, Schreiner, 1840.) 2. Bemerkungen über den deutschen Hexameter (in Viehoffs Archiv für den Unterricht im Deutschen. Jahrgang I. Heft 2. Seite 147/170. Düsseldorf, 1843). 3. Homers Jlias, in Hexametern übersetzt (Frankfurt a. M., Sauerländer 1846). 4. Von einer nicht zur Vollendung gelangten Übersetzung der Odyssee Homers ist nur der 7. Gesang in Band 14, Heft I des Archivs für Phil, und Pädag. (S. 76) 1847 veröffentlicht. 5. Über das liturgische Verfahren bei einigen geistlichen Amtshandlungen (in der Monatsschrift für die evangelische Kirche der Rheinprovinz und Westfalens, Februarheft 1847). 14. Dr. Schauenburg, Eduard, geboren 1. Juni 1821 zu Herford in Westfalen, zu Ostern 1839 vom Gymnasium seiner Vaterstadt mit dem Zeugnis der Reife entlassen, studierte in Bonn bis Herbst 1840 Theologie und Philosophie, widmete sich von da ab in Berlin ganz dem Studium der klassischen und deutschen Philologie sowie der Geschichte Und bestand im Winter 1842—1843 ebendaselbst das Oberlehrerexamen. 79 Im Frühjahr 1843 von der Universität Halle zum Dr, pllil. promoviert, trat er am 11, März desselben Jahres an der höheren Bürgerschule (jetzt Realgymnasium) zu Siegen das pädagogische Probejahr an, während dessen er als wissenschaftlicher Hülfslehrer beschäftigt war; nach Ablauf desselben wurde er ebenda als ordentlicher Lehrer angestellt. Im Herbst 1348 verließ er die Provinz, um einer Berufung an die Realschule (jetzt Realgymnasium) zu Düsseldorf zu folgen. Im Jahre 1853 ver- ' sichtete er auf eine Beförderung zum Direktor an der Realschule (jetzt Gymnasium) in Colberg in Pommern, um als- Oberlehrer fernerhin der bisherigen Anstalt seine Kräfte zu widmen. Nachdem er 10 Jahre erster Oberlehrer derselben gewesen, wurde er von dem Kuratorium der Realschule (des jetzigen Realgymnasiums) zu Crefeld zum Direktor dieser Anstalt gewählt, in welcher Stellung er noch heute thätig ist. — Er gab in 2 Auflagen (1853 und 1856) methodisch-geographische Wandkarten von Europa und Deutschland heraus (Berlin, bei D. Reimer, und Leipzig, bei Hinrichs); hierauf in 2 Bänden Reisen in Central-Afrika von Mungo Park bis auf Barth und Vogel, 1857, (Lahr, bei I. H. Geiger); später mit R. Hoche ein deutsches Lesebuch für die oberen Klassen höherer Schulen, 2 Teile in 5 bezw. 3 Auflagen (Essen, bei G. D. Bädeker), und mit F. Erk ein Schulgesangbuch für die Morgenandachten höherer Schulen (Wiesbaden, bei A. Gestewitz); außerdem in Programmen u. a. metrische Uebersetzungen aus lateinischen Dichtern und in pädagogischen Zeitschriften Aufsätze verschiedenen Inhalts. Mit ausdauernder Teilnahme verfolgte und förderte er seit dem Beginn seines amtlichen Wirkens die Bestrebungen für die Entwickelung des Realschulprinzips in idealem Sinn und war Mitbegründer des Allgemeinen deutschen Realschulmänner-Vereins, dessen Vorstande er noch heute angehört. 15. SmMlldorf, Karl, am 24. Februar 1821 zu Aachen geboren, studierte, von dem dortigen Gymnasium mit dem Zeugnisse der Reife entlassen, von 1341—44 zu Bonn Theologie, trat dann in das erzbischöfliche Seminar zu Köln und wurde nach empfangener hl. Priesterweihe im September 1845 zum Kaplan an der hiesigen Andreaspfarre ernannt. Nachdem er an letzterer 4'/- Jahre gewirkt, ward er an die Maxpfarre versetzt, zugleich mit der Weisung, den katholischen Religionsunterricht an der Realschule zu übernehmen; er blieb in dieser Stellung, bis er im März 1857 als Pfarrei nach Nemscheid berufen wurde. Ostern 1872 wurde er als Pfarrer in Gsvelsdorf bei Jülich angestellt und starb daselbst am 16. Februar 1886. 16. Dr. Dromig, Gustav, geboren 2. Februar 1821 zu Elberfeld, besuchte das dortige Gymnasium bis Michaelis 1838 und studierte von Ostern 1839 ab auf den Universitäten zu Marburg, Bonn und Berlin. Nachdem er in Halle promoviert, machte er sein Probejahr am Gymnasium seiner Vaterstadt und versah eine ordentliche Lehrerstelle bis Ostern 1845. Bis zum Sommer 1846 hielt er sich in Paris auf zum Studium der französischen Sprache, alsdann wurde er provisorischer Gymnasiallehrer in Elberfeld. Michaelis 1847 wurde er darauf Gymnasiallehrer in Minden, im Jahre 1849 Oberlehrer ebendaselbst, und Michaelis 1851 Oberlehrer an der Realschule zu Dusseldorf. Von hier aus wurde er Ostern 1853 vom königlichen Provinzial-Schulkollegium zu Münster zum kommissarischen Dirigenten des neu zu errichtenden „Evangelischen Fürstlich Bent- heimschen Gymnasii Arnoldini" zu Burgsteinfurt ernannt und am 25. Mai 1857 80 zum Direktor derselben Anstalt. Außer der Befähigung zum Unterrichte in den alten Sprachen, in Deutsch, Geschichte und Geographie, hatte er sich noch durch ein nachträgliches Examen das Recht erworben, in Französisch, Englisch und Italienisch zu unterrichten. Bei seiner Rückkehr aus Paris gab er einen interessanten Bericht über französische Erziehung heraus, später als Programm des Burgsteinfurter Gymnasii im Jahre 1854 eine „Vergleichung der Komödien: ^.ulnlarig, des Plautus und l,'^.vars.des Moliöre", welche Arbeit von der Berliner gelehrten Zeitschrift sehr anerkannt wurde. Auf der im August 1857 zu Soest abgehaltenen Direktorenkonferenz wurde Direktor Bromig der ehrenvolle Auftrag, einen Entwurf für den geschichtlichen und geographischen Unterricht auszuarbeiten; der darüber gehaltene Vortrag erntete großen Beifall., Leider endete ein früher Tod im März 1858 seine rege Thätigkeit; es war ihm nicht vergönnt, seine ersten Abiturienten in Burgsteinfurt zu entlassen. Nachdem er schon in Hamm in der Direktorenwahl gewesen war, wurde er in Soest an seinem Todestage zum ^Direktor gewählt. 17. Krasst, Carl, geboren 25. November 1814 zu Köln, Sohn des dortigen evangelischen Pfarrers und Konsistorialrats Joh. Gottlob Krasst, besuchte seit 1824 das Karmeliter-Kollegium zu Köln, welches später zum Gymnasium erhoben wurde und den Namen Friedrich-Wilhelms-Gymnasium erhielt. Ausgezeichnete Lehrer der Anstalt waren die Philologen Hoß und Jacob, der Mathematiker Heiß und der als Biograph Schillers bekannte Hoffmeister. Mit letzterem blieb K. in fernerer wissenschaftlicher Berührung. Im Jahr 1832, nach Absolvierung des Abiturientenexamens, ging er zum Studium der Theologis nach Erlangen, wo er durch seinen frommen Oheim Professor Krasst, Prediger an der reformierten Gemeinde daselbst, seine theologische und geistliche Richtung für's ganze Leben erhielt. Ausgezeichnete Lehrer waren ferner für ihn der Philologe Döderlein, der Naturforscher von Raumer, der Theologe Harleß. Es gelang ihm leider nicht, den Dichter und Professor der orientalischen Sprachen, Rückert, mit dem er in Verbindung war, zu einer Vorlesung über hebräische Sprache, die derselbe schriftlich versprochen hatte, zu bewegen. Das Attentat von Studenten auf die Frankfurter Hauptwache im Jahr 1833 zog leider das Verbot des ferneren Besuches der ausgezeichneten Hochschule nach sich, weshalb K. nach Berlin ging, wo sein Oheim Strauß Hofprediger und zugleich Professar an der Universität war. Außerdem hörte er mit Teilnahme die Vorlesungen der berühmten Theologen Neander und Hengstenberg, sowie die durch ungewöhnliche Beredsamkeit sich auszeichnenden Vorträge von Steffens über Religionsphilosophie. Im Jahr 1835 ging K. in seine rheinische Heimat zurück und hörte in Bonn die Vorlesungen der Theologen Nitzsch und Sack. Seine theologischen Examina bestand er 1837 und 1838 in Coblenz und brachte die Zwischenzeit in Bonn als Philologe zu, wo er die Vorlesungen von Welcker, Näke, Ritter, Lassen, Düntzer u. s. w. hörte, auch Mitglied des philologischen Seminars wurde. In lebhafte Verbindung trat er mit dem Dichter G. Kinkel. Kurze Zeit als Religionslehrer am Gymnasium zu Bonn thätig, wurde er 1839 als Pfarrer an die Gemeinden Flamersheim-Großbülles- heim bei Bonn berufen, in gleicher Eigenschaft 1342 an die Gemeinde zu Hückes- wagen im Bergischen und 1845 nach Düsseldorf, wo die Zeiten der Staats- 81 Umwälzung in den Jahren 1848 und 49 Gelegenheit gaben, für das Recht des Königs in Rede und That einzutreten. Infolge dessen erhielt er im Jahre 1350 den roten Adlerorden 4. Klasse, dem noch andere Verleihungen im Laufe der Jahre nachgefolgt sind. Neben dem Pfarramte versah K. seit 1851 die Stelle eines Rsligionslehrers an der städtischen Realschule, und schrieb als solcher das Schulprogramm von 1853 über die gelehrte Schule zu Düsseldorf im 16. Jahrhundert. Außerdem wurde ihm für mehrere Jahre die Leitung der Luisenschule übertragen. Im Jahr 1856 wurde er als Pastor der reformierten Gemeinde nach Elberfeld berufen, welche Stelle er bis zu seinem Rücktritt vom öffentlichen Lehramte im Jahr 1835 versehen hat. Bei Gelegenheit des Lutherfestes 1833 wurde er von der theologischen Faknltät zu Bonn zum vr. tdeol. und von der philosophischen Fakultät zu Marburg zum vr. pdilos. ernannt. Zur Erforschung der Bergischen Landes- und Kirchengeschichte gründete er 1863 mit Direktor Bouterwek zu Elberfeld den Bergischen Geschichtsverein, veröffentlichte eine Reihe von Arbeiten in der Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, sowie in der Zeitschrift der theologischen Arbeiten des rheinischen Predigervereins von Everts- busch (Band 1-^5), wie auch in der allgemeinen deutschen Biographie, in Herzogs Realencyclopädie und andern historischen Zeitschriften manche, namentlich biographische Mitteilungen erschienen. Bei Gelegenheit des 50jährigen Stiftungsfestes des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums zu Köln trieb ihn die Dankbarkeit für diese Anstalt im Verein mit seinem Bruder Konsistorialrat und Professor Dr. Krafft zu Bonn, ein. Werk: „Briefe und Dokumente aus der Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert nebst Mitteilungen über Kölnische Gelehrte und Studien" zu veröffentlichen, wie er früher „Aufzeichnungen über das Studium des Schweizer Reformators Bullinger zu Emmerich und Köln" herausgegeben hatte. Zur Begrüßung der Hauptversammlung der Gustav-Adolf-Vereine zu Düsseldorf im Herbst 1886 erschien die Schrift über die Geschichte der beiden Märtyrer Adolf Clarenbach und Peter Fliesteden. Als Beitrag zur inneren Geschichte des Wupper- thals kam in den letzten Wochen: „Erinnerungen an den Kaufmann Daniel Hermann" heraus. ^^-48. Dr. Stnmmrr, Wilhelm, geboren 10. Juli 1826 zu Luxemburg, besuchte das öortige Gymnasium (Athenäum), an welchem er 1844 die Abiturientenprüfung bestand, studierte zu Bonn 6 Semester lang 1845—49; im Frühjahr 1849 vr. pdilos. in Bonn, im Herbst 1849 bestand er vor der Prüfungskommission zu Bonn die Prüfung pro t'aeult. ckoesucli; studierte dann in Berlin ein Jahr lang hauptsächlich Mathematik und begann am Kölnischen Realgymnasium das Probejahr; versah von Oktober 1850 bis Juli 1851 an der höheren Bürgerschule (Realschule) zu Trier interimistisch eine vollständige Lehrerstelle; Ostern 1852 wurde er an der damaligen Realschule in Düsseldorf angestellt; 1854 korrespondierendes Mitglied der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Lüttich; 1862 Oberlehrer; 1881 Professor. Gedruckte Veröffentlichungen- Dissertation (auch in Grelles Journal), 3 Programm-Abhandlungen. Lehrbuch der analytischen Geometrie der Ebene, München 1863. In verschiedenen Zeitschriften eine Anzahl Abhandlungen, davon zwei über Bibliothekstechnik, die übrigen meistens mathematischen und pädagogischen Jnh alts. 6 82 19. Kmngshrim, August, geboren zu Wiesdors (Kreis Solingen) am 2. Februar 1823, zuerst auf der Bürgerschule zu Mülheim a, Rhein von 1836—1839, dann bis 1843 auf dem Jesuiten- und Friedrich-Wihelms-Gymnasium zu Köln, von 1843—1847 auf der Universität zu Bonn, 1848—1849 Hauslehrer, legte die Staatsprüfung im Mai 1849 ab, darauf bis Ostern 1853 am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium als Probekandidat und Hülsslehrer, Ostern 1853 an der hiesigen Realschule angestellt, 1858 Oberlehrer, promovierte in demselben Jahre zu Tübingen, versah interimistisch die Direktorstellc vom Herbst 1370 bis Ostern 1372 und ebenso vom Herbst 1877 bis Ostern 1878 (auch von Mitte Juli bis Mitte September 1885). Außerdem ist er seit dem Dezember 1858 Mitglied der Kommission für die Prüfung der Einjährig- Freiwilligen. 1880 wurde er zum Professor ernannt. Zwei Programmabhandlungen: 1855 Über den Untergang der republikanischen Verfassung in Rom, und 1862 Der Korinther Timoleon, ein Lebensbild. Zu Ostern 1888 trat er in den Ruhestand. 20. Dr. Uellncr, Viktor, geboren den 26. Januar 1830 zu Burgdorf bei Hannover, studierte, mit dem Zeugnis der Reife vom Gymnasium Andreanum in Hildesheim entlassen, auf der Landesuniversität Göttingen von 1850—54 Theologie und moderne Philologie und Geschichte und bekleidete nach abgelegtem ex. p. k. 4. zunächst eine Lehrerstelle an der Handelsschule in Jdar (Fürstentum Birkenfeld), kehrte nach Jahrssfrist nach Hannover zurück und absolvierte sein Probejahr an dem dortigen Lyceum. Von hier aus wurde er im Jahre 1856 nach ersolgter Promotion als Lehrer der neueren Sprachen und als evangelischer Religionslehrer an die Realschule zu Düsseldorf berufen. In dieser Stellung wirkte er sieben Jahre und erhielt im Jahre 1861 den Titel Oberlehrer. Herbst 1363 wurde er von der Repräsentation der evangelischen Gemeinde zum Leiter der Luiseuschule berufen, an der er noch jetzt als Direktor wirkt. Aus Anlaß des fünfzigjährigen Jubiläums der genannten Anstalt wurde ihm von Sr. Majestät dem Kaiser der rote Adlerorden vierter Klasse verliehen. Außer verschiedenen Abhandlungen über I. I. Rousseau, über Charakterbildung u. a. hat er für den Staat Bolivia ein größeres Werk über das gesamte Schulwesen Preußens in französischer Sprache geschrieben. 21. Fuß, Christian, geboren 16. Juli 1823 zu Bachem bei Köln, studierte, von dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium zu Köln mit dem Zeugnisse der Reife entlassen, vom Herbste 1848 an 3 Jahre lang auf der Akademie zu Münster Theologie, trat dann in das erzbischöfliche Seminar zu Köln und wurde am 2. September 1852 zum Priester geweiht. Er fungierte daraus 2 Jahre hindurch als Lehrer an dem bischöflichen Knaben-Seminar zu Rolduc, Diöcese Rourmond, wurde am 23. September 1854 als Kaplan an der hiesigen Max-Pfarrkirche und Ostern 1857 als Religionslehrer an der Realschule angestellt. Am 18. Februar 1868 wurde ihm die hiesige Stadtschulinspektorstelle übertragen, welche er bis zum Herbste 1876, wo er pensioniert wurde, verwaltete. Von da an war er als Religionslehrer der hiesigen städtischen höheren Töchter-(Luisen-)Schule thätig und bekleidete von Ostern 1881 bis Herbst 1886 zugleich vertretungsweise die Stelle eines katholischen Religionslehrers am hiesigen Königlichen Gymnasium. 22. Czech, Karl, geboren den 29. Januar 1830 zu Räuden bei Ratibor, zu den akademischen Studien auf dem Gymnasium in Ratibor vorgebildet und von diesem 83 mit dem Zeugnis der Reife entlassen, studierte von Ostern 1856 au vier Jahre hindurch auf der Universität Breslau, zuerst Theologie, dann Naturwissenschaften, und legte am 10. November 1354 das sxainon pro taenltato ckooenckl ab, nachdem er während des Sommers zwei ihm aufgegebene Themata, ein philosophisches und ein botanisches, bearbeitet hatte. Dann trat er Neujahr 1855 sein Probejahr am Matthias-Gymnasium in Breslau an und wurde bald darauf Mitglied des pädagogischen Seminars für gelehrte Schulen, welches damals unter der Direktion des Konsistorialrates und Uuiversitütsprofessors Middeldorpf stand. Im Jahre 1854 erschien von ihm in der Stettiner eutoinologischen Zeitschrift eine Arbeit über den Ursprung der Gallen an Pflauzenteilen. Zu Weihnachten 1856 folgte er einem Rufe an die Realschule zu Düsseldorf, wurde Ostern 1857 als ordentlicher Lehrer angestellt, veröffentlichte in den Verhandlungen des Schlesischen Forstvereins eine Arbeit über den sogenannten Hexenbesen an der Rottanne und wurde am 27. Juli desselben Jahres von der philosophischen Fakultät zu Tübingen infolge einer eingereichten, von dein berühmten Professor der Botanik und Pslanzenphysiologie von Mohl rezensierten Originalabhandlung über die durch Insekten verursachten Krankheiten der Pflanzen, unter Dispensation von der mündlichen Prüfung, zum Doktor promoviert. In dem folgenden Jahre veröffentlichte er zwei Abhandlungen in dem Schulprogramm, die eine über die geologische Entwickelung des Jnsektentypus, in der andern stellte er eine neue Einteilung der Pflanzengallen auf. Im Jahre 1863 erschien in den Neuen Jahrbüchern für Philologie und Pädagogik ein Aufsatz von ihm: der naturgeschichtliche Unterricht in der Sekunda der Preußischen Realschulen, und 1864 in Mützells Zeitschrift für das Gymnasialwesen: der naturgeschichtliche Unterricht in den oberen Klassen; in demselben Jahre schrieb er eine Programm- Abhandlung über die Respirationsorgane der Pflanzen. In dem folgenden Jahre erschienen in der von Professor von Mohl herausgegebenen botanischen Zeitschrift seine Untersuchungen über die Zahl und Verbreitung der Stomata in der Oberhaut der Pflanzen; außerdem in Professor Leonhards Jahrbuch für Mineralogie eine kleine Arbeit über eine bisher noch nicht beobachtete Krystallform des Graphits. — Im Januar 1866 wurde er zum etatsmäßigen Oberlehrer befördert. Weitere Arbeiten von ihm sind: die Funktion der Stomata, in der botanischen Zeitschrift, Jahrgang 1869; die Bedeutung der Stomata für das Lichtbedürfnis und die Transpiration der Laubblätter, Programm-Abhandlung 1872; Eichengallen aus Kalifornien, in der botanischen Zeitschrift 1875. — Infolge seiner Bemühungen wurde im Jahre 1876 der große Schulhof mit Bäumen bepflanzt, wobei auch das Bedürfnis des botanischen Unterrichts Berücksichtigung fand. Auch gelang es ihm, im Jahre 1878 durch einen besonders gestellten Antrag zu erwirken, daß eine feste jährliche Position für die Vermehrung der naturgeschichtlichen Sammlungen und Abbildungen bewilligt wurde, um den Fortschritten der naturgeschichtlichen Lehrmittel durch entsprechende Anschaffungen einigermaßen folgen zu können. Seine ferneren wissenschaftlichen Arbeiten sind: zur Lehrmethode der Geographie, in den Neuen Jahrbüchern für Philologie und Pädagogik, 1875; Beiträge zu einer naturgemäßen Einteilung der Alpen, Beilage zum Jahresbericht 1883; die Grenzen zwischen den Ostalpen, Central- und Südwestalpen, Beilage zum Jahresbericht 1886. Unter dem 3. Dezember 1386 wurde ihm das Prädikat Professor beigelegt. 6* 84 23. Drostc, Karl Eduard, zu Rüppeberg im Regierungsbezirk Arnsberg am 2. Januar 1830 geboren, vorgebildet auf dem Gymnasium zu Duisburg, besuchte vom Herbst 1849 an die Universitäten zu Bonn und Berlin, war dann 14/- Jahr lang in dem Prediger-Seminar z» Wittenberg, vom Sommer 1835 an Pfarrverweser und später Pfarrer zu Dülken und wurde Ostern 1858 hierher als evangelischer Religionslehrer für die Realschule und das Königliche Gymnasium berufen. Im Herbste 1859 folgte er einem Rufe als Pfarrer der Nikolaikirche zu Berlin, woselbst er später starb. 24. Pastor Dr. Drillst, Karl Friedrich Georg, geboren am 22. Oktober 1828 in Wetzlar, Sohn des Gymnasial-Direktors daselbst, besuchte das Gymnasium in seiner Vaterstadt und später nach Versetzung seines Vaters dasjenige in Duisburg bis zu seinem Abgange zur Universität 1848. Er studierte in Halle und Bonn Theologie bis Ostern 1852 und nahm dann eine Erzieherstelle auf der Insel Rügen an. Von da aus machte er sein erstes theologisches Examen in Stettin und erivarb sich den Doktortitel. Nach größeren Reisen in Deutschland, Schweden, Frankreich und England nebst längerem Aufenthalte in Paris kehrte er Ende 1355 in das Elternhaus zurück. Nach bestandenem zweiten theologischen Examen wurde er 1857 von der Gemeinde Barmen-Wichlinghausen zum ordinierten Hülfsprediger erwählt. 1860 folgte er dann dem Rufe zu einer Religionslehrerstelle am Gymnasium und der Realschule in Düsseldorf. Durch den Tod des Herrn Konsistorialrats Pastor Budde erwuchs ihm daselbst außerdem noch eine reiche Thätigkeit in der Gemeinde; auch versah er später noch die Gefängnispredigerstelle. 1862 nahm er dann die Stelle eines deutschen Pastors in Nymwegen in Holland an und 1869 ein gleiches Amt in Brüssel, woselbst er noch wirksam ist. Neben Herausgabe einzelner Predigten und manchfacher Aufsätze. in verschiedenen Zeitschriften ist er Verfasser eines Buches über die Magdalenen- sache. 1879 wurde ihm der preußische rote Adlerorden vierter Klasse und das bairische Verdienstkreuz verliehen. 25. Axrnfrld, Julius Heinrich, Sohn des Kaiserlich Russischen Rates und Arztes Or. Leon Axenfeld, evangelischer Konfession, geboren den 20. Februar 1834 zu Nowgorod-Sjewersk in Rußland, kam nach seines Vaters frühem Tode im Alter von 4 Jahren nach Berlin, wo er das Königlich Französische Gymnasium besuchte, und ging, mit dem Zeugnis der Reife von dem Königlichen Gymnasium in Stettin entlassen, Herbst 1854 zur Universität Hallo a. S., wo er evangelische Theologie und neuere Sprachen studierte; er beendete seine Studien auf der Universität Berlin im Sommer 1857. Dann wurde er Hofmeister der Söhne des Burggrafen zu Dohna-Schlobitten, folgte demselben nach Ostpreußen, nahm später eine Lehrerstelle an der höheren Töchterschule des Dompredigers Bursch in Königsberg i. Pr. an, wo er 1859 und 1860 seine beiden theologischen Examina und ein pädagogisches Examen bestand, wurde Hülfslehrer an dem Realgymnasium, genannnt Burgschule, und im Januar 1861 von dem Königlichen Konsistorium der Provinz Preußen nach Schlappe in Westpreußen als Pfarrgehilfe gesandt. Das Provinzial-Schulkollegium der Rheinprovinz berief ihn 1862 als Neligionslehrer an das Königliche Gymnasium und an das städtische Realgymnasium zu Düsseldorf. Von dort sandte ihn der evangelische Oberkirchenrat in Berlin zu Ostern 1864 als Pfarrer an die der preußischen Landeskirche angeschlossene deutsche, evangelische Gemeinde zu Smyrna ^ 85 in Klein-Asien, Er gründete daselbst das OoUdge svangöligus, eins höhere Lehranstalt für Europäer und Orientalen, aus welcher manche Gelehrte, höhere Beamte und Lehrer der Levante hevorgegangen sind, und verfaßte in neugriechischer Sprache ein Lehrbuch der französischen Sprache in 2 Teilen, das in vielen Schulen und Gymnasien der Levante und Griechenlands gebraucht wird. Im Jahre 1876 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Pfarrer der evangelischen Gemeinde Godesberg, in welcher er noch wirkt. Er diente dieser Gemeinde besonders bei der Erbauung einer Kirche, eines Pfarrhauses und einer Elementarschule, und steht an der Spitze einer Reihe von Anstalten der inneren Mission, die er zum größten Teil selbst ins Leben gerufen hat, wie die Herberge zur Heimat, das Männer-Erholungshaus, das Godeshaus, das evangelische Diaspora-Waisenhaus u, A. Im Jahre 1884 erteilte ihm die Königliche Regierung die Konzession für eine höhere Knaben-Erziehungs- anstalt, welche jetzt als „Evangelisches Pädagogium" die Klassen Sexta bis inkl, Obertertia eines Realgymnasiums umfaßt, und im Herbst 1886 die Konzession für eine evangelische Elementarschule zum Dienste her um Godesberg wohnenden evangelischen Diaspora. 26, Honr, Heinrich, wurde geboren zu Drolshagen, Regierungsbezirk Arnsberg, am 25, September 1813, machte seine Gymnasialstudien zu Attendorn, Arnsberg und Recklinghausen, seine Universitätsstudien 1832 bis 1835 zu Bonn, als Kandidat war er daraus am Gymnasium zu Düsseldorf thätig (zugleich auch eine zeitlang aushülfsweise ebendaselbst an der neugegründeten Realschule); 1839 wurde er als ordentlicher Lehrer an das katholische Gymnasium zu Köln berufen, von da 1842 als Oberlehrer an die Rheinische Rittorakademie zu Bedburg, 1356 als Direktor an das Gymnasium zu Recklinghausen und 1859 als Direktor an das Gymnasium zu Mainz, Er wurde daselbst 1373 im April pensioniert und zog sich alsdann nach Wiesbaden zurück. Außer seiner amtlichen Thätigkeit übte er auch eine vielseitige schriftstellerische in Poesie und Prosa, Unter seinen (hier zunächst das Schulwesen botreffenden) Schriften sind besonders hervorzuheben seine allbekannten deutschen Lesebücher, von denen der erste Teil seit 1846 bereits 56 Auflagen erlebt hat; außerdem schrieb er: Grammatische Grundlage für den deutschen Unterricht; Drei Bände lateinischer Dichter mit Erklärungen; Gedenkblätter für Schule und Leben; Ueber den deutschen und philosophischen Unterricht; Ueber den lyrischen Standpunkt bei Erklärung lyrischer Gedichte u, s. w, 27, Kanglry, Thomas, 1317 zu Cardiff in Wales geboren, vorgebildet auf dem hiesigen Gymnasium, erteilte von 1839 an englischen Unterricht an der Realschule und starb am 21. Januar 1346, Von ihm ist im Drucke erschienen eine Bearbeitung des Parasiten von Schiller zum Übertragen ins Englische. Düsseldorf, bei Schreiner. 28, Kampmmm, Probekandidat an der Realschule von Weihnachten 1839 bis Herbst 1846. Dann Vorsteher einer Privatschule in Hagen, wo er starb, 29, Dr. Wcstdnrp, Probokandidat, wurde, nachdem er nur ein Vierteljahr lang, bis Neujahr 1341 an der Anstalt gewirkt, durch Krankheit genötigt, den Unterricht einzustellen und starb bald nachher. 36. Professor Dr. Gckrrh, Gottfried, geboren am 26, November 1317 zu M.-Gladbach, ging mit dem Zeugnis der Reife von dem Düsseldorfer Gymnasium 86 entlassen, Herbst 1838 zur Universität Bonn, studierte Philologie, wurde ordentliches Mitglied des philologischen Seminars und promovierte mit der Dissertation: äs lZnriäö Kamt», Das Probejahr hielt er am Marzellengymnasium zu Köln ab und war darauf Lehrer an verschiedenen Anstalten, von Herbst 1844 bis Ostern 1845 an der Realschule zu Düsseldorf. Ostern 1847 trat er bei dem Friedrich-Wilhelms- Gymnasium in Köln ein und blieb an dieser Anstalt bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand, die im Jahre 1883 erfolgte; bei dieser Gelegenheit wurde ihm der rothe Adlerorden 4. Klasse verliehen. Freund der rheinischen Provinzial- geschichte gab er mit I. E. C. Noever die „Benediktiner-Abtei M.-Gladbach" und mit Stadtarchivar vr. Ennen die beiden ersten Bände der „Quellen zur Geschichte der Stadt Köln" heraus; er gehört auch zu den Gründern des historischen Vereins für den Niederrhein und war eine lange Reihe von Jahren hindurch Sekretär desselben. Von dem Direktor des Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums zu Köln, Professor ve. Herbst, zuletzt Professor an der Universität zu Halle, aufgefordert, arbeitete er an dessen nunmehr weitverbreiteten „Historischen Hilfsbüchern" mit, verfaßte für den I. Teil die römische Geschichte (jetzt 13. Aufl.), dann allein ein für die Tertia bestimmtes „Hilfsbuch für den ersten Unterricht in der deutschen Geschichte" (15. Aufl.), und ein „Hilfsbuch für die Brandenburgisch-Preußische Geschichte" (3. Aufl.). 31. Dr. Krisacker, Joseph Anton, geboren den 8. Januar 1821 zu Düsseldorf, Hülfslehrer an der Realschule von Herbst 1843 bis Herbst 1847, dann nach zweijährigem Aufenthalt in Frankreich, 3V- Jahr lang teils kommissarischer, teils ordentlicher Lehrer an den Gymnasien zu Aachen und Coblenz, von Pfingsten 1853 an Oberlehrer am katholischen Gymnasium zu Köln, 185S Direktor des Gymnasiums zu Trier. Am 1. Juni 1868 wurde er als Direktor nach Breslau an das Königliche Matthias-Gymnasium versetzt und 31. Juli 1882 zum Provinzial-Schulrat für Schlesien ernannt. Leider sollten seine reiche Erfahrung und seine genaue Kenntnis des Schulwesens dieser Stellung nur kurze Zeit zu statten kommen, da der sonst noch so rüstige Mann am 11. Juni 1882 einem Herzleiden erlag. Anßer Programm-Abhandlungen in Köln und Trier sind von seinen Schriften besonders bemerkenswert die chnaestionss Imcrotianas tZonnas 1847, die Lachmann in seinem Lucrezcommentar (paA. 15) als spsoimsn sans tneulsntum bezeichnet. 32. Arrnz, Carl, geboren 25. Dezember 1827 zu Remagen am Rhein, kam bald nach seiner Geburt mit seinen Eltern nach Düsseldorf, wo er den ersten Schulunterricht und seine Gymnasinlbildung erhielt, nach deren Beendigung er sich, mit dem Zeugnisse der akademischen Reife versehen, am 31. Oktober 1842 in Bonn den Universitätsstudien zuwandte und im letzten Jahre seiner Studienzeit 1846—47 zugleich die Stelle eines Assistenten an der Universitätsbibliothek versah. Nachdem er dann am 4. Oktober desselben Jahres das Staatsexamen abgelegt hatte, wurde ihm an der hiesigen Realschule eine Hülfslehrerstelle für den Unterricht im Deutschen, in Geschichte und Geographie und im Lateinischen übertragen. Zu gleicher Zeit unterrichtete er an der Fortbildungsschule im kaufmännischen Rechnen. Aus dieser Hülfsthätigkeit trat er im Herbst 1848 aus, um im darauf folgenden Schuljahre, nachdem er sein Buch der Handwerker dem Druck übergeben, die, von der Königlich niederländischen Regierung ihm angebotene ordentliche Lehrerstelle 87 an der Jndustrieabteilung des Athenäums in Mastricht zu übernehmen. In dieser Stellung hatte er Gelegenheit, seine volkswirtschaftlichen und handelswissenschaftlichen Kenntnisse zu erweitern, sich mit der vlämischen Sprachbewegung bekannt zu machen und das mittlere Unterrichtswesen von Holland und Belgien kennen zu lernen. Er gab mit C. Kliimper das Sprach- und Litteraturbuch, Deutsche Musterlese für die niederländischen Lehranstalten, Amsterdam 1651, heraus und übersetzte mehrere Werke von Hendrik Conscience Am 1. Mai 1854 folgte er einem Rufe an die Öffentliche Handelslehranstalt in Leipzig, wo er Handelsgeschichte lehrte und am Unterrichte der kaufmännischen Fächer den Hauptanteil hatte. In dieser Stellung blieb er bis zu seiner am 17. März 1856 erfolgten Berufung zur Übernahme der Direktorstelle an der neuen Handelsakademie in Prag, der ersten in Österreich, mit deren Organisation er zugleich betraut wurde. 1672 wurde er durch Erlaß des K. K. Handelsministeriums weiter beauftragt, die Errichtung der Fachschule für Post-, Eisenbahn- und Telegraphenwesen vorzubereiten und deren Leitung mit der der Handelsakademie zu vereinigen, was er bis 1677, wo die Ausbildung der öffentlichen Verkehrsbeamten durch die staatliche Verkehrsleitung definitiv geordnet wurde, ermöglichte. Außer der Prager Handelsakademie organisierte er auf Veranlassung des K. K. Unterrichtsministeriums die am 7. Oktober 1877 eröffnete Handelshochschule in Trieft und die, seit dem 4. Oktober 1883 bestehende Handelsakademie in Linz in Oberöstorreich. Seine Aufsätze über das Unterrichtswesen in Belgien und Holland sind enthalten in der Pädagogischen Revue von Mager, Band 27 und 30 und in der Fortsetzung derselben von W. Langbein, und seine Abhandlung, Geschichte des Wechsels und des Wechselrechtes, im Jahresberichte der Leipziger Anstalt, 1854—55. 1857 gab er heraus: Die Entdeckungsreisen in Nord- und Mittelafrika von Richardson, Overweg, Barth und Vogel, Leipzig. Von seinen Katechismen erschien der der Handelswissenschaft 1883 in 5. Auflage, der des Allgemeinen Deutschen Wechselrechtes 1884 in 3. Auflage und der der Geographie in 4. Auflage, Leipzig. Für seine Wirksamkeit' erhielt er am 1V. November 1873 den Franz-Joseph-Orden und am 3V. September 1883 den Titel kaiserlicher Rat. Er starb am 2. Januar 1838 zu Godesberg infolge eines Herzleidens. 33. Dr. pllil. Mlsnmnn, wurde am 15. Dezember 17S4 in Lüdenscheid im Pfarrhalls geboren und nach Besuch des Gymnasiums zu Soest und der Universität Göttingen schon im Jahre 1818 zum Pfarrer nach Ruggeberg gewählt. Nachdem er dort als Pfarrer, dann in Hagen als Rektor und in Dortmund wieder als Pfarrer überall nur kurze Zeit thätig gewesen war, folgte er im Jahre 1822 einem Ruf an die evangelisch-lutherische Gemeinde zu Elberfeld, der er 24 Jahre lang ein treuer Seelsorger gewesen. Während langer Zeit leitete er auch als Superintendent die Synode. In diese Zeit fallen auch viele wissenschaftliche, besonders astronomische Arbeiten, für welche ihm die Universität Bonn im Jahre 1844 das Diplom als Doktor der Philosophie zusandte. Im Jahre 1846 wurde er zum Konsistorialrat und Schulrat nach Düsseldorf berufen und bekleidete dies Amt bis wenige Monate vor seinem Tode am 18. Juni 1857. Während dieser Zeit hat er zweimal eine Wahl zum Abgeordnetenhaus angenommen; im Jahre 1849/50 vertrat er die Stadt Düsseldorf in der ersten Kammer, im Jahre 1851/52 die Stadt Elberfeld in der zweiten Kammer. Nach dem frühen Tode des Pfarrers Monjs vertrat er aus Gefälligkeit denselben bis zum Herbste 1851. Er starb den 18. Juni 1857. 34. Dr. pliskc, Adolf, Hülfslehrer an der Realschule von Herbst 1850—51, ging dann als Rektor der französischen Schule nach Kehl und starb später in Sigmaringen. 35. Maur, Anton, vertrat einen erkrankten Lehrer von Herbst 1351 bis Ostern 1853, wurde dann Gymnasiallehrer zu Koblenz und starb als Oberlehrer zu Düren. 36. Dr. Krumm, Martin, geboren 10. Juli 1830 zu Bonn, bestand nach daselbst vollendeten Universitätsstudien von Ostern 1853 bis Ostern 1854 sein gesetzliches Probejahr an der Realschule zu Düsseldorf. In den Jahren 1354 und 1855 war er als Lehrer in England thätig und wirkte von da bis Herbst 1860 an der Bürgerschule zu Ronsdorf. Von hier an die Realschule (jetzt Realgymnasium) nach Crefeld berufen, rückte er auf bis in die zweite Oberlehrerstelle, welche er iin Jahre 1883 aus Gesundheitsrücksichten niederlegte. Er starb am 31. Dezember 1883. 37. Professor Kaiser, Joh. Hub. Gustav, Oberlehrer am Kaiser-Wilhelm- Gymnasium zu Köln a. Rh., katholischer Konfession, geboren den 7. September 1331 zu Düsseldorf, besuchte von Ostern 1843 bis Herbst 1849 die Realschule (das jetzige Realgymnasium) zu Düsseldorf, von welcher er mit dein Zeugnis der Reife entlassen wurde. Darauf widmete er sich drei und ein halbes Jahr an der Universität zu Bonn dem Studium der Mathematik, der Naturwissenschaften, der englischen und französischen Sprache, erwarb sich unterdessen im August 1851 am Gymnasium zu Bonn das vorschriftsmäßige Zeugnis der Reife und legte im März 1353 vor der wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Bonn die Prüfung pro t'ao. ckoe. ab. Von Ostern 1353 bis Ostern 1854 leistete er bei dem damals in Düsseldorf liegenden 7. Jägerbataillon seiner Dienstpflicht genüge, konnte jedoch schon im Herbst 1853 das Probejahr an der Realschule in Düsseldorf antreten, nach dessen Beendigung er noch ein halbes Jahr als Hülfslehrer an derselben Anstalt thätig war. Von Ostern 1855 bis Herbst 1858 wirkte er zu M.-Gladbach als Lehrer an der höheren Stadtschule (dem späteren Progymnasium, einer der beiden höheren Lehranstalten, aus welchen das jetzige Gymnasium daselbst hervorgegangen ist) und darauf bis zum Herbst 1371 als ordentlicher Lehrer am Gymnasium zu Düsseldorf, wo er im Jahre 1870 die Programmabhandlung: „Byrons und Delavignes Marino Faliero" schrieb. Als im Herbst 1871 das 1863 gegründete Progymnasium zu Köln zu dem jetzigen Kaiser-Wilhelm- Gymnasium erweitert wurde, wurde ihm an demselben eine Oberlehrerstelle übertragen. An dieser Anstalt schrieb er 1875 die Programmabhandlung: „Grammatische Bemerkungen zu französischen Sprichwörtern, sprichwörtlichen und familiären Redensarten". Am 28. April 1883 wurde ihm das Prädikat Professor verliehen. 38. Dr. Klind, Caspar, geboren am 12. November 1828 zu Erkrath. Probekandidat an der Realschule vom 1. Januar 1354 bis Herbst 1855, dann an ihr 89 ein halbes Jahr lang Hülfslehrer, später Oberlehrer an der Realschule zu Köln; jetzt lebt er im Ruhestande daselbst. 39. Uotorp, G. B. Adelbert, geboren den 1. April 1826 zu Wengern a. d. Ruhr; 1847—49 Rektor der Rektoratschule ebendaselbst; 1849 Hülfspfarrer zu Cronenberg; 1850 Pfarrer zu Holpe und seit 1851 Pfarrer der evangelischen Gemeinde zu Düsseldorf; von 1868—1878 Regierungs-, geistlicher und Konsistorialrat bei der Königlichen Regierung zu Düsseldorf. Sommer 1856 vertrat er aus Gefälligkeit den Religionslehrer der Anstalt. 4V. Dr. TenKhofs, Albert, Stellvertreter für einen erkrankten Lehrer von Herbst 1857 bis Ostern 1358; später Gymnasiallehrer zu Paderborn. Daselbst ist er auch gestorben. 41. vr. Miiidhrusrr, Carl, geboren 16. Juli 1831 zu Münstermaifeld im Kreise Ma.yen, besuchte das Gymnasium in Trier und ging, mit dem Zeugnis der Reife entlassen, im Herbst 1851 zur Universität Bonn. Im Februar 1857 bestand er die Prüfung pro kao. äoo. Von Ostern 1857 bis Ostern 1858 hielt er das Probejahr am Gymnasium in Essen ab, trat dann als kommissarischer Lehrer zur Vertretung des erkrankten Oberlehrers Dr. Schauenburg, des jetzigen Direktors des Realgymnasiums in Crefeld, an der damaligen Realschule I. Ordn, in Düsseldorf ein. Vom Herbste 1858 bis Herbst 1861 bekleidete er eine wissenschaftliche Hülfslehrerstelle am Gymnasium zu Neuß, an welchem er am 1. Oktober 1361 definitiv angestellt wurde. 1866 verfaßte er eine Programmschrift: „Hniä äo 0. Voll. Uatsrenli ticle in iis loeis, gn! all Hborii moros spsetant, statusnänm sit", und wurde im Oktober 1866 von der philosophischen Fakultät der Universität Tübingen zum Doktor der Philosophie promoviert. Am 1. Oktober 1868 erhielt er die 3. Oberlehrerstelle und wurde am 1. Oktober 1869 in die 2. Oberlehrerstelle befördert, welche er jetzt noch bekleidet. 42. Uicto, Rudolf, wirkte, nachdem er von Ostern 1359 bis Ostern 1860 sein Probejahr an der Realschule abgelegt hatte, noch an derselben bis Herbst 1860, darnach bildete er sich als Vorleser aus. Dem Vernehmen nach ist er inzwischen gestorben. 43. dc Uoth, aus Emden in Ostfriesland. Derselbe studierte in Göttingen und wirkte hier von Ostern 1864—66 als ordentlicher Lehrer. Hernach kam er an eine höhere Bürgerschule in Mühlhausen (Thüringen), woselbst er gestorben ist. 44. Pfarrer Deuhrir, Gustav Adolf Hugo, geboren 15. Oktober 1837 zu Oden- kirchen, studierte nach bestandenem Abiturienten-Examen in Erlangen, Berlin und Bonn Theologie und Philosophie, ward 1861 auf einige Monate zur Vertretung des Rektors der Elementar- und der höheren Töchterschule in Wetzlar angestellt, bekleidete von 1862 bis 1864 in Rheydt eine Lehrerstelle an der höhern Bürgerschule, wurde 1364 zum Neligionslehrer an dem Gymnasium und der Realschule in Düsseldorf und Hülfsprediger der dortigen evangelischen Gemeinde ernannt und im Jahre 1370 zum Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Linz a. Rh. erwählt. 90 45. Dr, Droikrs, Peter Matthias, geboren 3. Juni 1835 zu Boisheim im Kreise Kempen, studierte, mit dein Zeugnis der Reife von dem Friedrich-Wilhelms-Gym- nasium zu Köln 1357 entlassen, von da ab hauptsächlich Naturwissenschaften an der Akademie Münster und der Universität Bonn, promovierte, nachdem er eine Abhandlung ,,4o reruin animaturuiu tluoreseentia" geschrieben, am 7. August 1863 vor der philosophischen Fakultät zu Bonn. Am 20. Februar 1864 legte er ebendaselbst das Examen p. 1. ä. ab und trat bald darauf als Probekandidat an der damaligen Realschule zu Düsseldorf ein. Im Winterhalbjahr 1864/65 besuchte er die Centralturnanstalt in Berlin, trat Ostern 1865 wieder an der Realschule zu Düsseldorf mit teiliveise kommissarischer Beschäftigung ein. Herbst 1865 wurde er dem Gymnasiuni zu Düsseldorf überwiesen. 46. Professor Dr. Außrm, Joseph, geboren am 31. März 1840 zu Kirdorf, Kreis Bergheini, erhielt Herbst 1860 das Zeugnis der Reife auf dem Gymnasium an Marzellen in Köln. Darauf bezog er die Universität von Bonn, um vorzugsweise Mathematik und Naturwissenschaften zu studieren. Nachdem er daselbst am 18. März 1864 promoviert und am 12. November 1864 das Examen pro kaoultuts äoeoucli bestanden hatte, begann er Neujahr 1865 sein Probejahr am Realgymnasium zu Düsseldorf. Dieser Anstalt gehörte er bis zum Herbste 1867 als Probekandidat und kommissarischer Lehrer an. Nachdem er darauf bis zum Herbst des Jahres 1869 als provisorischer Lehrer an dem Realprogymnasium in Dülken beschäftigt gewesen war, ging er als ordentlicher Lehrer an das Kaiser-Karls-Gym- nasium zu Aachen. Am 1. Oktober 1876 wurde er zum Oberlehrer, am 1. Oktober 1834 zum ersten Oberlehrer an dieser Anstalt ernannt. Am 12. Januar 1837 wurde ihm der Titel „Professor" verliehen. Er gab folgende Druckschriften heraus: 1. Ds proesssu enäosinotioo, Bonn, Friedrich Krüger 1864. — 2. Über die Entstehung, Höhe und Qualität der musikalischen Klänge, Aachen, I. I. Beaufort (F. N. Palm) 1874. — 3. Über die temperierte und die natürliche Tonleiter, Aachen, F. N. Palm 1887. 47. Dr. Schnftr, Karl, geboren den 31. Mai 1837 zu Düsseldorf, ging mit dem Zeugnis der Reife von dem hiesigen Gymnasium entlassen, Herbst 1859 zur Akademie in Münster und darauf zur Bonner Universität. Nachdem er im November 1864 die Lehrbefähigung in den philologischen und historischen Fächern erworben, trat er zu Weihnachten bei der hiesigen Realschule als Probskandidat ein. Im Herbst 1865 ging er zu seiner weiteren Ausbildung nach Paris, kehrte aber zu Ostern 1866 auf den Wunsch des Direktors zur teilweisen Vertretung des als Direktor nach Crefeld berufenen Oberlehrers Dr. Schauenburg an die hiesige Realschule zurück. Im Herbst nahm er eine Hauslehrerstelle bei dem Reichsgrafen v. Brühl in Pförten i. L. an und wurde mit dem 1. Oktober 1867 durch das Königliche Provinzial-Schulkollegium zu Coblenz als kommissarischer Lehrer an das Gymnasium zu Trier berufen, wo er bis zum 1. April 1869 verblieb. Da er inzwischen die Lehrbefähigung für die französische und englische Sprache erlangt hatte, trat er alsdann an die höhere Bürgerschule zu Eupen und darauf zu Ostern 1873 als 1. Lehrer an die reorganisierte höhere Bürgerschule zu Dülken über. Seit Ostern 1877 ist er Kreisschulinspektor des Kreises Grevenbroich. Er übersetzte Eichendorf „Aus dem Leben eines Taugenichts" ins Französische, schrieb eine 91 Programmabhandlung ,,I-a Fontaine et sss Ikadles", übersetzte den „Saul" von Alfieri, Schellmann, M.-Gladbach und Leipzig 1382 und veröffentlichte in verschiedenen Blättern eine Anzahl lyrischer Gedichte. 48, Dr, Gddrtbiittel, Ernst Karl, geboren am 2. Februar 1831 zu Harburg in Hannover, wurde auf dem dortigen Progmnasium zu Göttingen vorgebildet, studierte von Herbst 1848 bis Herbst 1352 zu Göttingen Theologie und Philologie, und zwar vorzugsweise neuere Sprachen und Geschichte, trat dann in eine Privatstellung ein zu Birkenfeld im Oldenburgischen Fürstentum gleichen Namens, vertauschte diese nach einem Jahre mit einer ähnlichen in Sulzbach, Kreis Saarbrücken, und schied aus derselben Herbst 1855, um nach einem mehrmonatlichen Aufenthalte in Frankreich das gesetzliche Probejahr an der höheren Bürgerschule in Harburg abzuhalten, Ostern 1356 wurde er Mitglied der zweiten Abteilung des pädagogischen Seminars zu Göttingen, dessen erster Abteilung er 1851—52 gleichfalls angehört hatte, und zugleich Hülfslehrer am Gymnasium daselbst. Nachdem er zwischenzeitlich auf Grund einer historischen Abhandlung: „Die allgemeine christliche Staatenrepublik nach dem Entwürfe König Heinrichs II, von Frankreich und seines Ministers Sully" promoviert und das Staatsexamen vor der Wissenschaftlichen Prü- fungs-Commission zu Göttingen bestanden, wirkte er von Herbst 1859 als Kollaborator am Gymnasium zu Clausthal, verließ jedoch Herbst 1862 diese Stellung und den Hannoverschen Staatsdienst überhaupt und wurde ordentlicher Lehrer an der Realschule I. Ordn, zu Hagen i, W. In dieser Stellung blieb er bis Ostern 1866, wo er in gleicher Eigenschaft an die Realschule I, Ordn, nach Düsseldorf berufen wurde. Ostern 187t) nahm er die auf ihn gefallene Wahl eines Direktors der dem Protektorat Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit der Frau Kronprinzessin unterstellten höheren Mädchenlehranstalt, der Victoriaschule zu Burtscheid-Aachen an, legte dieses Amt nach zwölfjähriger Dienstzeit nieder, um das Direktorat der städtischen höheren Töchterschule zu Hamni i. W. zu übernehmen, wo er im jetzigen Augenblick noch wirkt. Seine litterarische Thätigkeit beschränkt sich auf eine Reihe von Schulprogrammen, vereinzelte pädagogische und sprachliche Artikel in Fachblättern und verschiedene Beiträge für belletristische Zeitschriften. 49. vr. Mieüt, Josef, geboren 22. März 1837 zu Wittlich, absolvierte das Gymnasium zu Trier, befaßte sich zwei Jahre hindurch im Bergfache mit theoretischen und praktischen Arbeiten und vollendete dann seine den neueren Sprachen zugewandten Universitätsstudien in Bonn. Während des Probejahres, zu dessen Abhaltung er Herbst 1862 am Gymnasium in Bonn eintrat, wurde ihm vom Hohen Ministerium das Anerbieten gemacht, auf eine Stelle als akademischer Lehrer der neueren Sprachen in Münster sich durch einen jährigen Stipendiengenuß im Ausland vorzubereiten. Er zog es aber vor, in eine definitive Stellung an der höheren Städtischen Schule in Mülheim am Rhein einzutreten, wo er von 1863—65 thätig war. Herbst 1864 veröffentlichte er dort die Programm-Abhandlung: ^pxreoiatiou äu ooromoutairs cke Voltaire sur le tllsätrs äs Oornsille. Auf Grund derselben verlieh ihm die philosophische Fakultät zu Rostock die Doktorwürde. Seit Herbst 1865 ist er an hiesiger Anstalt thätig. Seine Ernennung zum Oberlehrer erfolgte Herbst 1872. Das hiesige Schulprogramm 1867 enthielt von ihm die Abhandlung: „Berücksichtigung der Etymologie beim Unterrichte auf Realschulen", das letztjährige enthielt: „Ueber niederrheinische Familiennamen". Sonstige Arbeiten, Sprachwissenschaftliches betreffend, finden sich teils in Herrigs Archiv, teils im Jahrbnch für romanische und englische Litteratur von Ebert und Lemcke in Gießen, dann im Jahresbericht der Gesellschaft für nützliche Forschungen in Trier, deren korrespondierendes Mitglied derselbe ist, und schließlich in den Beitragen zur Geschichte des Niederrheins. 50. Schrötrr, Friedrich, am 19. November 1830 zu Delitzsch, Regierungsbezirk Merseburg, geboren, besuchte in den Jahren 1818—51 das Seminar in Weißenfels und wurde daselbst nach abgelegter Prüfung am 1. Juni 1851 Lehrer an der mit dem Seminar verbundenen Präparandenanstalt. Zwei Jahre später übermahln er eine Stelle an der städtischen Bürgerschule in Halle an der Saale. Am 1. Oktober 1854 wurde er als Lehrer an das Gymnasium in Bielefeld berufen. An dieser Anstalt wurde er auch mit der Leitung des Gymnasialchores betraut. Nach lljähriger Thätigkeit daselbst siedelte er am 1. Oktober 1865 nach Düsseldorf über, um eine ordentliche Lehrerstolle an der Realschule I. Ordn, zu übernehmen. 51. vr. Snffenftld, Joseph, geb. 18. März 1833 zu Odenkirchen, ging, mit dem Zeugnis der Reife vom Gymnasium zu Kempen entlassen, Herbst 1860 zur Akademie Münster und Herbst 1861 zur Universität Bonn, um sich dem Studium der Mathematik und Naturwissenschaften zu widmen; hier legte er, nachdem er vorher vor der dortigen philosophischen Fakultät promoviert hatte, am 29. November 1865 daS Examen p. 1. k tbs Rmpsror ltüartss V. — Oiotlonar/ ok Rn^Iisd, Rreneli anck dsrinan Idioms (im Verein mit Professor de Sainte-Claire und Professor Pasguet herausgegeben). 94 56. vr. Hcgrrt, Anton, geboren 22. Oktober 1842 zu Saarlouis, besuchte das Gymnasium zu Wesel. Mit dem Zeugnis der Reife von dieser Anstalt entlassen, bezog er Herbst 1862 die Universität Berlin, Ostern 1863 die Universität Bonn, widmete sich hier historisch-philologischen Studien, wurde am 14. Mai 1866 zum Doktor der Philosophie promoviert, bestand am 17. November desselben Jahres das Examen pro kaenltate cloesnäi, hielt das vorschriftsmäßige Probejahr an unserer Realschule von Anfang bis zu Ende 1867 ab, trat aber alsdann aus dem Schulfache aus, um sich dem Archivdienste zu widmen. Derselbe ist gegenwärtig Geheimer Staatsarchivar und Nrchivrat ani Geheimen Staatsarchiv zu Berlin, am 18. Januar 1886 wurde ihm der rote Adlerorden 4. Klasse verliehen. 57. vr. Drucr, Eduard, geboren 23. April 1341 zu Hamm in Westfalen, studierte, mit dem Zeugnis der Reife von dem Gymnasiuni zu Dortmund Ostern 1869 entlassen, in Bonn und später in Münster, ward im Dezember 1863 zum vr. pdU. promoviert und legte im Mai 1864 das Examen pro tue. äoo. ab. Das Probejahr absolvierte er am Königlichen Gymnasium zu Arnsberg; zu Ostern 1365 ward er als Lehrer an die Rheinische Ritterakademie zu Bedburg berufen, von da zu Michaelis 1867 an die städtische Realschule I. Ordn, zu Düsseldorf. Ostern 1877 wurde er 2. Oberlehrer am städtischen Gymnasium zu Beuthen in Oberschlesien, an welcher Anstalt er seit Herbst 1877 als erster Oberlehrer wirkt. Durch den Druck hat er veröffentlicht die Doktor- (oder Jnaugural-) Dissertation: vs ktssirndroto Nbasio eiusgus rslignüs (Münster 1863) und die Programm- Abhandlung: Die Staatsentwicklung Frankreichs unter den Capetingern (Düsseldorf 1374). 58. Dr. Imisril, Karl, geboren 10. Februar 1844 zu Düsseldorf, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und studierte von 1863—67 an der Universität zu Bonn, wo er im Sommer 1866 promovierte und im Sommer 1867 seine Staatsprüfung ablegte. Hiernach trat er als Probekandidat bei der Realschule in Düsseldorf ein, wurde Herbst 1868 als ordentlicher Lehrer an die mit dem Gymnasium verbundene Höhere Bürgerschule zu Wesel berufen und kehrts Herbst 1872 als ordentlicher Lehrer an die Realschule zu Düsseldorf zurück, wo er seitdem ununterbrochen gewirkt hat. Im April 1884 wurde er zum Oberlehrer befördert und im Mai 1884 zum Mitglied der Königlichen Prüfungskommission für Einjährig-Freiwillige ernannt. Von seinen Schriften sind im Buchhandel erschienen: 1. Physikalische Aufgaben für die Prima höherer Lehranstalten, Freiburg, Herder 1833. — 2. Methodischer Leitfaden der Physik und Chemie für höhere Töchterschulen u. s. w. Freiburg, Herder, 1887. 5S. Sagorski, Julius, geboren den 17. Juli 1845 zu Deutz, erhielt seine Vorbildung auf deni Gymnasium zu Trier, besuchte von Herbst 1863 an die Universität zu Bonn und legte, nachdem er im Mai 1867 zu Bonn die Prüfung zum Nachweis der Lehrbefähigung bestanden, am Progymnasium zu Höxter sein Probejahr ab. Vom Herbst 1868 bis Herbst 1869 war er wissenschaftlicher Hülfslehrer an der Realschule zu Düsseldorf. Später bekleidete er ordentliche Lehrerstellen an der höheren Bürgerschule zu Mülheim a. Rh., an der Vorschule der reorganisierten Königlichen Gewerbeschule zu Elberfeld und an der reorganisierten Königlichen 95 Gewerbeschule zu Halberstadt und ist seit 1884 in letztgenannter Stadt Oberlehrer an der aus der Königlichen Gewerbeschule hervorgegangenen städtischen Ober- Realschule. 6V. Professor Dr. Wrrschbergcr, Georg Friedrich, geboren am 12. Februar 1846 zu Danzig, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und bestand Michaelis 1863 die Reifeprüfung. Er bezog dann zunächst die Universität Berlin; da er sich aber bald für das Fach der neueren Sprachen entschied, so ging er Ostern 1364 nach Bonn und verblieb daselbst zwei Jahre lang. Ostern 1866 kehrte er nach Berlin zurück und genügte hier seiner Militärpflicht; Michaelis 1367 verließ er es wieder, um behufs seiner praktischen Ausbildung im Französischen einen längeren Aufenthalt in Nancy und Paris zu nehmen. Um Michaelis 1863 bestand er in Berlin die Staatsprüfung und erhielt zu Neujahr 1869 eine Stellung an der Realschule in Güstrow (Meckl.-Schw.). Von Ostern 1870 bis Ostern 1875 war er an der städtischen Realschule in Düsseldorf angestellt; doch wurde seine Thätigkeit hier fast anderthalb Jahr durch den Feldzug in Frankreich und einen sich daran schließenden längeren Urlaub unterbrochen, den er zu einem Aufenthalte in London benutzte. Bald darauf wurde ihm für eine Abhandlung über den blanll vorso an der philosophischen Fakultät zu Tübingen die Doktorwürde zuerkannt. Ostern 1875 folgte er einem Rufe an die Realschule — jetzt Realgymnasium — des Johauneums nach Hamburg; und an dieser Anstalt ist er noch jetzt thätig. Anfangs 1887 wurde er von Einem Hohen Senate zum Professor ernannt. 61. Drusjen, Johannes, geboren am 16. Juni 1841 zu Dierdorf, ging, mit dem Zeugnis der Reife von dem Gymnasium zu Gütersloh entlassen, Ostern 1364 zur Universität Halle, um Theologie zu studieren. Er setzte dieses Studium zu Tübingen, Bonn und Wittenberg (Predigerseminar) fort und wurde nach Absolvierung der beiden theologischen Examina im Herbste 1870 als Religionslehrer an das Gymnasium und die Realschule zu Düsseldorf berufen. Seine definitive Anstellung erfolgte im Herbst 1871. — Er verblieb in dieser Stellung bis zum 15. Mai 1373, um sodann einem Rufe als Pfarrer der evangelischen Gemeinde Heinsberg zu folgen. 62. Dennd, Franz Hugo, geboren am 26. Oktober 1840 zu Lennep, besuchte, vom Gymnasium zu Münstereifel Herbst 1859 mit dem Zeugnisse der Reife entlassen, die Universität Bonn und später die Akademie zu Münster. Nachdem derselbe hier am 6. Dezember 1866 das Examen x. k. ä. abgelegt hatte, absolvierte er das Probejahr an der damals unter der Leitung des Direktors Prof. Hilgers stehenden Realschule I. Ordn, zu Aachen. Ostern 1863 wurde er als kommissarischer Lehrer an das Apostel-Gymnasium zu Köln und im Herbste desselben Jahres zur Vertretung an das Progymnasium zu Linz berufen. Anfang Januar 1869 ging er wieder zur Realschule in Aachen über und im Herbste desselben Jahres zur hiesigen Realschule, wo er im Sonnner 1871 definitiv angestellt und am 21. März 1837 zum Oberlehrer befördert wurde. 63. Sonnenschein, Carl, geboren am 28. Februar 1842 zu Neviges bei Elberfeld, absolvierte das Gymnasium zu Essen, studierte von 1661—64 zu Münster, Tübingen und Bonn, empfing 1865 zu Köln die Priesterweihe und wurde zunächst als Vikar 96 zu Hückeswagen angestellt; 1869 nach Düsseldorf an die St. Andreaskirche versetzt, war er von Ostern 1879 ab zugleich als zweiter katholischer Religionslehrer an der Realschule thätig, bis die von Ostendorf gegründete höhere Bürgerschule einer besonderen Leitung unterstellt wurde. Jetzt ist er Pfarrer in Borbeck. 64. Pontani, Bernhard, geboren zu Neuß am 27. Oktober 1845, besuchte das Gymnasiuni seiner Vaterstadt von 1857 bis 1865 und studierte darauf auf der Universität Bonn neben den neueren Sprachen namentlich Mathematik und Naturwissenschaften. Als Mitglied des naturwissenschaftlichen Seminars löste er die botanische Preisaufgabe: „Über die Krystalle oxalsauren Kalks in den Pslanzen- zellen". 1868 promovierte er an der Universität Bonn auf Grund einer Dissertation: „Über die Leitungsfähigkeit der Salpetersäure und ihrer Gemische mit Schwefelsäure und Zinkvitriol für die Elektrizität". November 1863 bestand er das sxamon pro taenltatö äoeonäl und wurde laut Reskripts vom 6. Januar 1869 zur Ableistung des Probejahrs der Realschule I. O. zu Düsseldorf überwiesen. Nach dem Probejahr verblieb er noch als Vertreter eines erkrankten Kollegen an der Anstalt bis Oktober 1870. Nachdem er hierauf ein halbes Jahr am Gymnasium zu Elberfeld unterrichtet, folgte er Ostern 1871 einem Rufe an die Realschule II. O. (jetzt Progymnasium und Realprogymnasium) zu Eschwege, wo er sich augenblicklich noch befindet. 65. Gstrndorf, Julius, geboren 2. April 1823 zu Soest, Sohn des früh gestorbenen Predigers an der Petrikirche daselbst. Er ging bereits mit 17 Jahren zur Universität Bonn (später Halle und Berlin), um Theologie zu studieren, wendete sich aber hernach zu philologischen Studien. Zuerst war er in Soest und Wesel thätig. Dann zwang ihn eine schwere Krankheit dazu, seine pädagogische Thätigkeit zu unterbrechen. Das Jahr 1843 führte ihn dagegen zur hervorragenden Beteiligung an den politischen Ereignissen. Vom Wahlkreise Soest-Hamm in das Frankfurter Parlament gewählt, schloß er sich der sogenannten Erbkaiserpartei an. Mit den andern preußischen Mitgliedern schied auch er Ende Mai 1849, um danach an den Beratungen in Gotha teilzunehmen. Seinem Programme, das im wesentlichen 1866 und 1871 sich verwirklichte, ist er stets treu geblieben. 1850 ging er nach Lippstadt und gestaltete die dreiklassige Stadtschule in eine Realschule I. O., die auch weit über die Provinz hinaus ihm einen ausgezeichneten Namen gemacht hat. Ostern 1872 verließ er Lippstadt, um in Düsseldorf die Leitung der Realschule zu übernehmen und das Schulwesen daselbst neu zu organisieren. Mitten in seiner Thätigkeit starb er am 31. August 1877. Erschienen sind von ihm außer zahlreichen Programmabhandlungen „Über die Leibesübungen", „Beiträge zur Realschulfragc", „Über den neusprachlichen Unterricht" und außer verschiedenen Aufsätzen im Pädagogischen Archiv (z. B. „Zur Konzentration des Unterrichts") noch folgende Schriften: „Die Vorbildung für das Lehramt an Realschulen", 1870; „Volksschule, Bürgerschule und höhere Schule", 1372; „Über das nationale Kaisertum der Hohenzollern", 1873; „Über nationale Erziehung", 1874; „Die Konferenz zur Beratung über das höhere Schulwesen des preußischen Staates", 1874; „Die Umgestaltung des hiesigen Volksschulwesens", Düsseldorf 1876. 97 66. vr. Uslkrradt, Heinrich, geboren 3. September 1344 zu Lippstadt, erhielt Herbst 1863 am Gymnasium zu Paderborn das Zeugnis der Reife und genügte zunächst bei dem 56. Infanterie-Regiment der einjährigen, militärischen Dienstpflicht. Von Herbst 1864 bis Herbst 1867 studierte er klassische und germanische Sprachen an der Königlichen Akademie zu Münster. Sommer 1866 beteiligte er sich als Unteroffizier im 53. Infanterie-Regiment am Mainfeldzuge. Im Juni 1868 bestand er die Prüfung p. k. 6. und begann im Herbst desselben Jahres mit Erlaubnis des Königlichen Unterrichtsministeriums an der damaligen Realschule I. Ordn, zu Lippstadt das gesetzliche Probejahr, während dessen er das Glück hatte, von dem verstorbenen Direktor Ostendorf in ausgezeichneter Weise in die Unterrichtspraxis eingeführt zu werden. Herbst 1869 übernahm er bei dem Marchese Campanari in Rom eine Hauslehrerstelle. Der Feldzug der Jahre 1370/71, welchen er als Reserveoffizier des 39. Infanterie-Regiment mitmachte und in welchem er mit dem eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet wurde, zwang ihn, diese für seine Fortbildung so vorteilhafte Stellung schon nach 10 Monaten aufzugeben. Nach dem Kriege war er in der Familie der Neichsgräfin von Oppersdorff in der Grafschaft Glatz wiederum als Hauslehrer thätig, erwarb sich aber während dieser Zeit die k. ck. im Französischen und mit einer Abhandlung über „Goethes Lyrik" die philosophische Doktorwürde. Aus Veranlassung seines früheren Direktors wurde er Herbst 1872 als ordentlicher Lehrer an die Realschule I. Ordn, zu Düsseldorf berufen. Ostern 1876 wurde er zum Oberlehrer am Gymnasium zu Paderborn befördert und nach 5^/- jähriger Thätigkeit daselbst in gleicher Eigenschaft an das Gymnasium zu Münster i. W. versetzt. Herbst 1884 wurde ihm das Direktorat des Gymnasiums zu Recklinghausen übertragen. Im Buchhandel sind von ihm erschienen: 1. Niobsuck, distoirs äs 1s. troisisiruz oroisscks. sWeidmannsche Sammlung). Berlin. Weidmann. 1877. 2. Lehrbuch der italienischen Sprache. I. Teil: Grammatik. Berlin. Weidmann. 1878. 3. Dasselbe II. Teil: Lesebuch. Berlin. Weidmann. 1878. 4. Pension, ^vontnrss äs 1'ölemsgne. (Weidmannschc Sammlung). Berlin. 1879. 5. Bidliotses mockorns itslisns. 3 Bändchen. Leipzig. Veit Kr Comp. 1880. 6. Goethes Jphigenie auf Tauris, erläutert. Paderborn. Schöningh. 1880. 2. Aufl. 1887. 7. Zur Methodik des lateinischen Aufsatzes. Progr. Münster. 1834. 8. Kritiken in wissenschaftlichen Zeitschriften. 67. Ahrrnd, Ferdinand Karl Christian, evangelischer Konfession, wurde am 17. Oktober 1843 in Levenhagen bei Greifswald geboren. Von Ostern 1857 bis Michaelis 1864 besuchte er das Gymnasium zu Greifswald. Von Michaelis 1864 bis Michaelis 1667 studierte er auf der Universität Greifswald Mathematik und Naturwissenschaft und absolvierte im Februar 1870 das exsmsu pro ksonltsts ckoosncki. Ostern 1870 trat er sodann als osnckickstns prodsnckns bei der Realschule I. Ordn in Harburg ein. Von Ostern 1871 bis Michaeli 1871 war er wissenschaftlicher Hülfslehrer an der Realschule I. Ordn, in Perleberg. Michaelis 1871 ging er als ordentlicher Lehrer an die höhere Gewerbeschule in Magdeburg. Von Ostern 1872 bis Michaelis 1873 war er ordentlicher Lehrer an der in der Entwickelung begriffenen höheren Bürgerschule zu Unna. Von hier wurde er Michaelis 1373 als ordentlicher Lehrer an die Realschule I. Ordn, zu Düsseldorf berufen. Im März 1887 wurde er zum Oberlehrer ernannt. 7 9S 63. >>r, Arriz, I. Peter H., katholischer Konfession, geboren 31. Oktober 1844 zu Birgden (Kreis Geilenkirchen), ging, mit dem Zeugnis der Reife von dem Königlichen Gymnasium zu Münstereifel entlassen, Michaelis 1864 zur Universität Bonn, um sich philosophischen und theologischen Studien zu widmen. Im folgenden Jahre vertauschte er Bonn mit Münster, um zugleich seiner Dienstpflicht als Einjährig-Freiwilliger zu genügen. Hier wurden seine Studien durch den Krieg von 1866, den er bei der Mainarmee mitmachte, unterbrochen. Michaelis 1867 kehrte er nach Bonn zurück und begab sich von dort im folgenden Jahre nach Loewen. ZuAOstern 166S wurde er als Hilfslehrer an die Höhere Bürgerschule zu Hof- geismar berufen und blieb in dieser Stellung, bis der französische Krieg ihn wieder unter die Fahnen rief. Aus dem Feldzuge von 1876/71 zurückgekehrt, begab er sich wieder nach Bonn und erlangte daselbst am 7. Dezember 1871 mit einer Abhandlung: Rsmarguss Arawinatisalss st IsxieoloAignes sur In langus cks Oornsillö st eslls äs Rasins die philosophische Doktorwürde. Im April des folgenden Jahres wurde ihm an der Höhern Bürgerschule zu Hofgeismar eine ordentliche Lehrerstelle kommissarisch übertagen. Am 9. November desselben Jahres bestand er vor der Königlichen Wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Bonn die Prüfung pro taeultats äossnäi, worauf seine definitive Anstellung an ebengenannter Schule erfolgte. Ostern 1873 wurde ihm eine ordentliche Lehrerstelle an der damaligen /Realschule I. Ordn, zu Düsseldorf übertragen, die er bis Ostern 1879 bekleidete, wo er als Konrektor an die Landwirtschaftsschule zu Eleve berufen wurde. 69. vr. Kingrn, Christian, geboren am 28. Februar 1842 zu M.-Gladbach, besuchte das Progymnasium seiner Vaterstadt und das Gymnasium zu Neust und bestand hier das Abiturientenexamen 1859. Zum Zweck des Studiums der katholischen Theologie besuchte er die Universitäten Tübingen und Bonn. Nach bestandenem theologischen Examen widmete er sich noch einige Jahre dein Studium der Jurisprudenz zu Heidelberg, Innsbruck und Löwen und promovierte in utrogus fürs zu Heidelberg. Im Jahre 1865 zum Priester geweiht, begab er sich nach Rom, um eine Stelle als Kaplan an der deutschen Nationalkirche clslU ^.uiina zu übernehmen und besonders an der Oon^rs^atio Ooneilii sich praktischen kirchenrechtlichen Studien hinzugeben. Von Rom 1869 zurückgekehrt, wurde er als Kaplan an der Lambertuskirche in Düsseldorf angestellt. Im Jahre 1873 trat er als ordentlicher Lehrer und katholischer Religionslehrer an das Realgymnasium zu Düsseldorf und wurde 1837 zum Oberlehrer befördert. In demselben Jahre erhielt er einen Ruf als ordentlicher Professor des Kirchenrechts in der theologischen Fakultät zu Freiburg, doch zog er es vor seine Thätigkeit an der ihm liebgewordenen Anstalt fortzusetzen. Während seines römischen Aufenthalts gab er nnt einsin Freunde heraus: Oausas sslsetas OonArsAntiouis Lionsilü psr „summaria prötnm" propositas und schrieb verschiedene kirchenrechtliche Abhandlungen im Archiv für katholisches Kirchenrecht. 76. Whndorf, Friedrich Wilhelm, geboren den 27. November 1849 zu Saarlouis, studierte nach der Entlassung vom Gymnasium zu Gütersloh vom Jahre 1867 bis 1871 Theologie in Bonn, Berlin, Tübingen, wurde nach dem ersten theologischen Examen als zweiter Religionslehrer am Gymnasium zu Bonn kommissarisch angestellt, legte im Jahre 1873 zu Bonn das Examen pro kae. äoe. ab 99 und wurde in demselben Jahre als ordentlicher Lehrer an die Realschule I. Ordn, zu Düsseldorf berufen. Nach achtjähriger Arbeit an derselben wurde ihm vom Königlichen Konsistorium der Provinz Sachsen die Pfarrstelle zu Treffurt in Th. übertragen, in der er gegenwärtig noch steht. 71. Kahn, Heinrich, wurde 1839 in Damnah in der Landdrostei Lüneburg geboren. Nachdem derselbe bereits an mehreren Orten, zuletzt am Progymnasium in Harburg, unterrichtet hatte, beschloß er, seinem Lieblingswunsche zu folgen und sich dem Sprachstudium zu widmen. Er ging Ostern 1866 nach der Universität Göttingen und studierte daselbst 3 Jahre, bis Ostern 1869, besonders neuere Sprachen, Deutsch und Naturgeschichte. Sodann war er ein halbes Jahr in England in einer Schule in der Nachbarschaft von London beschäftigt und besuchte darauf ein Semester die Universität zu Paris. Von hier aus ward er nach Hannover an die „höhere Bürgerschule", die damals unter der Leitung des Direktors Callin stand, berufen. Michaelis 1874 ging er, nachdem er 2 Jahre vorher das Staatsexamen p. 1. ä. bestanden hatte, aus Veranlassung des Direktors Ostendorf, an die Realschule I. Ordn, in Düsseldorf; er blieb daselbst bis Michaelis 1877 und nahm dann eine Stelle in Braunschweig an, wo er noch jetzt an der zur Oberrealschule erweiterten städtischen Realschule als Oberlehrer thätig ist. 72. Dr. Ucujz, Josef, geboren 15. Juli 1847 zu Köln, bezog, mit dem Zeugnisse der Reife von dem Gymnasium an Marzellen zu Köln entlassen, Herbst 1866 die Akademie zu Münster. Nachdem er daselbst im Juli 1879 vor der philosophischen Fakultät promoviert hatte, legte er Januar 1871 das Examen p. t. ä. ab. Von Ostern 1871 bis Ostern 1872 hielt er an dem Gymnasium an der Apostelkirche zu Köln das vorschriftsmäßige Probejahr ab und wurde dann Herbst 1872 nach Beendigung seines einjährig-freiwilligen Dienstjahres als kommissarischer Lehrer dem Königlichen Gymnasium zu Bonn überwiesen. Diese Stellung gab er Herbst 1873 auf, um seine schon in Münster begonnenen Studien der modernen Sprachen mit mehr Muße fortzusetzen und zum Abschluß zu bringen. Nach Erreichung dieses Zieles übernahm er Herbst 1874 eine ordentliche Lehrerstelle an der damaligen Realschule II. Ordn, zu Essen, von wo er Ostern 1875 in gleicher Eigenschaft an die Realschule I. Ordn, zu Düsseldorf übertrat. Herbst 1376 wurde er als Oberlehrer an das Kaiser-Wilhelms-Gymnasium zu Montabaur berufen, welches er Herbst 1833 verließ, um dem Rufe als Direktor des Realgymnasiums zu Aachen Folge zu leisten. Die feierliche Einführung in dieses Amt, welches er jetzt noch verwaltet, erfolgte am 14. November 1883. Außer der Doktor-Dissertation: «Zuasstionss Iloratianas drammatioas, Münster, 1879, veröffentlichte er im Herbstprogramm 1877 des Kaiser-Wilhelms-Gymnasiums zu Montabaur die Abhandlung: „8nr ls Nisan- tllrops äs dloltörs, ^.nalz-ss et obssrvations eritiguos", und im Osterprogamm 1839 des Realgymnasiums zu Aachen einen zugleich die Geschichte der Anstalt enthaltenden Bericht über die Feier des fünfzigjährigen Jubiläums des Realgymnasiums und eine patriotische Schulrede. 73. Masbcrg, Jakob, geboren den 7. Januar 1849 zu Leutesdorf a. Rh., besuchte das Progymnasium zu Andernach und die oberen Klassen des Gymnasiums zu Kempen. Herbst 1868 erhielt er das Zeugnis der Reife und studierte zu Bonn, 7"° 100 Löwen, London und Paris neuere Sprachen. Im Jahre 1870 trat er als Einjährig- Freiwilliger in das 8. Feldartillerie-Regiment ein und nahm teil an der Belagerung von Metz und an den Kämpfen der Nordarmee unter Manteuffel und Gäben. Ani 14. Januar 1374 bestand er vor der Königlichen wissenschaftlichen Prüsungs-Kom- mission zu Bonn sein Examen pro kae. jäoe. und wurde Ostern desselben Jahres dem Realgymnasium zu Aachen behufs Ablegung des Probejahres und Verwaltung einer wissenschaftlichen Hülfslehrerstelle überwiesen. Ostern 1875 berief ihn Direktor Ostendorf als ordentlichen Lehrer an das Realgymnasium zu Dusseldorf, an welcher Anstalt er bis Herbst 1878 thätig war. Dann trat er als ordentlicher Lehrer an die hiesige höhere Bürgerschule über. Am 24. Juni 1330 ist er zum Oberlehrer befördert worden. Im Drucke sind von ihm erschienen (im Verlag von W. Spemann, Berlin und Stuttgart): 1. Französische Grammatik für sechsklassige Schulen. 2. Kurzgefaßte französische Syntax. 3. Französisches Übungsbuch. 74. Dr. Uctstm, Julius, geboren 23. Januar 1851 zu Obercostenz, Regierungsbezirk Coblenz, besuchte das Gymnasium zu Kreuznach und ging Herbst 1869 zur Universität. Er studierte Theologie und Philologie in Halle, Bonn und Utrecht, bestand im Oktober 1873 das erste theologische Examen pro liesutla oonoionaucki und im Juli 1876 das philologische Staatsexamen pro kaeultate äoesuäi. Darauf diente er als Einjährig-Freiwilliger im 4. Garde-Grenadier-Regiment Königin in Coblenz, welchem Regiments er auch als Reserveoffizier angehört. Im Herbst 1877 trat er als Probekandidat am Gymnasium in Essen a. d. Ruhr ein und wurde ein halbes Jahr später der dortigen Realschule überwiesen. Von Ostern 1879 bis Herbst 1884 war er am Realgymnasium in Düsseldorf als Ordentlicher Lehrer thätig. Herbst 1884 ging er als Oberlehrer an das Realgymnasium in Perleberg; Ostern 1886 wurde er Oberlehrer und evangelischer Religionslehrer ani Kaiser- Karls-Gymnasium und am Realgymnasium in Aachen. Er promovierte in Tübingen mit einer Abhandlung „über die Ethik des Hutcheson". 75. Dr. Victor, Wilhelm, geboren 25. Dezember 1850 zu Cleeberg, Regierungsbezirk Wiesbaden, erlangte das Zeugnis der Reife auf den« Gymnasium zu Weilburg, Ostern 1869, und studierte von da ab bis Ostern 1872 in Leipzig, Berlin und Marburg Theologie und Philologie. Vom Sommer 1872 bis dahin 1873 hielt er sich in England auf, kehrte im Herbst 1873 nach Marburg zurück und studierte bis Herbst 1874 daselbst neuere Sprachen. Ein Vierteljahr lang war er hierauf als Lehrer an der höheren Töchterschule zu Essen thätig. Am 2. Februar 1875 erteilte ihm die philosophische Fakultät Marburg die Doktorwürde. Das Hx. pro kao. äoc. bestand er in Marburg am 16. Juli desselben Jahres. Bis Ostern 1876 war er wieder in England und trat sodann unter Direktor Ostendorf als Probekandidat und Hülfslehrer bei der Realschule I. O. zu Düsseldorf ein. Im Herbst 1378 ging er als ordentlicher Lehrer an die von Professor Unverzagt geleitete städtische Realschule zu Wiesbaden. Am 1. Januar 1882 wurde er auf sein Ansuchen aus dieser Stellung entlassen, um die Leitung der Garnierschen Lehr- und Erziehungsanstalt zu Friedrichsdorf i. T. zu übernehmen, folgte aber schon nach wenigen Monaten einem Ruf als I-eoturor on Dsutouio lmuAuuAss uuä I4terg.turs an das neugegründete llniversitz- dotiere zu Liverpool. Ostern 1884 wurde er zum außerordentlichen Professor der englischen Philologie in Mar- 101 bürg ernannt. — Veröffentlicht hat er verschiedene Aufsätze in der Zeitschrift für romanische Philologie, den Englischen Studien, der Zeitschrift für neufranzösische Sprache und Litteratur u. f. w. Von 1880 bis 1885 gab er die Zeitschrift für Orthographie, Orthoepie und Sprachphysiologie heraus; seit 1887 die Phonetischen Studien. Im Buchhandel sind als selbständige Arbeiten von ihm erschienen: 1. Die rheinfränkische Umgangssprache in und um Nassau. Wiesbaden, Niedner1375. — 2. Die Handschriften der desto äos I-obsraius. Halle, Niemeyer 1876. — 3. Englische Schulgrammatik. 1. Formenlehre. Leipzig, Teubner 1879. — 4. Der Sprachunterricht muß umkehren! Heilbronn, Henninger 1832, 2. Auflage 1836. — 5. Elemente der Phonetik. Heilbronn, Henninger 1884, 2. Auflage 1837. — 6. dorman Uronunoiation: kraotioo ancl Illsor/. Heilbronn, Henninger 1885. — 7. Die Aussprache der in dem Wörterverzeichnis für die deutsche Rechtschreibungw. enthaltenen Wörter. Heilbronn, Henninger 1885. — 8. Die Aussprache des Englischen nach den deutsch-englischen Grammatiken vor 1750. Marburg, Elwert 1886. — 9. Englisches Lesebuch. Unterstufe. (Mit F. Dörr.) Leipzig, Teubner 1887. — 10. Einführung in die englische Philologie. Marburg, Elwert 1838. 76. vr. Dtumbergrr, Friedrich, geboren am 24. Oktober 1843 zu Kreuznach, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt vom Herbst 1862 bis 1869 und studierte dann Mathematik und Naturwissenschaften an der Universität Bonn. Er arbeitete daselbst in den Laboratorien der Professoren Clausius, Kekulo, Hanstein und Troschel und war beständiges Mitglied der Seminarien der mathematischen und der naturwissenschaftlichen Sektion der philosophischen Fakultät. In seinen mathematischen Studien folgte er vorwiegend der Leitung des Professors Lipschitz. Am 8. Juli 1873 wurde ihm die philosophische Doktorwürde verliehen; am 23. Februar 1874 bestand er das Examen p. k. 4. — Ostern 1874 trat er an dem Gymnasium an der Apostelkirche zu Köln das Probejahr mit voller Beschäftigung an, wurde aber schon im Herbst desselben Jahres dem dortigen Gymnasium an Marzellen zur Vertretung einer fehlenden Lehrkraft überwiesen. Am 23. Dezember 1374 wurde er von der Stadtverordneten-Versammlung auf Vorschlag des Kuratoriums zum ordentlichen Lehrer an der Realschule zu Düsseldorf gewählt; er übernahm die Stelle im Herbst 1875 und verblieb in derselben bis zum Schlüsse des Jahres 1885. Eine im Jahre 1383 auf ihn gefallene Wahl zum Oberlehrer am Realgymnasium in Lippstadt lehnte er ab, desgleichen die Anerbietungen einer Kreisschulinspektion in der Provinz Posen und im Regierungsbezirk Trier. Im Januar 1886 wurde ihm die Kreisschulinspektion über den Landkreis Düsseldorf zunächst kommissarisch übertragen; seit dem 1. September desselben Jahres verwaltet er dieses Amt definitiv. — Von den gedruckten Arbeiten desselben sind zu erwähnen: Die stationäre Wärmebewegung in dein gleichmäßig leitenden rechtwinkeligen Parallelepipedum. Jnaugural-Dissertation. — Patriotische Dichtungen und Wanderbilder. Düsseldorf bei L. Voß Ä Coinp. — Altdüsseldorf. Die niederrheinische Fehde bis zur Erhebung Düsseldorfs zur Stadt. Jakobe von Baden. Programmabhandlungsn. 77. vr. Moers, Joseph, katholischer Konfession, wurde am 16. Juli 1842 zu Emmerich geboren. Er besuchte das Gymnasium in Bonn, woselbst er im August 1861 das Zeugnis der Reife erwarb. Sodann widmete er sich auf der rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität philologischen Studien mit besonderer Berücksichti- 102 gung der neueren Sprachen. Nachdem er 1865 die Doktorwürde erlangt und die Prüfung pro taeultato äoesncki bestanden hatte, begab er sich nach Paris, wo er längere Jahre als Erzieher thätig war. 1875 wurde er an der Kortegarnschen Realschule in Bonn als Lehrer angestellt, folgte aber schon ein Jahr später einer Berufung an das Realgymnasium in Düsseldorf. Hier wirkte er bis Ostern 1882. Dann trat er als Lehrer an die in Bonn neu ins Leben tretende städtische höhere Bürgerschule. Im folgenden Jahre wurde er an dieser jetzt in ein Realgymnasium umgewandelten Anstalt zum Oberlehrer befördert. Er veröffentlichte 1884 eine Programmabhandlung' Die Form- und Begriffsveränderungen der französischen Fremdwörter im Deutschen. 78. vr. Modell, Abraham, geboren 1. Juni 1844 zu Posen, absolvierte das Königliche Friedrich-Wilhelms-Gymnasium daselbst, bezog Ostern 1863 das Rabbiner- Seminar und die Königliche Universität zu Breslau und erwarb an letzterer auf Grund seiner Schrift: „Ds sinsnclatlonidus in lidris saeris Vstsris Nsstamenti g, Loxüsriin'propositis" die philosophische Doktorwürde. Ostern 1867 übernahm er das Amt des ersten Lehrers an der Religionsunterrichts-Anstalt I der Synagogengemeinde'zu Breslau und folgte Ostern 1870 seinem Vater im Amte des Inspektors der israelitischen Waisenknaben-Anstalt zu Posen. Ostern 1871 bis 1874 war er gleichzeitig Religionslehrer an der städtischen Realschule daselbst. In dieser Eigenschaft erstattete er, da die genannte Anstalt zur Zeit eines katholischen Religionslehrers entbehrte und der anderweitig berufene evangelische Religionslehrer noch nicht ersetzt war, auf Anordnung des Herrn Realschuldirektors Dr. Geist das von dein damaligen Kultusminister, Sr. Excellenz Herrn Dr. Falk geforderte Gutachten über die Beibehaltung des Religionsunterrichts an höheren Schulen. Ostern 1874 als stellvertretender Rabbiner und Prediger nach Breslau zurückberufen, folgte er Ostern 1375 einem Rufe als Rabbiner des Synagogenbezirks Düsseldorf. Ostern 1882 wurde er von der hohen Behörde für längere Zeit beurlaubt und begab sich auf Wunsch der vereinigten Comites von Berlin, Wien, Paris, London und New- Aork an die russische Grenze und nach Rußland selbst, um die Auswanderung der aus letztgenanntem Lande vertriebenen Jsraeliten zu organisieren und für die speziell für diese Angelegenheit gebildete preußische Ministerial-Kommission den geforderten authentischen Bericht über die Sachlage zu erstatten. Erschienen sind außer der genannten Schrift verschiedene Artikel in Frankel's Monatsschrift und in Rahmer's Wochenschrift; ferner verschiedene Predigten, Heinrich Heine's Stammbanm (im Jahrbuch für niederrheinische Geschichte 1885); Geleitbrief der Juden zc. (Jahrbuch für niederrheinische Geschichte. 1836). 79. Dagellikrn, Franz, geboren 3. Juni 1848 zu Münstereifel, ging, mit dem Zeugnis der Reife von dem dortigen Gymnasium entlassen, Herbst 1866 zur Akademie Münster, später zur Universität Bonn und nach Paris. Das Examen pr. 1. cl. legte er zu Bonn am 6. Mai 1871 ab. Herbst 1872 bis Herbst 1873 war er Probe-Kandidat an der städtischen Realschule in Köln, sodann wurde er an der höheren Bürgerschule in Limburg a. d. Lahn angestellt. Er gab aber diese Stelle Herbst 1875 auf, um sich durch leinen 2jährigen Aufenthalt in England im Englischen zu vervollkommnen. An der städtischen Real- und Bürgerschule zu Düsseldorf wirkte er als kommissarischer Lehrer von Herbst 1877 bis Ostern 1878. Hierauf 103 wurde er an der in der Umgestaltung begriffenen Königlichen Gewerbeschule zu Aachen angestellt. An der aus dieser Schule hervorgegangenen städtischen Realschule ist er zur Zeit als ordentlicher Lehrer beschäftigt. 80. Strcdlmv, Karl R. E., geboren am 11. Juli 1346 zu Landsberg an der Warthe, besuchte infolge mehrfacher Versetzungen seines Vaters die Stadtschulen von Küstrin, Müncheberg und Seelow sowie die Seminarübungsschule in Neuzells. Nachdem er vom jetzigen Rektor Gast in Guben für den Lehrerberuf vorbereitet war, gehörte er vom Herbst 1863 bis dahin 1866 dem Seminar zu Neuzelle an. Vom 1. Oktober 1866 an war er ein Jahr lang Dorfschullehrer in Zechin im Oderbruch, dann bis Ostern 1869 Armenschullehrer in einer Vorstadt von Landsberg a. d. Warthe und darauf Lehrer an der Bürger(Mittel-)schule daselbst. Von dort aus besuchte er im Winterhalbjahr 1869/70 die Königl. Central-Turnanftalt und die Vorbereitungsanstalt für Zeichenlehrer in Berlin; auch ward er, nachdem er bereits 1867 seiner Militairpflicht genügt hatte, im Juli 1870 zu den Fahnen einberufen und nahm im Leib-Grenadier-Regiment (1. Brandenburger Nro. 8) an der Belagerung von Metz und an den Kämpfen um Orleans teil. Nach Wiedereintritt in sein Lehramt im Juli 1871 folgte er Ostern 1872 einem Rufe an die Realschule II. Ordn, zu Neumünster in Holstein und trat im Herbst 1877 als Nachfolger des Herrn Erk in das Kollegium der Realschule I. Ordn, zu Düsseldorf ein. 81. vr. Drnun, Reinhold, geb. 12. Januar 1849 zu Gr. Glogau, vorgebildet auf dem Gymnasium zu Görlitz und den Universitäten zu Leipzig, Berlin und Greifswald, promoviert von der philosophischen Fakultät zu Greifswald 1873, pro taeul- tute clocsncli ebendaselbst geprüft 1373. Herbst 1873 Hilfslehrer am Realgymnasium zu Jserlohn, Herbst 1874 ordentlicher Lehrer an derselben Anstalt, Herbst 1378 an das Realgymnasium zu Düsseldorf berufen. Geschrieben hat derselbe: ,,vs cluadus aclvsrsns XristoAitouem orationldus guas vsmostlisnes seripsisss tsrtnr" und „Beiträge zur Statistik des Sprachgebrauchs Sallust's". 82. vr. Düttchrr, Carl, geboren 20. Dezember 1838 zu Pr. Eylau, wurde Ostern 1859 mit dem Zeugnis der Reife vom Königlichen Friedrichs-Kollegium zu Königsberg Pr., entlassen, nachdem er bereits von Ostern 1357 bis Ostern 1859 durch Annahme von Hauslehrerstellen sich für die praktische Lehrthätigkeit vorbereitet hatte. Von Michaelis 1859 bis Ostern 1861 studierte er in Königsberg Theologie und klassische Philologie, trat dann aber in die philosophische Fakultät über, um Geschichte, Geographie und neuere Sprachen (Französisch, Englisch, Spanisch) zu studieren. Von Ostern 1862 bis Michaelis 1863 war er wieder Hauslehrer und brachte dann bis Michaelis 1366 seine Studien zum Abschluß. Am 24. September 1866 bestand er sein Doktorexamen. Schon vor demselben war er als Lehrer an das damals Städtische, jetzt Königliche Gymnasium in Graudenz berufen worden. Der Eintritt mußte bereits anfangs Oktober erfolgen, und so konnte er erst von Graudenz aus auf Grund seiner Dissertation: „Hnasstionos eritieas äs litt VIvil lidri XXI st XXII loutidus" rite promoviert werden (4. Januar 1867) und sein Staatsexamen ablegen (21. Dezember 1867). Michaelis 1866 trat er in das Lehrerkollegium des Gymnasiums zu Graudenz ein und gehörte demselben bis Michaelis 1370 an, nachdem er Michaelis 1868 zum ersten ordentlichen Lehrer ernannt worden war 104 Michaelis 1870 folgte er einer Berufung nach Altona als ordentlicher Lehrer der Städtischen Realschule. Hier wurde er März 1873 zum Oberlehrer ernannt. Ostern 1874 wurde er in Hamburg Direktor der unter dem Patronat der Evangelisch- Reformierten Gemeinde stehenden Realschule, welche unter seiner Leitung sich in zwei Jahren aus einer Volksschule mit etwas erweiterten Zielen zu einer von den Reichsbehörden als zur Ausstellung von Militärzeugnissen berechtigten Lehranstalt entwickelte. Ostern 1878 wurde er Direktor des hiesigen Realgymnasiums (damals Realschule I. Ordn.), in welcher Stellung er bis zum Schluß des Sommerhalbjahrs 1882 verblieb, um vom Oktober desselben Jahres ab die Leitung des Realgymnasiums auf der Burg in Königsberg in Pr. zu übernehmen. Im Druck erschienen ist von ihni außer den auf Grund von Konferenzberatungen veröffentlichten Lehrplänen der Realschule der Evangelisch - Reformierten Gemeinde (Jahresbericht 1875) der Realschule I. Ordn, zu Düsseldorf (Progr. 1882) und des Realgymnasiums auf der Burg zu Königsberg (Ostern 1885 bei Schubert u. Seydel): 1. Kritische Untersuchungen über die Quellen des Livius im XXI. und XXII. Buch. Separatabdruck aus dem Supplement der Jahrbücher für klassische Philologie. Leipzig 186S. 2. Über die Bedeutung der Unterrichtsgegenstände im Organismus einer höheren Schule. Jahresbericht der Realschule der Evangelisch-Reformierten Gemeinde in Hamburg. Ostern 1875. 3. Womit mußte die Reorganisation unseres höheren Schulwesens beginnen? Centralorgan für die Interessen des Realschulwesens 1375. 4. Über die sogenannte Einheitsschule. Düsseldorf 1878. Schaubsche Buchhandlung. 5. Über den Geschichtsunterricht. Korreferat für die erste Direktoren-Versammlung in der Rheinprovinz. 1881. Berlin. Weidmannsche Buchhandlung. 6. Vorschläge zur Methodik des geographischen Unterrichts mit Beispielen aus der Schulpraxis. Königsberg 1384. In Kommission bei B. G. Teubner. 7. Der französische Unterricht in der Quinta und Quarta der Gymnasien und Realgymnasien und das französische Unterrichtswerk von Josupeit. Herrigs Archiv 1336. 8. Die Methode des geographischen Unterrichts. Berlin 1886. Weidmannsche Buchhandlung. 33. Schmiß, Johann Jacob, geboren 29. März 1852 zu Myhl, Regierungsbezirk Aachen, ging, mit dem Zeugnis der Reife vom Dürener Gymnasium entlassen, Herbst 1873 zur Bonner und später, Herbst 1875, zur Berliner Universität, um Sprachstudien zu machen. Nachdem er am 9. Februar 1878 zu Bonn das Examen x. k. ä. abgelegt hatte, wurde er als Probekandidat zunächst an der Realschule in Essen beschäftigt. Von Herbst 1878 an ist er am hiesigen Realgymnasium thätig und zwar bis Herbst 1879 als wissenschaftlicher Hilfslehrer und von da ab als ordentlicher Lehrer. 84. Rolfs, Heinrich Ludwig Emil, geboren zu Schwarmstedt bei Hannover am 1. November 1853, absolvierte das Domgymnasium zu Werden a. d. A., studierte dann von Ostern 1872 bis Herbst 1375 neuere Sprachen, Geschichte und Geographie, und diente zugleich als Freiwilliger beim 32. Regiment zu Göttingen. Zu weiterr Ausbildung besuchte er die französische Schweiz und England. Nach bestandenem Examen trat er Herbst 1873 als wissenschaftlicher Hülfslehrer in das Kolleg der Realschule, wurde Mai 1880 definitiv angestellt und verließ die Anstalt Ostern 1881, um in das Kolleg der Kölner Oberrealschule einzutreteu. In dieser Stellung befindet er sich noch jetzt. 105 85. FortMMM, Wilhelm Kaspar, geboren 21. Mai 1353 zuVechta, Großherzogtum Oldenburg, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt von Herbst 1866—75. Mit dem Zeugnis der Reife entlassen, ging er Herbst 1875 nach Münster, um sich dort den neuphilologischen und historischen Studien zu widmen. Nachdem er seiner Militairpflicht genügt, kehrte er im Herbst 1379 nach Vechta zurück, um sich auf das Staats-Examen vorzubereiten, das er im Februar 1881 vor der wissenschaftlichen Prüfungs-Kommission in Münster ablegte. Ostern 1881 wurde er zur Ableistung des Probejahres dem Realgymnasium zu Düsseldorf überwiesen. An dieser Anstalt wurde ihm im Herbste desselben Jahres eine kommissarische Hülsslehrerstelle übertragen, die er bis Ostern 1836 verwaltete, wo er zum ordentlichen Lehrer an derselben Anstalt befördert wurde. 86. Köstcr, Wilhelm, geboren am 13. März 1855 zu Anholt in Westfalen, besuchte von Herbst 1871 bis Ostern 1876 das Gymnasium zu Münster in Westfalen; studierte dann an der Königlichen Akademie daselbst deutsche Sprache, Geschichte, Geographie und klassische Sprachen. Der Prüfung pro krenltats äo- «enäi unterzog er sich am 15. Juni 1881; war von Ostern 1381 bis Ostern 1883 am Gymnasium zu Emmerich und seitdem am hiesigen Realgymnasium thätig. 87. Dr. Spieß, Heinrich, geboren den 16. Juni 1855 zu Wiesbaden, erhielt seine Vorbildung auf dem Progymnasium zu Dillenburg und dem Gymnasium zu Wetzlar. Von dort mit dem Zeugnis der Reife entlassen, besuchte er von Herbst 1872 ab die Universität zu Leipzig und Marburg, um sich vornehmlich altklassischen und germanistischen Studien zu widmen. Im Juli 1877 wurde er von der philosophischen Fakultät zu Leipzig auf Grund seiner Dissertation: vo -Hemanis poetas äwleeto (Curtius Studien X) promoviert. Nachdem er eben daselbst das Examen p. k. ä. bestanden, trat er im Herbst 1873 sein Probejahr am Königlichen Gymnasium zu Wiesbaden an. Nach Ablegung desselben wirkte er bis Ostern 1381 als wissenschaftlicher Hilfslehrer und ordentlicher Lehrer am städtischen Gymnasium zu Liegnitz, seitdem an hiesiger Anstalt. 88. UolllMMM, Carl Heinrich Lothar, geboren am 3. August 1853, genoß seine Vorbildung an den Gymnasien zu Pyritz und Jauer, deren letzteres der Leitung seines Vaters, vr. Richard V. anvertraut ist. Mit dem Zeugnis der Reife von? 15. Februar 1876 begab er sich an die verewigte Friedrichs-Universität Halle- Wittenberg, woselbst er von Ostern 1876 bis Michaelis 1379 philologischen und germanistischen Studien oblag. Am 20. Januar 1880 wurde er auf Grund seiner Jnaugural-Dissertation „^.naleota Iwessa" zum Doktor der Philosophie promoviert und genügte von Ostern 1881—1882 seiner Militärpflicht als Einjährig-Freiwilliger beim II. Posener Infanterie-Regiment Nr. 19. Im Juni dieses Jahres bestand er seil? examsn pro wo. äoe. und begani? zum Herbst seine Amtsthätigkeit als oanck. prod. am Gymnasium zu Jauer, an welchem er bereits früher vertretungsweise eine Zeitlang unterrichtet hatte. Daselbst verblieb er nach absolvierte??? Probejahr bis Ostern 1883 als wissenschaftlicher Hülsslehrer, ging sodann in gleicher Eigenschaft an das Progymnasiun? zu Weißensels a. d. S. und ist seit Ostern 1884 als ordentlicher Lehrer an hiesiger Anstalt beschäftigt. Durch Teilnahme an eine??? Kursus der Königliche?? Turnlehrer-Bildungsanstalt zu Berlin (Winter 1886/37) 106 erwarb er sich die Befähigung zur Erteilung des Turn- und zur selbständigen Leitung des Schwimmunterrichts. 89. Werber, Lambert, geboren 11. November 1355 zu Düren, wurde im Herbst 1877 vom Gymnasium seiner Vaterstadt mit dem Zeugnis der Reife entlassen. Er studierte vier Semester an der Universität Bonn, demnächst an der Königlichen Akademie zu Münster Germanistik, neuere Sprachen und Litteratur, sowie Geschichte und Geographie, und bestand im Januar 1883 sein oxameu pro kao. äoo. Von Ostern 1383 bis Ostern 1334 leistete er unter Direktor Dr. Kirchner am Realgymnasium zu Düsseldorf das vorschriftsmäßige Probejahr ab; war hierauf ein halbes Jahr an derselben Anstalt, dann an der höheren Bürgerschule zu Düsseldorf kommissarisch beschäftigt und erhielt vom 1. April 1337 ab eine definitive Lehrerstolle an dieser Schule. 90. Dr. Kirchner. Fr., geboren 1340 zu Glauzig bei Köthen, vorgebildet auf dem Gymnasium zu Frankfurt a. O. und der Universität zu Berlin, promovierte daselbst am 20. August 1861, x. k. ä. geprüft ebendaselbst Anfang Mai 1862, Ostern 1362 Hülfslehrer am Gymnasium zu Pyritz, Ostern 1363 ordentlicher Lehrer und Alumnatsverwalter am Gymnasium zu Frankfurt a. O., Michaelis 1864 erster Oberlehrer am Progymnasium, zuletzt am Gymnasium in Demmin, 1. Dezember 1870 Prorektor am Gymnasium in Jauer, Michaelis 1872 Direktor des Gymnasiums in Ohlau, 1. Juli 1877 Direktor des Königlichen Gymnasiums in Ratibor. In Düsseldorf begründete er an der Realschule die Gymnasialklassen und übernahm dann ini Sommer 1885 das Direktorat an der Ritterakademie in Liegnitz. Geschrieben hat derselbe „Oo ^.nilooictoa guas tortur tertia orations". Berlin 1861. „Ok oratiouum ^.ntipbontearum tsmporidus". Frankfurt 1364. „Huaestionss l0z-siaeas". Demmin 1870. „Os vicosiina 4,xsias oratious". Ohlau 1373. „Huasstionos Xouopllonteao". Ratibor 1879. 91. Dr. Dostgcu, Peter, wurde geboren am 22. Oktober 1358 zu Weinsheim im Regierungsbezirk Trier. Von Herbst 1871 ab bis Ostern 1878 besuchte er das Progymnasium in Prüm und begab sich dann nach Münster i. W., um an dem dortigen Königlichen Gymnasium die Prima zu absolvieren. Nachdem er Ostern 1380 das Zeugnis der Reife erhalten, widmete er sich an der Akademie zu Münster dem Studium der Philologie und wurde auf Grund der Dissertation „vo Demo- stllsnis Nickiana." nach bestandenem sxamsn ri^orosum am 7. August 1884 daselbst von der philosophischen Fakultät zum Doktor der Philosophie promoviert. Am 5. Februar 1885 unterzog er sich der Prüfung pro kaeultato äoesnäi und trat darnach Ostern desselben Jahres sein pädagogisches Probejahr am Realgymnasium in Düsseldorf an, woselbst er zu Ostern 1836 zum wissenschaftlichen Hülfslehrer und zu Ostern 1837 zum ordentlichen Lehrer gewählt wurde. 92. Schulte, Hermann, geboren zu Kalthof bei Jserlohn am 7. März 1353, besuchte die Gymnasien zu Soest und Arnsberg und studierte in Leipzig, Berlin und Göttingen Theologie. Herbst 1377 absolvierte er die erste theologische Prüfung, war darauf 1 Jahr lang als wissenschaftlicher Hülfslehrer thätig und unterzog sich Herbst 1873 in Bonn der Prüfung pro kao. äoo. und ein Jahr nachher dem zweiten theologischen Examen. Am 1. Januar 1830 trat derselbe an dem Real- 107 progymnasium in Alten« i. W> als Probekandidat ein, wurde am 18. Januar 1881 als ordentlicher Lehrer angestellt und blieb in dieser Stellung bis Ostern 1882, wo er an die höhere Bürgerschule in Düsseldorf berufen wurde. Herbst 1834 ging derselbe an das Realgymnasium über. 93. Dr. Wolf, Heinrich, geboren am 28. Mai 1853 zu Duisburg, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt von Herbst 1863 bis Herbst 1877; er studierte zu Bonn klassische Philologie, Geschichte und Geographie. Während seiner Studienzeit lieferte er einen kleinen Beitrag über ^.sseliz-lns' Ollospllorsn in „üxervitationig xramrnatioao opsoimina, Ilonnas 1881". Im August 1831 promovierte er; die Dissertation erschien unter dem Titel „^.nuloota ^.ssodxlsa". Darauf war er bis Herbst 1882 in Privatstellung in Worms; während dieser Zeit bestand er im Juli 1832 zu Bonn das Examen pro tao. äooonäi. Von Herbst 1882 bis Herbst 1883 genügte er zu Wesel seiner Dienstpflicht als Einjährig-Freiwilliger und wurde im Dezember 1884 zum Sekonde-Lieutenant der Reserve ernannt. Das Probejahr absolvierte er Herbst 1883 bis Herbst 1884 am Königlichen Gymnasium zu Duisburg, war dann ein Semester am Gymnasium Adolfinum zu Mörs, von Ostern 1885 bis Ostern 1386 am hiesigen Gymnasium kommissarisch thätig; Ostern 1886 wurde er am Realgymnasium definitiv angestellt. 94. Dr. Maurer, August, geboren 17. Dezember 1859 zu Homburg v. d. H., studierte, mit dem Zeugnis der Reife von dem Realgymnasium zu Frankfurt a. M. entlassen, von Michaelis 1878 bis dahin 1831 zu Berlin und Marburg Mathematik und Naturwissenschaften. Nach seiner Dienstzeit als Einjährig-Freiwilliger leistete er an der Musterschule in Frankfurt a. M. sein Probejahr ab und blieb noch an derselben Anstalt bis Januar 1886 thätig. Seitdem ist er an dem hiesigen Realgymnasium als Lehrer der Mathematik und Physik angestellt. 95. vr. Matthias, Adolf, geboren 1. Juni 1347, besuchte, mit dem Zeugnisse der Reife vom Lyceum zu Hannover entlassen, die Universitäten Marburg und Göttingen. Seine Studien erlitten eine Unterbrechung durch Teilnahme am französischen Feldzuge 1870/71, den er als Kriegsfreiwilliger mitmachte und an dessen Ende er mit dein Eisernen Kreuz II. Klasse dekoriert wurde. Im Juli 1873 legte er zu Göttingen das Examen p. k. ä. ab und im November desselben Jahres promovierte er zu Jena. Am 1. August 1873 trat er sein Probejahr am herzoglichen Gymnasium zu Holzminden an und beendete dasselbe vom 1. April bis 1. Oktober 1874 am Königlichen Gymnasium zu Essen, wo er dann bis zum 1. April 1880 als ordentlicher Lehrer beschäftigt war. Dann ging er als dritter Oberlehrer an das Städtische Gymmnasium zu Bochum und am 1. April 1332 als erster Oberlehrer an das Städtische Gymnasium zu Neuwied; im Februar 1884 wurde er als Direktor des Fürstlichen und Städtischen Gymnasiums zu Lemgo berufen, wo er an, 1. August desselben Jahres sein Amt antrat. Im März 1885 wurde er zum Direktor des Realgymnasiums zu Düsseldorf gewählt; im September desselben Jahres trat er an dieser Anstalt sein Amt an. Außer verschiedenen kleineren Abhandlungen in der Wochenschrift für klassische Philologie, der Philologischen Rundschau, der Berliner Philologischen Wochenschrift, der Zeitschrift für das Gymnasialwesen, Jenaer Litteraturzeitung, dem Gymnasium, sind von ihm im 108 Buchhandel erschienen: 1. Griechische Wortkunde im Anschluß an Xenophons Anabasis. Berlin, Julius Springer, 1. Aufl. 1831, 2, Aufl. 1336. 2. v-. E. Eddelbüttel. 1870. „Zur Entwickelung in Schillers Wallenstein" von Oberlehrer O>-. Rothert. 1871. „Friedrich Spee von Langenfeld. Sein Leben und seine Schriften" von Dr. Hölscher. 1872. „Untersuchungen über die Bedeutung der Stomata für das Lichtbedürfnis und die Transpiration der Laubblätter". 1873. Eine Abhandlung- „Mit welcher Sprache beginnt zweckmäßigerweise der fremdsprachliche Unterricht?-' von Direktor Ostendorf. 1874. „Die Staatsentwickelung Frankreichs unter den Capetingern" von vr. Heuer. 1876. „Schulnachrichten bis Ostern 1876" von Direktor Ostendorf. 1877. „ „ „ 1877 „ demselben. 1878. „Die ersten Sätze der neueren Geometrie als Pensum .einer Realschule I. Ordnung" von vr. W. Stammer. 1873. „Schulnachrichten" vom Direktor Dr. Carl Böttcher. 1880. „ 1881. „Gasmotor und Lichtmaschine mit Bezug auf die neuesten Erwerbungen des physikalischen Kabinetts der Realschule zu Düsseldorf", dargestellt von Dr. Carl Jansen. 1382. „Der Lehrplan der Düsseldorfer Realschule" von Or. Carl Böttcher. 1883. Beiträge zu einer naturgemäßen Einteilung der Alpen von Dr. Czech. 1884. Eine Abhandlung: „Altdüsseldorf, I.Teil. Die niederrheinische Fehde bis zur Erhebung Düsseldorfs zur Stadt. Jakobe von Baden", von I)r. Friedr. Blumberger. 1335. Beiträge zur Statistik des Sprachgebrauchs Sallust's im Catilina und Jugurtha von Dr. Braun. 1886. I. „Über niederrheinische Familiennamen" von Dr. Mieck. II. „Die Grenzen der Ost-, Central- und Südwestalpen" von vr. Czech. 1887. Die Programmabhandlung fiel aus, weil im Jahre 1888 bei Gelegenheit des fünfzigjährigen Jubiläums der Anstalt eine Festschrift mit einer Anzahl von Abhandlungen erscheinen sollte. 8* 116 Ans dem Mnt ftir 1887/88. Einnahmen. Von den Schülern (11V M, jährlich in allen Klassen, dazu Einschreibegeld 6 M.) 47 vvv,— M> Lehrer-Pensionsfonds 1 047.53 „ Witwenfonds 747,83 „ Aulasonds 256,95 „ Insgemein (Vergütung der Fortbildungsschule für Gas und Heizung) 3 47,69 „ 49 400,— M. Ausgaben. Direktor, Dienstwohnung und 5 700,— M. 9 Oberlehrer (außer Wohnungsgeldzuschuß ä 660 M,) , . 4 500—3 200.— 12 ordentliche Lehrer bzw, wissenschaftliche Hülfslehrer (außer Wohnungsgeldzuschuß ä 432 M.) 3 100—1 800,— 2 Elementarlehrer (außer Wohnungsgeldzuschuß k 432 M,) 2 300—2 275,— Schuldiener (außer freier Wohnung nebst Brand, Beleuchtung und , Wasser) 1200,- Zeichenlehrer 2 640,— Jüdischer Religionsunterricht 150,— Beaufsichtigung der Turngeräte 40.— Verwaltung der Bibliothek 150,— Katholischer Gottesdienst (Orgelspiel, Küster, Balgtreter) , , . 154.— Pension und Erziehungsbeitrag 1200,— Pension des früheren Schuldieners 800,— Bibliothek 1000.- Physikalisches Kabinett und mathematische Instrumente , , , . 400.— Naturhistorisches Kabinett , 100,— Chemisches Laboratorium 200,— Landkarten und sonstige Unterrichtsmittel (Dinte, Schwämme u, s. w.) 300, — Lehrer-Pensionsfonds (zur rentbaren Anlegung einstweilen) . , . 1047,53 Witwenfonds (3 Pensionen ä 140 M, und Rest zur Anlegung) , 747,83 Aulafonds 256,95 Dazu Drucksachen, Heizung, Feuerversicherung und viele andere kleinere Posten. Summe der Ausgaben 98 800 M. „ „ Einnahmen 49 400 „ Mithin Bedürfnis*) . , 49 400 M. Festgestellt am 14. Dezember 1886. *) Der Zuschuß für jeden Realschüler beträgt etwa 83 M., für jeden Bürgerschüler 32 M., für jeden Kunstgewerbeschüler 170 M. 117 Kehrmittel und Verwandtes. Die Schulbibliothek umfaßt etwa 3300 Bände. Besonders stark sind in früheren Zeiten Werke aus dem Gebiete der Mathematik und Naturwissenschaften angeschafft worden. .Entsprechend den veränderten Verhältnissen werden jetzt die alten Sprachen mehr berücksichtigt. Deutsch und Geschichte haben ebenfalls neuerdings größere Beachtung gefunden. Ein vorzüglicher Katalog, den Professor Stammer entworfen, sichert das rasche Auffinden der Bücher. Ebenso ist von derselben Seite eine so zweckmäßige Aufstellung in den neuen Bibliotheksräumen vorgenommen und der Zutritt durch Treppen und Gallerien so leicht gemacht, daß man jedes vorhandene Buch ohne weiteres erreichen kann. Zu wünschen wäre allenfalls noch ein gedruckter Katalog, damit man sich zeitig über den Bestand orientieren könne und dadurch die Benutzung der Bibliothek noch allgemeiner mache. Über die Schülerbibliothek ist oben bereits berichtet worden. Der geographisch-historische Apparat besteht aus ca. St) Wandkarten, von denen etwa 25 historischen Zwecken dienen. Für besonders wichtige Gebiete sind die Exemplare doppelt und mehrfach vorhanden, zuweilen — so für die einzelnen Erdteile — die Arbeiten der bedeutendsten Verlage nebeneinander. Lücken, die sich in der Sammlung der Einzelländer zeigten, sind durch Anschaffungen der jüngsten Zeit größtenteils ausgefüllt. Die Karten entstammen den verschiedensten Verlagen, doch überwiegen unter den geographischen die von Perthes, unter den historischen die bei Reimer erschienenen Kiepert'schen. Auch bezieht die Anstalt seit kurzein die Sammlung geographischer Charakterbilder aus dem Hölzel'schen Verlag. Desgleichen kommen mehrere Globen und Reliefkarten der Anschauung der Schüler zu Hilfe. Von großem Wert sind die Langleschen Bilder zur Geschichte; dieselben bilden gleichzeitig einen anziehenden Schmuck der Wäude in den einzelnen Klassen. Unter den Sammlungen des Realgymnasiums nimmt die physikalische durch ihre Reichhaltigkeit eine hervorragende Stellung ein. Ihre Begründung verdankt dieselbe der besonderen Sorgfalt des Direktors Heinen, der dieselbe auch bis zu seinem Tode unter seiner unmittelbaren Leitung behielt. Ihm folgte in der Verwaltung des physikalischen Kabinetts Viehoff, und nach dessen Abgang i. I. 1878 Jansen. Unter den Anschaffungen der letzten Jahre sei ein zweipferdiger Otto'scher Gasmotor nebst einer Schuckert'schen Lichtmaschine erwähnt. Zu bedauern ist, daß zufolge der Anlage des Gebäudes den zum Teil recht wertvollen Apparaten ein genügender Schutz gegen den Staub nicht geboten ist, ein Uebelstand, dein nur unter Aufwendung einigermaßen erheblicher Kosten abgeholfen werden könnte. Das Laboratorium hat sich seit 1363 langsam fortentwickelt; die einmal getroffene Einrichtung ist im wesentlichen geblieben. Im Schuljahr 1867—68 wurde es an die städtische Gasleitung, später auch an die Wasserleitung angeschlossen; dazu sind Vorrichtungen angebracht, um die Wasserleitung sowohl als Luftpumpe wie als Gebläse zu verwerten. Als besondere Vermehrung des Inventars verdienen Erwähnung: Brenner und Stative zur Benutzung des Gases zu Heizzwecken, Glaser'scher Verbrennungsofen zum Erhitzen von Röhren, Geisler'sches Vaporimeter, Reagenzflaschen mit eingebrannter und eingeätzter Schrift, Wagen für gewöhnliche 118 Arbeiten, Hoffmann'sche Apparate, Tauchbatterie nach Bunsen, Diamant zum Schneiden von Glasröhren. Durch Beschluß der Konferenz wurde 1373/79 bestimmt, daß die chemischen Werke nicht mehr vom Etat der Bibliothek, sondern von dem des Laboratoriums angeschafft werden. Infolge dessen wurde die Laboratoriumsbibliothek um mehrere neue Werke vermehrt. Die naturgeschichtlichen Sammlungen sind größtenteils durch Geschenke zusammengekommen, besonders die der ausgestopften Tiere; von den letzteren bilden die Vögel den größten Teil; sie füllen 4 große Schränke und bestehen aus 13V Arten. Außer kleinen Säugetieren, welche 2 Schränke füllen, ist auch ein ausgestopfter Tiger vorhanden. Ferner eine Anzahl Schädel und mehrere Skelette, Spirituspräparate, Conchilien, Polypeustöcke. Zur Kenntnis der Anatomie des Menschen dienen verschiedene Modelle aus Papiermasse, außerdem Schädel, Skelette und sämtliche Knochen einzeln. Noch sind vorhanden: ein zusammengesetztes Mikroskop und mikroskopische Präparate; über Svv Wandtafeln mit Abbildungen von Pflanzen und besonders von Tieren; mehrere mineralogische und geognostische Sammlungen. Durch die vorstehenden Lehrmittel ist bei mäßigen Ansprüchen für die Bedürfnisse des naturgeschichtlichen Unterrichts ziemlich ausreichend gesorgt. Stiftungen t'tzui. größere Geschenke. Abgesehen von den Sammlungen und der Schülerbibliothek, über welche oben schon berichtet ist, besitzt die Anstalt noch zwei größere Stiftungen, die dem Gemeinsinn zu verdanken und in den letzten 25 Jahren entstanden sind. Sämtliche Gaben sind in den betreffenden Programmen mit Dank erwähnt; hier mögen nur die größeren nochmals angeführt sein. 1. Witwen- und Waisenkasse. (Begründet ist dieselbe beim 2Sjährigen Jubiläum. Das Statut hat bis jetzt noch nicht fertig gestellt werden können.) 1363 3 vvv M. geschenkt von den früheren Schülern zur Begründung der Kasse. 1878 3VV „ von Herrn Rud. Lupp. „ Gust. Bloem. den Provinzialständen. Herrn W.Lüps (außerdem 25V M.für andere Schulzwecke). Herrn A. W. Kisker, Bielefeld. N. N. Herrn A. Bagel (für die Redaktion des Turnliederbuches). „ G. Bloem. „ Chr. Trinkaus. „ G. Bloem. Also 12 5VV M. an größeren Beiträgen. Die Kasse hat jetzt einen Bestand von 18 311 M. 96 Pf. Unterstützt werden 3 Witwen. 1879 300 „ „ 1880 5 000 „ „ 1881 500 „ „ 500 „ „ 300 „ „ 1883 200 „ „ 300 „ „ 1885 1500 „ „ 300 „ „ 1887 300 „ „ 119 2. Aula-Fonds. Diese Stiftung ist begründet durch den Ertrag einer Schrift Heinens: Bendemanns Wandgemälde in der Aula der Realschule. Die ersten 600 M. schickte Heinen Februar 1837 an die Stadtverwaltung mit dein Entwurf eines Statuts, welches 12. März 1867 vom Gemeinderat bestätigt wurde. Demgemäß soll das Kapital wachsen aus dem fernern Ertrag der Schrift, dann ans den Eintrittsgeldern beim Besuch der Aula und endlich aus freiwilligen Zuwendungen. Die Zinsen sollen verwendet werden zur Unterstützung dürftiger und würdiger Zöglinge der Realschule, die nach dem Abiturientenexamen noch eine höhere Lehranstalt besuchen wollen. Die Dauer des Genusses kann 3 Jahre betragen. Der Direktor schlägt nach Anhörung des Lehrerkollegs dem Kuratorium den betreffenden Schüler vor. Wenn geeignete Zöglinge nicht vorhanden sein sollten, kann der Direktor unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls eine anderweitige Verwendung des Geldes ähnlicher Art vornehmen. Diese Kasse wurde durch folgende Stiftungen bedacht- 1867 1660 M. Geh. Kommerzienrat Baum. 306 „ Siegmund Geisenheimer. 1871 1260 „ Kaufmann Cron in Köln. Der Bestand des Aula-Fonds ist jetzt 6465.50 M. Größere Summen sind außerdem 1381 auch für die Anschaffung der Orgel geschenkt worden und zwar durch Sammlungen der Herren Direktor Dietze, Karl de Haen, A. Kusenberg und Moritz Sartorius. Zu den Gesamtkosten von 2500 M. brachten die Herren den „Rest" im Betrage von 1230 M. auf. Verzeichnisse der ans Mima und Sekunda seit der Grössnung der Anstalt abgegangenen Schüler. Verfaßt vom Oberlehrer Professor in. Stammer. I. Verzeichnis der aus Prima abgegangenen Schüler.*) Das dem Namen vorgesetzte Sternchen bedeutet, daß der Schüler die Abiturientenprüfung auf der Schule bestaudeu hat. Nr. Jahr des Abgangs Namen. Gegenwärtige Stellung(Beruf). 1 1841 * August Alt gelt ffRegierungs- und Baurat in Berlin. 2 Karl Arndts Maler in Königsborn bei Unna. 3 Eduard vom Berg ff Kaufmann in Amerika. 4 ^Otto Deus Rentner in Düsseldorf. *) Die Angaben in der letzten Spalte über den Beruf und die Stellung der ehemaligen Primaner sind das Ergebnis sorgfältiger Nachforschungen. Der Verfasser benutzt diese Gelegenheit, um allen, die ihn dabei unterstützt haben, namentlich den Mitgliedern des Schülerkomitees, den Herren Dr. Fr. Bl o e m und Or. O. L a n d gr e b e, seinen aufrichtigen Dank zu sagen. Über einige frühere Schüler ist es trotz mancher Mühe nicht gelungen, zuverlässige Mitteilungen zu erlangen. 120 Nr. Jahr des Namen. Gegenwärtige Stellung (Beruf). Abgangs 5 1841 »Karl Dietze Direktor u. Oberingenieur d. Düsseldorfer Dampfschifffahrts-Gesellsch. 6 Robert Hoevel 7 Hugo Kusenberg chKaufmann in Antwerpen. 8 »Heinrich Nahrath Rentner in Düsseldorf. 9 Mathias Neu Haus Kgl. Würtemb. Rittmeister a. D., Fabrikant in Alt-Moabit b. Berlin. 10 »Julius Schimmelbusch -(-Direktor des Hüttenwerks Hochdahl. 11 »Adolf Thissen Beigeordneter in Düsseldorf. 12 1842 »Karl Elfes -s-Rentner in Düsssldorf. 13 »Adolf Fellinger Ökonom bei Mülheim a. d. Ruhr. 14 Friedrich Sanderus Kaufmann in Bremen. IS Julius Sanderus Kaufmann in Ruhrort. 16 Gerhard Vielhaber Rentner in Crefeld. 17 »Wilhelm Windscheid Rechnungsrat und Ingenieur der linksrheinischen Eisenbahn in Köln. 18 1843 Peter Biesenbach -ß Rentner in Düsseldorf. 19 *Jakob Bücklers Kommerzienrat und Fabrikant in Düren. 20 »Emil Ewermann -ß Kreisb auuwister a. D. i. W estp reußen. 21 Franz Jordan 22 .»Otto Lieber Regierungs- u. Baurat in Düsseldorf. 23 August Quadflieg 24 »Joseph Wolf 25 »Heinrich Lottner Bergrat und Direktor der Bergakademie in Berlin. 26 1844 »Karl Frank 27 Johann Fußangel 23 »Mathias Kels -ß Hüttenmann. 29 »Franz Gater -j-Kaufmann. 30 »L. August Müller Rentner (früher Kausm.) i. Antwerpen. 31 1845 Wilhelm Breitenstein Kaufmann in Amsterdam. 32 Heinrich Heegmann Rentner in Düsseldorf. 33 »Julius Forstmann Kaufmann in Linz am Rhein. 34 »Wilhelm Köhler Gewerbeschuldirektor a.D. in Bielefeld. 35 »Karl Schnitzler f Wagenfabrikant. 36 »Gustav Wiese Bergwerksdirektor in Düsseldorf. 37 Franz Grashoff vr. püil., Geh. Hofrat, Professor am Polytechnikum in Karlsruhe. 38 1846 »Eduard Hintze Bahnbeamter in Düsseldorf. 39 »Rudolf Lupp -ß Kommerzienrat, Fabrik. in Düsseld. 40 »Karl Mies -j-Maschinentechniker. 41 August Vogts 121 Nr. Jahr des Namen. Gegenwärtige S tellung (Beruf). Abgangs 42 1846 »Wilhelm B loser Mühlenbesitzer in Neust. 43 »Wilhelm Grube -stKaufmann in Köln. 44 Karl Hütz Kaufmann in Frankfurt a. M. 45 »Karl Küpper Professor ain Polytechnikum in Prag. 46 »Friedrich Lichnock -st Kreisbauinspektor in Essen. 47 Karl Lob 48 Heinrich Putsch Rentner ohne bestimmten Aufenthalt. 49 Joseph Schlosser -st (Eisenbahnunglück 1882) als Nen- dant b. Hauptzollamt Münster i. E. so 1847 »Leopold Faure Offizier. S1 »Heinrich Forstmann Tuchfabrikant in Werden. S2 Richard Forstmann -s-Kaufmann in Hamburg. 53 »Friedrich Giesbers Rentner in Herefordshire, England. 54 Karl Lekebusch Pfarrer in Schallbrunn bei Eberbach, Baden. 55 Heinrich Graeber -st Obersteuermann. 56 Alfred Krause Offizier. 57 Friedrich Picht Lehrer in Solingen. 58 Florentin Berres Architekt und Teilhaber einer Holzhandlung in Elberfeld. 59 »Adolf Zollig 60 1848 »Joseph Gater -st Schiffskapitän. 61 Anton de Greifs Kaufmann in Crefeld. 62 Eduard Luckemeyer Kaufmann in Pau, Pyrenäen. 63 »Friedrich Pflaum Rentner in Leeds, England. 64 Friedrich Rink 65 Hugo Roeder Portugies. Konsul u. Kaufin. in Köln. 66 Karl Nahrath Regierungs- und Baurat in Stolp. 67 »Karl Vogt -st Schüler der Bauakademie. 68 1849 Wilhelm BücklerS -st Kaufmann. 69 Adolf Cohnitz 70 Friedrich Hundt -s Geometer in Rees. 71 »Gustav Kaiser Professor am Kaiser-Wilhelms-Gym- nasium in Köln. 72 Karl Radermacher Ingenieur in Charlottenburg. 73 Maxim. Schimmelbusch Ingenieur in Wien. 74 Emil Uhlhorn Fabrikant in Grevenbroich. 75 1850 »Jakob Cürten -st Fabrikant in Venlo. 76 »Jakob Cohen fi vr. pbil., Direktor der Steinkohlentheer-Destillation in Amsterdam. 77- August Graeber -stOekonom in Ostpreußen. 78 Karl Geisler Konditor in Düsseldorf. 79 »August Hütten Rektor in Bourscheid. 122 Jahr Gegenwärtige Stellung (Beruf). Nr, des Namen. Abgangs so 1850 Julius Keller 81 Hermann Köhler 82 Gustav Kraushaar 83 "Otto von Mombart -s-in der Schlacht bei Königgrätz. 84 Adolf Nah rath -j-Kaufmann in Brüssel. 85 "Albert Nasoir Techniker. 86 Moritz Sartorius Rentner in Düsssldorf. 87 Ferdinand Schäfer -sin der amerikanischen Marine. 88 "Hermann Graf von der Schulenburg Forstmann. 39 Emil Simons so Carl Thieme Kaufmann in Düsseldorf. 91 Friedrich Weyersberg f-in Bonn, Kaufmann. 92 "Mathias Wiese Tuchfabrikant in Werden. 93 1851 Ernst van der Beck Kaufmann in Croydon bei London. 94 Heinrich Bunge Kaufmann in Amsterdam. 95 "Reinhold von Briefen 96 "Wilhelm Firmenich Königlicher Steuerinspektor. 97 Wilhelm Forstmann Gutsbesitzer in Posen. 98 Johann Furthmann 99 "Julius Johnen Ingenieur und Fabrikant in Preuß. Eylau. 100 Robert Lupp Fabrikant in Düsseldorf. 101 Edmund von Worringen Kaufmann in Düsseldorf. 102 Karl Schreiner Regierungs - Hauptkassen - Oberbuchhalter in Düsseldorf. 103 Georg Steeg Dr. pb.il., Professor am Realgymnasium in Trier. 104 Hermann Stelzmann 105 1852 Paul B ender -j-als Major infolge des Kriegs 1870/71. 106 Eduard Busch Königl. Eisenbahn-Maschinenmeister in Cassel. 107 Wilhelm von Gartzcn Apotheker in Köln. 108 "Karl von Glisczinsky Oberst und Kommandeur des Jnf.- Regts. Nr. 77 in Celle. 109 "Karl Giesbers Renkner in Düsseldorf. 110 "Wilhelm Feinedegen Grunderwerbskommissar der Staats- eisenbahn-Verwaltung, Düsseldorf. 111 "Emil Forstmann -f Kaufmann in Barcelona. 112 "Ludwig Forstmann Kaufmann in Grüneberg. 113 "Hermann Heinemann 114 Reinhold Lupp Fabrikant in Düsseldorf. 123 Jahr Namen. Nr. des Gegenwärtige Stellung (Beruf). Abgangs 11ö 1852 Otto Pflaum st Kaufmann in Berlin. 116 Hugo Püttmann Fabrikant in Bruckmühl, Oberbaiern. 117 Wilhelm Schwengers Fabrikant in Uerdingen. 113 Gustav Schlieper Fabrikant in Elberfeld. 119 Rudolf Schmidt 120 Joseph Selner Fabrikant in Düsseldorf. 121 Gustav Zapp st gefallen vor Sebastopol. 122 1853 Franz Clombeck 123 Erich von Mombart Oberstlieutenant z. D. und Bezirks- Kommandeur in Cüstrin. 124 Albert Weyexs st Fabrikant in Viersen. 125 1854 Karl Althoff ' st Kaufmann in Düsseldorf. 126 Heinrich Cürten st Restaurateur in Düsseldorf. 127 Guido Bertel Rentner in der Schweiz. 128 Karl Friedrichs stvr. püil., Rentner in Heidelberg. 129 Rudolf Heimendahl Chef des Hauses Mellmann u. Cie. in Paris und Buenos-Apres. 130 "Karl Schilling Regierungs- und Baurat, Mitglied der Direktion derrechtsrh. Eisenb.,Köln. 131 * Friedr.S tee g,gen.K limpel st Kaufmann in Düsseldorf. 132 * Ernst Jäger stvr. püiü, Chemiker an der Kerzenfabrik Liesing bei Wien. 133 1855 * Julius Coninx Hüttendirektor in Düsseldorf-Oberbilk. 134 Maximilian Braun 135 "Karl Heinen st in Düsseldorf 1855. 136 "Heinrich Krisch er Rentner und Stadtverordneter in Düsseldorf. 137 Hans von Mombart Oberstlieut. im Jnf.-Rgt. Nr. 76 in Hamburg. 138 Albert Pieper st Kaufmännischer Beamter b. Krupp in Essen. 139 Robert Severin Hofphotograph in Delmenhorst bei Bremen. 140 Emil Siebel st Kaufmann in Köln. 141 "Theodor Vorster Dr. püiü, Direktor der chemischen Werke in Schalke. 142 Hermann Werks Hagen stKaufmann in Lüdenscheid. 143 "Hugo Zolling st Bergmann. 144 1856 "Tilmann Berger Mühlenbesitzer in Klein-Bourscheidt. 145 August Buch holz vr. püil., Fabrikant in Lennep. 146 "Julius Hartmann (Bürk- Major a. D. der Artillerie in Berlin. holz) 147 "Eduard Fournier st Ingenieur in London. Nr. 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 173 180 181 182 183 184 185 124 Namen. Gegenwärtige Stellung (Beruf). Daniel Fuhrmann Wilhelm Gelsam Richard Huppertsberg ^ Ludwig Stein Franz Guntermaun »Lambert Krings Rudolf Neele »Gustav Nering-Boegel Eduard Radermacher »Alfred Giebel »August Stein Karl Erk »Wilhelm Gibolius »August Jung »Joseph Minjon »Hermann Schnitzler Wilhelm Bremer Eugen Bertram »Wilhelm Engels »Hermann Heyer »Peter Johnen »Moritz Müller Julius Scheuren Friedrich Schleger Albert Schnickmann Karl Schnitzler Christian Trinkaus »Gustav Bacharach David Coppel »Julius Heinen Albert Jung Ernst Linder James Williams »Raimund Mathieu »Eduard Meyer Georg Müller Emil Richarz Sieper Kaufmann in Antwerpen. Rentmeister in Jngerbruch b. Mengede, Westfalen. Kaufmann in Berlin. Oberpostsekretär in Münster, Wests. Chemiker in Düsseldorf. 's Kaufmann in London. Direktorder JsselburgerHütteb.Wesel. Photograph in Aachen, vr. pllil., Kaufmann in Düsseldorf. Kaufm. u. Stadtverordn, in Düsseld. Kaufmann in Düsseldorf. Bauinspektor in Osterode, Ostpreußen. Kaufmann in Elberfeld. Inhaber und Herausgeber des Jn- telligenzblattes, Frankfurt a. M. ch Chemiker in Barmen. -s Ingenieur bei Krupp in Essen. Kaufmännischer Beamter des Hüttenwerks Hochdahl. Dr. pllll., Oberlehrer an der Gewerbeschule in Mülhausen i. E. -s Fabrikant in Düsseldorf. POr.pdil.Mektrikerd.Kaiserl.Marine. Kaufmann in Düsseldorf, -s Kaufmann, ch Fabrikant in Opladen. Bankier in Düsseldorf. Dr. pdil., Fabrikant in Berlin. Bankier und Makler in Frankfurt a. M. Kaufmann in Rotterdam. Kaufmann in Manchester. Fabrik, in Engelsberg, Gem.Merscheid. Major und Kommandeur des Pionier- Bataillons Nr. 11 in Mainz. Fabrikant in Barmen. Fabrikant in Düsseldorf. Fabrikdirektor in Döhren b. Hannover. 125 Nr. Jahr des Namen. Gegenwärtige Stellung (Beruf). Abgangs 186 1861 "August Fischer Privatsekretär in Düsseldorf. 187 "Albort Fischer Wasserbau-Inspektor in Wittenberge bei Potsdam. 188 Franz Kr einer Geometer in Düsseldorf. 189 "Adolf Mäh lau Fabrikant in Düsseldorf. 190 Johann Peters vc. pbil., Oberlehrer an der Realschule in Bochum. 191 1862 "Georg Bünte Oberförster in Renswalde b. Ortels- burg, Ostpreußen. 192 Bernhard Jung Kaufmann in Elberfeld. 193 Victor Joesten Hauptkassenrendant d. linksrheinischen Eisenbahn in Köln. 194 "Adolf Kirdorf Hüttendirektor, Rothe Erde b. Aachen. 195 Ewald Schoeller Fabrikant in Düren. 196 Emil Mohlau Fabrikant in Düsseldorf. 197 1863 "Otto Stein Kaufmann in Düsseldorf. 198 "Joseph Stubben Stadtbaumeister in Köln. 199 Emil Kirdorf .Direktor des Gelsenkirchener Bergwerkvereins. 200 1864 Hugo, Bender Kaufmann in Köln. 201 "August de Myn Dampfziegeleibesitzer in Hausen bei Herdecke a. d. R. 202 "Bernhard Rüsgen Wasserbauinspektor in Coblenz. 203 Gustav Dilthey Kaufmann in Rheydt. 204 Adolf Waldthaüsen Fabrikant in Wesseling bei Köln. 205 1865 "Georg Spangemacher Privatlehrer in Düsseldorf. 206 Leo Jörissen 207 Otto Möhlau Fabrikant in Düsseldorf. 208 Richard Roth Fabrikant in Düsseldorf. 209 1866 Ernst Frank Kaufmann in Düsssldorf. 210 Julius Vogelsang Kaufmann in Riga. 211 1867 "Ludwig Bender Lieutenant a. D. und Bürgermeister in Lobberich. 212 August Deus -s Chemiker. 213 "Anton Fliegelskamp Regierungsbaumeister an der linksrheinischen Eisenbahn in Köln. 214 ^Ortwin Nägelö Direktor der Zuckerfabrik Straßburg, Uckermark. 215 "Albert Wenker -s Optiker, im Kriege 1870/71 gest. 216 Karl Ran Kaufmann in Düren. 217 Wilhelm Severin Photograph in Düsseldorf. 218 Eugen de Witt Ingenieur in Kruft bei Andernach. 219 1868 Heinrich Hummelsheim -s als Schüler. 126 Nr, Jahr des Abgangs Namen, Gegenwärtige Stellung(Beruf). 220 1869 * Heinrich Albers -s Kaufmann in Düsseldorf. 221 "'August Ansoul Kaufmann in Amsterdam, 222 "Karl Kaulen Gutsbesitzer in Lövenich bei Köln, 223 "Fritz Klein Vorstandsmitglied der Volksbank in Düsseldorf, 224 "Walther Rethel -s Premierlieutenant der Artillerie in Wesel. 226 "Hugo Stössell Regierungsbaumeister in Düsseldorf, 226 1870 "Hermann Woothke Generalagent der Schlesischen Feuer- versicherungs-Gesellschaft in Köln. 227 "Theodor Goecke Regierungsbaumeister in Prenzlau, 228 "Bernhard Grubenhofs Architekt in Düsseldorf. 229 "Robert Schultze Dr, weck,, Oberarzt des evangelischen Krankenhauses in Düsseldorf. 230 "Karl Sell Hauptmann und Lehrer der Kadettenanstalt Gr.-Lichterfelde. 231 1871 "Heinrich Cloeren Chemiker an der Phosphorbronze- Fabrik in Brüssel, 232 "Robert Dahlmann -s Generalsekretär in Kattowitz. 233 "Karl Franzen Ingenieur bei Eugen Langen in Köln, 234 "Rudolf Goecke 1'Archivar in Wetzlar, 235 "Willy Krumbügel Oberstlieutenant in Konstantinopel, 236 "Ernst Krumbügel -s Techniker. 237 "Ludwig Schönfeld Buchhändler, 238 1872 "Adolf Bauendahl Rentner in Berlin. 239 "Richard Hei Postsekretär in Trier, 240 Joseph Holt gen -s Techniker, 241 "Emil Schrödter Ingenieur und Geschäftsführer des Eisenhüttenverems in Düsseldorf. 242 Hermann Krumbiegel -s Regierungsbaumeister in Düsseldorf, 243 Hermann Westhofen Ingenieur bei der Frankfurter Gasgesellschaft in Frankfurt a, M, 244 Joseph Heckmann Kaufmann in Werfen, 245 1873 "Paul Stoll Fabrikant in Düsseldorf. 246 "Otto Bacharach Kaufmann in London, 247 Wilhelm Hecker Katasterassistent in Wiesbaden, 248 "Oskar Landgrebe Dr. pdil,, Fabrikant in Düsseldorf, 249 "Reinhard Mannesmann Fabrikant in Remscheid. 260 "Max Schmitz Direktor d, Zuckerfabrik Neu-Schönsee, Westpreußen. 251 Ludwig Holtbuer Kaufmann in Leipzig. 262 Hugo Hackenberg Gymnasiallehrer in Barmen. 253 Wilhelm Busch Fabrikant in M,-Gladbach, 127 Nr, Jahr des Namen. Gegenwärtige Stellung (Beruf).. Abgangs 254 1873 Ernst Lingenbrink Fabrikant und Kaufmann in Vierscn. 255 Julius Wagner Dr. pdil., Assistent am Universit.- Laboratorium in Leipzig. 25k 1874 Friedrich Hilger Fabrikant in Lennep. 257 * Gustav Bloem Dr. svr., Gerichtsassessor in Elberfeld. 258 »Paul Busch Fabrikant in M.-Gladbach. 259 "Hermann Groß-Ellsiepen -s Kaufmann in Erkrath. 260 »Emil Lindlar 's als Schüler der Bauakademie. 261 »Balduin Tropp Direktord.UltramarinfabrikinKarbitz, -Böhmen. 262 Erich Correns Premierlieutenant in d. I. Jngenieur- inspektion in Königsberg in Pr. 266 Wilhelm Thum Fabrikant in Dülken. 264 1875 »Adolf Peltzer Fabrikant in M.-Gladbach. 265 Wilhelm Peters Tuchfabrikant in Eupen. 266 »Otto Poensgen Fabrikant in Sestri ponente b. Genua. 267 »Arthur Schlafhorst -s Fabrikant in M.-Gladbach. 268 Gisbert Gill Hausen Kaufmann in Wien. 269 Wilhelm Leimbach Ordentl. Lehrer am Realgymnasium in Goslar. 270 1876 »Franz Busch Fabrikant in Rheydt. 271 »Richard Möhlau vr. pilii., Professor an der technischen Hochschule in Dresden. 272 »Jan de Vries Ilr. pdil., Prof. in Kaempen, Holland. 273 »Hermann Winz Kaufinänn in Neuwied. 274 Gustav Klingelhöfer Fabrikant in Düsseldorf-Eller. 275 1577 »Stephan Glaser vr. xinl., ordentl. Lehrer am Falk- Realgymnasium in Berlin. 276 Pedro Lopez Techniker in Spanien. 277 »Theodor Lupp Dr. pdil., Fabrikant in Düsseldorf. 278' »Wilhelm Luther Dr. pliil, Konservator der Sternwarte in Hammirg. 279 »Wilhelm Mulvany Chennker andem Hütteniverke Morgenroth, Oberschlesien. 280 »Friedrich Pels-Leusden Regierungsbaumeister in Hamburg. 281 »Johann Schnock Regierungs-Baumeister in Bockenheim bei Frankfurt a. M. 282 »Karl Steinicke Ingenieur in Landsberg a. d. Warthe. 283 ^ Friedrich Bloem vr. püil., Fabrikant in Düsseldorf. 284 Rudolf Aldenhoff 's 285 Max Seebohm Kaufmann in Dortmund. 286 1878 »Theodor Groll Maler in Düsseldorf. 287 Karl Meyer Regierungsbaumsister. 128 Jahr des Namen. Gegenwärtige Stellung (Beruf). 1878 1879 1880 * Albert Remy "Wilhelm Elbrechter Emil Peltzer "Rudolf Lamers Oskar Müller "Albert Römer Reinhard Poensgen "Karl Bene "Eugen Grolman "Hermann Grube "Karl Hunten "Hans Schenrer "Wilhelm Schulten Hermann Schulz "Max Schwarte "Eduard Schwenkenberg "Paul Weyrather August Breidenbach Fritz Dicke Wilhelm vom Endt Emil Heintges "Paul Jmhäusser "Wilhelm Lüps "Wilhelm Dorfs "Otto Groll "Max Meyer "August Pels-Leusden "Franz Weyer Karl Heikhaus "Georg Kisker Eugen Wesels 1)r. plrit., Chemiker auf dem Rassel- stein bei Neuwied. Postsekretär in Elberfeld. Fabrikant in M.-Gladbach. Beamter der Transport-Glas-Unfall- versich.-Gesellsch., Frankfurt a. M. Or. xtiil., Chemiker in Griesheim bei Frankfurt a. M. Fabrikant in Leichlingen. Fabrikant in Düsseldorf. Forstassessor. vr. zur., Referendar in Düsseldorf. Kgl. Regierungsbauführer in Berlin. Forstassessor, Kommunalförster in Hermeskeil. Ingenieur bei van der Zypen u. Charlier in Deutz. Gutsbesitzer in Langenhof bei Bernstadt, Regsbz. Breslau. Lieutenant a. D. in Saarbrücken. Sek.-Lieut. des Pion.-Bat. 7 in Deutz. Postsekretär in Erfurt. Gerichtsreferendar in Crefeld. Fabrikant in Lüdenscheid. Hülfsprediger in Monheim, Kreis Solingen. vr. zur., Referendar in Posen. Ingenieur in Düsseld. (Hohenzollern). Gutsbesitzer in Werten a. d. Sieg. Lieutenant der Reserve, Schloß Neuhof bei Coburg. Gerichtsreferendar in Düsseldorf. Beamter der Versicherungsgesellschaft für Fluß-, See- und Landtransport in Düsseldorf. Regierungs - Maschinenbauführer in Oberzell bei Würzburg. Dr. pllit., stuck, zur. in Berlin. Privatlehrer in Düsseldorf. Fabrikant in Bielefeld. Sek.-Lieutenant im Artillerie-Regt. Nr. 7 in Köln. 129 Nr. Jahr des Abgangs Namen. Gegenwärtige Stellung (Beruf). 319 1880 Fritz Erb ach s-stuck. für. in Zürich. 320 Karl Hohmann stuck, eüsm. in Straßburg. 321 1881 "Paul Hecking Forstreferendar i.Bleckede b. Lüneburg. 322 "Anton Honigsheim Kaufmann in Antwerpen. 323 "Friedrich Lüns Kandidat des höheren Schulamts am Gymnasium in Wesel. 324 "August Meyer Schauspieler. 32S August Bueck Kaufmann in Calcutta. 326 "Fritz Hillmann Diakon im Priesterseminar in Köln. 327 "Wilhelm Voetges Postsekretär in Barmen. 328 Karl Fund er Kaufmann in Düsseldorf. 329 Gustav Wind scheid Kaufmann in Nikolajeiv, Rußland. 330 Gustav Tilg er Beamter der Feuer-Versicherungs- Gesellschaft Colonia i» Köln. 331 Albert Frölich Kaufmann in Diensten der ostafrik. Gesellschaft in Zanzibar. 332 Joseph Unversehrt 333 1882 "Heinrich Hohnrath Gerichtsreferendar a.Landger. i. Bonn. 334 "Peter Hüllstrung -s'während des Studiums der Bauingenieur-Wissenschaft. 335 "Paul Barthelmeß Kaufmann in Düsseldorf. 336 "Ludwig Rathelbeck Forstreferend. i.Hangelberg a.d.Spree. 337 Hermann Krabb Kaufmann in Aachen. 338 Joseph Schilmann Kaufmann in Hamburg. 339 1883 "Rudolf Bloem Fabrikant in Düsseldorf. 340 Gustav Christel Sek.-Lieutenant im Fuß-Artill.-Regt. Nr. 14 in Rastatt. 341 Joseph Höller Kaufmann in Ottensen. 342 "Ferdinand Reuter Assistent am chem. Univers.-Laborat. in Bonn. 343 "Otto Bötterling Sek.-Lieutn. im Jnf.-Regt. 61, Thorn. 344 "Lambert Daniels Forstreferendar in Cleve. 345 "Gottfried Grube Sek.-Lieutenant im Jnf.-Regt. Nr. 131 in Metz. 346 "Heinrich Hermanns Maler in Düsseldorf. 347 "William Kusenberg oanck. für. in Leipzig. 348 "Heinrich Piel stuck, ödem, in Bonn. 349 "Alex Sartorius Kaufmann in Düsseldorf. 350 Hermann Boecker Chemiker des Hüttenwerks Phönix in Ruhrort. 351 Gustav Selß stuck, tüool. in Straßbnrg. 352 1884 "Eduard von RecklingSek.-Lieutnaut im Ins.-Regiment hausen Nr. 65 in Köln. Nr, 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 373 380 381 382 383 384 385 386 387 130 Namen. "Hermann Bloem "Alex Hecking * Friedrich Bene "Moritz Brügelmann Heinrich Hau "Jacob Kraus "Hugo Loewe "Max Trinkaus "Paul Verborg "Julius Lingenbrink Karl Müller Karl Becker Friedrich Bülte Arthur Stern Johann Schmitz "Max Blumberg "Hans Grohmann "Paul Iahn "Albert Schüngel "Eduard Bloem "Eduard Gronarz "Rudolf Sickmann Gustav Eichhorn Paul Klingen Eduard Lingenbrink "Oswald Scharfenberg "Karl Schulze "Paul Keseling "Robert Jansen "August Sohl "Max von Schlechtendal. Paul Uellner Ewald Corty Hugo Eichhorn "Heinr, Zillessen Gegenwärtige Stellung (Beruf), studiert Maschinenbau in Aachen, Kaufmann in Bilbao, z, Z, in Stuttgart, stud, Maschinenbau in Charlottenburg, Kaufmann in Düsseldorf, stuck, tüeoi. stuck, weck, in München. Beamter der Königlichen Eisenbahn- Direktion, rechtsrheinisch, in Köln, studiert neuere Sprachen in Marburg, studiert Ingenieur-Wissenschaften in Charlottenburg. Eisenbahnbeamter in Düsseldorf, studiert Bauwissenschaft in Hannover, stuck, sur, in Freiburg i, B. studiert Hochbau in Hannover, Kaufmann in Elberfeld. Kaufmann in Düsseldorf, stuck, toebu, in München, Pharmazeut in Emmerich, stuck, obsin. in Berlin, studiert Maschinen-Jngenieurfach in Charlottenburg, stuck, tooiiu. in Hannover, stuck, oboin, in Berlin. Gymnasiast in Moers, Portepeefähnrich im 2, Garde-Regiment zu Fuß in Berlin, Techniker in Düsseldorf, Kaufmann in Viersen, Kaufmann in Düren, Kaufmann in Mailand, Techniker in London, Maler in Düsseldorf, Kaufmann in Düsseldorf, Fabrikant in Düsseldorf, Postbeamter in Neuwied, stuck, tsobu. in Hannover, Redakteur in Düsseldorf, Bankier in Turin, 131 II. Verzeichnis der aus Oberseknilda seit 1864 abgegangenen Schüler.*) Nr. Jahr des Abgangs Namen. Gegenwärtige Stellung(Beruf). 1 1864 Moritz Arioni Kaufmann. 2 Julius Bacharach Kaufmann in Düsseldorf. 3 Joseph Wahl Kaufmann. 4 1865 David Hasenclever 5 Gustav Reifenberg Kaufmann in Berlin. 6 1866 Otto Dieckmann Kaufmann in Paris. 7 Richard Hedinger Kaufmann in Berlin. 3 Ferdinand Massau Kaufmann. 9 Karl Müller Kaufmann in Essen. 10 Peter Peters Architekt. 11 Heinrich Seelig Kaufmann in Amsterdam. 12 1867 Adolf Braun Fabrikant in Neheim. 13 Karl Kr am er Hauptmann im Jnf.-Regt. Nr. 116 in Gießen. 14 Bedford Mundhenk -s Kaufmann. IS Gustav Stamkort Kaufmann. 16 1868 James Milligan 17 Kurt Schede Kaufmann in Hamburg. 18 1869 Robert Vogelsang Kaufmann in Werden. 19 Richard Breit 20 Albert Mitweg Kaufmann in Werden. 21 1870 Wilhelm Barlen Kaufmann. 22 Heinrich Binße Ingenieur in Amerika. 23 Friedrich Bockmühl Kaufmann in Aachen. 24 Wilhelm Bölten Fabrikant in Kettwig. 2S Karl Buddeus Buchhändler, jetzt Rentner in Meran. 26 Theodor Eichmann Kaufmann in Cartagena, Spanien. 27 Arthur Hoffmeister Hauptmann im Jnf.-Regt. Nr. 16 in Köln. 28 Hermann Hürter -sKaufmann in Düsseldorf. 29 Friedrich Hütz Kaufmann in Buenos-Ayres. 30 Ernst Kemper Kaufmann in Düsseldorf. 31 Hugo Müller Kaufmann in New-Uork. 32 Rudolf Schmitz Kaufmann in Düsseldorf. 33 Wilhelm Schriever 's 34 Gerhard Spatz -sim Krieg 1870/71. 35 Joseph Küppers Kaufmann. *) In diesem Verzeichnisse sind auch die Obersekundaner aufgeführt, welche mit dem Zeugnisse der Reife für Prima abgegangen sind. Da es vor allem darauf ankam, die Angaben im Verzeichnisse der Primaner möglichst vollständig zu machen, so gestattete schließlich die Zeit nicht mehr, auch über alle Obersekundaner Erkundigungen einzuziehen, so daß in der letzten Spalte viele Lücken unausgesüllt bleiben mußten. Vgl. die Anmerkung zum vorhergehenden Verzeichnisse. Nr. 36 37 38 33 40 41 42 43 44 46 46 47 48 49 60 61 62 53 64 55 66 67 58 69 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 132 Namen. Hugo Plaum Julius Ansoul Alfred Bachnräch Alfred Heymann Paul Lausmann Walter Lühdorf Oskar Bauendahl August Opfer gelt Jsidor Willner Eugen Honigsheim Anton Richard Ludwig Arioni Ernst Beckers Arthur Diosy Hermann Hanke Simon Hansen Wilhelm Pöling Paul Nethel Eduard Schulte August Nothenburg Johannes Spiecker Bernhard Ellingrod Felix Gotthelf Viktor Hammer Ernst Kappenberg Franz Massau Karl Neese Franz Pick Karl Stöwer Albert Windscheid August Deußen Ernst Schultze Rudolf Harnisch Kenneth Digby Smith Karl Junkermann Erich Müller Hermann Müller Ludwig Meyer Gustav Spatz Gegenwärtige Stellung(Beruf). Kaufmann in Australien. Kaufmann in Düsseldorf. Kaufmann in Düsseldorf. Kaufmann. Reg.-BaumeisterinLimburg a. d.Lahn. Kapt.-Lieutenant z. See. Reg.-Baumeister in Hannöv. Münden. Kaufmann in Düsseldorf. Kaufmann in Tourcoing. Kaufmann in Düsseldorf. Prem.-Lieutenant im Ins.-Regt. Nr. 57 in Wesel. Bankier in London. Kaufmann in Köln. Kaufmann. Pr.-Lieut. u.Adj. i. Jnf.-Rgt.57, Wesel. Berg-Assessor in Kreuznach. Gerichts-Assistent in Corbach, Waldeck, evangel. Pfarrer und theol. Lehrer am Missionshause in Barmen. Dr. moci., Arzt. Prem. -Lieutenant im Ins. -Regt. Ztr. 65 in Braunschweig. Kaufmann. Fabrikant in Detmold. P Kaufmann in Düsseldorf. Korrespondent beim Hoerder Bergwerks- und Hüttenverein in Hoerde. Regierungssekretär in Düsseldorf. Geistlicher in Liverpool. Kaufmann in Hamburg. Fabrikant in Düsseldorf. Kaufmann in Düsseldorf. Kaufmann in Brüssel. Maler in Düsseldorf. 133 Nr. Jahr des Abgangs Nam en. GegenwärtigeStellung (Beruf). 75 1875 Ernst Winter 76 1876 Wilhelm Atzrott Kaufmann in Mülheim a. Rh. 77 Ludwig Berger Kaufmann und Fabrikant in Rußland. 78 Franz Lützenkirchen 5 79 Friedrich Stahl Kaufmann. 80 Alfred Tropp Apotheker in Düsssldorf. 81 1877 Wilhelm Merkes 82 Karl Eckardt 4>r. mock., Ass.-Arzt d. kgl. Klinik, Halls. 83 Edwin Müller Kaufmann in Düsfeldorf. 84 1878 Emil Schulte Fabrikant in Düsseldorf. 85 Fritz Bismeyer Kaufmann in Düsseldorf. 86 Fritz Mouths Sek.-Lieut. in Mainz. 87 Ernst Rolffs 88 Adolf Scharfhausen Kaufmann in Buenos Ayres. 89 Max Schlösser 90 1879 Eduard Bene Marineoffizier a. D. in Düsseldorf. 91 Hermann Busch er Bürgermeister in Gartrop. 92 Joseph Adams Lieutenant und Adjutant im Jnf.- Reg. Nr. 70 in Saarbrücken. 93 Rudolf Barthelmeß Maler in Düsseldorf. 94 Leopold von Buddenbrock -tzals Schüler. 95 Siegfried Calmer Kaufmann in Düsseldorf. 96 Wilhelm Spatz Maler in Düsseldorf. 97 Walther Uellner Kaufmann in Hagen. 98 1880 Eduard Deus Fabrikant in Düsseldorf. 99 Alfred Harnisch Regierungs-Civilsupernumerarius in Düsseldorf. 100 Albert Arnold Techniker in Düsseldorf. 101 Gustav Er am er Fabrikant in Düsseldorf. 102 Ludwig Heinrichs Kaufmann. 103 Peter Kels Bierbrauer in Derendorf. 104 Ernst Furthmann Kaufmann in Düsseldorf. 105 Fritz von Laer Kaufmann in London. 106 Ernst Middeldorf 107 1881 Hermann Hillebrecht Kaufmann. 108 Johann Leven Kaufmann. 109 Adolf Lungen 110 Richard Braus Kaufmann in Hamburg. 111 1882 Otto Elzbacher 112 Jsidor Willner Kaufmann in Crefeld. 113 Johann Exsel Kaufmann. 114 Paul Wildförster Kaufmann. 115 Rudolf Sell Kaufmann in Düsseldorf. 134 Nr. Jahr des Abgangs Name». Gegenwärtige Stellung (Beruf). 116 1882 Karl Wirtz Kaufmann. 117 Gustav Zapp Kaufmann in Düsseldorf. 118 Adolf Sartorius stuä. teetru. 119 1883 Albert Geisenheiiner Kaufmann in Solingen. 120 Wilhelm Goertz P Kaufmann. 121 Friedrich Potthast Kaufmann in Düsseldorf. 122 Franz Luwe zur amerik. Marine. 123 Oskar Seydt Kaufmann in Stuttgart. 124 Otto Burg 125 Fritz Bettelhäuser Tierarzt. 126 Adolf Quitmann Kaufmann in Düsseldorf. 127 1884 Theodor Frisch studiert Tierarzneikunde. 128 Emil Atzrott Techniker in Aachen. 129 Georg Gerhards Zahnarzt in Düsseldorf. 130 Alexander Lupp Fabrikant in Düsseldorf. 131 Hermann Vogel 132 Emil Volkers studiert Elektrotechnik an der technischen Hochschule in Hannover. 133 Nob. Zapff Steucrfach. 134 Robert Kaulbach Eisenbahndienst. 135 1885 Emmerich Graf Bepßel Lieutenant im GarderegimentKönigin Augusta in Coblenz. >36 August Berenbrock Kaufmann in Düsseldorf. 137 Theodor Brü gelmann Landwirt in Würtemberg. 138 Joseph Custodis Kaufmann in Düsseldorf. 139 Karl Große Eisenbahnbeamter. 140 1886 Georg Dautzenberg Tierarzneischttler in Berlin. 141 Robert llellner Kaufmann in Düsseldorf. 142 Rudolf Eichhorn Kaufmann in Düsseldorf. 143 Heinrich Schmidt Kaufmann in Köln. 144 Ernst Schröter Kaufmann in Düsseldorf. 145 1887 Martin Berg er Kaufmann in Düsseldorf. 146 Hubert Dohm im Verwaltungsdienst in Düsseldorf. 147 Paul vom Heede Kaufmann in Manchester. 148 William Kayser Kaufmann in Dülken. 149 Hermann Lieber Kaufmann in Düsseldorf. 150 Karl Peekhaus Kaufmann in Mülheim a. d. R. 151 Julius Forstmann Realgpmnasiast in Duisburg. 152 Johann Klotzbach am Telegraphenamt in Düsseldorf. 153 1888 Edmund Schönwasser Schüler des Handelsinstituts in Köln. 154 Emil Schinzel Musiker. 155 Ernst Bersin Kaufmann. 156 Fritz Schulte noch unbestimmt. 135 III. Verzeichnis der aus Sekunda bis 1863 abgegangenen Schüler.*) Nr. Jahr des Abgangs Namen. Nr. Jahr des Abgangs Namen. 1 1839 Valentin Heidweiler. 41 1845 August Erlenwein. 2 Heinrich Roeder. 42 Otto Fellinger. 3 1840 Otto Arnz. 43 Maximilian H a b e r m a n n. 4 Wilhelm Giesbers. 44 Hermann Kramer. 5 Albert Schombart. 45 Rudolf Lieber. 6 Wilh. Maurenbrecher. 46 Julius Peltzer. 7 1841 Peter Arentz. 47 Siegfried Stein. 8 Heinrich Felderhoff. 43 Friedrich Wilhelmi. 9 Cduard Hintze. 49 1846 Gustav von Bernuth. 10 Eduard Kux. 50 Otto von Bessel. 11 Cornelius Lamers. 51 Karl de Haen. 12 Nikolaus Lücker. 52 Wilhelm Hasse. 13 Peter Port mann. 53 Heinrich Lemfried. 14 Anton Vielhaber. 54 Julius Köhler. IS 1842 August Baumgarten. 55 Albert Korbach. 16 Lambert Ernst. 56 Hubert Rommel. 17 Heinrich von Eynern. 57 Karl Schrickel. 18 Ferdinand Guthke. 53 Wilhelm Schmidt. 19 Heinrich Jordan. 59 1847 Salomon Cohen. 20 Heinrich Lieutenant. 60 Karl Hartmann. 21 Rudolf Luckemeyer. 61 Theodor Martin. 22 Karl Marrell. 62 Ludwig Martin. 23 1848 Alfred Breitenstein. 63 Johann Wenzel. 24 Gustav Fuß. 64 Dietrich Middendorf. 25 Adolf Graeber. 65 Karl Fournier. 26 Hermann Goertz. 66 August Schimmelbusch. 27 Rudolf Kampf. 67 Eduard Schleger. 28 Julius Kux. 68 August Schmitz. 29 Karl Schulze. 69 Oskar Simon. 30 Wilhelm Vogelsang. 70 Hermann Stahl. 31 Wilhelm von Münster. 71 Heinrich Vielhaber. 32 1844 Wilhelm Elf es. 72 Theodor Wahl. 33 Eduard de Haen. 73 Ferdinand Walter. 34 Ludwig Kniffler. 74 Joseph Schwengels. 35 Wilhelm Kolvenbach. 75 1848 Viktor von dem Busche. 36 Hermann Kowald. 76 Friedrich Lohmann. 37 Alfred Schlieper. 77 Robert Wulf. 38 Friedrich von Strantz. 78 Ludwig Kessel. 39 1845 Karl Bonrath. 79 1849 Heinrich Bergmann. 40 Franz Deck ers. 80 Wilhelm Bunge. *) Das Verzeichnis umfaßt auch die Schiller, welche die Sekunda mit dem Zeugnisse der Reife für Prima verlassen haben. 136 ! Jahr Jahr Namen. Nr, ! des Namen, Nr. des ! AbqangS Abgangs 81 1849 Otto Lupp. 124 1853 Karl Tübben. 82 August Quettiug, 125 Konrad Türfss. 83 Karl Schaub, 126 1854 Ferdinand Bauer. 84 Hermann Thiel. 127 Karl Becker. 85 Ernst Varenkamp, 128 Robert Bruch Hausen. 86 Wilhelm Vielhaber. 129 Karl Grau. 87 Konstantin Wenker. 130 Karl Hecker. 83 Rudolf Schöpwinkel, 131 Rudolf Huberich. 8g 1850 David Cohen, 132 Karl Knoblauch. so Friedrich Erb ach. 133 Balthasar Schmitz. S1 Friedrich Holmig. 134 Robert Schnitzler. 92 Theodor Jaeger. 135 Eduard Vogelsang. 93 Alphons Kreitz. 136 Joseph Winter. 94 Konrad Scheuten. 137 Rudolph Voigt. 95 Friedrich Schöpwinkel. 138 1855 Hermann Alt gelt. 96 Victor von Götze. 139 Desirs Bicheroux. 97 August Ludewigs. 140 Friedrich Fluß. 98 Henry Tyndall. 141 Johann Göbels. 99 Hermann Stindt. 142 Karl Hübner. 100 1851 Albert Arnz. 143 Anton Kraus. 101 Ndalbert van Baerle. 144 Friedrich Liebreich. 102 Joseph Bull. 145 Jakob Lodenheidt. 103 Julius vom Endt. 146 Karl Ox«. 104 Hermann Erb ach. 147 Siegfried Schönfeld. 105 Arnold Hilger. 148 Ernst Pütt mann. 106 Rudolf Holthaus. 149 Otto Rings. 107 Charles Liebreich. 150 Karl Vielhaber. 108 Karl Braun. 151 Wilhelm Weymar. 109 Karl Röthgen. 152 Hubert Wahl. 110 Ludwig Schaub. 153 Ernst Hergersberg. 111 Richard Sohn. 154 185« Julius Hübn er. 112 1852 Karl Kaufmann. 155 Heinrich Klossen. 113 Jakob Krisch er. 156 Ludwig Mittendorf. 114 Franz Müller. 157 Hugo Knecht. 115 Eduard Oelbermann. 158 Ernst Mühlinghaus. 116 Rudolf Oelbermann. 159 Richard Vogts. 117 Julius Radermacher. 160 Wilhelm Richartz. 118 Wilhelm Röntz. 161 Albert Wrigley. 119 1853 Paul Bachelier. 162 1857 Gustav Boode. 120 Udo von Kaisenberg. 163 Wilhelm Bronner. 121 Gustav Lacasse. 164 Eugen Cohnitz. 122 Hugo von Paczinsky. 165 Georg Cohnitz. 123 Emil Schnitzler. 166 Hans Kleinhans. 137 Nr. Jahr des Abgangs Namen. Nr. . Jahr des Abgangs Namen. 167 1867 Rudolf Oelb ermann. 210 1860 Wilhelm Seelig. 168 Eduard Pieper. 211 Friedrich Springorum. 169 Hugo Pott. 212 August Wenker. 170 Franz Rangette. 213 Arnold Stahl. 171 Hermann Keller. 214 1861 Carl de Barry. 172 Leon Lanson. 215 Joseph Berg er. 173 Maximilian Rothschild. 216 Michael Eger. 174 Arthur Siebet. 217 Eduard F inmann. 176 Hermann Schlieper. 218 Ludwig Geikowitz. 176 August Steeg. 219 Edmund Hütter. >77 Eduard Hagedorn. 220 Karl Ins gen. 178 Karl Junckerstorff. 221 Alfred Jungius. 179 Karl Wenker. 222 Mathias Kauhausen. 180 Karl Voß. 223 Gustav Köttgen. 181 Wilhelm Werner. 224 Oskar Könn ecke. 182 Karl Zimmermann. 225 Albert Preußner. 183 August Sohl. 226 Victor von Oven. 184 Hugo Könneke. 227 Anton Reibet. 185 1868 Otto Döbler. 228 Henry Ritter. 186 Wilhelm Heidkamp. 229 Alexander Schiffer. 187 Hermann Holtzheimer. 230 Wilhelm Schmölder. 188 Paul Jamin. 231 Bernhard Simons. 189 Cornelius Knoblauch. 232 Hermann Simons. 190 Franz Neef. 233 Albert Schweißer. 191 Heinrich Schragmüller. 234 Hugo Schweißer. 192 1869 Rudolf Bender. 235 Ludwig Thiel. 193 Johann Josten. 236 Wilhelm Trimborn. 194 Adolf Junckerstorff. 237 1862 Hugo Willemsen. 196 Viktor Scho eller. 238 Joseph Becker. 196 Ernst Thiel. 239 Adolf Berg er. 197 Alfred Engelsberg. 240 Thomas Cubitt. 198 August Kofferath. 241 Rudolf Dimmers. 199 Gustav Kofferath. 242 Friedrich Erk. 200 Franz Könnecke. 243 Friedrich Everling. 201 Peter Schotel. 244 Rudolf Brückmann. 202 Max Schrödter. 245 Emil von Gahlen. 203 Gustav Neuhoff. 246 Eugen von Gahlen. 204 1860 Lorenz Jansen. 247 Heinrich vom Grafen. 206 Bertram Linnartz. 248 Friedrich Grosse. 206 Robert Neuhoff. 249 Otto Hardung. 207 Wilhelm Otterbeck. 250 Peter Haentjens. 208 Ferdinand Rocker. 261 Wilhelm Hoare. 209 i August Schnitzler. 252 Wilhelm Hencken. 138 Nr. Jahr Jahr des Abgangs Namen. Nr. des Abgangs Namen. 253 1862 Edmund Klems. 271 1803 August von Reimann.- 254 Wilhelm Kruse. 272 Joseph Wimmer. 255 Walther Meynen. 273 Hermann Bötticher. 253 Eduard Mühlenfeld. 274 Jakob Cahn. 257 Hermann Müller. 275 August Dahl. 258 Gustav Rothschild. 276 Emil Eckert. 259 Alfred Schmalz. 277 Karl Heim. 260 Hugo Giebel. 278 Albert Hübert. 261 Ferdinand Steiner. 279 Otto Junckerstorff. 262 1863 Adolf Tiedemand. 280 Karl Kirberg. 263 Julius Bah. 281 Karl Kobs. 264 Karl Guba. 282 Walther Neuhoff. 265 Anton Häuser. 283 Wilhelm Quambusch. 266 Ernst Linder. 284 Karl Sohn. 267 Karl Borstet. 285 Theodor Weerpas. 268 Rudolf Gutheil. 286 Gustav Wessel. 269 Hermann Jonas. 287 Arnold Wiegmann. 270 August Motzkeit. IV. Verzeichnis der aus Untersekunda seit 1864 abgegangenen Schüler.*) Nr. Jahr des Abgangs Namen. Nr. Jahr des Abgangs Namen. 1 1864 Joseph Arioni. 16 1864 Otto Neef. 2 Wilhelm Bierbach. 17 Reinhard Pieper. 3 August BiIst ein. 18 Gustav Pollitz. 4 Rudolf Berlin. 19 Jakob Püttmann. 5 August Böllert. 20 Johann Sträub. 6 Heinrich Buderus. 21 Friedrich Weerth. 7 Hugo Ernst. 22 Felix Zerboni. 8 Ernst Finmann. 23 Max von Zeuner. 9 Anton Gottschalk. 24 1865 Otto B end er. 10 Albert Hagedorn. 25 Karl Ansoul. 11 Bernhard Hogenforst. 26 Karl Arnold. 12 Henry Mac-Cutchan. 27 Friedrich Wilhelm Becker. 13 Adolf Meese. 28 Victor Bünte. 14 Thomas Mellor. 29 Achill Dreher. 15 Theodor Müncker. 30 Julius Eylert. *1 In diesem Verzeichnisse sind auch die Schüler aufgeführt, denen beim Abgange die Reife für Oberselnnda zuerkannt war. 139 Nr. Jahr des Abgangs Namen. Nr. Jahr des Abgangs Namen. 31 1865 Otto Fliegelskamp. 74 1866 Theodor Thölen. 32 Eduard Föll. 75 Ernst Thomas. 33 Egon Happel. 76 Emrich von Hartmann. 34 Eduard Häuser. 77 1867 Jsidor Arioni. 35 Theodor Janssen. 78 Robert Bongard. 36 Max Kohtz. 79 Karl Ferrier. 37 Rudolf Küpper. 30 Joseph Gottschalk. 38 Hermann Landgrebe. 81 Ernst Havenith. 3S Friedrich Langenbach. 82 Peter Hübner. 40 Karl Lee. 83 Karl Menken. 41 Robert Lehnemann. 84 Peter Müller. 42 Alexander Manuel. 85 August Rhotert. 43 Friedrich Mehliß. 86 Julius Rosenberg. 44 August Müller. 87 Ludwig Rothschild. 45 Karl Rüttgers. 88 Max Schede. 46 Joseph Schmitz. 89 Max v. Schwarzkoppen. 47 Theodor Schneider. 90 Ludger. Sonnenschein. 48 Wilhelm Vogelsang. 91 Ludwig Weise. 4S Ferdinand Vogt. 92 Georg Wenker. 50 Hermann Wehr land. 93 1868 Otto Hallensleben. 51 Hermann Metze. 94 Hugo Bacharach. 52 1866 Friedrich Uhlhorn. 95 Wilhelm Bacharach. 53 Wilhelm Batz. 96 Wilhelm Beckmann. 54 Otto Brügelmann. 97 Karl Berlin. 55 Bertrand Dieckmann. 98 Georg Bloos. 56 Eduard Dieckmann. 99 Max Böddinghaus. 57 Theodor Dimmers. 100 Gustav Braselmann. 53 Adolf Giesen. 101 Karl Engels. 59 Wilhelm van Ginkel. 102 Gustav Fleck. 60 Moritz Glaser. 103 Wilhelm Füßchen. 61 Alexander Glaser. 104 Jakob Grosmann. 62 Karl Forberg. 105 Karl Kirsch. 63 Ernst Kellermann. 106 Johann Mengelberg. 64 Ludwig Kukuk. 107 Karl Müller. 65 Karl Friedhoff. 108 Karl Müller. 66 Leo von Maercken. 109 Karl Oster. 67 Adolf Mengelberg. 110 Karl Scheurenberg. 68 Wilhelm Merten. 111 Max Schulte. 69 Karl Meyer. 112 Julius Terhoeven. 70 Bernhard Neustein. 113 Ernst Zapp. 71 August Schwenzer. 114 Wilhelm Zimmermann. 72 Konrad Stratmann. 115 1869 Joseph Glaser. 73 Alfred Tapken. 116 Siegmund Alsberg. 140 Jahr Jahr Namen. Nr. des Abgangs Namen. Nr. des Abgangs 117 1869 Ernst Branscheidt. 160 1870 Gustav Schwenzer. 118 Georg Dassel. 161 Julius Spatz. 119 Augnst Weerth. 162 Hermann Wupperman. 120 Jakob Bongard. 163 1871 Fritz Ansoul. 121 Gustav Busenbender. 164 Max Brandmeier. 122 Hugo Eylert. 165 Karl Krön. 123 Richard Griesbach. 166 Adolf Förder. 124 Theodor Feis. 167 Joseph Franken. 125 Heinrich Finmann. 168 Anton Simons. 126 Rudolf Grolman. 169 Julius Henseler. 127 Joseph Heinen. 170 Franz Kürten. 128 Heinrich Heikhaus. 171 Wilhelm Lachnit. 129 Richard Honigsheim. 172 Fritz de Leuw. 130 Philipp Hübner. 173 Heinrich Piel. 131 Wilhelm Huverstuhl. 174 Karl Simons. 132 Karl Messe. 175 Adolf Seldenmeyer. 133 August Pütz. 176 Karl Terhoeven. 134 Paul Welk. 177 Heinrich Zinser. 135 Eduard Zapp. 178 Julius Hallensleben. 136 Hermann Janssen. 179 Karl Jorissen. 137 Alexander Kirr kämm. 180 Eduard Kauertz. 138 Rudolf Müller. 181 Hermann Laag. 139 Wilhelm Piel. 182 Friedrich Pütz. 140 Robert Quambusch. 183 Reinhold Rothe. 141 Wilhelm Spieker. 184 Gustav Siebert. 142 Johann Wissing. 185 1872 Franz Erwig. 143 Otto Zens. 186 Heinrich Böhmer. 144 1870 Max Höcker. 187 Peter Custodis. 145 Salomon Arioni. 188 Albert Guba. 146 Friedrich Bauer. 189 Eugen Hecker. 147 Hubert Brunck. 190 Gustav Hildebrandt. 148 Julius Ca usain. 191 Wilhelm van Moerbeck. 149 Wilhelm Cleff. 192 Wilhelm Reinartz. 150 Kuno Dimmers. 193 Karl Wenning. 151 Max Hecking. 194 Johann Göres. 152 Johann Hilbradt. 195 Karl Janßen. 153 Fritz Himstedt. 196 Albert Küpper. 154 Olaf Jernberg. 197 Karl Rimkus. 155 Heinrich Kerlen. 198 Karl Wergen. 156 Wilhelm Meinhold. 199 Jakob Rosenberg. 157 Leopold Rüttgers. 200 1873 Julius Förster. 158 Wilhelm Seringhaus. 201 Max Hasenclever. 159 Otto Reinartz. 202 Gottfried Hausen. 141 Nr. Jahr Jahr des Abgangs Namen. Nr. des Abgangs Namen. 203 1873 Hugo Hertz. 246 1875 Emil Jngelbach. 204 Karl Kleindorf. 247 Wilhelm Bött erling. 20ö Ludolf Poensgen. 248 Karl Padberg. 206 Karl Polnick. 249 Theodor Rommel. 207 Joseph Stubben. 250 Otto Bausenbach. 208 Joseph Unkelbach. 251 Heinrich Detjen. 203 Jakob Wolf. 252 Peter Fuchs. 210 Emil Frank. 253 Karl Huisgen. 211 Konrad Hagenbeck. 254 Karl Hülser. 212 Karl Jaeger. 255 Adolf Iahn. 213 Alex Klein. 256 Theodor Platzbecker. 214 August Lingenbrink. 257 Franz Schiemann. 215 Oskar Man es. 258 Max Schulenburg. 216 Friedr. Mömmershcim. 259 187« Johann Hermanns. 217 Karl Pooth. 260 Bernhard Metzger. 218 Karl Garn ich. 261 Max Tannert. 219 Karl Götschenberg. 262 Johann Roelofs. 220 Arnold Grolmann. 263 Adolf Schleicher. 221 Wilhelm Hauptmann. 264 Arnold Schulten. 222 Wilhelm Henkel. 265 Richard Bockmühl. 223 Eduard Kersten. 266 Rudolf Deus. 224 Karl Koppe. 267 Wilhelm Grelinger. 225 Jakob Metzger. 268 Karl Hecker. 226 Louis Pollitz. 269 Max Mannes mann. 227 Wilhelm Staubt. 270 Heinrich Schneider. 228 Louis Then-Bergh. 271 1877 Ludwig Cohen. 229 1874 Karl Baprhoffer. 272 Gerhard C o m mesmann. 230 Bernard Bennedik. 273 Karl Fischer. 231 Benno Bimmermann. 274 Otto Friedrich. 232 Alfred Brüg mann. 275 Gustav Götschenberg. 233 Heinrich Cahen. 276 Max Lindlar. 234 Hermann Dallmeier. 277 Albert von Lum. 235 Peter Dittlinger. 278 Theodor Maas. 236 Otto Everling. 279 Wilhelm Randebrock. 237 Theodor Grelinger. 280 Arthur Schnabel. 238 Rudolf Hart mann. 281 Johann Wirthen. 239 Heinrich Klapheck. 282 Konrad Vogels. 240 Otto Leu. 283 Anton Wirthen. 241 Albert Maßen. 284 Wilhelm Diergardt. 242 Joseph Pieper. 285 Karl Drouven. 243 Heinrich Spatz. 286 Ludwig Friedhoff. 244 Joseph Hilbers. 287 Franz Klein. 245 Max Hasenclever. 288 Philipp Krisch er. Jahr Namen. Jahr Namen. Nr, des Nr. des Abgangs^ Abgangs 283 1877 Alexander Küster. 332 1879 Friedrich Nebe. 230 Karl Rethers. 333 Franz della Sudda. 291 August Stuckmann. 334 August Thomas hoff. 292 Paul Tannert. 335 Hugo Wirths. 293 1878 August Jäger. 336 Wilhelm Burberg. 234 Theodor Klapheck. 337 Franz Evers. 235 Hermann Schreiber. 333 Friedrich Schmidt. 236 Albert Wer>ermann. 339 1880 Robert Conradi. 297 Paul Zillessen. 340 Gustav Eich mann. 298 Albert Claus. 341 Emil Hauptmann. 239 Ferdinand Evers. 342 Heinrich Levi. 300 Karl Löwe. 343 Bernhard Roos. 301 Franz Stamm. 344 Gustav Voß. 302 Paul Vonhoff. 345 Adolf Strauven. 303 Wilhelm Zeck. 346 Eduard Daelen. 304 Julius Clärenbach. 347 Walther Hecking. 305 Wilhelm Hürter. 348 Julius Müller. 306 Peter von Kraft. 349 Hermann Overb eck. 307 Robert Lupp. 350 Franz Kemper. 308 Emil Thenen. 35t Reinhard Mumm. 309 Hugo Wülfing. 352 Heinrich Schallbroch. 310 Albert Zinzen. 353 Karl Windscheid. 311 Heinrich Brummer. 354 Ludwig Er am er. 312 Peter Drösser. 355 Wilhelm Meier. 313 Karl Geisenheimer. 356 Hermann Neuhaus. 314 Emil Schüler. 357 Friedrich Schulte. 315 Joseph Sturm. 368 Georg Thum. 316 1879 Fritz Albert. 359 1881 Karl Compes. 317 Albert Karsch. 360 Emil Schirmer. 318 Karl Müller. 361 Wilhelm Unversehrt. 319 Bernhard Spielmeyer. 362 Joseph Tappe. 320 Wilhelm Süß. 363 Hugo Holzapfel. 321 Karl Vetter. 364 Albert B end er. 322 Robert Zillessen. 365 Gustav Büscher. 323 Friedrich Schlater. 366 Heinrich Klingen. 324 Adolf von Steinäcker. 367 Heinrich Löhr. 325 Leopold Dasbach. 368 Heinrich Pallenberg. 326 Ludwig Kreuels. 369 Leo Roos. 327 Hermann Tönnesmann. 370 Felix Braselmann. 328 Heinrich Wiedemeicr. 371 Leopold Klein. 329 Emil Funcke. 372 Ernst Nacke. 330 Joseph Honigsheim. 373 Karl Voß. 331 Walther Müller. 374 Rich ard Wupperman 143 Nr. Jahr des Abgangs Namen. Nr. Jahr des Abgangs Namen. 37ö 1881 John Hayes. 418 1884 Gustav Dinger. 376 Heinrich Bend er. 419 Wilhelm Körb er. 377 Heinrich Hensen. 420 Wilhelm Lausberg. 378 Philipp Meyberg. 421 Paul Wülfing. 379 Gabriel van Perlstein. 422 Eduard Lynen. 380 1882 Joseph Busch. 423 Theodor Wupperman. 381 Jakob Meyer. 424 1885 Max Barthelmeß. 382 Karl Schütte. 425 Fritz Dietz. 383 Vincenz Deckers. 426 Wilhelm Fischer. 384 Albert Herzer. 427 Karl Geiersbach. 385 Heinrich Luyken. 428 Wilhelm Klingenburg. 386 Philipp Roos. 429 Fritz Kirsten. 387 Karl Thieme. 430 Gustav Oberländer. 388 Rudolf Klein. 431 Rudolf Brügelmann. 389 Richard P ritsch au. 432 Ernst Rohm er. 390 Gustav Müller. 433 Hermann Bahner. 391 Otto Vautier. 434 Wilhelm Glauert. 392 Gustav Erhardt. 435 Wilhelm König. 393 Karl Fietz. 436 Ludwig Kramer. 3g4 Hubert Jnden. 437 Eduard Lenßen. 395 Alfons Werten. 438 Wilhelm Lindlar. 396 Karl Schulte. 439 Stephan Lucius. 397 1883 Wilhelm Nahmen. 440 Emil Rösberger. 398 Harald Krönig. 441 Friedrich Schmitz. 399 Joseph Hubert Leven. 442 Ernst Weidenmüller. 400 Karl Prölß. 443 188« Joseph Braun. 401 Joseph Willner. 444 Ernst Brügelmann. 402 Ludwig von Elverfeld. 445 Ernst Cos mann. 403 Wilhelm Küppers. 446 Heinrich Detmer. 404 Bernhard Hillmann. 447 Rudolf Fischer. 405 Otto Luyken. 443 Arthur Großjohann. 406 Wilhelm Forstmann. 449 Joseph Hambüchen. 407 Albert Meyer. 450 Hermann Hertz. 408 August Stein. 451 Karl Herz er. 409 Emil Junkermann. 452 August Hühn. 410 Wilhelm Conen. 453 Oskar Janseu. 411 Friedrich Lauffer. 454 Julius Kotthaus. 412 Ernst Müller. 455 Alfred Luyken. 413 1884 Ernst Bruchhaus. 456 Paul Paas. 414 Wilhelm Knauer. 457 Robert Paas. 415 Friedrich Steeg. 458 Konstantin Pietsch. 416 Oskar Zapff. 459 Paul Weyermann. 417 Eugen Derix. 460 Karl Wind scheid. 144 Jahr Jahr Namen. Nr. des Namen. Nr. des Abgangs Abgangs 461 1886 Richard Windscheid. 472 1887 Emil Wevers. 462 Bernhard Wolf. 473 Heinrich Dubois. 463 August Erbschloe. 474 Wilhelm Reichmann. 464 1887 Eduard Liesegang. 475 1888 Fritz Brögelmann. 465 Robert Schönwasser. 476 Max Swoboda. 466 Alexander Wagner. 477 Georg Kohlmorgen. 467 Clemens Mooren. 478 Kurt Wolfs. 468 Philipp Buch. 479 Harry Smith. 469 Karl von Bracken. 480 Christian Ulrich. 470 Wilhelm von Dncker. 481 Ernst Zetzsche. 471 Ernst Vohwinkel. V. Übersicht über die Bernfsarten der aus Prima abgegangenen Schüler.*) Zahl Darunter der Schüler. Abiturienten. 1. Kaufmännischer Beruf 111 36 2. Fabrikanten und Gewerbtreibende 62 35 3. Chemiker, soweit sie nicht zu 2. gehören . . . 16 10 4. Eisenhüttenleute und Maschinen-Ingenieure, soweit sie nicht zu 2. gehören 36 28 5. Architekten und Bau-Ingenieure 26 21 6. Bergbau 2 2 7. Forstwesen 7 7 3. Geometer 2 — 9. Eisenbahndienst 9 6 10. Ins Heer eingetreten 23 15 11. Seewesen 5 1 IS. Lehrer 20 12 13. Astronomen 1 1 14. Optiker - 1 1 IS. Mediziner . 2 1 16. Apotheker 2 — 17. Theologen S 1 18. Juristen 11 9 19. Archivbeamte 1 1 20. Litteraten 2 2 21. Verwaltungs- und Steuerbeamte 5 1 22. Postbeamte 6 5 23. Künstler S 4 24. Photographen 3 — 25. Gutsbesitzer und Angestellte der Landwirtschaft . . 11 6 26. Wirte 1 — 27. Als Schüler gestorben 2 1 28. Beruf unbekannt (z. t. jetzt Rentner) 10 1 *) Wo der Beruf gewechselt worden, gilt der spätere Beruf. Bei den Rentnern ist der frühere Beruf berücksichtigt worden; ebenso bei den frühern Schülern, deren augenblickliche Stellung nicht ermittelt werden konnte. Zur Geschichte der GymnasialMeiluttg. Vom Direktor Dr. Matthias. 10 Das städtische Düsseldorfer Gymnasium, das vorläufig nur eine Abteilung des Realgymnasiums bildet, das aber in seiner stattlicheil Entwickelung dein Sohne zu vergleichen sein möchte, dem ein gütiges Geschick mehr Glück und Wohlergehen als dem Vater spendet, hat eine lange Vorgeschichte, wenn man alle die humanistischen Regungen und Ansätze, welche mit dem reinen Charakter einer Realschule sich schlecht vereinigen lassen, als Regungeil gymnasialer Natur und somit als ein Stück gymnasialer Vorgeschichte ansieht. Schon in den Jahren, da man die Gründung einer Realschule in Düsseldorf plante, tritt der Name Gymnasium im engsteil Znsammenhange mit der neu zu grün- dendeil Realschule hervor. Nachdem nämlich der Düsseldorfer Stadtrat in seiner Sitzung vom 1. Mai 1835 die Errichtung einer Realschule als ein dringendes Bedürfnis anerkannt und seine Bereitwilligkeit ausgesprochen hatte, die Ausführung des Planes möglichst zu fördern, übersandte die Königliche Regierung dein Stadtrat 2 Pläne, von welchen der eine sich ans den Fall bezog, daß eine von dem Königlichen Provinzial-Schulkolleginin befürwortete Vereinigung der Realschule mit dem hiesigen Königlichen Gymnasium beabsichtigt werde und, unter Voraussetzung eines Zuschusses von jährlich 1600 Thlrn. seitens der Stadt, zu dein Ende einige Realparallel-Klassen an dasselbe angeschlossen werden sollten, der andere dagegen für die Gründung einer abgesonderten, selbständigen Anstalt entworfen war. Der letztere Plan wurde in der Sitzung des Stadtrates vom 16. Juni 1837 angenommen, der erstere abgelehnt. Doch trotz der Ablehnung sollte die Idee einer Vereinigung von Realschule und Gymnasium nicht zur Ruhe kommen; sie hat vielmehr bald stärker, bald schwächer die ruhige und gleichmäßige Entwickelung der Realschule beeinflußt und ist schließlich so zur Herrschaft gelangt, daß man unwillkürlich denken muß an einen Baustein, den die Bauleute anfangs verwerfen, um ihn schließlich zum Eckstein zu verwenden. — 10* 148 Die ursprüngliche bei ihrer Gründung im Jahre 1838 von humanistischen Elementen durchaus rein gehaltene Realschule erlitt schon 2 Jahre nach ihrer Begründung in ihrem Organisationsplane eine sehr wesentliche, unserer Meinung nach verhängnisvolle Abänderung, die sich in gymnasialer Richtung bewegte. Es wurde das Latein, das der Realschule in ihren ersten Lebensjahren fehlte, im Herbst 1840 als fakultativer Lehrgegenstand, der außerhalb der gewöhnlichen Schulzeit unterrichtet wurde, in den Lehrplan aufgenommen, und zwar anfänglich in 2 Abteilungen mit je 3 Stunden wöchentlich; von 1841 an kam mit dem Anschlüsse der Prima eine 3. Abteilung mit 4 Stunden hinzu, während die Stundenzahl in den beiden anderen Abteilungen ebenfalls auf 4 erhöht wurde. Die Aufnahme dieses Lehrgegenstandes stand in einem gewissen Widerspruch zu den Absichten derjenigen, welche die ersten Schritte gethan hatten zur Begründung der Schule. Es sollte, so war dieser Männer Absicht gewesen, *) eine Schule gegründet werden nicht für solche, welche sich einem gelehrten Stande widmen wollten, sondern auch für diejenigen, welche in einen anderen Beruf, „namentlich in den Handels- und Gewerbestand überzugehen beabsichtigten". Und ausdrücklich wurde es in der vorberatenden Versammlung vom 3. April 1335 betont, „es sei eine allgemeine Erfahrung, daß die Knaben und Jünglinge, welche aus den Gymnasien in die Comptoirs und Werkstätten übergingen, in den Kenntnissen und Fertigkeiten, welche zum Eintritt in das kommerzielle und industrielle Leben vor allem verlangt werden müßten, unzureichend vorbereitet seien, und daß hieraus sowohl für die Ausbildung der jungen Leute als auch für den Betrieb der Geschäfte sehr nachteilige Folgen erwüchseil". Zu diesen Grundsätzen stand die Aufnahme des Latein in den Unterrichtsplan im Widerspruch. Wie nun der rein reale Charakter der Anstalt durch das Latein eine Trübung erfahren hatte, so erlitt auch weiterhin der rein fakultative Charakter dieses Unterrichtsgegenstaudes dadurch eine Trübung, daß für das Latein ein moderierter Zwang üblich wurde, indem man nämlich „fakultativ" so verstand, daß „zur Dispensation von diesem Lehrgegenstande die Willenserklärung der Eltern vorgelegt" werden mußte. Wer diese nicht erbrachte, mußte *) Direktor Dr. Franz Heinen, Die Städtische Realschule 1. Ordn, zu Düsseldorf nebst Geschichtlichem aus der Entwickelung des Realschulwesens überhaupt. Einladungsschrift zur Feier des 25jährigen Bestehens der Anstalt am 28. Mai 1863. Düsseldorf, Hofbuchdruckerei von Hermann Voß. S. 36. 149 wohl oder übel am fakultativen Latein teilnehmen. Unter solchen Umständen wuchs die Zahl der Lateinschüler vom Jahre 1842 bis zum Jahre 1859 von 9°/« auf 51°/a. Durch den Erlaß der neuen Unterrichtsordnung vom 6. Oktober 1859 wurde das Latein an den Realschulen I. Ordnung zum obligatorischen Unterrichtsgegeustaude gemacht und damit dem Schwanken zwischen Freiheit und Notwendigkeit, zwischen Wünschen und Müssen an der Realschule zu Düsseldorf und an den Realschulen überhaupt ein Ende bereitet. — Weitere humanistische Regungen zeigten sich während des Direktorats Heinen nicht mehr, kräftiger traten sie hervor unter dem Direktorate Ostendorfs. Schon im September 1872 legte er dem Provinzial-Schul- kollegium einen umfassenden Plan für das städtische höhere Schulwesen Düsseldorfs vor, in welchem auch ein für Düsseldorf zu gründendes Gymnasium eine wichtige Rolle spielt. Der Plan war folgender: Auf der dreiklassigen Vorschule für Knaben vom vollendeten 6. bis zum vollendeten 9. Jahre baut sich eine dreiklassige Mittelschule (vom 9. bis zum 12. Jahre) auf mit Französisch als fremder Sprache; an die Mittelschule reihen sich in Dreigabelung an: 1. die Bürgerschule mit 3 Klassen (12.—15. Jahr) mit Französisch; 2. die Gewerbeschule (5 Klassen voni 12.—17. Jahre) mit Französisch und Englisch; 3. die siebenklassige Gelehrtenschule oder das Gymnasium (vom 12.—19. Jahre). Hier, wo es sich um die Vorgeschichte des Gymnasiums handelt, interessiert uns vornehmlich die Gelehrtenschule Ostendorfs. In Klasse VII dieser Schule (12.—13. Lebensjahr), die etwa der heutigen Unter-Tertia entspricht, sollen Französisch und Latein und daneben die Fächer, die auch heute in der Gymnasialtertia sich finden, gelehrt werden, nur mit dem Unterschiede, daß Zeichnen obligatorisch ist. In Klasse VI, unserer Ober-Tertia entsprechend, bleibt im ganzen derselbe Lehrplan wie in Klasse VII; nur wird das Lateinische verstärkt. In Klasse V (— Unter- Sekunda) tritt das Griechische mit 6 Stunden hinzu. Klasse IV behält im ganzen denselben Lehrplan wie die vorige Klasse. Klasse III hat folgenden Lehrplan: Religion 2 Stunden, Griechisch 6 Stunden, Latein 6 Stunden, Französisch 2 Stunden, Deutsch 2 Stunden, Geschichte 4 Stunden, Naturwissenschaft 4 Stunden, Mathematik 4 Stunden, Turnen 2 Stunden in Summe 32 Stunden. Klasse II (^- Oberprima) hat denselben Lehrplan, doch Naturwissenschaften (Naturgeschichte und Chemie) 2, Physik und Mathematik 6 Stunden. Klasse I, in welcher die Verteilung der Lehrfächer eine gleiche ist wie in Klasse II, 150 entspricht keiner unserer heutigen Klassen, geht vielmehr um ein Jahr über unser heutiges Klassensystem hinaus, da nach Ostendorfs Meinung die Schüler der Gelehrtenschule nicht wie bisher eine neun-, sondern eine zehnjährige Schulbildung genießen sollen. Diese Gelehrtenschule sollte beiden Seiten unserer Bildung, der naturwissenschaftlich-mathematischen wie der sprachlichen gerecht werden und imstande sein, die wesentlichen Forderungen, die man nach beiden Seiten hin an Abiturienten stellen muß, zu erfüllen; wie Ostendorf glaubte, würde die von ihm entworfene Schule im Gegensatz zum damaligen Gymnasium und zur damaligen Realschule I, Ordn, eine zweckmäßigere Vorbildung geben für die verschiedeneil Berufskreise, die einer höhereil Ausbildung ihrer Glieder bedürfen. Der künftige Fabrikant werde sie ebensowohl besuchen können wie derjenige, welcher sich Fakultätsstudien widmen wolle. Der künftige Mediciner oder Naturforscher, der bis dahin weder auf dem Gymnasium noch auf der Realschule I. Ordn, richtig vorgebildet werde, erhalte damit eine Anstalt, auf welcher er für seine Studien einen festen und sicheren Grund legen könne. Auch ein Auseinandergehen unserer höheren Bildung, das jedenfalls vom Übel sei, werde durch eine solche Schule vermieden. — Wir sehen hier also schon den Entwurf eines ähnlichen Gebildes, wie es der heutige Einheitsschulverein plant, nur mit dem Unterschiede, daß dieser nicht das Französische als Unterbau des Sprachunterrichtes wünscht, sondern das Lateinische beibehält und damit von dem einheitlichen Unterbau in den ersten drei Schuljahren nach der Vorschule überhaupt absieht. Diesen Plan einer einheitlichen Gelehrtenschule gab nun Ostendorf ein Jahr nachher bereits wieder auf in seiner Schrift: „Das höhere Schulwesen unseres Staates". Ein Bericht, den städtischen Behörden zu Düsseldorf erstattet von I. Ostendorf, Düsseldorf 1873, Verlag der Hofbuchdruckerei von L. Voß & Comp. — In dein Plane, den diese Schrift enthält, bleibt der sechsklassige gemeinsame Unterbau (3 Vorschulklassen und 3 Mittelschulklassen). An die Mittelschulklassen schließen sich einerseits 3 obere Klassen, welche den Mittelschulunterricht fortsetzen, vervollständigen und, unter Umständen auch durch Aufnahme des Englischen, erweitern, und mit der Mittelschule zusammen die höhere Bürgerschule bilden; andrerseits schließt sich die höhere Schule, das Gymnasium, an, das aus 2 Unterklassen (mit Französisch und Latein) und 4 nach drei Richtungen hin auseinander gehenden Oberklassen besteht, von denen die oberste einen zweijährigen Kursus hat. 151 Die drei Richtungen werden bezeichnet als eine altklassische, eine neusprachliche und eine naturwissenschaftlich-mathematische Abteilung, Die im Jahre zuvor noch geplante Gewerbeschule (schon damals waltete ein böser Stern über diesen Anstalten) läßt Ostendorf fallen, — Alle diese Entwürfe Ostendorfs sind ungemein interessant und enthalten viel Beherzigenswertes. Sympathisch berührt vor allem das Streben, dem Turnen einen ehrenvolleren Platz einzuräumen, und der Wunsch, die bildende Kraft der naturwissenschaftlich-mathematischen Disciplinen mehr zur Geltung zu bringen. An dein ersten Plane vom Jahre 1872 berührt angenehm das eifrige Bestreben unserer höheren Bildung die Einheit wieder zu verschaffen, die seit der Begründung der Realschulen ihr verloren gegangen war. Aber auch eine Mahnung liegt in diesen Entwürfen: wenn man sieht, wie rasch ihre Gestalt wechselt, so kann man sich nicht der Befürchtung verschließen, daß, falls wir einmal das Gebiet „durchgreifender" Reformen betreten sollten, die Gefahr unaufhörlichen Wechselns und zivar „durchgreifenden" Wechselns nahe rücken könnte und unsere Jugenderziehung zu einein Versuchsfeld werden möchte, auf welchem viel von dem wertvollen Alten durch das Manö- verieren mit neuen Künsten verloren ginge. Diesem stürmischen, reformlustigen Gang gegenüber hat das ruhige Vorwärtsschreiten folgerechter historischer Entwicklung, der Preußens Eigenart ist, das Gute, daß die Jugenderziehung nicht hineindrängt in eine ungewisse Zukunft. Verlassen wir darum diese Reformpläne, die in der Vorgeschichte unseres Gymnasiums nicht übergangen werden durften, und betreten wir wieder den festen Boden historischer Wirklichkeit. Im Jahre 1874 erkennen wir bereits Strebungen gymnasialer Art auf ein näherliegendes und bestimmteres Ziel hin, als es in den soeben skizzierten Zukunftsplänen niedergelegt war. Das Herbstprogramm dieses Jahres spricht nämlich von dein Plane, eine Vorbereitungsklasse für diejenigen Abiturienten der Realschule einzurichten, welche auch die Abiturientenprüfung des Gymnasiums bestehen möchten. Dieser Plan wurde auch sofort in Wirklichkeit umgesetzt für den Abiturienten von Herbst 1874, Gustav Bloem, den man deshalb wohl als den ersten Gymnasiasten der Düsseldorfer Realschule bezeichnen darf. Bis Ostern 1876 sehen wir im Lehrplan eine Art fakultativer Gymnasialklasse, in welcher der Oberlehrer Dr. Honigsheim 2 St. lateinische Poesie, Oberlehrer Or. Rothert 3 St. lateinische Prosa, lateinische Aufsätze und Scripta und Dr. Vockeradt 6 St. Griechisch 152 übernimmt. Dieses gymnasiale Triumvirat machte also den Anfang mit gymnasialem Unterricht an der Realschule, und man kann sich in: Hinblick darauf des Eindrucks nicht erwehren, daß der Glaube des Altertums, welcher der Dreizahl eine geheime magische Kraft beilegte, ein nicht unberechtigter gewesen sei. Denn schon im Jahre 1876 nimmt der Wunsch nach gymnasialer Entwicklung eine weit kräftigere Gestalt an: man will nicht nur eine gymnasiale Vorbereitungsklasse mit der Realschule verbinden, sondern ein vollständiges Gymnasium. Denn da auch die Begründung der höheren Bürgerschule, welche den reinen realen Charakter, den die Düsseldorfer Realschule in den ersten beiden Jahren ihres Bestehens gehabt hatte, an sich trug, auf die Frequenz der Realschule nachteilig eingewirkt hatte und auch die Unsicherheit über die Zukunft der Realschulen und der Glaube, daß in maßgebenden Kreisen die Realschule 1. Ordn, als ein verfehltes Experiment angesehen werde, der Entwicklung der Realschule, wie mau meinte, schädlich war, so trat die Möglichkeit immer mehr hervor, daß das Kuratorium mit dem Eingehen der Doppelcöten an der Realschule dem Gemeinderate vorschlagen werde, die Lehrkräfte, welche etwa verfügbar würden, zu verwenden, um mit der Realschule ein Gymnasium zu verbinden. Von der Verwirklichung dieser Möglichkeit sehen wir aber in den folgenden Jahren noch nichts. Nachdem die obenermähnte fakultative Gymnasialklasse mit dem Abgange des Realabiturienten Gustav Bloem eingegangen war, sind im Lehrplan der Anstalt für einen Teil der Primaner nur noch 2 Stunden Latein fakultativen Lateinunterrichts verzeichnet, in welchem Cäsar und Cicero gelesen, die lateinische Grammatik wiederholt und tiefer begründet und das schriftliche Übersetzen ins Lateinische fleißig geübt wird. Dieser Unterricht ist noch eine Art von gymnasialem Pflänzlein, dessen Pflege dem Oberlehrer Oi-. Rothert anvertraut war. Im Herbste 1877 wurde Direktor Ostendorf durch einen plötzlichen Tod seiner umfassenden und unermüdlichen Thätigkeit entrissen; Ostern 1878 erstarb auch der letzte Rest gymnasialen Lebens an der Realschule. Von da ab schweigen die Schulnachrichten und die Akten über Strebungen gymnasialer Art. Der Ruf nach einem Gymnasium wird erst im Anfange der 80 er Jahre, besonders im Jahre 1881, in demselben Verhältnis lauter, als die Klagen über die sinkende Frequenz kräftiger ertönen und man den Luxus einer Schule mit zu viel Lehrern und zu wenig Schülern schmerzlicher empfindet. Zugleich steigerte sich, 153 wie es auch auf das genaueste vom Direktor Dn. Böttcher nachgewiesen wurde, in Düsseldorf das Bedürfnis nach Gymnasialbildung. Die Zahlen sind zu interessant, um hier übergangen zu werden. Es zeigte sich im Laufe der Jahre, daß die durch Errichtung der höheren Bürgerschule herbeigeführte Vermehrung der Lehranstalten, in welchen Realschulbildung gewonnen werden konnte, nicht auch zugleich das Bedürfnis nach diesem Bildungsgange gesteigert hatte; im Gegenteil hatte dieses Bedürfnis, wenn man die mittlerweile eingetretene Zunahme der Bevölkerung in Betracht zieht, erheblich abgenommen. Vergleicht man nämlich die Gesamtfrequenz der Realschule und der höheren Bürgerschule im Herbste 1872, als die letztere begründet wurde, mit der Frequenz beider Anstalten im Herbste 1881, so ergiebt sich, daß die Frequenz beider Anstalten um 183 Schüler zurückgeblieben war. (Gesamtfrequenz Herbst 1872: 540; Gesamtfrequenz Herbst 1881: 531; — 1872: 72 565, rund 72600 Einwohner; 1881 rund 96 000 Einwohner.) Noch kräftiger tritt das Mißverhältnis hervor, wenn man zu den Lehranstalten, welche Realschulbildung gewährten, auch noch die Vorschule hinzurechnet, von welcher die meisten Schüler auf die beiden Realanstalten überzugehen pflegten. Herbst 1872 wurden diese 3 Anstalten von 731 Schülern besucht. Würde null die Gesamtfrequenz init dem Wachstum der Einwohnerzahl gleichen Schritt gehalten haben, so müßten die 3 Schuleil Herbst 1881 von 995 Schülern besucht werden, sie wurden aber thatsächlich alle 3 zusammen besticht von 694 Schülern; ihre Gesamtfrequenz war also verhältnismäßig um 301 Schüler zurückgeblieben. In derselben Zeit nahm dagegen das Bedürfnis nach Ghmnasial- bildung zu und wurde sogar größer, als mau nach dem Verhältnis der sich vergrößernden Einwohnerzahl zu erwarten berechtigt war. Das Königliche Gymnasium wurde nämlich im Herbste 1872 (72 600 Einwohner) von 358 Schülern besucht; es hätte also Herbst 1881 (96 000 Einwohner) 473 Schüler zählen müssen. Thatsächlich wurde das Gyumasium zu dieser Zeit besucht von 525 Schülern. Demnach war die Frequenz des Gymnasiums dein Wachstum der Einwohnerzahl lim 52 vorausgeeilt. Auch eine andere Betrachtung, die damals vom Direktor Böttcher angestellt wurde, bewies, wie sehr sich das Verhältnis bezüglich des Bedürfnisses nach Realschul- und Gymuasialbildung geändert hatte. Herbst 1872 wurden nämlich die höhereu Schulen Düsseldorfs (Gymnasium, Real- 154 schule, höhere Bürgerschule) zusammen von 898 Schülern besucht, die Realschulen von 540 Schülern oder von 60°/o, das Gymnasium von 358 Schülern oder von 40°/o der Gesamtzahl, Im Herbst 1881 wurden dieselben Anstalten zusammen von 1100 Schülern besucht, die Realschulen von 575 oder von 52°/o, das Gymnasium von 525 Schülern oder von 48°/« der Gesamtzahl. Es war also der Procentsatz der Schüler mit Realschulbildung um 8°/» gesunken, der Procentsatz der Schüler mit Gymnasialbildung um 8°/o gestiegen. Während im Herbst 1872 die Realschulen bei 72 600 Einwohnern 182 Schüler mehr hatten als das Gymnasium, hatten sie im Herbst 1881 bei 96 000 Einwohnern nur 50 Schüler mehr. In demselben Zeitraum, in welchem die Schülerzahl der Realschule um 209 Schüler abgenommen hatte, war die Schülerzahl des Gymnasiums um 167 Schüler gestiegen. Diese Zahlen beweisen zur Genüge, daß in Düsseldorf das Bedürfnis nach Gymnasialbildung — ob aus berechtigten Gründen oder nicht, möge hier dahin gestellt sein — stets gestiegen war. Am 21. Juni 1881 beschäftigte sich denn auch die Lehrerkonferenz auf Autrag des Direktors Böttcher mit dieser Frage und faßte den Beschluß, „es entspreche dem in der Stadt immer mehr hervortretenden Bedürfnis nach Gymnasialbildung, daß die eine Reihe der Parallelcöten der Realschule unter Beibehaltung der anderen Reihe als Parallelklassen nach dem Eingange des Quarta-Michaeliscötus von dieser Stufe aufwärts allmählich in Gymnasialklassen umgewandelt werde". Am 12. Oktober desselben Jahres wurde der Antrag an das Kuratorium gestellt, „daß dasselbe bei den maßgebenden städtischen und Königlichen Behörden die Genehmigung zur allmählichen Umwandlung der noch bestehenden Herbstcöten der Realschule in Gymnasialklassen beantragen möge." Der Antrag kam nicht ohne gegensätzliche Strömungen zur schließlichen Annahme. Besonders war der Oberbürgermeister Becker, der das Vorhandensein der Realschule neben der höheren Bürgerschule nicht als eine unbedingte Notwendigkeit ansah, der Ansicht, daß aus prinzipiellen und finanziellen Gründen es richtiger erscheine, die Realschule in ein Gymnasium umzuwandeln. Direktor Böttcher hingegen war in dieser Zeit besonders bemüht, die Realklassen zu erhalten; deshalb sandte er nach etwa 30 Orten Preußens, wo Gymnasial- und Realklassen zu einer Anstalt vereinigt sich befanden, Anfragen aus, ob die Verbindung von Real- und Gymnasialklassen sich bewährt habe. Da die Antworten fast durchweg günstig für eine Kombination lauteten und auch im Kura- 155 toriuin die Ansicht obsiegte, daß die Realschule mit 270 Schülern für ein einfaches Klassensystem sich lebensfähig erweise und daß also die Kombination das Geratenste sei, so wurde in seiner Sitzung vom 27. Januar 1882 einstimmig der Beschluß gefaßt, vou Ostern 1884 mit der Quarta beginnend neben der Realschule Gymnasialklassen zu errichteu. Am 14. Februar machte auch die Stadtverordneten-Versammlung diesen Beschluß zu dem ihrigen mit der Modifikation, entweder von Ostern 1884 mit Quarta oder von Ostern 1885 mit Tertia die gymnasiale Umwandlung der einen Hälfte der Anstalt zu beginnen. Auf diese Beschlüsse erfolgte vom Ministerium der geistlichen Angelegenheiten unter dem 21. November 1882 der Bescheid, daß Ostern 1885 von Untertertia ab zunächst bis Obersekunda einschließlich successive ein Gymnasium auf Kosten der Stadt eingerichtet werde. Inzwischen war aber infolge des Direktorwechsels — mit Herbst 1883 hatte Direktor Kirchner die Leitung der Anstalt übernommen — die ganze Angelegenheit in ein neues Stadium eingetreten. Direktor Kirchner sah, daß beim Realgymnasium infolge allmählichen Eingehens der Wechselcöten Lehrkräfte überflüssig wurden und, da sämtliche Lehrer definitiv angestellt waren, nicht ordnungsmäßig beschäftigt werden konnten. Er erkannte ferner, daß der Zeitpunkt zur Ausführung des gymnasialen Projektes besonders günstig sei, da die Überfüllung des Königlichen Gymnasiums bei vielen Eltern den Wunsch wachgerufen hatte, den Kindern anderweitig gymnasiale Bildung zu sichern, ohne genötigt zu sein, dieselben nach auswärts zu geben, und daß die stark gelichteten unteren Klassen sich wieder mehr füllen würden, wenn man möglichst rasch eine Gymnasialtertia gründe, da dann die Aussicht auf gymnasiale Bildung den Schülern der unteren Klassen gesichert werde. Da nun unter der Hand dem Direktor von einigen Eltern die feste Zusicherung gegeben war, daß die Gymnasialuntertertia vou einer angemessenen Anzahl werde besucht werden, und besondere Kosten nicht erforderlich waren, so ging Direktor Kirchner im besten Einvernehmen mit dem Oberbürgermeister Becker ohne viel Aufhebens mit ruhiger Konsequenz ans Werk. Wenige Tage vor dem Datum der obenerwähnten Ministerialver- fügung wurde im Kuratorium auf Autrag des Direktors Kirchner der Beschluß gefaßt, bereits mit Ostern 1883 eine Gymnasialuntertertia zu errichteu; am 4. Dezember genehmigte die Stadtverordneten-Versammlung diesen Beschluß. Besonders energisch ging man bei der Motivierung dieses Beschlusses gegen die Bestimmung der Ministcrialverfügung an, daß 156 vorläufig nur bis Obersekunda Gynasialklassen errichtet werden sollten. Man bat dringend bei dein Provinzial-Schulkollegium, die ministerielle Genehmigung möge dahin erweitert werden, daß mit Ostern 1883 beginnend von Untertertia ab alljährlich eine Gymnasialklasse, bis zur Oberprima einschließlich aufsteigend, bei dem Realgymnasium eingerichtet werden dürfe. Bereits unter dem 7. Februar 1883 genehmigte der Herr Minister die Errichtung einer Gymnasialuntertertia, jedoch mit der Maßgabe, daß den Schülern der damaligen Realquarta der Eintritt in die neue Klasse nicht gestattet sein solle. So wurde denn glücklich per tot ckisovimina rorum 45 Jahre nach der Begründung der Realschule das städtische Gymnasium begründet; am 9. April 1883 wurde der Unterricht in der neuen Gymnasialuntertertia eröffnet. In regelmäßigem Aufstieg folgte Ostern 1884 die Eröffnung der Obertertia, Ostern 1885 der Untersekunda, Ostern 1886 Obersekunda, 1887 Unterprima, Ostern 1888 Oberprima. Ostern 1389 hoffen wir die erste Abiturientenprüfung abhalten zu können. Da auf Antrag des Kuratoriums vom 13. November 1886 uud durch Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums vom 7. Dezember desselbeu Jahres der gymnasiale Lehrplan in Sexta und Quinta von Ostern 1887, in Quarta von Ostern 1888 Anwendung finden wird, so zeigt mit Ostern 1888 nach fünfjährigein Bestehen das Gymnasium die stattliche Anzahl von 12 Klassen, von denen vorläufig Ober- und Unterprima noch kombiniert sind. Mit Herbst 1885 übernahm der Verfasser die Leitung der Anstalt und die Fortführung des vom Direktor Kirchner so glücklich und so geschickt begonnenen Werkes. Das Anwachsen der Anstalt ging nicht ohne ernste Beaufsichtigung von feiten der Behörde vor sich. Bevor die Genehmigung zur Eröffnung der Obersekunda erteilt wurde, unterwarf Herr Provinzial-Schulrat Dr. Deiters im Auftrage des Herrn Ministers die Schule einer allseitigen Revision am 29. und 30. März 1886, nachdem am 26. und 27. März die Versetzungsprüfung der Untersekundaner unter dem Vorsitz desselben Herrn stattgefunden hatte. Unter dem 5. Mai desselben Jahres genehmigte der Herr Minister die Versetzung der Schüler Eduard Euler, Edwin Gallus, Otto Gallus, Wilhelm Hennighausen, Johannes Jttenbach, Siegfried Rätzer, Eugen von Vietsch, Bernard Vonhoff, Wilhelm Widenmann. Nachträglich wurde der vor der Versetzungsprüfung erkrankte Hans Schönfeld nach Oberseknnda versetzt, so daß die 157 erste Obersekunda aus 10 Schülern bestand. Unter dem 8. desselben Monats wurde der gymnasialen Abteilung vom Reichskanzler die Berechtigung zuerkannt, Berechtigungsscheine für den einjährig-freiwilligen Dienst auszustellen. Über die eingehende Revision sprach sich das Königliche Provinzial-Schulkollegium dahin aus, daß sich die demselben bereits aus früherer Wahrnehmung vorteilhaft bekannte gute Organisation der Anstalt schon jetzt auch auf die gymnasiale Abteilung derselben erstrecke, sodaß der gedeihliche Fortschritt der Gymnasialbildung an der Anstalt nach der gegenwärtigen Gestaltung des Unterrichts gesichert erscheine. Die hohe Behörde ermunterte zugleich zur rüstigen Arbeit, damit die junge Anstalt dem bewährten Realgymnasium und den übrigen Gymnasien der Provinz sich ebenbürtig zur Seite stelle. Die Frequenzbewegung innerhalb der einzelnen Klassen in den ersten 5 Jahren ergiebt sich aus folgender Übersicht: Illd lila 11b Iia, Ib lÄ Summe Sommer 1883 11 — — — — — 11 Winter 1883/84 .... 22 — — — — — 22 Sommer 1884 29 17 — — — — 46 Winter 1884/85 .... 28 17 — — — — 45 Sommer 1885 32 22 15 — — — 69 Winter 1885/86 .... 28 25 16 — — — 69 Sommer 1886 39 25 15 11 — — 90 Winter 1886/87 .... 40 26 15 10 — — 91 Sommer 1887 36 32 22 12 8 — 110 Winter 1887/38 .... 33 30 22 11 9 — 105 Ostern 1888 37 34 24 13 11 4 123 Dazu gerechnet die gymnasialen Sexten und Quinten (resp. Quarten): VId vb Va IVa IVb Sommer 1887 . 41 41 47 47 — — 176 -st 110 ---- 286 Winter 1887/88 42 42 48 48 — — 181 -st 105 236 Ostern 1888 . 46 47 46 45 42 39 ----- 265 -st 123 ----- 388 Der Unterrichtsplan in den einzelnen Klassen ergab sich aus den Lehrplänen vom 31. März 1882. Bis zum Schlüsse des Schuljahres 1886/87 wareu in Sexta und Quinta die Lehrpläne nach den gesetzlichen Bestimmungen für Realgymnasien eingerichtet; mit Ostern 1887 trat hier, wie schon erwähnt, eine Änderung nach gymnasialem Lehrplan ein, indem in Sexta eine wöchentliche Lateinstunde hinzukam und dafür eine Rechenftuude fortfiel, in Quinta 2 Lateinstundeu in 158 Zuwachs und dafür eine deutsche und eine französische Stunde in Wegfall kam. Diese Umwandlung geschah mit Rücksicht darauf, daß bereits im Winter 1886 die Zahl der Schüler in den Realklassen von Tertia aufwärts stark zurückstand hinter derjenigen der Gymnasialklassen. In den 6 Nealklassen (2 Tertien, 2 Sekunden, 2 Primen) befanden sich nämlich im ganzen 77 Schüler, also im Durchschnitt 13, in den 4 Gymnasialklassen dagegen 91, also im Durchschnitt 23. Die Zahl der Lehrer, welche bei der Gründung der Gymnasialuntertertia an der Gymnasialabteilung unterrichteten, betrug 9 (incl. beider Neligionslehrer und des Zeichenlehrers), von Ostern 1888 unterrichten am Gymnasium bereits 26 Lehrer. Die erste Gymnasialklasse hat von ihrer Gründung bis zur Prima als Ordinarius hinaufgeführt Dr. Braun, dessen Name in der Geschichte der Gymnasialabteilung nicht unerwähnt bleiben durfte. Überblicken wir die kurze Entwicklung der jungen Anstalt, so dürfen wir sagen, daß dem Wesen nach schon jetzt das Gymnasium die Hauptanstalt bildet, mährend die Realklassen, die vorderhand infolge der historischen Entwicklung der Gesamtanstalt den Namen geben, ihrer Frequenz nach als sich anlehnende und durch das Gymnasium gestützte Parallelklassen anzusehen sein möchten. Ein eigentümlicher Zufall ists, daß die Gründungsjahre beider Anstalten dieselben Zahlen in veränderter Reihenfolge tragen: die Realschule wurde 1838, das Gymnasium 1883 eröffnet. Und während die würdige Schwesteranstalt ihr 50jähriges Jubelfest feiert und zahlreiche Glückwünsche von einer reichen Zahl alter Schüler entgegennimmt, muß die jugendliche Genossin sich in Bescheidenheit zurückhalten; doch wollen wir ihr nach ihrem 5jährigen Bestehen, das dem altrömischen Lustrum gleichkommt, den frommen Wunsch, den die römischen Censoren bei der Lustrationsfeierlichkeit dem Volke mitgaben: ut ckii iuuuortalss popuii Uoiuaui ras luslioess aiuplioresque taesrsut in der veränderten Form für die weitere Arbeit mitgeben: ut Osus imiuortalis Ei^iuuasü rss insliemos arupliorssgus laesröt. Damit wir aber über dem Geiste des klassischen Altertums den deutschen Geist nicht vergessen, der diese Schule stets erfüllen möge, wollen wir des schönen Zufalls gedenken, daß der erste grundlegende Beschluß des Kuratoriums, gymnasiale Klassen zu errichten, am 27. Januar 1882 gefaßt wurde, also am Geburtstage des dereinstigen deutschen Kaisers: o^tivais taustisgus oiuiuilzus! Dom Turne» am Uealgymnafium. 1841—1888. Von Karl Streblow. Wohl kein anderer Unterrichtsgegenstand hat in den ersten 50 Jahren des Bestehens unserer Schule so viele Wandlungen durchzumachen gehabt als das Turnen. Zu der Zeit, da die Realschule entstand, waren jene Anschauungen, die 1819 zur Überwachung und 1820 zum Verbot des Turnens führten, bereits freundlicheren Auffassungen über die Bedeutung der Leibesübungen gewichen. Wie später Amtsrichter Hartwich, so führte im Jahre 1837 ein Arzt, vr. Lorinser, durch seine Schrift: „Zum Schutz der Gesundheit in den Schulen" eine lebhafte Erörterung zu gunsten des Schulturnens herbei, die den Erfolg hatte, daß vom Ministerium die Einführung der Leibesübungen an den höheren Knabenschulen gestattet, die Teilnahme daran jedoch dem Ermessen der Eltern anheimgestellt wurde. So konnte denn gleich die junge Anstalt auch die Pflege der körperliche» Ausbildung ins Auge fassen! aber zu deren Verwirklichung kam es vorläufig noch nicht, weil mancherlei Hindernisse zu überwinden waren. Zunächst fehlte ein Turnplatz und als Ersatz für die Leibesübungen wurden in reichlichem Maße botanische Wanderungen vorgenommen. Als es später gestattet wurde, den' Hof des Königlichen Gymnasiums zum Turnen zu benutzen und so die Platzfrage zu regeln, fehlte es an einem geeigneten Lehrer; dieser ward in der Person des Leutnants a. D. Walter gefunden, welcher im Sommer 1841 mit 50 Freiwilligen den ersten Turnbetrieb einrichtete. Im folgenden Jahre war aber das Häuflein schon auf 30 zusammengeschmolzen und im Sommer 1843 mußte das Turnen ganz unterbleiben, weil die Zahl der Teilnehmer gar zu gering war. Doch zu jener Zeit kam ein wirksamer Anstoß, das Turnen nicht gänzlich fallen zu lassen, von den Behörden. Die Minister des Krieges, des Innern und der Unterrichts- 11 162 angelegenheiten erwirkten durch Jmmediateingabe eine Kabinettsordre, in welcher „die Leibesübungen als ein notwendiger und unentbehrlicher Bestandteil der männlichen Erziehung anerkannt und in den Kreis der Volkserziehungsmittel aufgenommen wurden"; die Freiwilligkeit blieb aber Voraussetzung der Teilnahme am Turnen. Angeregt durch die darauf bezüglichen Anordnungen des Ministeriums und des Provinzial- Schul-Kollegiums ward das Turnen von neuem in Angriff genommen; nachdem Leutnant Walter, weil er Düsseldorf verließ, den Unterricht aufgegeben hatte, wurden zwei Oberjäger der Garnison als Turnlehrer beschäftigt; ein Lehrer der Schule war zur Aufsicht anwesend. Im Sommer 1849 konnte die militärische Hülfe nicht gewährt werden; da übernahm Vv. Schauenburg das Turnen und behielt es in der Folge — seit 1863 in Gemeinschaft mit Dr. Stammer — auch bei. Durch nachdrückliche Befürwortung der Leibesübungen seitens des Lehrer- Kollegiums gelang es, fast sämtliche turnfähigen Schüler zur Beteiligung zu bewegen. Geturnt wurde zweimal wöchentlich je 2 Stunden in Riegen unter Vorturnern. Im Winter mußten wegen Mangels einer Halle die Übungen unterbleiben. Nach Versicherungen früherer Schüler hat bei dem damaligen Turnen ein froher, frischer Geist gewaltet; Turnfahrten förderten die Freudigkeit und den Eifer, und der Umstand, daß wöchentlich 4 Stunden dein Turnen gewidmet werden konnten, führte auch zu anerkennenswerten Leistungen. Im allgemeinen blieb diese Einrichtung bestehen, so lange Direktor Heinen der Schule vorstand. Von 1857 an war vr. Stammer allein als Turnlehrer thätig, seit 1860 Vv. Uellner. Im Herbst letztgenannten Jahres wurde das jetzige Schulhaus in der Klosterstraße bezogen und damit der Anstalt in dem geräumigen Schulhofe endlich ein eigener, mit den erforderlichen Geräten versehener Turnplatz gegeben. Die wachsende Schülerzahl veranlaßte 1861—1864 die Zuhülfenahme eines Militärturnlehrers; vom nächsten Jahre an wurden zwei Turnabteilungen gebildet; auch die Knaben der neuerrichteten Vorschule turnten einmal wöchentlich unter Anweisung ihrer Lehrer. Ostern 1866 ward die Leitung des Turnens, die wegen Dr. Uellners Ausscheiden seit zwei Jahren Hülfslehrer inne hatten, Herrn Schröter übertragen, der von 1869 ab in vier Abteilungen turnen ließ. Die Turnaufsicht übten wie seit mehr denn 20 Jahren zwei Lehrer der Schule aus. Als Ostern 1872 Direktor Ostendorf die Realschule übernahm, war er bestrebt, auch das Turnen gänzlich umzugestalten. Die Not- 163 mendigkeit dazu lag var in dem Umstände, daß die große Schülermenge durch Masseuturnen auf die Dauer nicht mehr so erfolgreich unterrichtet werden konnte, als dies wünschenswert war. Es erfolgte die Einführung des Klassenturnens und des Wiuterturuens, wozu zunächst die städtische Turnhalle, und von Ostern 1875 ab die neuerbaute Turnhalle der Realschule benutzt wurde. Aber ähnlich wie vor 30 Iahren gebrach es nun, nach Erledigung der Raumfrage an ausreichenden Lehrkräften. Der bisherige Turnlehrer übernahm zwar eine verhältnismäßig große Zahl von Stunden und in dein Städtischen Turnlehrer wurde für die Oberklassen auf etliche Jahre eine Persönlichkeit gewonnen, die —- obwohl nicht zum Schulmann vorgebildet und sonst in keiner Beziehung zur Anstalt stehend — bei Erbauung der Halle und deren Ausstattung mit Geräten durch Angaben für die Bauleute und Handwerker der Schule einen wesentlichen Dienst erwiesen hatte und die den Ruf eines ausgezeichneten Turners besaß. Dennoch wäre die Durchführung des Klassenturnens nicht möglich gewesen, wenn nicht mehrere jüngere Lehrer der Anstalt, meist dem Neserve-Militärstand angehörig, trotz des Mangels au sachkundiger turnerischer Vorbildung bereitwillig die Stunden in den Unterklassen übernommen hätten. Das Königliche Provinzial-Schulkollegium gab seine Einwilligung dazu mit dem Bemerken, daß bei Neubesetzung von Stellen solche Lehrer, welche auch die Lehrbefähigung für Turnen besäßen, vorzugsweise zu wählen seien. Dasselbe regte auch der Dirigent der Königlichen Central-Turnanstalt, Professor Dr. Euler au, als er im Juli 1876 dem Turnen einzelner Klassen der Realschule beiwohnte und über die Leistungen sich sehr befriedigt aussprach. Als zu Ostern 1877 der Lehrer Erk ausschied, ward seine Stelle mit einem Turnlehrer besetzt. — Die Absicht Ostendorfs, auch den Schulhof als Sommerturnplatz mit Geräten neu auszustatten, blieb, da der Tod ihn vorzeitig abberief, unausgeführt. Der Segen des Klassenturneus konnte nicht gleich von vornherein zur Geltung gelangen. Mit Wehmut gedachten die, Schüler jeuer schönen Stunden, da sie zu Hunderten lustig im Freien sich tummeln konnten und die Vorturner bei Auswahl der Übungen wie auch in Handhabung der Zucht den Neigungen ihrer Mitschüler gern entgegenkamen; schon der Umstand, daß die Turnstunde, die in der Abendzeit — 6—8 Uhr — lag, mit dein erhebenden Gefühl besucht werden konnte, daß das Tagewerk vollendet, die Schularbeit für den kommen- 11* 164 den Tag erledigt sei, gab Frische und Freudigkeit sür die körperlichen Übnngen und machte das Turnen zu dem, was es unbeschadet anderer Ziele auch sein soll: zu einer angenehmen Erholung. Wie so ganz anders gestaltete sich dem gegenüber das Klassenturnen! Zur planmäßig festgesetzten Vor- oder Nachmittagsstunde wurden die Turner in geordnetem Zuge möglichst leise aus dem Klassenzimmer in die Halle geführt; dort waren sie von Anfang bis Schluß der Stunde der steten Beobachtung des Lehrers unterworfen, der jede Eigenmächtigkeit sofort merkte und rügte; die Frei- und Ordnungsübungen mußten sie peinlich genau ausführen und im Gerätturnen fast nur solche Übungen machen, die mit Rücksicht auf die durchschnittliche Leistungsfähigkeit der Schüler ausgewählt waren; am Schluß der Stunde gingen sie in derselben Ordnung zur Klasse zurück und hatten darauf Latein oder Mathematik oder einen anderen Lehrgegenstand. Das Turnen sei nicht mehr schön, so klagten wohl die munteren, unruhigen Bürschlein, denen diese strenge Ordnung, das ruhige Walten und Wirken in der Turnstunde gar nicht behagte, und tüchtige Turner äußerten wohl ihr Bedauern darüber, daß man was Rechtes nicht mehr lerne. Hatten sie nicht hinsichtlich der Leistungen die Wahrheit gesprochen? Dem Anschein nach gewiß; denn halsbrecherische Kunststücke und zwecklos wagehalsige Übungen kamen nicht mehr vor; die Künstler, welche in einseitiger, mit Vorliebe getriebener Ausbildung nur au einzelnen Geräten Hervorragendes leisteten, die Meister am Reck, am Barren u. s. w. schwanden; dies war jedoch schon ein großer Fortschritt. Aber die steifen, ungeschickten, die bequemen, jede Anstrengung scheuenden Turner mußten jetzt gar fleißig mitüben; und namentlich für sie, die im Massen- und Riegenturnen oft sich der Pflicht, die einzelnen Übungen mitauszuführen, zu entziehen wußten, ward nun erst die Turnstunde von rechtem Vorteil; denn bei dem steten Mitüben wuchs auch Kraft und Gewandtheit, Blut und Selbstverleugnung und damit kam allmählich auch Lust und Liebe zum Turnen. Doch auch die tüchtigeren Turner lernten mit der Zeit erkennen, daß es ein größerer Gewinn sei, einfachere Übungen möglichst gut auszuführen, als nur nach Erlernung neuer Schaustücke zu trachten und daß eine gleichmäßige Ausbildung an allen vorhandenen Geräten wertvoller sei als möglichst große Vollkommenheit im Turnen an einem einzelnen Gerät. Da nun auch in dem veränderten Turnbetrieb die Möglichkeit, durch gute Leistungen sich auszuzeichnen, 165 nicht genommen war, so schwand das Vorurteil und der alte Eifer kehrte wieder. Leider brachten die nächsten Jahre einen Rückschritt. Als Ostern 1878 Direktor Dr. Böttcher die Realschule übernahm, blieb zwar die Einrichtung des Klassenturnens erhalten, aber aus Ersparnisrücksichten wurden je zwei gleichartige Klassen für das Turnen vereinigt. Das hatte in den oberen Klassen, wo die Turnabteilungen die im ämtlichen Leitfaden angegebene Normalzahl von 40 Schülern nicht wesentlich überschritten, keine Beeinträchtigung zur Folge; aber in den Mittelklassen und in höherein Maße noch in den Unterklassen führte es zu schweren Übelständen. Niegenturnen unter Vorturnern ließ sich nicht wieder einrichten, weil die Schüler der Oberklassen, die vorzugsweise die Vorturner stellen konnten, durch gleichzeitigen anderen Unterricht in Anspruch genommen wurden. So konnten denn zwar mit den Turnabteilungen von 60 bis 100 Turnern wohl Frei- und Ordnungsübungen getrieben werden, obwohl deren Ausführung unter dem Mangel an eingehender, scharfer Beobachtung und Beurteilung auch leiden mußte; aber mit dem Gerätturnen stand es viel ungünstiger; wenn nicht Sprungübungen, die eine rasche Aufeinanderfolge der Schüler gestatten, vorgenommen wurden, kamen in mancher Stunde auf jeden Turner nur 2 bis 3 Übungen. Bei alledem war der Lehrer durch das Vormachen derselben, durch Hülfegeben und durch die Aufrechthaltung der Ordnung übermäßig in Anspruch genommen, während die Schüler vorwiegend zur Unthätigkeit verurteilt waren. Um Abhülfe zu schaffen, ward zwar die Turnaufsicht wieder eingeführt, indem ein jüngerer Lehrer beigegeben ward; aber leichter und besser ward die Turnstunde erst, als infolge der Aufhebung der Michaelisklassen allmählich das Klassenturnen in Abteilungen, die der obengenannten Normalzahl nahe kamen, wieder in Geltung trat. Die Sommer-Turnfahrten wurden, wie in früherer Zeit teils klassenweise, teils in größeren Abteilungen unternommen, wobei die älteren Schüler zuweilen unter Benutzung von Bahn und Dampfschiff fernere Ziele wie Verviers, Ahrthal, Laacher See, Eleve u. a. aufsuchte, während die übrigen Abteilungen Meist in die nähere Umgebung Düsseldorfs zogen. Zweimal unternahm die Schule gemeinsame Ausslüge, so 1881 nach Dornap bei Elberfeld und 1882 zum Siebengebirge, die zwar den Lehrern viel Verantwortung aufbürdeten, die 166 aber doch ohne Unfall verliefen und den Teilnehmern sicher zeitlebens in der Erinnerung bleiben werdein Die oft beklagte Erfahrung, daß unsere bei Turnfahrten sanglustige Jugend meist die beliebtesten Lieder nicht auswendig wußte, führte auf Direktor Böttchers Anregung zur Ausarbeitung eines Büchleins von „Liedern zum Gebrauch bei Schülerturnfahrten" (Verlag von A, Bagel hier, 1882), welches an unserer Anstalt eingeführt ward. Eine Neugestaltung des Turnens trat wieder ein, als im Herbst 1882, bald nach dein Eintreffen unsers neuen Direktors Vv. Kirchner, eine Ministerialverfügung die Bildung von Turnkonimissionen in den Lehrerkollegien, Sommerturnen im Freien und besondere Berücksichtigung der Turnspiele und Ausflüge anordnete. Daß wir nun endlich im Freien turnen durften, nachdem frühere Gesuche um Gestattung desselben abgelehnt waren, war gewiß ein erfreulicher Fortschritt; aber weil dazu nur der spätere Nachmittag geeignet war und die halbe Woche hindurch die Höhere Bürgerschule den Turnplatz benutzte, so mußte — mit Ausnahme der Sexten — für den Sommer an 2 Nachmittagen Masfenturnen in 18 bis 22 Riegen eingeführt werden. Die Vorturner wurden den Oberklassen entnommen und in besonderen Vorturnerstnnden unterwiesen. Im Winter wurde wieder, da Parallelklassen errichtet waren, mit Doppelklassen geturnt. Die Tnrnfahrten gestalteten sich mit Ausnahme der Klassen- spaziergänge zu Übungsmärschen, und mehrfach sind von einzelnen Abteilungen recht anstrengende Leistungen ausgeführt worden, die jedoch niemals ernstliche Übelstände nach sich zogen. Die Pflege der Spiele fand auf dein Hose und im Walde weitgehende Berücksichtigung. Seit 1888 findet zum Schluß des Schuljahres ein Schauturnen statt, wobei nach der Einrichtung des Wintertnrnens die einzelnen Abteilungen in Frei- und Ordnungsübungen, in Reigen und im Gerätturnen vorgeführt werden; besonders in den Unter- und Mittelklassen trug dasselbe zur Förderung der Lust und Liebe zum Turnen viel bei. Einer wesentlichen Fürsorge für das Turnen dürfen wir uns auch unter unserm jetzigen Direktor Vv. Matthias erfreuen. Er regte bei den älteren Schülern die Bildung eines Turnvereins an und stärkte dadurch auch in ihnen den Sinn für die Pflege der Leibesübungen; die Zahl der Turnlehrer ist erheblich vermehrt; die bedeutenden Erscheinungen der Turnlitteratur werden für die Bibliothek angeschafft; der Schnlhof, der nach dem Auszuge der Bürgerschule 167 unserer Anstalt allein gehört, wird außer den bereits vorhandenen Geräten, wie Recke, Barren, Gerkopf, in diesem Sommer ein vollständiges Klettergerüst erhalten. Auch die Rückkehr zum Klassenturnen ist angebahnt, indem von Ostern ab die parallelen Unterklassen je eine gemeinsame und eine besondere Turnstunde haben werden. So ist denn mit großer Freude anzuerkennen, daß in den 50 Jahren des Bestehens unserer Schule dank dem Wohlwollen, mit welchem alle ihre Leiter trotz mancher außerhalb ihrer Macht liegenden Schwierigkeiten das Turnwesen förderten, ungemein viel, ja fast alles, was für das Schulturnen beansprucht werden kann, erreicht ist. Wo so in anerkennenswerter Weise alle Vorbedingungen für ein gedeihliches Schaffen dargeboten wurden und noch werden, da ist die Berufsthätigkeit des Turnlehrers eine angenehme, da kann auch in den Leistungen das Turnen den anderen Unterrichtsfächern an die Seite treten und seiner Erfolge sich freuen. Bei Gelegenheit eines mehrtägigen Besuchs unserer Anstalt durch den Provinzial-Schulrat Dr. Deiters im März 1886 wohnte derselbe auch dem Turnen bei und sprach seine Zufriedenheit über dasselbe aus; auch bei der Turnrevision, welche im August 1887 der Dirigent der königlichen Turnlehrerbildungsanstalt, Professor vr. Euler, abhielt, war das Ergebnis der mehr denn dreistündigen Vorführung aller sechs Abteilungen ein solches, daß der Herr Revisor in gleich anerkennender Weise sich äußerte. Für die kommenden Jahre wird das Ziel unsers Schulturnens kein anderes sein als das, welches bisher angestrebt wurde. Nicht die Ausbildung des Muskels soll mehr und mehr als Lebenszweck in den Vordergrund treten; nicht bloß der Pflege der Gesundheit oder als Mittel gegen Verweichlichung soll es dienen; auch die Erholung von der Schularbeit oder gar die Entwicklung zur Wehrfähigkeit im Dienst des Vaterlandes werden nicht vornehmlich beabsichtigt; diese Zwecke sind wertvoll an sich und das Turnen, in rechter Weise betrieben, wird sie gewiß mit zu erreichen suchen. Aber der Turnlehrer wird stets dessen eingedenk sein, daß auch im siechen oder verkrüppelten Körper oft noch eine wunderbare Geisteskraft sich entfalten kann, während körperliche Ausbildung bei Vernachlässigung der Geistesentwicklung eine Versündigung an der Menschenwürde bedeuten müßte. Darum soll im Turnen der körperlichen Rüstigkeit die Frische des Geistes zugesellt werden; die zu erstrebende rechte Mannhaftigkeit soll 168 nicht lediglich in Vorzügen der leiblichen Gesundheit, Kraft nnd Gewandtheit, sondern auch in Tüchtigkeit des Charakters, in Leistungsfähigkeit des Geistes sich erweisen. Zwar ist das Turnen nur ein bescheidener Teil der Gesamt- erziehung. Wie für die Wohlfahrt des Leibes Nahrung, Kleidung, Wohnung, Schlaf und andere Lebensbedinguugen von viel wichtigerem Einfluß als das Turnen sind, so kann auch die bei der Pflege der Leibesübungen erstrebte Gemüts- und Geistesbildung nur die darauf gerichtete Arbeit der wichtigeren Unterrichts- und Erziehungsmittel der Schule vervollständigen, indem sie die dein Knaben und Jünglinge für das spätere Leben wertvollen Tugenden auch an ihrem Teile fördert und befestigt. Der unordentliche Schüler wird zur Ordnung erzogen, der eigensinnige an Gehorsam gewöhnt; der Träumer lernt aufmerken, der Unbedachte überlegen. Die Furchtsamkeit weicht dein Selbstvertrauen; an die Stelle von Verzagtheit tritt Mut und Entschlossenheit. Übermut und Keckheit wird gezügelt, Überhebung und Prahlerei bekämpft. Der Wetteifer im Streben nach Vollkommenheit darf nicht ausarten zur Sucht nach absonderlichen Leistungen. Freiwillige Einreihung als Glied der Gesamtheit, Gemeinsinn, Vaterlandsliebe, die bereit ist, zur Zeit der Gefahr auch das Leben einzusetzen, Verträglichkeit und neidlose Anerkennung fremder Erfolge, Bereitwilligkeit, dein Hülfsbedürftigen beizustehen, das sind die Ziele, welche das Turnen in seiner Mitarbeit in der Erziehung verfolgt. Mit Befriedigung kann es erfüllen, daß die Thätigkeit des Turnlehrers in der Gegenwart auch von den? Verständnis und der Mitwirkung des Elternhauses getragei? und unterstützt wird; ebenso erfreulich ist es, daß seitens der Familien auch diejenigen Leibesübungen, welche nicht gut unter die Obhut der Schule gestellt werden können, wie Schwimmen und Eislauf, ii? viel höherein Maße als früher gepflegt werden. Wenn daneben in neuerer Zeit auch Rudern, Radfahren und ähnliche an sich gewiß nicht schädliche Liebhabereien viel Anklang gefunden habe??, so darf wohl der Fürsorge derer, denen ihre Kinder ihr liebstes Besitztun? sind, vertraut werden, daß sie Ausschreitungen zu verhüten wissen; sie werden es verhindern, daß diese Leibesübungen ausarte?? in Sport, der in einseitiger Anspannung, ja oft Überanstrengung der Körperkräfte nur den? Ehrgeiz und der Eitelkeit Befriedigung gewährt nnd in leichtsinniger Herausforderung von Schwierigkeiten und Gefahren schweren Nachteil für Leben und Gesundheit nach sich zieht. 169 Wenn so die Schule teils mit Freude, teils nicht ohne Besorgnis nn dein Wohlergehen ihrer Zöglinge auch außerhalb der Schulzeit herzlichen Anteil" nimmt, so wird sie sich doch stets ihrer näherliegenden Pflicht bewußt sein, die darin besteht, die Schule zu einer Stätte gedeihlicher Entwicklung für Leib und Seele zu machen und zu erhalten; dazu möge auch in Zukunft das Turnen sein Scherflein beitragen; ihm gelte auch in späten Zeiten ein aus dem Herzen kommendes „Gut Heil!" — ^UI' Klitjk uuä von XvnoMons Voll Dr. L., I 1<1, 9 und 19. /ui' 8vlili>«dt von Xunaxa. In dein IZeriedtö Xenopdons üdsr den Zweiten Deil der Ledlaedt von Xunaxa tedlt die (Z enauiZdeit, welede uns einen siedsrn dnndlied in ^ede wissenswerte Dinxeldsit ^ewädrt. Die llauptnnnnente der Ledlaedt naed dein Liszzs des rsedtsn ddü^els des von Xzn-os Aetüdrten Heeres sind, wie NanA-slsdort in einer ausserordsntlied sorAtaltiKen und sedartsinniASn XddandlunA^) darAslöAt Ind., sollende: ,,^els die den linden psrsiseden dlü^el vsrkolAsndon Driseden vsrnsdinon, dass ^.rtaxsrxss in idrsin DaA'er sei, inaedsn sie Halt. Xlearedos deratsedlaAt init ?roxenos üder eine iiwselc- inässi^e DöZsninassrsAel. Da AleiedssitiA der ?erserdönig-, wslvder von dem 3ioKö der Drisvdon Zedört dat, seine Dru^>psn sannnelt und anrüedt, stedt Xlearedos von einer VorwärtsdswsAunA ad, lässt den Oontreinarsed naed Hotten austüdron und erwartet, dront naed Xordsn, den Xninarsed seines Donners. Dieser vväldt niedt den wsleder idn seinen deinden dirsdt entASA'sn Astüdrt dadsn würde, sondern sedlä^t iiunäedst die XiedtunA naed der DsZend ein, in weleder sein Osntruin deirn LöAinns der ersten Ledlaedt gestanden (Z. 6). dlötslied disAt er naed Lüdwsstsn ad und steuert Ksrads auk den linden XlüAsl der Drisedsn los. Da diese lnsrin eine Dstadr tür sied srdliedsn, daltsn sie es tür geraten, sied dured sin ^u siedsrn. Xde sie ^jsdoed init idrer XeratunA ?.uni Xdsedluss *) Xsuopkoas Lsiiobt über die Loblaebt bei Xun^XÄ. Nro^isniun äss ttrossüsri!0AÜebsii ll/umÄsIuius su X^rlsrube. 1834. 174 Askommsn sind, stellt der DerssrköniA seine Vrnppsn in der Formation, in vveleker er dein Doinds äs.» erste Nal entASASn- Astreten ist, ilmsn ASASnnker ant. Infolgedessen nekmsn die Drieoken an ikror ^.nlstellung keinerlei Vorändsrniig vor, sondern greifen diekerser an, sokald sie diesslksn nake vor siek kaken, seklagsn sie sofort in die Dlnekt nnd verfolgen sie Ins i^u einenr Doris, vslekss das von Dlntarekos nkerlisferts Ivnnaxa sein könnte. klier rasten sie nnd rneksn dann ^n dein vakrsokeinliek in der Xäke gelegenen Dagsrort." Einverstanden 1>in iek mit Nangelsdork darin, dass der lvönig niokt den ^Veg rräklt, volekor ikn seinen Deinden direkt entgsgengelukrt kaksn vnrdo, sondern dass er die Iliektnng naek der Dsgend oinseklägt, in vrsloksr sein dentrnm keim Dsginno der ersten Loklaekt gestanden, Xiekt aksr kann iolr der ^nsiekt KI's. keistimmen, dass der König plöt^liek naek Lndvosten akkiego nnd gerade ant den linken Dlngsl der Drieeken lossteuere. Denn von der ^lötDieken Vkkiognng naek Lndrresten lesen vir ksi Xenopkon niokts; dieser srsiäklt viel- mekr, dass, als die korser (der König nnd Dissapksrnss) '--«-ro- 170 edairr^or (der Dinkel kskält seine alte Ls2!sioknnng, ivenn anek die Krontverändernng ikn gleieksam 2nm reektsn Klngel gsmaokt kat) sielr kofandon, die Dellenen fnroktsten, diekersor möekten ilnren in die klanke Kammsn fu,^ ?r^»c>-«)7oi,x^ ?is?o? i7o x5^>«^). Das x«v« ke^sieknot nielrts vsiter als „in der Degend" dos linken Klngols der Driseken; sie kefanden siek, vio Xsno^zkon otkonkar sagen vill, stva in gleieksr Döks mit dem linken Klngel der Driseken. Kuek 7 ist x«i7« äknliek gokranekt; anek dort siekt Dissaxksrnes an der Ltelle am Ktroms entlang, rro in gleieksr lköke die Ksltaston standen (x«i7« I70r? 7re!ti7ac7i7ag). In äknliekor KVeise linden rrir gokranekt IV 3, 17, vo die Drieeken am Kentritesllnsso entlang kieken nnd Halt maeken, als sie siek in der Degend, stva in gleieksr llöka mit der I'nrt lzsllnden Ae --«i-a i7!?r Dnd eksnso dentliek tritt der Dsgritf von --«-r« ksrvor VI ö, 5, vo die Drieeksn das Deor soweit vorrneksn lassen, kis der Xaektrak in gleieksr Döke mit den ersten Daten, veleks sie gefunden, siek lzsiand i7od>; ?r^wi7oi?^ c^«reri7m^ — /^ls nun also die ?erser in der De^end des linken Drieolien- 175 tlÜAsls siek keknden (ok in einer Dinis, die der Arieekiseken ^ntstsllnnA parallel vsrliet oder sn dieser in sinsin AsrinAen Winkel siek kstand, lasse iek dakinAsstsllt), da tnrektstsn clie Hellenen, clie Dsrssr niöokten iknen Perser in clie Dlanke koininsn nncl dnrek l ' Dni^inAslnnA von ksidsn Zeiten Kriselisn sie nisderkanen 7r^nna^oi.xr.... x«l ?rx^i?rwh«rve^ apcpovtsimAer urvork x«vuxc >i//ec «r. Der XölliA kann also ins !?n diesein ^nAsn- klieko noek Aar niekt „plotsliek naelc Zndwestsn akAskoAsn nncl Asrade ant clen linken DlüAsl der Drisekon losASstenert sein"; denn in diesein kalle würde Xenopkon cloek niekt sekrsiken tdccn«r, p»? sondern etwa: idorve? vorig Depccttg ?rpc!g vo evoirvpor irpoccaporvoig kKeiccttr, u>^ ?rxpc?rvv^«rveg avvovg Xttvttxö^ecoev. IInASnan in clen XnAaksn von Xinnelksiten 1NÄA Xenopkon iininsrkin sein; cloek Dnklarksitsn sekreikt er niekt nieder; nnlvAisek aker würde es sein, wenn er clie Driseksn siok knrekten liesse, es inöekts der kerserköniA ant ikrsn linken DlnAsl /.u inarsokieren, wenn dieser ksrsits „Asrade ant den linken ltlnAel der Drieekon lossteuert". Die Driseksn erklieksn nnn darin, dass der DerssrköniA ansserkalk ikrsr linken ltlanke vorrnekt, eins Dstakr tnr ikrsn klüAel, und sie inaeken, darin stiinrns iek init NanAslsdort nksr- ein, sin dieses c?rcxoiU7rcnr lisAt kei Xsnopkon ans- Asspreeken in den Worten «Äoxxi, r^vvotg oir«?rvvnnecr v?n«z«c sei, sondern sine donse- eutive Erweiterung. Hätte Xlsaredos im freien lfslde gestanden odne Vlandendeedung dured den Dupdrat, so dätts er der llder- maellt der ?srser gegenüdsr wadrsedsinlied ein TDcnumr gsdildet. Das dat er ader dier niedt nötig, da die vierte Leite des?Dadnor dured den Dupdrat ersetzt wird; die dritte Leite (naed Lüden din) sodlissst er noed niedt vollständig, da die Dsfadr einer vollständigen Dderllügslung dier ^unäedst niedt ?u defüredtsn stedt. 2. stimme ied niedt üdersin damit, dass das «r«7rviiuueer niedt ausgefüdrt sei. Nsine Dründo dade ied oden angsfüdrt. 17? 8. lvsiede !ed in der DrdlärunA von 7r«^o-ue«//«nern^ von U. ad: Der IdöniA ist, als er aus dem I^aAsr sisdt, ollsndar der NeinunA, er dönns den dlsllsnen iu den küoden fallen, da diese noed mit den tlisdsnden dsrssrn dssedältiAt seien. ^Is er anrückt, demerdt ei- jedoed — was er niedt erwartet datts -—, dass die Driseden mit dront nael» Horden stellen, l'lr suedt nun den direkten ^nAritk ant die Dront der Drieeden su vermeiden, sei es aus Duredt vor den Liefern, sei es, um dured sin Nanövsr von der dlande aus den Drieeden deisudommsn, sei es, um DüdlunA sm dedommen nrit den Aellodsnen Dandslsutsn. Die Drieeden deküredtsn nun, dass sin ^.utrollon von der dlande der oder Aar ein ^VnArilf von Lüden der ASAen sie Aeplant lverds. Lie dssedlisssen sine lVIassreAsI, die tür dsidv dälls idnsn Lieder- deit dot — «rttTr-rdcruxlr. dVädrsnd der LsratunA dommt der IvöniA in Alsielie Hilde mit der (drieedenstellunge die Drieodsn ludren das «ruTr-rfnniar aus; infolgedessen müssen die derser dassslds Nanövsr maedsn. Die Driseden ader sind, veil idr Häullsin dleiner ist, lrüder fertig, ssdsn die dald ausgsfüdrts Lelvsgung, greifen frisell an und sedlagsn die I'erser in die I'duelu, 4. Die ^Vorts er « döAsds ieli nur 2U ncrec. Der Linn lvürde also sein: „IVädrend die Driseden noed dsristsn, vrar der Xönig in glsieds dlöde gerüedt und dsgann (x«^eui7l?irx), vvädrend die (driseden idren Desedluss ausludrsn (Xsno^don dält Lssedluss — cAexei. — und Beratung — Xcder-re — auseinander und gsdrauedt, lveil er die Beratung der Driseden naedträglied dort ervädnt, rvo er von der Bewegung des ldöinAs — — Ssiriedt, sedeindar ein ?rs,?p«? «zro?.e? ; VK^« ?re^l uoervo? M7o»?uxv«c denken kann, vgl. Xen. Dell. 7, 1, 24 iV«^ voi^« cvpi/ueve. ^.us clemselksn Drunde möekto iek auek III 2, 36 ei!^ mit den kssten eocliees festkaltsn, ivas von sämtlieken Derausgsksrn mir Lreitsnkaek und Dindorf (Dxk.) tkun. In meiner Xusgaks ist durok sin Verseksn an dieser Ltslls i/' steksn geklieksn. II 4, 17 Isss iek mit den kosten eodioes xod ?r«pa v>?r /ev Vcz'p>?voc 7rov«paü Trep^ai xeXeüorcri, ir und niekt x?r1 -rijr ^x^r>p«r, ivas Xrügsr, klattkiä, Lokenkl, Drsitsn- kaek ans äsn sekleekteren eodiees an dieser Ltells aufnekmsn cvollen. Xrügsr ksgründet das e?rl mit der Bemerkung, class -r«p« in Brosa nnr kei persönlieken Dk^ektsn in der Bedeutung ,,^u" vorkomme. In seiner Xusgaks von 1826 kat er Tro-p« noek passieren lassen. Brsitsnkaek sagt: ,,?r«^« pro cna. Illo signikears, nt videtur, volekat likrarius, non in ipso ponte, sscl juxta sum, tancjuam insidias, oustodss eolloeandos fuisse, eni ssnsui parnm eonvenit verkum zrepcj,«-.." Diejenigen Xusgaken, iveleke ?r«pL- lcaken, sekiveigsn teils, teils bringen sie niolrt okne Bedenken. Xun ksmerkt Xskclant^-Oarnutk, kei Laeksn komme Trap« sonst nur in Dediekten vor, nncl Xükner, clsr Dskrauek von ?r«pix mit clsm Xeeusativ in der Bedeutung „?:u" von Laeksn sei kei sinein attiseksn Brosaiker auffällig. Kleiner KIsinung naek ist ?r»^a an unserer Ltells sskr vokl angskraekt, ivsil es gar niekt in clsr Bedeutung „su" steksn uncl niekt ivis xna clen Zielpunkt, auf iveleksn kin clie Bscvegung siok vollmekt, ksiieioknsn soll. ?rap« kssisioknet vielmskr sntcvsclsr clas Dslaugsn in clie Xäks eines Degenstandes oder clie Xusdsknung an der Leite clsssslbsn kin uncl üker dsnselken kinaus. Und das soll kier ks^sieknet werden; Xenopkon >vill sagen, dass stromauf- und stromakvärts der Lrüeke KVaeksn aufgestellt ivsrclen sollten; keine andere Bräposition stand ikm dafür sur Verfügung >vie 12-»- 180 III 4,1(1 stellt in äsn meisten eodiees: Mrcüöer Z x?ro^svA>?o-«^ u-r«Au(ir er« 8^ ?rslog rx?^o-; e^nzuor ue^« ?r^0(; V!Z ?ro?.el xe^cercir' örosra Ae >?r ?ro^.el IVlecr?r^a. In meiner ^.usAaks kake iek die IVorte ?rsl4^ v,s ?rc>^,ei. xc(^eror niekt autAsnommsn ans tollenden Dründsn: (lodsx <ü. kat urszzrünAliek ?rsmc v>s ?rc!).x,. niekt Askakt; erst eine Zweite lland kat die 3 Wörter ^UAelü^t, und «war, wie es mir sckeint, deskalk, weil xx/ucror dem ^Vksekrsiker unverständlich war. xe^eror kat auek kersits (loket ausAslasssn, HuA klammert es in seinem Ilext ein; auek Lrsitsnkaek lässt sksnso wie Dekdant? die ^Varts lort; Dindort seldissst in der DsipsiiAsr XusZaks die lVorte 7r^>n^ v,s TroXet ein, in der Oxlordsr lässt er sie stellen. XrÜAer tÜAt r,s vor ?rc-Xxi.. Zeksnkl solllissst ?rs>oc VI?" ?ro^ec sin und keZründöt in seinen Xeno^kontisoksn Ltudisn I p. 631 das tolASndsrmassen: „III 4, 10 lisisst es, dass die Hellenen kamen ir^og us)'« ?r^>o>; -ris ?ro^.el x.e/ucror. Hier ist nun ?rö^xi, das in tüjlr. Isklt, kinlaeli ^u strsieksn, wie dies auek Hindert Aetkan kat; eins anders kra^s aller ist es, ok deskall) auek xc/^cror mit den neuesten DerausAöksrn ksseitiAt werden muss. lek Alauke namliek, dass xer^eror kisr sekr wokl die LedeutunA „darnisderlisAend, in Krümmern liegend", kaken kann. Lo stekt xc'MÄ«,, kreiliek kildliek, lzei klaton I1e;l. IV, 425 a., Dz^eopkr. 252 und kei späteren. Die Hellenen kamen also ?u einer in Vrümmern lieZendsn Nausr, die einen IImIanA von seeks VarasanASN katts. Der ÄlausrrinA war meistens nur im Ilnterkau erkalten; an einzelnen Ltellsn aker stand auek der Okerkau und darnaek konnte Xenopkon die ursxrün^lioks Uöke kereoknen. dst^t erkellt auek, wie das Dlossem vis nokci, entsteken konnte; ein Ksser lasst« in der LedsutunK „Lekloss, Oastsll", xe^eror als „AslsAön" und flankte daker diese lVorte ^ur DrklärunA keitüAen isu müssen." Diese ^msiekt Lvkenkls tükre iek deskalk so austükrliek an, um mit ikrer Hilfe ein weiteres Dlossem auDus^lürsn. Hansen und Vollkreekt weisen daran! l»in, dass Xsnoxkon das lVort MkuTri.).« als XiKSN- name kekandeln; es sei eiKöntliek ein ass^risekss kartieip mit der IZedsutunA „verstört". K4eu?r^« — Nasekxil — „verwüstet". Danssn verAleiekt das kekräiseke — DiZentümliek ist, dass Kein Drklärer weitsrkin aut den Dsdanksn Aekommsn ist, dass 181 das seliwsr ^u deutende xelucror niekts .anderes sei als sine DrklärunA des IVortss lVleo-iri.it«. Denn ist — xercrS«-. niedersinken, lallen, niederstürzen. Ds ist also vermutliok xcr^eror ursprüngliek von einem Erklärer (oder von Xsnopkon selksr?) kin^uAslüAt, um das ass^risoks IVort lVleo-irlit« verständlieli üu maeksn; dann wurde xe/nevor aus seiner Ls^ielmnA ^u lVIecrirrX« getrennt und ?u Aerüekt und wsitsrkin maekte die manus seounda das Klass des DnAlüekss voll und lüZte navk irsiv^ v>s iroXet, da der Lssitsier der manus ssvunda, der wie ioli lrüksr (ds lituris st eorrsetionikus ete. Loekum, kroAramm 1882) naelr- Aewiessn 2U kaken Alauks, niokt Arads selir kluA war, ve!^v<; in der LsdsutunA „Dastell" lasst«. IV 5, 35 «lvec Ae vwr iroiXior «-r!^i,ir xal /to^a^cor sAttxer exdcrr« ir«Xor. Sekenkl (Xenopkontiseks Studien p. 699) will x»1. streieken, weil sonst ein IVidersprueli vorlianden sei 2U K. 24, wonaek die A an sie ^ald dieser Düllsn sisk^sün 6strafen liaks, weleke Xalil lür alle Strategen und DoekaASn nielit ausrsieke. deAen IVeiske, der an jener Stelle (Z. 24) ex«vor lür eirvc-x«,'S5x« und ASASN XrÜAsr (ds autli. Vn. 46 ik.), der Sn/.xo-dov? lür c?rv«- x«91ex« solnsiden will, lülirt er mit Reckt an, dass das sine Dorl nielit 199 oder Aar 299 llüllen könne Aslielert üaken. — ^.n der Xakl 17 möekte auck ieü lestkaltsn, weil die Tiakl der llükrer, die r.u Xsnopkons ^.ktsilunA Askörten, etwa dieser /5akl Alsickkam. Wie wir aus III 1, 33 wissen, war die Dssamtsakl der ?'/e-. xal Xo^«/o1 etwa 199. Xsno^kon lükrt nun etwa den lünlten Veil des Heeres; es würden aul ikn also etwa 29 Rukrer kommen; das würde auel» seiner Ikuppsnsakl entsprecksn; denn er üker- nakm die Soldaten des kraxenos, weleke im XirlanAS des Ileld- 2UASS (I 2, 3) 1599 Sek werke walknete und 599 Deicktkswalknste kstruAsn. Dass, wie Scksnkl saAt, vor wr aul die Ilneoktksit von itc>^«/«r Kindsute, will mir nielit einleuckten. Denn kann liier selir wokl „ausserdem" kedsuten, wie I 5, 5. I 7, 11. III 3, 18. VII 8, 15. — Uattkiä verstellt das äxao-vbi so, dass es nur aul die Strategen und DockaAen von Xsno pkons lleerteil sick ksisieke; auck Rekdantiü saAt: „wolil nur von seinem Dorps." Hansen widersprickt sick; er setxt s?u ex«cr-r« binsu „von seiner Abteilung, der Xaebbut"; SIN -««!. 7ox«7«r er: „sebsint uneobt sin sein; die l^abl der Dlerde würde sonst niobt gross genug sein." In der Lemsrbung sin --«l nimmt Hansen ollsnbar an, «lass niebt Dübrsr der Abteilung Xenopbons seien.— IVsnn etwas liier uneebt sein soll, so möebts iob ni7f>o!i7!7z'Ar -«o-i. lieber streichen. Die stellende Dormel ot ovf>«'r>?z'ol --ccl Xox«7o/ bat Veranlassung gegeben, dass in den soblsobteren eodioes naeb ol nv^«i7>?/ol öltsr -«cd ein- geseboben wurde, wie i?. lZ. III 5, II nncl VII 3, 2 (8ebsnbl a. a. D. 698). IVesbalb sollte diese stellende Dormel niobt aueb einmal wie bier die Veranlassung gewesen sein, dass -«cd vor Xo^c-^oi oingosoboben wurde? II 8, 27 He X^-s-re^ TrXe-o«-? >? eöec>r, ?rc>!X>?l- dc xoll -«cd ?rct^!«sio<'vi,c>r -««7-? Zec<« L)'erevo lesen liier alle eodioes ausser D, der ?r«7^ und bat. ^wisebsn ?rcc^>-siocv-c>r nnd --aX-? muss lrior etwas ausgeladen sein. 8tepbanus liat des- ball) eb-es-o«' --cd eingskngt ans alten Ausgaben in den Libliotbebsn von 8t. blareus und 8t. ^ntonins sin Venedig. Ung, dein ieli lisistiniinon möebts, sagt ^u dieser 8tslls: „8ignuin laennas intsr 7ra^x^oli7«or et z-o«7,-i Aeoe ^zosnit 8ebsnbl, Huooum omisi inane supplementum 8tspbanianae sditionis 6i7Lsio« -«c-l, c^uod Din- dorbus inolnssrat. Xse innlto inelins c^nam 8tspbano rss esssit Helidantsiio c^ni enin D V st sxbibens talem orationsm volnit esse Xsnopbontsam ?rcc7>? Fx --cd --«l ?ro-/--^ai7i.or -«LiX-/ Se« In laenna ^zotins eonssndnm est Inisss nomsn gsntis alieuius, kortasss Xroadum, esuae bis eertandi gsneribus exeellusrit.^ Diese Vermutung bat viel tur sieb, denn dieXrbader bilden einen ssbr wiebtigsn Ilsil der 8öldnsr des X^ros (VI 2,19) und 2kiebnen sieb ebenso wie die Xrster dureb briegerisebs Düobtigbsit und börperliebe Dewandtbsit aus (VI 1, II). leb babe dssbalb bier 'X^--c«Fec --cd singesebobsn. Xaebdsm diese beiden IVörter in den eodiess weggslallsn waren, lüblte man visllsiebt das Lsclürlnis FKeor ^u X^-srxg sin- isusobisbsn, da die drsilaobs Le^iebuug des -b/c-r-Oorvo ^u u-rc-F-or, Foiti^or und ?rol7>?r den Xbsobreibsrn unblar wurde. 183 VI 1, 32. Lei der (Vadl ^um Oderdelsdlsdader, die an dieser Ltelle dsdandelt wird, dandslt es sied um Odeirisopdos und Xenopdon. Dexippos suedt dei 7^naxidios den Xenopdon ^u verleumden, weil dieser den Vdmasiou, der noed das?u mit dein Xlearedos, einsin ladedämoniseden Verdünnten, detreundet gewesen sei (V 6, 24), dei der IVadl ^uin Veldderrn (III 1, 47) dsAunstiZt dads, wädrend er (Dexippos), der Aut ladedämonised Aesinnte (^d--b,r), dei )ensr (Vadl üderAanZen sei. ^.n dieser Ltelle lesen die desssren eodiees ap^eiv o-ureZeXiscr«,, die weniger AUten ausser D u».?.?.c>r urrdp^eir cAeX>fcr«r, ü, u«V?.or a's>^cir «dvor tAeX^uü-i. IIuA sa^t 2Ut der Ltelle: „Domm.^) in. p. 4 et 5 demonstrasse inidi vidsor, reeipiendam esse ineli- orum eodieuin leetionem: Xenopdontem ma^is tavisse Vimasioni eopiarum Dlearedi impsrium adleetanti c^uam sidi (Dexippo); rvreX«p^«ror nade susammensteden. LeiläutiA sei dsmsrdt, dass Tla'xwri. an dieser Ltelle wodl mit Xdsiedt Avdrauedt ist (v^l. VII 3, 8) lür den II SA ritt „Volldlutladedamonisr", wädrend vor- der stets ilaxcAttlporrot stedt. VI 2, 19. Hier lesen die desssren eodiees «ru^pdr er>? ap^err 7^A>?r«isr DcXo7i»rr>?crr«r a«r tVaaeFai-uortisr, uizFeprar Für«- uir irolpe/ö^eror er? v>?r crrpavioer. Die weniger Anten eodiees setzen er« vor XA>?r«ror. IIuA in der praelatio eritiea ^u seiner Xus^ade p. XdVI dommt naed Liomiiislitatio cke Xsiiopüoiitis eoüies O. i. e. üsrisillo 1640. luriei. 1'^pls ^iireüsri et ?arreri 1378. 184 oingekenclsr llos^l'eolmng ^u dem Resultate, dass er Nadvigs geistvolle (lon^sktur daxcSae^öreer Annimmt, die eigens no^e^o- srerov? kinsulügt und also liest: m? aiu^gor cü? ag^eer '^A>?rmor IIcXo?rorr???Fcui«r Fvr«^i.r ?ra^e^o^erou? ei? i:>?v uva-ridr. ^uek l>si dieser Vsxteseonstitution lzlsikt eins Lcdnviorigke.it l>sstsken> Von (iümiriso^Iios kann man niekt gut sagen, dass er keine Vruppen dom Users siugölükrt kake, wold alier von Xenopkon, dein Vtksnsr. Küne Umstellung von x«l X«xcA«r^ormr, vio iok sie in msiner vVusgalzs vorgenommen kalxz, ksseitigt diese Lekvierigksit. Denn von Xsnozdmn kann man sskr gut sagen ^^Fc^iiar Avr«^er Tro-gc^o^cror. ^Venn man so x«l d«xkc>',/^.!riekt den (Besinnungen der iVrkadsr und Vedäer gegen die Rakedämonier. Mßoi'ie äer UmdüllmiKsüäelikii uiul 6wiM (Ilunit ?N8aMIU6IlIl^A6Ilä6 Li^61180lmtt6I1 äßi' ?Ke1i6ii ?>V6it6n (?i'Ää68. Von ?rokossor Dr. ^v, Zt»mmsr, Odsrlskror. 1. ^enn man in der Oleiokung einer Kläeks eins oder mskrsre Konstante siek stetig ändern lässt, so erkält man sine ununterkroekene keiks von Kläeksn dsrselksn Kamille. Die Kläelis, rveloke alle diese unendliok vielen Kläolren kerükrt, so dass sie als der geometriseks Ort der Lsrükrungspunkts ersekeint, weisst die Dmküllungskläeke gsgenüksr den sin- geküllten Kläeksn. Diese Krklärung, ^vsleks der von Nagnus^) kür die ldm- küllungskurven aukgestsllten naekgelzildst ist, entspriekt dein ^Vesen der ldmlrüllungstläoksn lzesssr als die gs^völmlieke, die auk der unklaren Vorstellung des Durokseknitts si^vsier unendliok nalrsn Kläoken lzsrulrt. Kntkält die Oleiokung der eingekülltsn Kläeksn 7! Kon- stante, >vsloks siek stetig ändern (Karametsr) und ^>viseken vvsleken 7!—1 Olsiokungsn kestsken, so kann man aus diesen Olsiokungsn n— l Konstante durolr die ausdrüoken, so dass die gegskene Oleiekung der Kläeksn nur mekr eins vvillkürlioks Konstante entlädt, die im Kolgsnden stets mit « ks^eioknet werden soll. 2. Ks sei K sn, ?/, s, «) — 9 die gegskene Oleiekung der eingeküllten Kläeksn; dann ist die ^.ukgake die, die Oleiekung >I> ^,) (I) gssekrisksn. Die diesen keidsn Kläeksn gemeinsamen Dünkte werden tur ;sdes « durek die Oleiekung s <>, ^ -p (a-> V) (II) *) von ä.ntg!Üvn null ü r in uiicl der lvonstanten der DunDtion 3. Lolirsilzt man die OlsioliunA (II) in der Dorrn ^ (-r, z/, «) 0, (I V) so sind drei Dälle 211 untsrselisiden: a) Die OleieliunA stellt einen DunDt dar, wenn die linDo Leite ans der Lumme zweier Ouadrats liestelit, also das DroduDt 2wsier imaAinärsn Dalitoren ist. Die OlsioliunA zerfallt in zwei OleieliunAen, die AleielizeitiZ lisfriediZt worden müssen. ö) Die OleioliunA stellt zwar eins o^lindriselie Dläelie dar, aller ilire VerllindunA mit (I) fülirt 211 Dall a). 0) Deiner clisssr Dälle tritt ein. Der erste Dall liefert für jedes « lzestimmte 'Werte t'iir a?, z/, s, so dass also jede der einAeliülltsn Dläelisn mit der Um- IiiilliiQAstläolis Qiir einsQ oder melirs Kstronnte Dunlits Aemoin liat. Dliminisrt man « zwisolisn der OleieliunA L! — (a:, z/, «) iiQd den lieiden OleioliunAsn, in wololis die OleieliunA (IV) 2er- fällt, so srliält man zwei OlsieliunAen zwiselisn a?, z/, s für den Asomstrisolien Ort der Dunlite, ivelolis die DmliüllunAslläelis mit den einAeliüllten Dläelien Asmsin liat. Dieser Ort ist demnaeli eins Dinie 11ml niolit die DmliüllunAsIläolio selüst, wie in (1) vor- lanAt ivird. Das Oleiolie Zilt für den /weiten Dali, so dass also nur der dritte Dall 211 derneüsieliti^en ist. 4. Die OloieüiiQA- ( IV) liefert z/ als Dnnütion von cr und «. Da diese lzoiden Vsränderlielien von einander unalzliänKiA sind, so erhellt die Ditksron2iatioQ naoli allem «: 8 3 ^ Z Z/ ^ ^ 8 « 8 z/ 8 « Drsstzt man ( a?, z/, «) dureli seinen Wert ( a?, z/, a) — c^> ( n, z/) und lzsdenlit man, dass dann in d> nur das « vorkommt, welolios in // als DunDtion von a? und « entlialten ist, so wird die OloioliunA: c> / l ^ S 1/ ^ 8 « v8 z/ 3 z// 3 « 189 dalisr, wegen (III), Denlct man siel» unigeleelnt a? als Hunlction von ?/ und o-, so liat inan 3 s ^ / 3 s 0 ^ /Z /° 3 . idontiselr sincl. Ourelr Elimination von ». swiselcon der (dloielmng (V) und der ersten clsr dleioliungen (I) orllält inan oino dleielmng, wslells, da slo von « unalzllängig ist, für clio Lerüln-ungspunlcto der Umllüllungslläolie mit sämtlielrsn eingeliüllten lfläellen gilt, initllin clio Ilmliüllungslläells darstellt. Um adsr die gssueüte dleiellung su dildon, oüno erst die gegebene dleioüung ^ (z?, ?/, s, «) naelr s aufzulösen, verfälirt man in lmlcanntor IVeise, indem man naolr allem « didsron??iert und dalzei s als I'uidction von ?/, z?, a, das «/ alzor als lfunlction von z? und « (wegen (dleieliung II) ansielit. Das gielzt: oder 3^ 31? 3 z/ 3 F' /3 s . 3 s 3 3« 3«/ 3« 3 s V3 « 3«/ 3«/ 3^ 3^ 3^,/3^,3^ 3 « 3s 3 « . /3F'3I<' 3 sX 3 z/ ^ V3^ ^ 3^ ' 3^/ 3^ ^ 9 . Der lvoeldüisnt von ist nieüts anders als der voll- o « ständige UiitereutiaIlcoetd?deut von /ü navli //, weleller für )odes « verseil windet; ferner ist s nielits anderes als die olien mit s 9 S de^eielmete Funktion, so dass ^— — 0. Die (dleielmng liefert d aü er: — 3. 3 « 190 Die DIsielrnnA der DinlinllunAstläelre -wird also srlralten dnrsl^ Elimination von ». iswiselrsn äsn Dlöiolrnntzsn ^ (-r, Z/, s, °°) ^- 0, ^ 0- (VI) Ds ist z?n lzsmsrlcen, dass Iiiernaelr nnr dann sins Dmlrnl- Z ^ InnAsiläelrs loestslrt, venn die DleielrnnA ^— — 0 das « als reelle Dunlition von a?, «/, s lzsstiinint> IVsnn si. 1Z. ^ ( cr ->- «)- -s- (?/ — b)^ die DlsielrnnA dsr einAslinlltsn Dläolisn ist, so vird ^ 3 (a- ^ 3 (z/ - S)- ^ 0, 0 cx. sine DlsielmnA, clis nnr dnrelr a? — — ^ ^ b IzsIriediAt vdrd, also lceine Dmliüllun^siläolie lielort. Dlzsnso Aislzt es lcsins DmlrnllnnAslläslre, -vvsnn ^ sins lineare IV>nl:tion von « ist, >veil dann ^— liöin « insln' v « ent'nält. 5. Anr VsrvollständiAunK dsr Dntvislcslnn^ lzedark ss noeli des Lmveises, dass dis naelr ^.nlsitnnA von (4) Aslnldste Dien elmnA anslr ^virl^lislr dis Dläolre darstellt, velelrs dis Dläelren s — (a?, ?/, «) sinlrnllt, d, li. dass sie den DsdinANNASir r (a?, «,«) — ? (a?, v), ^^—? v— — ^— (VII) entsprielrt. ^ns dsr dlsiolinns' - — 0 erlrält rnan « als Dnnlction v tt von lr, z/, also « — K (a?, i/); lolZliolr ist ASinäss dsin Dssetzis Inr dis IZildnnA von -p disss Dunlction nielits andres als (a?, z/, A (n,»/)), so dass die erste dsr LsdinAnnAsn )eti^t lantet: s ?/. «) ^ /° ?/, S (^ ^/)^, eine OllsielinnA, rv^elelre lzstriediAt ^vird duroli « ^ S (-r, ?/). (VlII) Da nnn naeli dsr Vorausset^nnA « sins reelle Dnnlction von a?, ?/ ist, so Aislzt es nnsndlielr visls stetig ank einander tolASnde IVsrts von a,-, ?/, v^elelre « reell rnaelrsn; initlrin Ist aneli ninAsl^slrrt z/ eine reelle Dnnktion von « nnd a?, d> ln die DleielrunA (VIII), nnd slzsnso dis erste der OlleiolninAen (VII), lislsrn eine Dinie 191 als gsometrisebsn Ort kür die bunl^te, >vslobs die Kläoben K und d> gsmein I>absil. Lubstituisrt man den ans der ersten der Oleiebungen (VII) eidialtsnen V-Vrt von « in die nvreits, ^vobsi ?/ als Konstante betraebtet vird, so beisst sie: 3 /" > 3 /" ^ ^ 3a? 3« 3-r 3-r' rrslebs vsgeu ^ ^ — 9 init der ^u erfüllenden Bedingung ülier- einstimmt. Dasselbe eilt kür — ^-. 3 «/ 3 «/ Ks rrsrdsn also die Oleiebungen 3a? 3a?3«/ 3«/ clureb alle -r, // bskriedigt, rrslebs der Oleiebung genügen; d. b. in allen Bunbten der dureb diese Oleieliung gegebenen Binis kindst Berübrung der Ombüllungsilüebs mit der dureb den jedesmaligen ^Vert von « bestimmten singsllüllten Kläebs statt. 6. Bestellen ?nviseüen den W in />' (a?, z/, V) vorbommsnden Baramstsrn nur »—2 Oleiebungen, so bleiben naeb Elimination der übrigen noeb 2 von einander unabbängigs Konstante in der Oleiebung der singsbüllten Kläeben, so dass diese beisst: ^ (a:, «/, Ä, «, 3) ^ 0. Nan bat aueb bier kür die der Ombüllungslläebs mit den singsbüllten Kläebsn gemeinsamen Bunbte die Oleiebung: Z' (a?, z/, a, d) cp Z/)> oder ^ (a?, z/, «, H ^ Hier bann der erste oder ^vsits der in (3) untersebiedsnen Källs eintreten. Ossebiebt das niebt, d. b. bat die Ombüllungs- kläebs mit jeder der singsbüllten Kläebsn eins Binis gsmein, so lisksrt die letzte Oleiebung kür jeden Bunbt derselben eins Bs^isbung 2vrisebsn « und d, nritbin unendlieb viele singsbüllts Kläebsn, die alle die Innie mit der Ombüllungsklüebs und mit einander gemein babsn; aber jede der singsbüllten Kläebsn berübrt die Ombüllungskläebe in einem andern Bunbt der gemsin- sebaktliebsn Binie. Denn künde die Berübrung in demselben Bunbte der Bmbüllungslläebe statt, so berübrten sieb in diesem Bunbte. die unendlieb vielen singsbüllten Bläoben untereinander, lvas nur in gans besondern Bällen (singulären Bunbten) statt- linden bann. Ks liegt das darin, dass die beiden Olsiebungsn 192 ^ ^ ^ Tcp jüsntisek sind mit /' — cp o Ä? o a? o z/ o «/ und darum kür jedes , r, «/ bestimmte Vierte kür «, /? lieksrn. Idisrnaek ist in ^edem Dalle sov^okl «las a? vds das «/ ^jsdss lZerükrungspunktss, ä. In jedes kuuktes der Dmküllungslläeke, eins Dunktion der keiden von einander unakkängigen Veränder- lieksn a, Ximmt man d als konstant an nnd lässt nnr a siek ändern, so erkält man äknliek von oken: s / ^ ^ tD __ ^ ^ 6c« v^ö a? 0Z//0« 0Z//0« - e 0 tt Dksnso kev^sist man, dass auek ^ ^ — 9. o ^ Verkäkrt man veiter naek Anleitung von (4), so erkennt man, dass die Dlsiekung der llmküllungstläoks erkalten vird durek Elimination von « und jl nviseksn den drei Dlsiekungsn S Id S F' ^ (-v, ^ s, «, H ^ 9, 0, ^ 0. Da aus den lud den Dlsiekungsn ö « o xZ kür ledes ?aar IVsrte von « und Z kestimmts Vierte von a? und !/ kervorgskn, so erkennt man, dass in der Dkat die go- kundens Dmküllungskläoks von jeder der eingekülltsn Dläeken nur in einzelnen kunkten ksrükrt vird. 7. Die Dntviokelungen Iskrsn uns, dass es sveierlei ^.rten von Dmküllungslläoken giekt, von denen die eine als der geo- mstriseks Drt der Lsrükrungslinien, die anders der Lsrükrungs- punkte srsokeint. Die Bildung der DIsiekungon der ksidsn ^.rten kat auek ein e gsometriseke Bedeutung. Ist die kunktion I' (-x, «/, s-, «) in Be^ug auk « vom Drads, so lieksrt die Dleiekung I' ( a?, ?/, s, oe) — 9 kür jeden kunkt a?, ?/, ^ im Baume ?n IVerte von «, veleks allerdings nur innsrkalk gewisser Dren^en reell sind, so dass also innsrkalk dieser (Ironien durek jeden Bunkt ?» eingeküllte Dläoken gskn. Da aker kür die Bunkts der lim- l9g ln'dlunAskläoko ausserdem noek die DlsielmnA < - — 9 lzestokt, so sind kür joden dieserLnnkto /. vv ei ^Vorto von « Aloiek; d. In die llndndlnnAsdäeke l«at die LI^enLc'liakt, dass von «Ion ?» oin- Aoküllten likläeken, vvoleüo dureli Locken ikrer klinkte Aokon, immer iivroi ^usammonkallsn. ^Vllnliek veidialt 08 siek mit den Lläekon ^ 2, «, 0. 8. Lvrei einkacdn: klelspielo möAsn 2nr LrläutsrnnA «kos Dosa^tsn dienen. Die oinAokülltsn lkläokon sind lxn^eln init dem liadins >«, deren Mittelpunkt die k«ndplierie dos Lroises s — 9, -j- z/^ — kildon. Lind « nnd ö die Loordinaten dos Mittelpunktes einer der Kugeln, so ist ikro DieiekunA L — ^ -j- (cr — «)2 -j- — ^2 nvo « nnd ö durel, die DleiekunA ««2 -j. K2 7-2 verkünden sind. a) Die lvuAeln worden sämtliel» kerülirt, also selndnlior nmlnillt, von jeder LuAel, doron DleiekunA ^ ^ ^ ^ (Vs^^ -j- ^ d: p)^ ^ 9 ist, wo F don kelieliigen ^Vkstand dos Mittelpunktes der KuAel von der Linons dos Lrsises kodeutet. Die Llimination von s isvviseken don Inddon DleiekunAön liekort: ^ p -v K - — V " > Z/ — ö ^ ^ Lsti-t mall äisss Wsrts in äis Olöislrung äsr singslrülltsn Xugsln sin, so srlrält rnan: Da äisss Olsiolrung niolrt inslrr u unä ö sntlrält^ so gilt sis kür alls Xugsln und lisksrt äsrnnaslr äsn gsoinstrisslron Ort für äio knnkts, in rvslslron äis lrsiäsn sinirüllsnäon Xugsln äis singslrülltsn losrülrrsn^ närnlislr ^rvsi Xrsiss. Wir lralron also lrisr ein lZsispisl äss srstsn äor ärsi in (3) aufgskülrrtsn lkälls. 1>) Ist äagsgsn A — 0, so lralosn rvir nur äis sine Olsielrung aa? öz/ — »' äi (X) rvslslrs eins auf äsr Xlrsns äss Xrsisss ssnl:rsslrts Xdsns äar- stsllt. Xlinrinirt nran ?/ aus äisssr Olsielrung unä äsr äsr sin- gslrülltsn Xugsln, so srlrält rnan -1- — « (i- äi — 9. Xs muss also ^uglsiolr . K (>' äi p) L 0 unä a: — Das ist äsr -irvsito lkall äsr Xr. 3. vio Olsrslrung (X) stellt äis langsntialslrsnsn in äsn lZsrülrrungsxunl^tkn äsr Xläslrsn äar. s) Onr nael» Anleitung von (4) äis Olsislrung äsr virlvlielrsn Ilrnlrüllungslläslrs siu luläsn, nruss ^usrst in äsr Olsiolnrng äsr singslrülltsn Xugsln ö äurslr ersetzt rvsräsn. Narr 3 ^ liann alrsr auolr ^ lriläsn, inäsnr nran ^ als Xunl^tion von a o « lrstraslrtst unä ^— — — , lisnut^t. Das « lrat äis llsäsutung c> u o äss trülrsrn «. Oaäursli srlrält nran für äio Xnrlrüllungslläslts äis Olsielrung 0, z/> s) ^ s- -i- ^ Z/" ^ ^ ^ ^ v. 195 wsleks, wie voraus^useltsn war^ äsn Wulst äarstöllt, äsr äurcli liotation äss Kreises -j- (a? — ?°)2 --- nin äis sKxe entstellt. Die Klimination von s ^wiselien äsn (äleiekungsn />' ----- 9, — 9 lislert az/ — ba? — 9, also sins Kkene, weleke äurek äis slVxe unä äsn Mittelpunkt äsr Kugel (cg 5) gekt, nntlnn äsn grössten Kreis ksstimmt, in äoin äis Kugel voin Wulste kerülrrt vvirä. Die (Ksieliungsn 3/ 3

)2 — 9, wie voraus^usekn war. Kliininisrt inan Z- ^wiseken äsn keiäsn (Ileielningeig so kommt: las -j- 5z/ — (n 4: ->- ^ -j- z/2 — ^2^ ^ 9^ Verlakrt inan wie in (8, a.), so linäst inan lür äisss (Ilsieluing äis Korin: 1?' (aa? -1- 5z/) — -g ^2 ^ — ^2 — 9. Ks muss also gleichzeitig r (aa: 5z/) — (a^ -s- 5^) (n 4^ p), 5.-r — «z/ — 9. Die Zweite dieser DlsiekunAen stellt wieder die Dkene dar, weleke durek äie s/Vxe und den Mittelpunkt der lxu^el (a, b) Askt. ^.us den keiden (dleieliun^en erkält inan a (»' ik f) ö (»- L ».«I k°r»-r - - - tKckL als Koordinaten der Lsrükrun^s punkte der Dmkülluntzstläeks mit ^sder der sinAeküllten kugeln. 10. 'Wenn äie DlsiekunA K' (cc, z/, s, «) — i) oder K' (a?, ?/, s, a, d) ----- 0 vom ersten Drads in lZssuA auf -r, z/, 2- ist, so stellt ch — 0 äie kläoks dar, weleke von allen durek k — 0 darAsstellten Ebenen kerükrt wird. In diesem kalle sagk inan Aewöknliek umKökekrt, äie kläeks d' werde von ikren Dangontialskenen eingeküllt, so class liier äie lZe^riks von Dmküllun^skläeke unä einKsküllter kläeke willkürliek vsrweekselt werden. Wir sekreiksn clis DleiekunA cler Dksns in cler korin K (a?, t/, s) — ita? -f- «Z/ ^ — 1 — 0 oder a? cos « ^ cos ^ s cos / — — 0. Xwiseken den konstanten kestsksn die LsiüiekunAsn: eos^ « -s- cos^ cos^- cos r,. — Die konstanten sind kunktionen entweder einer Vsr- änderlieken oder Zweier von einander unakkänAiAen Vsrändsr- lieken. Detraekten wir sunäekst den ersten Kali, so kann inan 2!wiseken den drei DleiekunAen, weleke die ^kkänAi^keit der A, v, tc von dein verändsrlieksn karamster ausdrücken, diesen eliminieren, wodurek man ^vei DleiokunAsn nwiseken tt, v und?c erkält. Diese keiden DleiekunAen stellen swsi kläeksn in Klan- Koordinaten dar. Die DmküllunKsIläeke wird also dnrok kksnsn 197 erimuAt, ivelelie 2ivei Kläelien Aleielmeiti^ lierüliren Ilire DlsieliunA tl> — 0 vurä srlialtsn, inäem man äsn Darametsr « ans 3 ^ 3 it , Zv, Zn> ^^ ^ ! V V l ^ "v ^ 9 3a 3« ^ 3 « 3a lisstimmt nnä in F' (sr, ?/, s, a) — 9 einsetzt Daänreli erseliöint « als Knnktion von a? nnä ?/, nnä äio Diltersn^iation von >I> einmal naeli allem a? nnä äss anäersmal naeli allem ?/ srAielit: 3 ^ 3 a? 3s SV -I- 3 ^ 3 « 3 oc 3 z? 3 3 z/ 3 s 3 4- 3 3 a 3 « 3 a?' also, vreASn ^— — 9, «< -s- «v ^ " ^9, v -j- tv — 0. 3 a? 3 ?/ Kliminiert man ». sivriselren äisssn Dlsieliun^en, so srliält man eins (ZäsielmnA von äsr Korm ^ 3 ?/ V« ä. li. äie DitksreimialAlsieliunA' äsr alivviel^sllzarsn Kläolisn. Disräureli ist lzsväessn, äass äie Klienen, äsrsn Dlsicäiun^ nur einen vsränäsrlielisn Parameter enthält, eins aliiviolrellzars Kläelie umliüllen, ivas nliriZens sclion ans äsr Lsmsrl:unA am Knäs äsr Kr, 5 liervor^elit, Insofern äiess Krt von Kläclion äaänreli Aslrsnn- ösielmst ist, äass sie von jsäsr 1'anAsntialelzsns län^s einer Dinie kernln't iveräen, äie nlel,t notvvenäiA gsraäs sn sein lzrauelit. IVenn äaASAen äie Konstanten äsr Kliens Kunlvtionsn von i?ivei von sinanäsr nnaliliänKiASn Vsränäsrlielisn e, ä sinä, so sinä äie DmlinllnnAslläeliön niolit alzivielrelliare Kläelmn, Kur von solelien soll im KolKsnäen äie ksäs sein, Kliminisrt man « nnä ä ans äsn ärei DleiolinnAsn, vrelelis äie ^liliänAi^leeit äsr Konstanten A, v, u> von a nnä ^ ans- ärnelcen, äie lzeiäen letstsrn, so srliält man eins DleielmnA swiselren n, v, ?e, zvelolis eins äisssr Konstanten als Kunlction äsr lzeiäen anäsrn, äie äann als äie vsränäerlielisn Darameter ant- treten, liefert Diese DlsioliunK ist 2!NAleieIi äie DlsieliunA 198 der 1ImIiii.IIunAsf1iz.e1ic! In I? I u n k > > o r d innten uucl kann duker selion an uucl für sielr du/u dienen, munellö DiAenselluktsn dieser Dläelzs /u ünden, okne erst ilire. DleiekunA iu Dunktkoordinuten /u entcviekelu. Dieses Älittel ist numentlieli dann vor/u/islien, ivenn es sieli um Dläelzen liundelt, deren DleielmnA in Vlunkoordinuten man kennt, ivie die kolASnden lleispiele lelirsn, in denen das Doset/, nueli zveleliein die sieli IzecvsAsnds Dkono sielr ändert, dureli De/iekunASn /vviseken iln-sn /Vlistündsn von festen kunkten ASAolzen sein soll, iVimmt man nur /ivei feste knickte an, so entstellt sslllstvorständliek eine lkotutionstläolls, deren DiAen- sokuften mit denen der rotierenden Xurve ülzsroinstimmsn und dnüer kein Interesse Insten. IVir nslnnen darum drei feste Dünkte un und lväklen ilire Dkeno /ur Dliene der a?z/. 11. Die veränderlieke Dksne soll der IZsdinAunA unter- ivorfon sein, dass die Kumme der (Quadrate ikror tVlzständo von drei testen Dunkton konstant klsilit. Ist die DleiekunA der Dkene: 2 cos « 4^ Z/ d ^ 4 ^ oos / — cvo sellzstverständliell « und ^ niekt mslrr die DodeutunA von unalikänAiAen Darametorn /u lialien ln-auellsn, und ke/eielinet man die Xoorclinaten der drei festen Dunkts mit 2^, ; 2z, Z/z! 2g, ?/g, so ivird die vorAesekrisl)kne DodinAunA dureli die DleiokunA (2^ cos «4-?/^cos^—^4- (2z eos^-j-^oosfi— ^ 4- ( 2g cos « -j- ^ cos ^ —^>)2 — oder (19) («2, 4- — l)- 4- (/< 2z v^z —1)^-)- («a-g -cz/g — l)^ — ^2 (^2 ^ ^,2) ausAedrüekt. Dntiviekolt man die DleiokunA, so erkält man: «2 (-5/ ^ ^2 ^ 2 _ z,2) ^2 (^2 ^2 ^ Z/g' __ 52) _ ,^ 2 52 4- 2 «v (2^ z/^ 4- 2z z/, -j- 2g z/g) — 2 «(2^ - 4 a-g -4 -»z) ll) ^ ^ ^ (z /l 4- z/g 4" z/g) 4^ 3 0. lim die DleiolmnA /u vereinfaeken, lirinAt man Zuerst die lxoetii/ienten von 2« und 2 v /.um Verseilvdnden. /iu dem Dndo lirauekt man nur den /^.ntänAs^unkt der Koordinaten auf den 199 Lelrworpunlit clss von den drei kosten ?unliten Asloildeten Orsieolcs AU leASll. Da lzis ^stAt die KielrtunA der Koordinatenaxen willl^ürlielr Aoldiolzen ist, so I^ann man sie so wälrlon, dass auelr der Koskü- Aient von »v vsrselrwindot. Dass dies immer möZliolr ist, lässt sielr üoweisen, indem man losi kestlieAondsn Koordinatsnaxsn das Drsieelc so lan^s um seinen Kelrwerpunlü dreüt, lzis der KoekÜAient Aleioli Xull wird. Donlit man sielr das Dreieelc durolr seine Kelrwsrpunlctstransvorsalsn <^, »", s ASAslosn, so sind tollende Dloielrun^en aukAulössn: Z/i ^ -»2 Ns ^ ^ ^ > »2 ^ ^ !/> ^ ^ 4 -r/ ^ ^ g S'' Nan üarm aloer auelr als Dnlrelcannte den Winlcel A ansslrn, den die durelr einen der kosten Dunlvte Aslronds LelrwsrpnnXts- transversale mit der n^rxe lrildst, nnd dalrei den LatA lrenutASN, dass die Lelrwsrpunlctstransvorsalen den der von ilmsn oinAeselrlossenen ^Vinl^el proportional sind, insofern die Ii,aAe der i^xen kür alle unter einander älrnlielre Drsieelce diesellro ist. Kuk losidsn ^VöAon AelanAt man Au ^.usdrüelren, welelre kür ^sde der Dnlrelranntsn Awei reelle ^Verts, in der Dlrat alrer nur eins Dösun^, liokorn, da es sielr dalrei nur um sine Vor- tausolrunA der Koordinatenaxen lrandslt. Allein die erlraltsnen Kusdrüel^e sind AU verwiel^slt, um sine einkaolrs Asometriselre Deutung Anzulassen. Kus dieser lkntwiekelunA Aelrt lrervor, dass sielr die DleielrunA (XII) auk die Ikorm lrrinAön lässt: ^ ««2 -p H — ^2 ^,s g 9^ welelre eins stets reelle Dläelrs Zweiter Klasse, also auelr Avvsiter Ordnung, darstellt, deren Nittelpunkt der KnkanAspunkt der Koordinaten ist. Die Krt der Kläolrs lränAt von der As^en- seiti^en Da^e der kosten IKrnlzks und dem ^Vorts von ^ ad. 200 wSASN zc. > ^ 3 also 2 ^ ^ ^)z "k ^z ^,) ^ 9 ^ — 0.^ 4- ^?/) entstört dieselke Dläellö, wenn die LedinAunA lautet, dass die doppelte Lunnne der Produkte von ^e ^wei Kenkreekten dem neuutaeken (Quadrate ci.es ^.kstandes der Dkene vom Kekwer- punkte, vermindert um eiue Ivonstante, Aleiek sein soll. ^.m eintaekstsn Aestaltet siek ciie /^.utAalze, cvenn die drei testen k unkte ein AleieksekenkliAss Drsioek kildsn. Die Le- äinAUNA -r. ü/i d- ^ ^ -k -vz z/z 0 wird dann claclurek kekriediAt, dass man eins der Roordinatsnaxen aut ciie Döks cies Dreiecks lsAt, ciie andere aiso parallel isur Drundlinie annimmt. Ist ciann « ciie Drundlinie uncl /i ciie Döiie cies Dreisers, so wird die DleiekunA der Dläeke: ^ (3^ — 2 /^) -k ^ (2 ^ — a2) -> ^ ^ 1, weleke ^o naek cisn Werten von «, /i unci /c sämtlieke Nittsi- punktsdäeken darstellen kann. Wenn 2 /<-- — oder 3^ — 2 so artet die Dläeke in eins Rurve aus, weleko in der Dkons der .rs, kszäelmnAsweise der z/s, liößd. Wenn claASAön das Dreieck »deieliseitiA ist, werden die Koetiixisnten von cd und Aleiok, die Dläelre also ^e naok dem Werte von /c entweder ein Rotations-Dllipsoid oder ein xweisekali^es Rc>tationsldvpsrl>ol<>id, welcke l>eide die srVxs i?ur Rotationsaxe kaken. Bedenkt man, dass der Aeometriseke Drt tür die Bunkte im Raume, tür weleks die Kumme der (Quadrate der ^kstände von drei testen kunkten konstant sein soll, sine RuAsllläeke ist, die den Lckwerpunkt des von den drei Winkten Askildoten Dreieeks 2um tVIittelpunkt kat, so keisst der Astunclens Katx: Wenn man von allen Kugeln, wsleke die Dcken eines Dreieeks ?u ülittelpunkten kaken, immer drei xu- sainmenstellt, die siek ant der Dkertläclre einer testen um den Kckwerpunkt des Dreieeks kssekrielzenen Ru^el, sekneiden, so umkullen die den drei Rubeln Aemein- samen DanAsntialolionen eine Dläoke Zweiten Drades, 20 l deren Nittelpnndt mit dein Nittslpundts der testen XnAel ^nsammentällt. Wenn man die Lsdin^nnA der tVut^ade dadin ändert, dass die Lnnnne der (^nadrats der drei ^.dständo niedt Aleied einer konstanten, sondern gleied dein ntaelcsn (Quadrate des ^.dstandes der Irdene voin Lediverpnndte des Drsiseds sein soll, so ndrd die Dleiednn^ (XII) -in ^ (a?/ -i- n/ ^ a?/) -> (?// d- «// d- «//) n — 3, was tnr m 3 eins Dllipss in der Ddsne des Dreisers darstellt. 12. DmAsdsdrt lassen sied ans der DloiednnA der Nittsl- pnndtsdäoden in dlanleoordinaten DiZensedatten ilirsr Dan^ential- edonon in lle^u^ ant deren ^.dständs von testen dnndten ad- leiten. Der Dintaeddeit >vsFkn soll nnr das Dllipsoid «2 d- -d — I detraedtet vrerdsn. Dür die ndri^sn Dläodsn srA'sdsn sied die DiZensedatton dnred vVndgrunA der Vor^oiedsn von /d nnd e-. Xnt )eder der drei ^xsn sind ^vrsi dundte iin Zl sieden /Vdstande voin Nittelxnndte ASAeden. Die ^.dständs dieser dundte von der danAentialedsne tv cos « -l- z/ cos ^ s cos 7 — d? oder ttcv -j- dV d tos — 1 sind: d, — id (d — cos «), p/ — di -d ^ cos «), dz ^ di (x> — t/z cos ^), d/ 2d ^ -d t/z cos ^), dz ^ di (d ^ eos 7), d/ ^ (d d- Sz cos 7). Löt^t inan lest, dass die 6 dnndte /.u^leied ant derselden Leite der danAsntialsdens lisAön sollen, so ist: d; — d/ ^ ? 2 o?z cos « — ? 2 ^ d^> dz ^ dz' ^ ? 2 ^ dD dz — d/ ^ ? 2 s d»'- Let^t inan lnerans die Werte tnr t«, 0, »1 in die Dlsiedun^ der l'däede ein, so erdält inan: od (dz — d/)" , ^ (^^ — d/)' «2 (dz — dz')" . „ ^ ^ -> ^ ^ ^ - ^z Wädlt man die tosten dnndts so, dass 202 so lrsisst äis (älsiolrunA: ^ Oz ^ 4^ (^z ^ ^ ^ ^ ivslslis äsn Latii lislsrt: l^ällt nrnn von äsn länäpnnXtsn äsr ^xsn sinss Dllipsoiäs Lsnlcrsslrts nnl ^säs ä?ÄNKSntinlo1)sns, so ist äis Lnrnrns äsr (^naärats äsr Oillsrsn^sn von js ^vsi Ksnlcrsslrtsn, äis von äsn LnäpnnXtsn äsrssll)sn ^.xs Aslällt rvsräsn, gäsislr äsrn (^unärats äss äojrpsltsn ^.lzstanäss äsr Dlisne vorn Uittsl^unlvts. 13. Ltntt äsr ssolrs Ilnnlvts ant äsn ärsi ^.xsn sollsn nur vier ant äsn ^.xsn äsr n nnä «/ nnAsnornrnsn rvsräsn. ^SASN it2 «2 -^- ^ lässt siolr äis dlsislrnuA äss Dllipsoiäs solrrsilrsn: ^ ^«2 — c?2) -j- ^2 — ^ Kst^t rnrrn lrisrsin tnr !t nnä r) äis in äsr vorigen Xninrnsr Aslnnäsnsn IVsrts, so srlrält innn: ^4^ ^ " «2. (Xlll) ^Välrlt nrnn ^jst^t äis tsstsn l?nnl:ts so, änss ^ V«2 — c-2, ^ ^ V^2 — so k.onunt: Ol — ^ (?2 ^ ä. Ir.: ^Vsnn nrnn von äsn vier ?nnktsn, rvslslrs in äsn änrolr äis äritts X.xs sinss üllipsoiäs AslsAtsn lännpt- sslrnittsn äis ^.lrstänäs äsr Lrsnnpnnlcts vonr Nittsl- xnnl^ts lrnläisrsn, Lsnlcrsslrts ankisäs äXrnAsntinlslzsns tnllt, so ist äis Lnrnius äsr (^nnärnts äsr Dittsrsnssn ^s ?!ivsisr von äsrssllzon ^.xs ansAslrsnäsn Lsnlcrsolrtsn Alsislr äsrn <),nnärs.ts äss ^.lrstanäss äsr Illrsns vorn Nittslpnnl:to, vsrininäsrt nnr ärrs (^nnärnt äsr lrsälzsn ärittsn ^xs. ^lrnlislrs Lätiis srlrält inan, rvsnn nrnn äis ?nnlcts ant äsr srstsn nnä ärittsn oäsr nns äsr rirvsitön nnä ärittsn ^.xs nnnimint, älrnlislrs nnslr lnr äis s-näsrn Nittöl^unl^tslläolrsn. 203 lienut^t man die LöiiieirunAen: 2 ? ^ ^ 4- ^ ^ ^ V' 4 ^ ^ 4- 4-^4- p/> so rvird die Dleieliunp- (XIII): a4 — r- »s ,z 14; (^. ^ 4- I'. 4- ^2')'^ 8et?:t man iet^t ^ ^ 2 >/a^ — ^ ^ ^ 2 — c", so erliält man (^1 ^ ^ (^s " " (^ 1 ^ ^ ^ ^ 16 oder 4 ^ 4- 4^^/4-2 (^ > ^z/) (7^ 4. ^') ^ 16 e'. Daraus: ^ 4- ^ ^ 4 c- — 2 cl. Ii.: ^Venn die vier I'nnlrtö des vorigen Latsss vom NittelpnnlDe nm die doppelten Dxeentrieitäten entkernt sind, so ist die Znmme der d'rodulcto von ^je svrei von derselben ^xe ausAelrsndsn Lsnlrrselrten Zlsielr dem (Quadrate der dritten ^.xs, vermindert nm das doppelte (Quadrat des ^6standes der dlanASntialelzene vom Nittel- punlcte. Die im vorigen daliro in Donole's Oeograglliseilen ^Iliiand- langen ersollienone amiangroiellö un<> darcli sorglaltigo Ditteratur- naellweiso aasgoiseielinstö ^rilsit von Dr. /t. llölinl in >Vion, „Dintoilang der Ostal^on" liat mioli veranlasst, die dort als Oron^e ?.wiselien Ost- und ^Vestalpon aulgestollte L^zlügsn- linie and dio Orände, welelio kür diesollis and die kllöinlinis älzsrllaapt vorgoilraeilt worden, nooll einmal ins l^ags iia lassen, am na sollen, ol> sio ^ar westliellen Legroniüang der Ostal^zon melir gseignot ist, als dio 1886 in dar Loilago ^um .laln-es- ilsriellt dos Roalg^mnasiums von mir aufgestellte Oottllardlinio. 1. Da man imr Drleielltsrang der lllzersielit don vom Digarisollsn Ueoro l»is 2iar Donau l>ei Wien and i^am Dngarisellön Idägol- lande siell orstreeleenden ^dpengürtol in wenigstens ^wei /Vd- solmitto teilen nmss, Ost- and Westalpon, so fragt os siell, wo ist dio Oreime ^a melion. Dio Orsn^linie mass oino gner liin- dureligollende d'iefenlinie sein and wenn dio goologiselie /^u- sammonsetüang dos Oollirges im Osten und Vagsten grosse Vorsolnodenllsit ^oigt, diese dureil ilirs Dage lleräeksielltigen und wo mögliell iiugleiell geologiselio Dormationsgrsniio sein. Da es aller in don eOgon leoino einzige transvorsals 'Idelenliaio giellt, wolollo in iln'öin ganzen Verlaufs Oosteinslormationon von vorselnedonom rVltor rselrts und linl^s einander gogonülzsr Ilätto, so muss man sieil mit oinor d'ietenlinio ilegniigen, welelio wenigstens auf einer llsstimmten Ltrselee iiugloiell gsologiselle Oreni-o ist. Darin stimme ieli mit Herrn IZölim ülzsroin, dass 208 die Orenss am Dagn maggioro antangen müsse. Denn hier, am Ostuker des Lees, hören die mesozoischen Ossteinstormationen — Lrias, dura, Hrsids — aut, vslehe die hr^stallinisehe Längsisons der Ostalpen aut der italienischen Leite umlagern, und lcommsn vsstvärts vom Lee und vsitsr his ^um Dnde cisi' ^.ljzsn am Lasse Oiovi ^nördlich von Oenua) nicht mehr vor. Man hann also die Ostalpsn dsünieren als dsirjsnigsn östlichen Vlpsn- ahschnitt, vslchsr ant der italienischen Leite üherall mesozoische Oesteinshildungen hesit^t, die "iVestalpsn als äsn andern V.H- schnitt, dem ant cler italienischen Leite solche Lormationen telden. — Diejenigen Osogra^hen, welche die Orenss cler Ost- alxen nicht üher den Lago maggiore tühren, hsrüehsichtigsn also den shen angsgshensn grossartigsn geologischen Dntsrsvhisd nicht, welcher sich ant die Dntstehungsgssehichte cler ^.lpsn he^islit. Ls ist nicht uninteressant, diese Linien Lur^ anzugehen, wohei ich die üher lZerggixtel gehenden ganii weglasse, weil nur Listenlinien naturgemässs Oroniisn im Oehirge Hilden hönnsn. l. Orosser Lsrnhard. 2. Lzz lügen. 3. Lerninapass. 4. ^llmla- ^»ass in Verhindung mit dem Otsnpass. 5. Ltiltser doch. 6. (^usr- tlral von Landers (dessen Loden die Malssr Heide und dessen ^Vasssrsehside das Loschen scheidsclr heisst) mit oder ohne ^.rlhsrgpass. 7. (juerthal von hsaudsrs in Verhindung mit dem Ltiltser doch und mit oder olnre ^.rlhsrgpass. 8 Lrsnnsrjzass. Logar tolgsnds Linie, welche drei Lasse ühersclrrsitst, ist vor- geschlagen vordem (^usrthal der LaLach, Ladstädter Lauern, Latschhergpass, Lisssrtlral, Drauthal his Villach, Larvis, Lredil- zzass, Isonso. Loch nicht vorgeschlagen ist der niedrige (1811 m) NaloMpass, üher welchen eins ausgezeichnete Listsnlinis vom Oomer Lee schräg durch den ^.l^zongürtol nach Lutstsin tülirt. detiit hommsn wir su denjenigen Oeograxhsn, welche, wie es sein soll, die geologischen Verhältnisse hsrüelcsichtigsnd, den Lago inaggiors als Lntang der Orsn^o Zwischen den Ost- und "lVestal^sn gelten lassen. Ohsrhergrat v. Noj sisovies („üher die Oreri2S Zwischen Ost- und ^Vestalpsn", in der ^sitschritt des Deutschen und Österreichischen ^l^snvsreins, 1873) tührt die Oren2S vom lZodsnsss üher den Lernardinopass 2um Lago maggiors, shenso V^altenherger (Osographischs Mitteilungen, Ootha 1875, Drgän^ungshstt hlr. 40) und auch L. Ilvot (die 209 Kinteilnng 6 ,61' Klpen, im Östsrrsiebisobsn 8ebnlboten, Wien 1878), soivis .7. Nenrsr (Kandbueb des Kleinen 8^>ort, Wien 1882). Dagegen leitet Dr. Döbm in seiner oben sinväbntsn Arbeit „Kintsilnng der Ostalpen" die (Trense vom Lodensss nieiit direkt isnm Dago maggiors, sondern über den 8plügen lium Oomsr Lee nnd von 6s. über den Dnganer Lee 2nm Dago maggiore. /Vlso in 6er Ilbeinlinis stimmen 6isss Oeograpben mit Herrn v. No)sisovies üliorsin nn6 stützen sieli dabei auf 6is gsologisebsn Krlänteruiigsn 6es I^st^tern in seiner vorbin genannten l^bbandlung. ^.ns diesen Krläntsrungsn folgt indes nieiit, vie bald gezeigt werden soll, dass die Kbeinlinis als Oren^s isivisebsn dem Osten und Westen des Kl^ongUrtels angenommen iverdsn müsse; vislmelir ist Herr Dr. lliilim mit dieser Tunis selbst nielit reelit Zufrieden nnd betraebtet sie nur als konventionelle (Trenne. 2. Oberbergrat v. No^sisovies (a. a. O. 3. 811.) begründet seinen Vorseblag damit, dass „die Ossteins der Trias- formation, vvslebe auf beiden 8eitsn der kr^stalliniseben Dängsnons der Ostalpsn so maebtig entvriekslt sind, an der kbeinlinie ilir Knds erreiolisn nnd dass sieli im Westen derselben keine 8pnr findet, sondern erst in den ivestlieben teilen der 8ebivsinsr Klpsn in der äussern ^one ivenig mäebtigs rbätisebs 8eliiebten, ^vslebs die allsrobsrsts Dbass der Trias bilden, vor- kommen", ^ber sebon nnviseben Kbsin nnd Dintb treten vsr- sobisdsns, allerdings kleine Tartisen nnd 8trsifsn Triasgsbilds ans, besonders niviseben Olarns und Wsisstannsn, aueb bei 7'amins nnd Tanix, ivis ieb auf der geologiselien Karts der 8ebivein, 2. Ausgabe, von l7. 8tndsr und Ksebsr von der Dintb, llnds; ferner giebt es Triasgsstsins in der Kabs des Orossen nnd Kleinen lZsrnbard nnd am Nontblane, ausserdem an vielen 8tsllen nivisebsn Oenker 8ss und der Isere. Oenng, die Trias ist aueb in den linksrlisiniseliön v7lpen vorbanden, freilieb niebt so mäebtig sntiviekelt als in den rsebtsrbsiniseben. Dieses geringere Vorkommen der Trias in den linksrbsinisebsn Klpsn kann doeb, 14 210 wie mir selreint, deinen Orund lrilden, lrier an äsn Llrsin die Daupttransversale des gesamten Vlpengürtsls ^u verlegen, lrs- sonders wenn man lredenüt, dass in allen sollenden Lsriodsn lris isur Miooännsit sinselilissslielt die Rlieinlinie niemals gso- logisolis Dormationsgren^e war. /Vnedi die gsologiselre lliitstoliungsgesoliiolite der ^.lpen gs- wälrrt luer üeine Ktüt^s. Man vergesse nnr nielrt, dass diese Dntstslrungsgeselrielrts lr^potlretiselr ist nnd auf gsistrsielren Vermutungen lzerulrt, alrsr nielrt die Lsdsutung naelrgewissener Dlratsaelren lrat, Herr v. Mo^jsisovies sagt: „wälrrend die IVostalpoir ^nr d'rlasiieit grösstenteils Festland wai'ön, t'andsn in den Ostalpen im worden nnd Lüden der Oentralüstts ^sns mäelrtigen Meeresalrlagerungen statt, aus denen sielr lreuts die gewaltigsten Oelnrgsstöelee unserer nördlieüsn und südlielren Kallcalpen aulloauen". (Voraus will man seldiessen, dass die IVestalpen ^ur Drias^eit grösstenteils Festland waren? Olksnlrar nur aus der DIratsaelre, dass in den IVsstalpsn die Driasgssteins auf eins weite ldrstreeüung lun fslrlen. >Vus diesem Melden lcann man aüer einen Leliluss auk sin dortiges damaliges Festland noelr nielrt mit Lielrsrlreit Mslrsn; vislmsür war es auelr möglielr, dass die IVestalpen damals grösstenteils mit Meer lredsvl^t waren und sielr dasellrst Lsdimsnts alrlagerten; als sie spätsrlrin trooüenss Land wurden, verstörte die Ilrosion und Denudation diese Lelrielrtsn grösstenteils und setzte ilire Lsstandteils anderswo al>. Oenug, wenn in einer lrsstinrmten (legend die Ossteine irgend einer Dormation lvidsn, so lrrauelrt sie damals, als sieli anderwärts die Ossteine dieser Dornration bildeten, nielrt trooünes Land gewesen nu sein; sie Dann damals auelr von Wasser los- dseüt gewesen sein, es lrat sielr alrer gerade liier nielrts alrge- lagert (denn nielrt ülrerall aul dem Meeresgrunde dulden sielr Ledi- ments) oder die geduldeten Ledimsnts wurden in einer spätern Leriocle durelr die Verwitterung und die wegspülende d'liätigüeit des llisssenden Wassers verstört und anderswolrin gsfülrrt. Der Betrag der Drosion und Denudation ist grösser, als man gs- wölrnlielr glaulot. Die Lroduüts dieser Vorgänge füllen die Viel land er aus und liegen auf dem Orunds des Meeres lrsgralren. Im Oegensat^s iiu der die Dlralfurelrsn sinselineidsndsn und ausnagsndön Drosion Ludet die Denudation oder ^lrtragung von Lll Dsstsinsmaterial auf weiten Kläeden überall statt, wo die Loden- obsrfläeds niedt dori^ootal ist; sodon sine geringe Ksigung gs- nügt, dig wsgfüdrends Vdätigdsit des Windes und das Wegspülen dureli Legen und llissssndss Wasser in Kraft treten iiu lassen, ^vo das Dsstsin dured Verwitterung und Aersstmmg bröedlig geworden ist. Der Krosion und besonders der Denudation verdanken die Del>irge dirs jetzige Dberdäedengestaltung; dured den dontinuisr- liedsn Natsrialverlust dabsn sie im Lauks der dadrtausends die dsutigen Dmrisse erdalten, freilied dabei aued an llöde eingebüsst. Kaed Deim beträgt die jetst novd übrig gebliebene Debirgsmasss der iVIpen nur ungetadr die Dälfte derjenigen, die einstmals dured Kaltung der Drddrusts smporgsstaut wurde, wädrend die andre Idälfts abgetragen und dured die Ldalwasser weggelüdrt ist. Die jetzigen rVlpen sind die grossartigen Ruinen des edemaligen Lloedgebirges. 'Wir daden vorbin gsssden, dass die V riaskorinativn iin Dstsn der Ldeinlinis niäedtigsr sntwiedslt ist als iin Westen, wo sie nur in geringer Verbreitung verdummt, also dsineswegs ledlt. Wie vsrdält sied nun die darauf folgende dura- und Kreide- forination sur Ldeinlinis? Leids Kormationsn doininsn in grosser ^.usdednung rsedts- und lindsrdsinised vor, wie ein Llied auf die gsologiseds Karts ledrt. Awar sagt Iderr v. Nojsisovies, dass aued in der dura- und Kreideperiods die Verdältnisss in dein ost- und westrdeiniseden Debists ungleied waren, fügt ader weiterdin (8. 16) verbessernd dnmu: „eigen- tündiedsn lodalen Drsignissen ist es -sususedrsibsn, dass sowodl wädrsnd der dura- als aued der Krsideperiods die (drsn/dinie !iwiselien dein Dsbiet der Dst- und Westalpen niedt genau mit der Ldeinlinis xusainmenfällt". eVIsn giebt er sigsntlied selbst iiu, dass 2ur dura- und Kreidezeit die Verdältnisss auf beiden Leiten der Ldeinlinis niedt ungleied waren. Wie war es in der nun folgenden Koeän^sit in diesem Debiets? Der eoeäne Kl^sed, dieses eedt sedwsi^srisede Destein, domint aued im Dsten der Ldeinlinis vor; man siedt auf der gsologiseden Karts einen Ltreiten Dlgsed ^wiseden Kelddired und Dberstdorf und einen Zweiten von Dornbirn bis jenseits Lontdolen. ^.Iso aued 2ur Koeänlssit bildete die Ldsin- linie deine gsologiseds Dren^s iiwisedsn dem Dsten und Westen 11" 212 dos ^IpsnAÜrtels. In dor darauItolAondon Dli^oeän^oriodo oksn- lalls niekt; denn dor lanZo Ltreikon von oliAoeänerNolasss und HaZel- Und sudsekon ?kun nncl kkoinoek (kis ^ltstetton) liat soins Dort- sot^unA rsektsrkoinisek ^udsokon der Dro^onsior ^eko und dor Illor und rsiolit noek in dor Dopend von Lontlndon ükor dio Illor kinaus. ^Vuoll in dor nunniokr folgenden Aliaoänporiodo ^var dio ldlreinlinis koino AsoloZiseks DornlationsAron^o, indoin dio iniooäns Nosresrnolasss doi 3t. Dadon iln'kDortsotsunZ ekenlalls /^visolron dor DrsZon^sr rVeko und Iller lindot. Da rnioeäno Nserosrnolasss auok in dorn Dolnsto 2>visokon DroikurA, Horn und Vlurn, sovio ^vvisolron Du^srn und dorn ^uZor 8ee vorkoinint, aussordoin uuoli /.vdsokon dor okorn 8osia und dorva und nook jenseits dor 8osia, so ist os oins As^va^te LokauxtunA, ^vonn llerr v. No^si- sovios sa^t: „dio Dstal^zon ksAannon sokon vor und wäkrond dor Llrsido^oit siolr ükor das Noorosnivoau 2U ordodsn, rväkrend das ^.ultauekon dsr ^Vestalpon orst 2ur Niooänsoit or- folgte". IVoil dio inioeäno Kloorosinolasss an so vsrselüodonen 3tollen der 8elrrvei7.or /VIpon verkroitot ist, könnto inan okonso Ant kekauptsn, dass das ^ultauokon dor Wostalpsn nook niolit ^ur Nioeän^sit ort'olAto, sondern dass sie dainals eins v^oit ausKodeknto ülesreskodeokunA init Lodirn entkildunAon Katton und dass dio ekon anAoZekonon jot/n^en Vorkoinmnisss dor Nooros- inolasso nur die Dkerrosto dissor iniooänon 8kdirnonts sind, rvolodo kiskor von dor Drosion und Denudation vorsokont rvurdon. IVir sodon sokliessliok, dass dio Dntstökun^sAosokiokto dor ^.lpsn lür dio ldkoinlinio koinos ^voAS diojoniAS 8tüt^o kiotet, dio inan ikr ^usekro.il>on inöokte. Dio kkoinlinio ist keine AooloZiseko DormationsArsn20; denn in allen Doriodon von dsr Nioeänseit an ^urüok kis sur Drias^oit katto sie auk dsr rooktsn und linkon 8oits dio Aleieke Dsstsinslorrnation, keisoieknsts also keines- rroZs das dtnoinandsrstossen von Dorinationon vsrsekiodenon ^ltors. IVäro die ldkoinlinis oins ZsoloZiseko Dron-is, so nrüssto sie als transversale Diolonlinis ^ur Degrorniun^ dor Dstalxen verwendet werden und wäre dann ^uin DaZo rnaZZioro xu leiten, ontvodor ükor den Lernardino oder ükor den Dukinanior. Weil sie akor in VV^irkliekkoit keine DostsinstorinationsAronso kildot, so darl sio oins LorücksiektiZunK aus AsoloZisekon Dründon niekt koans^>ruekon. 213 3. Die Auseinandersetzungen des Herrn Dr. lkölim ksginnsn mit der llelianptung, dass das ^.lpengeliirge ans ^ivoi einander älinlielisn Logen bestellt, ivsleliö sielr ^wiselren dein deiner- nnd Lodensss soliräg aneinander legen; die lr^^somstriselis lddsrsielitslrarts der /VIpen von 8teinlianser solle dies Zeigen, leli lialzs indes diese l^arte ott 6straolitst nnd rnuss gestelren, dass ieli diese ^rvsi Logen oder idealen ^.xen nielit lieransdnden Irann; rvolrl Irann man ernennen, dass xvoselisn der Oottliard- nnd 8plngenlinis eins allgeineine Lrniedrignng des Oelnrges stattöndet; 6elranntlieli srrsielit in dissein iveitsn Lanme nur der dlödi 3623 m^ alle nlzrigsn Lsrgs sind niedriger als 3466 ird) nnd der niedrigste Lass nlzer die Lanptlcette lrat nur 1917 in llölis, näinlieli der Lnlrmanisr^ rveleliör ülisrlianpt den niedrigsten Odsrgang über die Ilanptlrstte ant der langen 8treelrs vorn Lass dsnevrs liis i?nm Lasse Leselienselisidselr liildst. llüin grosses Osviolit legt Herr L>r. Lölim tsrner (8. 98) ant die 8eliielitonlziegnng irn kVdnla- oder Rlisinivald-Oelzirgs; ivälirsnd die 8treielinngsrielitnng der 8eliiolitön vorlisrrselisnd naoli Dlordost und Ost gslit, sind liier die 8treieliungslinisn naeli 8nd nnd 8üdost gerielitst; „in dein 8toel:s der 8ursta, östlieli vorn Lplngsn, nnd in Lsrrera lindst eins törrnliolre Intertersn^ der ineridianen nnd der nordöstlielrsn 8trsiolrnngsrielitung statt nnd iveiterliin im worden, etrva jenseits einer von iVirolo naeli T^ndser gezogenen Linie, ist Leins 8pnr einer solelisn Omdisgung der 8oliieliten melir xn srLsnnen; liier seist sielr das nordöst- lieli« 8trsiolisn ungsselimälert tort; unter diesen Verliältnisssn Lann man sieli rvolil Lanm des LindrueLs erweliren, dass die Westalpen ein jüngeres nnd in seiner ^nsliildnng dnrelr die lzereits vorliandsn gervssenen Ostalpsn gestörtes Oslnrgs seien." Llrißens üdersteißsn, ent^e^en 6er iln^ade des Herrn Löiiin (L. 97), dass üiviseksii Monte Rosa nnd Lernina kein tlipkel 3466 in erreielit, eins Msn^s Ler^e diese Rölis; so das Ltslliliorn 3445 in, Lonni^Iiorn (Rin^o di Lottarsllo) 3492 in, IVeissinies 4631 in, Racininiiorn 4691 rn, Rlstseliiiorn 3917 in, dies« alle in der inäoiitiAon Rette snviselien dein Kaastliale nnd Liinplou; dann der Monte Rsone 3565 IN, kerner der ?i220 Ltslla 3466 IN in der Rade von Liiiavenna. 214 Dies ist olkenlzar nur eine Vermutung, ivslelis die. alinormen Ltreieliungslinisn des i^dulagelzirges und der i>Iaelil>arsel»alt er- klären ivill; diese Vermutung l>at üiren Drsprung und Hinter- gründ iu der llvpotüese, dass die Westalpen jünger seien als die Ostalpsn, liängt also mit einer andern Vermutung cusammen. Der aliiveieli enden I4iel>tung der Oesteinsseliieütsn im /Vdula- gs6irgs ist selron desludli iesine so grosse Ledeutung dsiculegen, ivsil es nooli verLeldedene andere, ivelt von einander gelegene kscirles in den iVIpen gielit, >vo siel, eins älinlielie Drseliöinung ceigt. Dr. 11 ö it in ssllzst gielit an, dass einzelne Heile der Dessiner dilpen und der Nonte Rosa-Oruppe ein insridianss Ltreielien er- kennen lassen; weitere Dsispisls lindst man in seiner speciellen (Gruppierung der Dstalpen. ^.ul Leite 113: „in diesem Oslnets (der Lau- und Ivor-^dpe) interlsrieren crvei grosse Ltreieliungs- Systeme der Leldeliten, das eins naeli Hordost und Ost, das andere gegen Lüdost und Lud gerielitst; das letztere gelangt selilissslioli cur Derrselialt und ilnn vsrdanlct der Xoralpencug seine Dntstslmng, veleüer sieli l»is in das IZaeliergslnrgs lort- sstct." diul Leite 116: „das Ltreielien und Dallen der Leldeliten in den Ol>srl>all>stsinsr ^.lpen sd. In dem aul der Westseite der ^.lliula liegenden Deils der nerdrliätiseüsn /VIpen) ist selir vveeliselnd und liesondsrs im ivsstlielisn Dells lierrsolit noeli das Meridians Ltreielien des Wlulas^stems vor." tVul Leite 128: „In den Lpöl- alpsn (cvviselrsn Veltlin, Ltillssr doeli, Dtseli, Rsselisnselieidsel:, Dngadin und Derninapass) und civar im ivestlielien Delle lindst man ausser dem ivestöstlielisn Ltreielien aueli Meridianes Ins südöstlielies Ltreielien der Leliielitsn." iVul Leite 131: „im öst- lieliön Dsile der Ltuliaier Oruppe ist das Ltreielien naeli Lüdost gerielitst." tVul Leite 174: „in den ^.llgausr ^Vlpen, in dem Dells nördlieli von der III und tWsnc sind die der Ltrsielnieli- tung der t^Ipen parallelen Deliungsivellen in reinster Osstalt ausgslnldst, liisgen alier, lzevor sie von Ost lier das Rlieintlial errsielisn, plötclieli seliarl naeli Lüd um, ivolmi manolis Kompli- Nation im Leliielitsnliau stattlindet." Wir sslien also, das puere Ltreielien der Leliielitsn des ^idulas^stsms ivisderliolt sieli in ganc verseliiedensn Osgsnden des iVlpsngeliirges und ist dsmnaeli nielit geeignet, lür sieli eins Orenclinis oder Orsnccone cvviselisn dem Osten und Westen 215 des ^.lpengürtsls 2»» kegründsi». Dr. L ö lr in stützt sink aksr auf die ^wisoksn 8plügen und 8optii»»er stattkndsndo lnterkoronx siwisoken den» »noridianon. »»nd nordöstliokei» 8treioken, »vslok letztere 8trookv IInn sonaol» als die oigontlioko 8okwsissstello iswisoksi» Ost- und ^Vsstalpsn ersokoint, »»nd gelangt <1ann (8. 102) 2ur Drkonntnis eines ()»»orgürtols oder ^onentoi'inigsn Orsn^gskistss swisoken Ost- nncl lVostalpsn, „»volclres den llauir» v.wisoksn dein Dodsnsss nncl Illsrtkals, clsin Ilirrtorrkein und clsin östlioken 8teilrands des Drättigaus, den Dässsn des 8plügon und 8eptkner erfüllt nnd siel» südwärts nael» dein Dago »naggiors lnn a»»sspit^t. /Vuf diesen» nentralsn 3trsifsn versokrnel^sn die Okarakters der Ost- nnd IVsstalpsn oder greifen weekselweise in einander nnd jede ddsfenlinie, »vololro innorl»all> desselben gezogen wird, ist inel»r oder weniger /.nr »Vkgronxung der keiden grossen ^.lpenkälften gesig»»st; )sde solelis Dinie l»at Vieles für siel» nnd lVIanokes dagegen n»»d I»at dal»er in» allgsinsii»sn nur eine konventionelle lZeclentnng." Die Aufstellung dieser an» Lodsnses anfangenden Oren^v.one l»ä»»gt otfenlzar »nit der llo- clentnng ^usainrnsi», die »nan der Dksinlinis -insel»» silzt; die Ilksin- linie kildst aller, wie wir oüsn gsssksn I»alisn, keine geologiseks Dorinationsgrsnsie; sie l»at ausssrdsrn die llvpetkeso 2»»r Voraus- Setzung, dass die Ostalpen sin älteres Oskirge seien, an woleken» siek das östlioke Dnds der ^Vsstalpsn uingelzogei» nnd gec^ustsokt »»nd daker die aknorins 8el»ielitenriol»tung erkalten kake. Diese Orsn^^one, innerkalk wslol»er eins transversale Viefenlinie gs- snekt »verden soll, ist also anel» eins ll^potksss. IVorin sndliek die Okaraktsre der Ost- und ^Vestalpen kestsksn, wsloke in dein sogenannten neutralen 8trsifen vorseknreDsn oder ineinander greifen, ist niekt rsekt ersioktliok. Die von Herrn v. Klo^si- sovios aufgestellte Orsn^linis üker der» llornardinopass niinint D»-. lZökn» »»iekt an, »voll dieser Dass ausssrkalk sei»»er Orens- 20ns liegt »»nd weil die Neridiarrkstts 2wisoken den Dkälorn von Msoooo und 8. Oiaeoino (Dainkoketts) />»» den» ^.dulas^sten» (also ^Vestalpen) 2»» rseknen sei, wäkrsnd sie naok Herrn v. No)sisovios ^»» den Ostalpsn genoi»»»nsn werden »nüsste. Wie sekon oken keinsrkt, fükrt llerr Dr. Dökn» die Orsn^e üker den 8plügen siuin Ooiner 3se, von da üker den Dugansr 8es naok Duino ain Dago rnaggiors. Indes kätte er sie auok 216 nker äsn, trsiliok viel kökern, 8ezztirnsrpass leiten können, äa seine Oren^sions vom 8xlnASn kis snnn 8eptiiner rsiekt. Dass er nkriZens selkst mit seiner Orsn^linis niekt reekt ^ntrisäsn ist, Askt ans kolZenäen dorten kervor (8. 163): „Aenan Zs- noininen kietst anek 6er Itliein iin kloräen keine Aan? nnan- teektkars Orsn?s, cla )a clsr lZrsASn^er V'alä AsoloZisek ein ^uslänksr clsr zvestalpinsn Kalksons ist, äer nker äsn Rkein kinnksrAreitt. ä'rot^äsm >virä -cvokl klisinanä ernstlielr äaran äsnksn, äis (Irenas ^viseken Ost- nnä IVestalpen änrok äas Illsrtkal nlzer äas 8tar^l- nnä Itasekina äoek kintiksr in äas Orosse V^alssrtkal nnä ans clisssin entlang äer III in äas läksin- tkal ?!N äiri->ieren nnä 2Zvar nin so weniger, als naekksr äis KrsiäekiläunAsn kslvstiseksr ltaeiss am 8näakkrneke äss Rkätikon nnä im Osten äes ?rättigans äsn Alsieksn ^.nszzrnek ant Lsrnek- siekti^nnA ilrrsr zvestalpiuen /.nstänäi^keit erlzslzsn könnten. Da )eäoek zvsitsrkin im 8näen äss Hkätikon in äein 8toeke äss Koreaner 'lVsisskorns nnä äes ksnssrkorns cvieäer ein ä'rias- AelnrAö ans äem kl^seli äss krätti^ans smxortanekt, so ist es sekleektsräing's nnmögliek, allen äissen kkniielnksitsn sn zvill- takrsn. ks lässt siok iizviseksn äsn keläsn zVIpenluiltte.n keine kestimmts (Aeolo^iseks) Kinie Isststellsn, von zvelvker inan ks- ^ützliek )säes einzelnen knnktss saAsn könnte: kisr kören äis ^Vestaljzsn ant nnä tanAsn äis Ostalten an." Herr Or. Lökin Köstskt also sin, äass hins transversale ä'ietsnlinie, zveloks nkerall ^u^lsiek Asolotzäseks Orsn^s cvärs, szviseksn lloäsnsss nnä kaZo inaMiore niekt existiert. In äer Vkat stellen äis Oren^en ^zviseken äsn Asolo^iseken Ossteinslormationsn in äisssin Oe- Kiste, vom kioräranäs äes ^IpenAnrtsls naek äein 8näranäs Aöksnä, sine stark kin nnä ksr Aözvunäsns Kinie äar, cvsleke vielkaek nker lZerZkn^psn nnä kloektläeken Askt nnä nnr teil- zvsise in Vkälern nnä kasseinsenknnAsn vsrläntt. Ilksrkauzzt Aiskt es in äein Zangen ^IpenAskirKe keine ein/.iAS c^ner änrekAskenäs ääslenlinie, zvsleke nkerall ^NAlsiek eins Aso- loZiseke Orsn^s ks^siekuets. Die UralkiläunA känAt )a vor- ^NAsrvsiss von äsn okerääekliek rvirksnäsn kirättsn nnä Vor- AänAsn ak, von äer VercvittsrnnA von äsrn üissssnäen nnä tallsnäsn ^Vasssr, niekt von äern Asolotzlsoksn Vltsr äer Oesteins- lormationen; ässkalk änrten >vir nns niekt wunäsrn, äass äis 217 LassüdsrAanAö und die liiedtunAsn der Ddaleinscdnitte mit den Zsolo^iseden Orenidinien Ae>vödnlied niedt üdersinstimmen; die Dlussduroddrüede sind gan/. rüeksiedtslos ZsAsn diese Linien. 4. Wir sind dsmnaed AönötiZt, dei der Aufstellung einer Orsime slvisedsn Ost- und Wsstalpen andsinveitige Ddatsaeden ^u Kate 2U mieden. Diese entsodeidenden Noments müssen der Lesedafken- dsit und dem Verlaufs der Vietonlinien, also der Oderlläedsn- gestaltung des Oedirges, der Orograpdie, entnommen werden. Ilderdaupt ist ja aued der Legriff ^lpsn sin orograpdisedsr, dein gsologiseder; man verstellt darunter den Doodgedirgssug vom Digurisedsn, Nssre lzis ^ur Donau dei Wien und ^um Dngariseden Dügellande; geologised ad er düngen die /Vlp en mit den Karpatsn, dem Dngariseden Nittslgsdirgs, der Doedtläeds lLarst und mit den Dinariseden Osdirgen, sovris mit den ^.zzsn- ninen Zusammen und dildsn mit diesen allen eins Oesamtdsit von grossen Daltungen der Drdrinds, lvslode Lüss das ^.lpen- System, Oümdel das Alpine Oedirgss^stem genannt dat. Dass die transversale Lisfenlinis für die ldauptteilung des ^Vlpen- gedirges am Dago maggiore anfangen müsse, derudt auf dem grossen, veitdin sied srstrseksnden gsologiseden Dntersedieds, der sied von disr aus naed Ost und West 2sigt, indem drei Formationen — Drias, .1 ura, Llrsids — v^slede die sogenannten südlioden Laldalpsn Zusammensetzen, sied lvsstlied vom Lee niedt fortsetzen, vds dsrsits öden angegsdsn lvurde. Die sedon öden angofüdrten Dsilungslinisn anderer Oeograpden, vveleds niedt am Dago maggiore anfangen, können demnaed für die vdsssnsedaftliede Deilung des Osdirges in Ost- und Westalpen niedt verwendet werden. Vsrgloieden vir nun alle Diskenlinisn unter einander, lvelede vom Dago maggiore naed der andern Leite des ^lpsngürtels tüdren, so ist die Dntsedoidung dald getroffen, velede von idnen die Oreims ^vvisedsn Ost- und Westalpsn sein müsse. Die Limplonlinio füdrt iium Oenfsr Lee, die Oottdardlinie mnn ^ugsr Lee, die Dukmanisrlinie sum Vordsrrdsin und Lodensee, die Lernardinolinio ^um Idintsrrdein und Lodensee, die Lxlügenlinio üdsr den Kubaner und Ovmer Lee 2um Dinterrdein und Loden- 218 sse, die Keptimerlinio dss^leieken. LtrenMSnonnnen tan^t die 3^>lü^ön- nnd 8o^>tnnerlinis am tüomer 8ss an nnd sollte eiZent- liok kisr von der Ivonknrrsns! mit den am DaZo maMiors an- landenden Kurien ansKSseklossen rverdsn> Die kürzeste von allen diesen ist unstreitig die Dottkardlinis und ank der Dass- köks ist sie ane!» die krsitssts, so dass kisr nickt eins klusss Dinsekartnng dos Dekirgss ^vis ksi dsm Lplngsnpasse, sondern eins Dskirgslneks und ^vrar ein krsites llnektlral mit mskrersn kleinen Lesen vorkanden ist; sie kildst also die ksste Dräns- Versals ?ur klanptteilnng des Dekirgss. llls ist /uvar nickt die tisl'ste 'luslcnlinicg die Dassköks kat 2114 m, liegt also köker als der 2010 in koke Liinplonpass oder der IZsrnardino mit seinen 2963 m oder der knkmanisr mit 1917 m, rväkrend sie nm 3 m niedriger als der Lplügsnpass nnd nm 197 m niedriger als der Loptimsrpass ist; die Dist's kommt aksr bei einer Danptgrenzilinis rveniger in Lstrackt als die 15reits nnd diese ist keim Dottkard^ass grösser als lzsi den andern^ so dass rvir kisr sine kneks, eins Dntsrkrseknng der Dskirgskette vor nns kaksn. Da siek sndliek die Dottkardlinie, wie sekon vorkin ksmsrkk anek dnreli ikre lvnr^e vor den andern ans- 2isioknet, so ist sie die natnrlioksts Drsnss ^vviseken dem Dstsn nnd besten des /Vl^rengürtels. Aur LrimitzninK' äiß litzki'üä^r Lrk. Von I)r. Älisel:. üs ivaren Der^ und Deniüt erlieliende DaAS, als vor stiva 2ivei dalir^fdintsn allsommerlieli die DudiviA Drleselis LänKsrseliar liier am Rlisin erselnen und der Diedervatsr seinen treuen Lrudsr und Nitarlisitsr l^riedrieli Drle mit DssanAsslelänAsn ^u liSArüssen leam. Die liorrlielien Disderaliende, ivelelie im duktilen (Irüii l>ei linden Indien liier in Düsseldorf Aslzotsn ivurdsn, iverdsn allen denen ein unvsrAssslielisr Dsnuss lileilisn, die, den ivaliren IVert des dsutselien Volksliedes -m seliätissn wissend, seliaren- iveiss lisrlzsiKseilt ivaren, um trolilielien und ernsten Nslodisn ^u lauselisn. — Ds ist ülieraus ivoliltliusnd, namentlieli für die- ^eniASn, die den /nvei ^etst vsrstorlisnsn llrüdern nälisr standen, sieli in jene ^eit ziurüele^uversetzen, ivo die lieidsn Nänner unent- vrsAt und unalilässiA tliäti^ ivarsn, in rülirsndsr lirüdsrlielier DiniAÜeit sieli ASZenssitiA ?!U dem erlialzenen ^veelee i^u unter- stützen, das dsutselis Volkslied ivieder 5?u Dln-sn ^u lirinAen, die verlorenen und mülisam ivisderAefundsnsn duivslen ^u reinigen und dem deutselien Volles dar^uliisten. iVas sie Zustands Asliraelit, ist veit liinaus AslelunAen in die dsutselien Dands, und ivo immer man ilirsr Vrüsit Verständnis entASASn lirinAt, lilielet man danlelzar auf ^u DudvriK und Drisdrioli Drle. Dmsomelir ist es dalier die lVlielit unserer Leliulanstalt, l>si DsleAenlisit einer dulielfeisr ilirer i5u Asdsnlesn, als der eins derseldsn, lfrisdrioli Drle, iln- als Dslirsr ^alir^elintelan^ anAöliörte und sieli der lloeliaelitunA' seiner Leliüler, I^ollsAen und lVIitliürAsr in livlism Nasse erfreute. DinAgliends DölzenslisselirsiliunAsn dsrssllzen sollen liier nielit folgen; sie lialisn sieli dir unversänAlieliss Dsnleinal sellist errielitst, ivslelies an Leliniuele lzereielisrt ivird dureli VsrölkentlivliunA ^sdsr, wenn aueli selisinliar nelisnsäelilielien littsrariselisn Dinterlasssnseliaft, 222 die 2suKuis alzlsAt tlir ilrrs Aswisssudutts und uuuutsrliroolrsus IdiätiAlceit. 80 sind von losidsu in ilireu mülievolleu Ktudisu uueli — Aleieli Llumsu um 'lVsAe — die musilculisedeu Lprielrwörtsr und die dein Duldete dsr Nusilc sutuommsusu kiAÜrliolisu ldedsusurtsu der IleuedtuuA wert Aeiuudsu worden. Von DuduÜA Lid! sollten sie verölksntlielit werden. „^.ksr", su^t er iu einem lderlrer Asrielrtstsu lZriete voiu 13. Dktoder 1874, „m^ sitse im ^.uAsndlielc mslir als Zuviel iu anderer drdeic, so dass ielr dsr Lprielrwörter noelr lunAS nielrt werde Asdsnlcsn können, d. li. um sie ksraussiuAslisn." Du auelr Drisdrielr Dr!? luit drinAsndsn ^.rloeiten dsselrüttiAt war, so wurde dem Dnter^sielinstsn das Naterial 2ur VsriüAunA gestellt. Indes 20A sied dureli versellie- dsne Veranlassungen die Laelie iu die Dünge, uud der Dod Irut uuu deide dalringerad't. Ds wird dalier als eine Dlrrenplliekt eraektst, das Andenken an die Delzrüder Drl? wieder aullelzen xu lassen durek Dur- Stellung einer nielrt 2u unterseliätsenden Dsistung, dis sis nsden ilnsr ernsten drlisit ^u Vage gsiördert, so wie dsr V7anderer dis Llümelren nielit üdersielU., dis iluu uiu ^Vegs lrsundlieli ^unieken. dedoek lrat sieli so reieldielrsr Atolk unter ilrrsn kländen angekauft, dass aus disssu Llumsn siu Drani? gewunden werden kann, ikrsr würdig uud dsu Verdiensten der Dekrüder Drk ent- spreekend, ilrr Andenken /.u skren. ^.us dsu Zufällig gefundenen uud gesammelten ^.plrorismsn kat sied die folgende mögliekst auf ^usammenlmng gsriektsts ^.rksit gestaltet: Dis dem Dsdists dsr MusiD snirtsrnnususu spried^ört- lislrsu Dsclsnsurtsu und lVlstuplrsrn. d-Vsuu dsr Vlrütigkeit aus dsiu Dekists dsr Nusik oder Voukunst im engeren Linus sprielrwürtlieke Redensarten uud Nstapksrn entnommen sind, so wird, im weiteren Kinne, uuelr das kunstlosere Delikt des Raturluutss iu Rstruekt ^u süeksn sein. Die diesem sutstuiumsudeu s^raeldieksn Dlsmente üksr- ragen die ersteren dedeuteud uu T^Itsr, uud ilirsr muss Zuerst DiuvüduuuA Astiiuu rrerdeu. — Dsispiele werden die Laeiis um loesteu erläutern. 223 8odan das ointaode odne Ko raus cd vor siod gedende „^dut- sodwellsn" de^eicdnet den Legrilk «ler Rraedt, des Rrundss, des ^.ulgedunssnen, ^.ukgsdlasenen/) Hördar wird das Illassn im Vi^indstoss, womit in den romaniseden 8praodsn die Rsgrilks forsten, Kdrlsige, Ivng.1I und Lodlag" sicli derüdren und siod ^u „Rosse, Kssodwätö und dloodmut" steigern/) dlit der auk- sodwollendon IVassordlass (Rugel) linden wir verbunden : „Letrug, Knrude, /.ulrudr."' Die dadoi xu ergänzenden lautlioden Lews- gungen des ^Vassers sind „8ivdcn, sprudeln, Nurmeln." — ^Vadrend wir so der Xugollorm tisie Raute entströmen dören, denen sine Heide mstapdorisodsr IIes:siednungsn siod ansodlissst, die etwas keräusodvollos, siod Lreitmaedendss in siod dergsn, linden wir als kegensatii die der spitze oder den» Zugespitzten entloodten sodrillsn und 1>eIIen oder dodon 'döne. Die siod ansoldiessonden und siod dsrüdrenden spraodliclien Legrilke sind: „Die Kippen gegen einen spitzen, auspkeiken, spotten."^) In der ersten Ivategorie giedt siod das I'ralden mit Rüodsiodt ant die eigene Person dund, in der letzteren ist das spitsdndige 8tiodeln auk andre goricdtet. — Rs sodeinen dem- naod die den Xaturlauten entstammenden dgürliodon Redensarten vorwiegend den spott oder allgemeiner das lvomisods siu deiieioduen. 'iVsnn ad er sodon der Xaturlaut /Vnlass xu domisoden Rmptindungen und /russerungsn giedt, so ist dies aut dem (lediete der Ivunst in nood viel dödersm Krads der Rall, weil der Ksgen- sat2 swisoden der Kn^ulänglioddeit irdisedsr I5ratt und dem Ideal, das srstredt werden soll, in ein nood grelleres Ricdt tritt. Oasiu dommt, dass Kdr und ^.uge ^uglsiod tdätig sind, lVIoments der Knvolldommsndeit auslindig /.u maodsn. Die einzelnen Instru- msnts odaradterisiert man sodon naod il»rer Kn^ulänglioddeit, so dass 2. II. die dlöts wsied, sentimental, die Keige, wenn sie in sodlsodton Händen ist, rsidend, dratnend, dlanglos und wider- spänstig, das (lellv, wenn odsn gespielt, näselnd, die Riooola-Rlöte mit spitzen Honen autstaodslnd genannt wird/) In den den ') ^lalur: tttvinol. tlntersueäuu^sa !>.nk 6eui debiete 6er roiniuiiselrsn Lpraetlen, p. 107. visu: I6t^mol. tVorterbueä I, p. 33, 73—73. Die?: Ltz^inol. XVörtertareä I, p. 33 u»6 133. ') I^emeke: ?opul. dstdetik, p. 681—83. 224 elzsn I>ö2siolmstsn nnä ällnlislisn IlanälialmnAsn sntnonnnsneu LprasIiwsnännKsn ^vsräsn vir äa^sr Irauptsäolilisli Lsl^erii, spott, Ironis n. ä^I. vsrtrstsn iiu äsn. Das vorlisKsnäs Natsrial, fast anssslilissslisli DsIsZsnIrsitsai'Izsit oäsr äsm Tintall vsräanLt, vvirä am dosten so Zsoränst, äass ^vvei IlanptadtsilnnAön kolZsn vsräsn: Die äsn Latur - nnä äis äsn Lnnstlanton sntnonnnsnsn IVsnännAsn nnä ÜdsrtraKnnAsn. 44spinnen viu init äsn srstorsn, ?:n rrsledsn äis nisäsrs stu 4s äsr Nusid äsn grössten Vorrat Aslis4srt dat. dlisr tönt nns sunäodst sntASKSn äis in äsi- Lossiö so rsisläicäi vortrstsns DIoeLs (LodsIIs): 1. „I4s 4>s.tt lüäsn dort nn ^vsst niZ, vm äs Kloslc danAt.^ (Lsdnt^e: Holst. läiot III. 66.) 2. „Drag' dsr, msdr Imr, Asdsn mir, manZsIt idr, also LIinAon äsr Lsttlsr DlooLsn." (Lod. LranL: spriedvörtsr, ssdöns, v?siss LIuAroäsn . . . LranL4nrt a. N. 1575. 8.) 3. „44su Landen vnrä vsrAsdliod Aslantst. (Lranäsndurgiselis Lsnvsdrts Linsn Knust . . . von äod. Drndsln. Dölln a. ä. spros. 1698. 8.) 4. „Damit man srtadrs, ^vas äis Dtosds AssodlaZsn dado." (äod. Nattdsson: Dredsstsr III. 29. Ilamdur^, 1721.) 5. „Der Katsisn äis ssdsllsn andänASn" (äotu List: Lassions- anäacdten, IlamdurA, 1664, Vorder! odt.) Dis lolZsnäsn IVsnäunAsn ssläissssn sisli an L isr - namsn an: 1. „Der Ausdnod rn4t ) m sslds äsn Lamsn anss." (luden ervväliuts sprüslnv. ssd. Lrands, LI. 266 a.) ' 2. LsInvansnAssanA. „Von äsn sedvansn sedrsiden äis Latnr- dnnäiZsr, äass vmnn sis jstv.t dalä sterden sollsn, sis idneu ssldst ant's allsrlisdli ödste sin Disälein sinAsn nnä äarant äsn Loä ässto Astrostsr anAsdsn; inmasssn äadsro niodt allein äis Lostsn sedrsiden: Darmina iam morisns sanit execpralia s^Anns (Dviä) — Dantator e^Anns 4unsris ipss sui . . (Nartial). — (Ddrist, Lrieoins: Nnsid-Lnsdlsin. LnnsdnrZ 1631. 8. 191, II. Leil.) 3. „Dis Ldsin^ansr Ddorsn^sl sinAsn!" (Dis Lrössds sinä Asmsint.) 225 4. „Das maoln äsn ^.üsn Asi^sn — äas ls5rt einem sie5 ssldsr kennen(visll. wis asinns aä l^ram). (Iüs^s6rs5srAn kostill. lol. 2175; — Drise5: Wörtorä. I, 13s.) 5. „8o öääslt Dnx niK — so änmm ist, Ksi^t äer Verseläa^ens niolit, Dnx verstollt ssin 8pisl." (8elrnt^s: Holst, läiot. III. 67.) 6. „Din altes 8prie5wort: Dx santn volnerein, ans äein DesanA ernennt man sin VvAsl ..." (DimmsIsAlöoDlein, DillinAsn, 1667, Vorrsäe.) 7. „Dantat ovis rssukans svlvis, trsmnlants oa5allo, lnsrnntsr vvirä sins DeiAS mit äsm Lo^sn, so von ?Isräs5aaren Asmaelrt, vsrstanäsn," (lvnrxwoiliAoi' ^eitvsrtrei5ör, 1766. x. 516). ^.nl äsn Dansi lmsnAlieli sinä: 1. „Der Dans Aölrt los!" 2. „5!nn As5t Imnts äas Danken vorne an." (0. lVI. van IVsäors lZio^rap^is II. p. 397.) 3. „VVor Asi'n tan^t, äsm ist Aan (— solrnell) vorgespielt." (^.aedensr läintilcon, 1836, p. 63.) 4. „Wenn äsr lVIsister anlspislt, änrken äis Dssellsn tani-sn." (0. N. von Webers Liograp5ie II. p. 164.) 5. „Dis Dnppsn tanken lassen." (Vom Narionsttentlllsatsr snt- 1s5nt.) 6. „ . — . o5 es glsie5 von einer anäsrsn 8eits gar nielrt nbsl war, äass alls vom l?apst nnä Liaiser an Ins 5sra5 isnm llsttler naelr äsr Dlsiks äss voranseln-sitenäen Doäss tanken mnsstsn . . ." (Demolrritos, VI. p. 137.) Die imlstst angslü5rts ksäensart ist sine vielgsln-anelats nnä äis IZeäentnng äsrssl5sn vorstänälioll gsnug. Dnter „Dlsils" lrat man äsn ^1lgsmoin5egritk „NusiD" i?n vorstelln, wie in äem^Vorts „8taätpleitsr" tnr „8taätmnsiDant". „Dlnittor" — Dlötsr (llöten, pt'oit'on) ist äis nioäorlänäisolio IZsssiednnng äalnr. ^Vas äis ^.5stainmnng äss Mortes „l?lsils" äotrilkt, so ist es ^nrnel^n- tnlrron ant äas lateiniselm „piparo" (Hatnrlaut äss Vogels lzsssielr- nsnä). ^Vololer Dolm5ai'5sit äas einen selrr nntergsoränstsn Degritk ent5altsnäs ^Vort fällig ist in Ds^ug ant' Lsäentnngssnt- wioDlnng, äswoist äas romanisslrs Dipa, welelres „Drnlrling" 5eäeutet vom 8slialmsisnton (von salamns — Holm), nnä ^nglsio5 1ö 226 sin langes Dass als Nass kür Dlüssigksitsn, glöieksam eins Dlöts. ^) 3o kaksn wir dsmnask ?unäskst als Musikinstrument das kokr. Die Lsdsutung des dansrndsn Dntludtsns dsr Dlüssigksit geüt üksr in die dss tliätigsn ^.ussprit?ens: „u? pksik iin 6a? kluot".^) Hier sin6 dsmnask 6in /Vdsrn als Ilökrsn oderDksiksn aukgskasst, „(Irans statt der goldnsn wieder sin Llutstrakl koek aukspringt." — Xaell disssr klsinsn ^.ksskweikung kekrsn (vir ?urüs,k ?ur rVuk ?äklung nnssrsr ksdsnsartsn, dissrnal dsrisnigsn, dis siok auk dis Dkeiks ks?isksn: 1. „^.tsmverkauksr — Laskpksiksr, dis kür Oelcl ikren ^.tsm vsrkauksn." (Disvkart: Oargantua, 189 k.) 2. „Doinnd etwas nur an ksiskskokratk, so pksikt inan gewiss auk'm letzten Doek." ^Ltrauss': Lskukarts Dczksn, 1849, I, p. 331, und in sinsrn Lrisks: Dlm, 5. lVlai 1776.) 3. „Damit kann siek msin Vatsr auspksiken lassen!" (Iloikmann von Dallsrslsken: klein Dsksn, II. p. 78.) 4. „Ds lnlkt kein Naulszzit?en, ss muss geptiiksn sein!" (Rerlin.) 5. „... soll man daksi gedenken, dass N. Osntian etwas in dis Dungsnpkeik gexlosen kst." (Disekart: kienenkork, Ll. 196 a.) 6. „KVo Du nislit kist, Ilsrr Organist, da sskwsigen alle Dksiksn (— Dlötsn)!" (Lsrlin.) Trommel. 1. „rVIs ss nun Deit, dass man mit dsn ? ellern klappern und dsn Dap^enksimer seklagsn wollte ..." — pappen oder ssssn. (Dur?wsiligsr Deitvsrtrsiker, 1766. p. 225.) 2. „KVas mit dsr Dkeiks kam, gskt mit der Drommsl weg!" Oknkang eines Osdisktss in Okristiani Or^pkü Doetiseksr dVüldsr Anderer d'sil. Drssslau und Deip?ig 1718. p. 436.) 3. „Die Därmtrommel seklagsn!" 4. „Oott ssi getrommelt und gspkiksn!" 5. „KVonn isk Irommlsr kin, so trommle iek!" — dsdsr muss seines ^.mtss -warten. Dlöts. 1. „Dr kat ns Dlöts" — k, tout in der Idarts von oksn ksrak: .kss, Dekne, Ivönig, Dame, lluli. sllerlin.) Viei!! tütxmol. tVöiterdueü I, x. 325. °) Diel-: Ltxwol. tVörtsrdueü I, p. 324. 227 2. „ldinem die ldlötentöne lisilrrinKon" — nrorss Islrren. 3. „Ileuden Kalrn" — davon Kelren, Kleielr einem Vlötenton verfallen. (Leliüt^e: Idiotikon I, p. 326.) driinins Wörter- lruelr Kiekt disssllre UlrklärunK. WeiKaird daKSKSir leitet es aus 6ein prdiseken „pleite Kelren" alr. Ist letzteres riektiK, so liat ^.nKleiekunK stattKölundsn. 4. „lllrülrsal aul Voten lilasen!". 5. „lls ist so kalt, dass clis ldlstsr aul dein ^auns llötst!" - (Liinroek: Lpr. 5386.) 6. „He lleitiset (llötst) up er Veute" (Vanne). (Ilildeskeinr . . l'drinönielr I. 185.) 7. „Die erste I'löte (aucd, (leiKe, Violine) spielen" — Hauptrolle. Vroinpete. 1. „Idinsn rnit kauken und Vroinpeten lreKralren" einen klein krieKen. 2. „Ide kan tüten noelr lilasen!" (Holknr. v. Vall.: l'dndlinKS, p. 81.) 3. „ldr sitst aru Vrornpetertiselr" — unter den düs minoruin Ksntiunr. 4. „In dasssllrs Horn lrlasen." VrisKsinusik. 1. „Die VrieKsposaune lrlasen." 2. „Idinein den Narsek inaelren oder lrlasen." 3. „Ksrnr klasen." (Z^aelr. Lelrneiders Lürronieon kipsiense. I^sip-iiK. 1655. p. 168.) Voten. 1. „^.ul eine Handvoll Voten konnnt es nielrt an." 2. „Lo und so viel Voten sind unter die lZank As.lallen" — selrleelrtss Lpiel. 3. „Und eins ist iin Hiunnsl Kar sekön: Vut Voten wird Kar nielrt Kssslln." 4. „Die Voten inaelren den d'e.xt IslrendiK." (lkutlrsr: Viselr- reden, 68. lol. 536.) 5. „Vaek Voten" — Kründlielr. 15» 228 Dssang. 1. „Xsw Disdiein singt rnan gern." (8s6. Drani:: 8prüsiiw. Li. 136.) 2. „Wie dis alten sungen, so swiDsrn dis düngen." (8s6. DranD: 8prüoirw. Li. 143 a.) 3. „Des Disd isir sing, des Drot ioii sss." 4. „Wons da Draueii is, legt ina <1 Dnuli ins Lstt nn sin»4 n DumpanieD in da Xirsira." (In dsr oizsrn Dlai-i.) „Duinpsrniei;si" ist sin Disd ans sinsr äitsrsn Dpsr dos- ssiizsn Dsxtss. X. Daupssr: Idiotison. Nünsirsn. 1789. x. 91.) 5. „Dsr iut/.ei kan, dsr i>at seiner gssungsn." (Wasksrnagsis Dsss6. 1839. 8x. 835, 14. dain-ir.) 6. „Davon weiss isir sin Disd i?u singsn oder ^u srsäirisn." (Rssitativ vortrag.) 7. „8islr, das ist dsr )arnsr sang, dsr da naeirtoigst den Drsudsn dieser ^s^tsn." (Dsr swigsn vdssiie.it izstizüeiriein, 1518. Li. XXVIiz.) 8. „Nit Düng und Diang, mit 8ing und 8ang!" (Xiiitteration und Dsirn.) 9. „Wir iraksns in dsr Xrt, wenn wir sins irüdsoirs Nsiodis linden, singsn wir sis insist todt, dass sis icoin Nsnseir insirr irörsn mag." (Dostirs, XIV. 25.) 19. „8is irat gut singsn, sis irat i^sins 8eiruidsn ^u irs^airisn." (8impüsissimus III, p. 426. Xusg. Xurs.) 11. „Wenn inan Disdsr singt, so wasoirs (ssirwatisk) nieirt darum!" (8irao.ii, eap. 32.) 12. „Ds wird so längs nieiit dausrn ais das Disd: Lürristus ist erstanden!" (Dissisin: Drain, p. 341. — 3cd>on iin 13. sass. sin woiridsDanutss Dstsriisd. Vgl. Doü'in. v. Dali.: Ds- ssirisirts des dsutsoirsn Xirsirsniisdss. Hannover. 1854, ?- 63.) 13. „Din gut Disd saii inan ^wsi- oder drsinrai singen." (Vitss 8z>rioliwort.) 14. „Dr gsiit dairin und singt nioirt msirr!" (DsDannts Dsdsnsart.) 15. „Dr singt wis n Nausrizrsoirsr!" (Nündi. aus Xsuiisüs. Die Xnspisiung izs^isiit sieir aul derleiro. Danii äimiieli 229 ivirä lisi 8lialrssps!iro, l^smpsst II, I tlis mirssalous liarp Askrauslit.) 16. „Das ist 6s.s Du9s vom Dis9!" 17. „Nsiu Aanssr lksiolitum ist msiu l^is9!" 18. „9sAlieli VvAsI siuAt sin DssauA." )Dissleiu: Dr am. p. 359. Dsilsr.) 19 „9sAlioli VoAsl sinZt, uüs ilmi ssiu Lsliualzsl Asvvaslissu ist." sDisslsin: Dram. p. 359. l?auli.) 29. „Do Aoilit su IiooAS Miss up" — 9as lässt sisli so lsiolit uislit tlmu. (Lsliüt^s: 19iotilron, 4. 361.) 21. „Ds ist so I^alt, 9ass <1io ML.Asiii4i.9sr siriAso!" 22. „ülir wollte ss solisiusu, als 9a6s 9is Ltimms iiosli etwas 9'sxt ülzriA Asliakt, im9 9is Nslo9is war aus." (Marts sinss IsluAsii Rsssussutsu.) 23. „lvilvslalca9siliis" usuut mau iu llsrliu 9is VorlzsrsituuAS- alitsilimA vou LäuAsru. (Kil^sl ^ Hulm.) 24. „8is war sius Ltimms iu 9sr Müsts." 25. „Isli wollt eiuom wmlil sin Dis9lsiu 9arvou siuAsu!" (/VAri- sola: Lprioliwörtsr. 1534. v. 378.) (llsiAS. 1. „Msr 9is Malirlisit AsiAot, 9om ssliläAt mau mit 9sm Dis9s16oAsu um9 9su Xopl." sl^uixwsiliAsr Asitvsrtrsilisr. 1700. x. 570.) 2. „17p 9o lst^tsu (^uiuts ti99slu" — 9su lststsu Ilsllsr aus- Aslisu. (Loliütsiö: I9iot. III. 263.) 3. „Iu klappsrmlsr Nülil Drspar Dir s DsiAsuspisl!" (9os. Msu^iAi Msstslavisolier Närslisnssliat?. Ilsip/uA. 1866. p. 305.) 4. „(^uiulislsron, siAsutl. csuiutslsrsu" — iiosli uu9 Aelsüustslt siuAsu. (^uiuts — 9is liöoliste Lsits 9sr Violius. (Loliüt^s: I9iot. III. 263.) 5. „Dom liäuA't 9sr llimmsl voll LassAsiAsu — sr sie5t überall . lauter Dlüol:." 6. „Dass ss 9s Himmel tor a LassAsi oliu sisiit!" Hs9susart. i l4slirsiu ^ Voll^ss^raslis im Dsr^oAt. Nassau. MvillmrA. 1862. x. 64.) 230 7. „Die Lölnnen Krsilen naelr der deiKS, naed dein delde der Lpitslzulie." (Nündl. 13eriin. — die Lölnnen sind del^anntliel» sslrr inusilcalisol».) 8. „^Ver nielrt Keinen Icann^ kann auelr nielrt duKsrn." (dronr- inann: Nundartsn. III. 516.) 9. „.Istst ist's ausASKsiKt!" (0. N. v. iVedsrs LioKr. I. 509.) 10. „dass d(e)r Iralnns Ksis!" (In der drandlurtsr dkKSnd.) dass Dir IrsiinKeiKsn! deiKk wurde ein Instrurnsnt Kenannt^ weledss den Diesen uin den Hals Ksdunden wurde; odsn aul 1aK die diedssware. 8o wurde der Diel» durelr die Ltadt Kslülirt von dein 13ütte1. IlrsprünKlielr war dies dein- naod sin Krasser Lelninpl; ^stiit ds^eielrnst die dsdsnsart nur insdr Isiodten dadel. — Xuelr Ireisst „diKe" — dei^e in der Lelrweiii sine Krosse ^ValdsäKö. (doeldrolt^: Xleinan- nisolres Xinderlisd und Xinderspisl, p. 77.) ändere Instruinents. 1. „dr sis1>t dsn Hinnnsl lur'n dudslsaed an." (Nündl. Ilild- IzurKlrausen.) 2. „dr spielt Xlavisr aul der Orgel." (dindiselrss Lzzisl.) 3. „^.elr süsssr lielzlielrer Irsrre, wol sin süsses lrarplsn dis ist s^nsin ladenden inenselren!" (Der ewigen wisslrsit lrsd düeldsin. 1518. 131. XXXII».) 1. „^ndre Kalten audnslrsn." 5. „In der Nüls soll nran nield Irarplsn." (Illdand: 'VValtli. v. d. Vogslw. x. 36.) 6. „ds folgt die alte dsisr." (Nitrier: Nusid. 13i1»1. I. (I. 21.) 7. „ds stinnnt wie eine dölnniselis Orgel" — seldeelit, Zar nielrt. (8^>rielrw. irn Har^.) Xllgeinsiners 13 s^i sielrnungen. 1. . . . „sie selreinen al)sr Izersits ausgespielt !?u lralren" (— ?u dnde doininsn.) (Lisstsr: Nonatsselrr. 1796. p. 43.) 2. „Nusid alolraspsln" — leiern. 3. „ds ist kein selrönsr Nusio, dann so der Nenselr von Mnen wol susaininen ist gestiinpt." (Lelz. Urania: Lprielrw. 131. 323 d.) 4. „ds ist dein selrönsr Ooneordants, dann so lrert^ und inund üusaininen stiinpt." (Lei», drank ^ Lpriolrw. 131. 3231».) 231 5. „7!6virn" ist ein veräelNlielier Runstaus6rnek, cien 6sr alte Rä6agoge Dinter gs6rane6te tnr 61s ^vriseksnspiels, vreleks 6is einzelnen (llioraDeilen initsinan6sr ver6in6sn nn6 6is ott sslir unselrön un6 nnknnstleriseli 2urn Vorsoksin konnnen, )e nao66sin 6er Organist geseliiekt war. 6. „IVer sieli sel6st anzuspielen vermag kann ssl6st sieli vergnügen )eglielien Rag." (6os. VVen/lg: (Vestslaviselrer Närekensekatsi. DeipÄg 1866. p. 366.) 7. ,pV Doris a6 Rlir^giurn" sagte inan, um 6sn plöDlicken Ü6ergang von einer Naterie ^nr an6srn sin 6e^eie6nen. (Klortiinsr, p. 83. — t^ns 6er 6orise6sn naek 6er p6r)i- gisoksn ün inoüelieren, var gegen 6en innsikaliselren nsns, 6as Dingskskrte a6or n^ar gestattet in 6sr Nnsik 6es 16. nn6 17. 6a6r6un6erts.) 8. „Bs gskt ans 6sin 6" — tortissirno. 9. „Die einzigen Lpieler, 6is stets gewinnen, )e länger sie spielen, sin6 6ie Musikanten." (Deinokritos VI, 166. — Bekanntes Rätsel.) 16. „Da liegt ein Musikant 6egra6en" (wo inan stolpert). (Rekrein, x. 201.) 11. ,,/Vrnor 6oest innsieain." (Lpriekw. l?urn, l)i, 6i, 6i, 6i, pnin, pnin, pnin, — Rrarara, trarara, ra, ra — Was nsnes? ete. ge6ruekt Boxteknt in 6sr Walekninklsn. Iin 6alir 1650, v. Maltsakns Baininlung p. 80.) 12. „lle trok at init stiller Musik", — olnrs Lang nn6 Rlang. (Lokütsis: I6iotikon 4. 201.) 13. „Da liegt Musik 6rin!" — lässt sieli liören, ist sn lo6en. (Berlin.) 14. „ . . . 6s6oek liat inan ilnn sin gallearcla (— lustigen llin^) ans 6oin 6 6nr (— 6661. liart!) ant ssinsin kneken spielen lassen." (6ok, Rist: Rene . .. Rassionsan6aektsn, I6ain6nrg 1664. Vorkeriekt.) 15. „Die Rnnst gekt ketteln." (Rio. Rsnvl^er: Rüstige Ranks. Berlin 1702. x. 249.) 16. „(66ns in ore, psalinns in eor6s" — Lpsiss im Nun6e, 6as Do6 iin Herren. (Rrieeins: Mnsie-Bneklein. Dnnsknrg 1631. x. 38.) 17. „6rs non Ka6et iniinienin nisi ignorantein." (6ok. Mattkeson: Drekester. Dainknrg.) 232 18. „IV i maken Nusik, säggt dei Lälgsntrerer tu in Drganisten." (liaalze: Volkslzucü. p. 24.) 19. „Klimpern gekört ^uin Ilandvverk." 29. „Die Keinevvelzer maeüsn eins ^arts Nusik, .Vls külirsn üundert Nülleinvagen üker die Ilrüek." 21. „Ds klingt, -zvis wenn die Tonleiter auf der Kaifsemülils gemaklsn >vürds." (1Vit!?zvort des alten Drit^.) 22. Der llerliner unterseksidet: a)Nus!ksr, 1>)l1lüsiker, e) Nusikus; a) zvartet ant mit gevrölmlieker Nusik, nde Wulfen u. s. >v., 1z) mit Lvinplionie und dergl., e) lze^eieknet den, der die lzöeüste Ltufs des Darnass erklinnnt. Diese rVusvvald möge genügen! ^luek in der vorliegenden, einem Kekulprogramm entsprsekenden eVusdelmung ?.sugt sie deut- lielz und reielilioli von köekst sorgfältiger und gcnvissenkaktsr ^Vrlzsit. Dass dein Dntsr^sieknsten die Dkre z^u teil vurds, die ldanuskrlpte iium /^nvoeke der Vsröffentliekung kesit^sn su dürfen, glaukt er naokdrueksvoll kervorlisksn /.u können, und öZvar mit dem tiefsten Drsundseliafts- und Dankssgetukl gegen die lzeidsn ikm unver- gesslieksn IZrüdsr Dud^vig und Driedriek Drk! Düsseldorf, im När^ 1888. Dr. M'eck. Äi U110II011 äsi' Luiiliil iinlotti. Von Or. I/. Vol^rnnlln. „Ieli lzin weder Lekans^islsr noeli Diektsr. lllan erweist mir 2!war manelnnal die Dln-g, miok für äsn letzteren iin erkennen, ^.lzer nur, weil man mieli verkennt. Kns einigen dramatiseken Vsrsnekon, die ieli gewagt kaks, sollte man niekt so treigslzig folgern. Kiekt jeder, der den Dinsel in die Iland nimmt nnd Darksn vertrustet, ist ein Naler. Die ältesten von ^jenen Vor- sneken sind in dsn dakren kingeselirisken, in weleken man Dust nnd l^sielitigkeit so gern für Denie kalt. ^Vas in den neueren Drträglielies ist, davon kin ieli mir kswnsst, dass ieli es emsig nnd allein der Kritik sn verdanken Izalis. lek lülde die lebendige (Quelle niekt in mir, die dnreli eigens Kraft in so reieken, so friselmn, so reinen Ktraklen aufsekiesst; ieli mnss alles dnreli Druekwsrle nnd Kökren ans mir koranfpnmjzsn. Ieli würde so arm, so kalt, so lenrssielitig sein, rvenn ieli nielit einigermassen gelernt liätte, fremde Leliätss lisselisidsn sn livrgsn, an fremdem Ksner mieli sn wärmen nnd dnreli die Dlässr der Kunst mein ^uge sn stärken. Ieli kin dalier immer lieseliämt oder verdrisss- lieli geworden, wenn ieli snm Kaektsil der Kritik etwas las oder körte. 8ie soll das Denis ersticken; nnd ieli solimeielislte mir, etwas von ilir sn erlialten, was dem Denis sekr nalie kommt. Ieli lzin ein Dakmsr, dsn eins Lekmäksekrift anf die Krücke nnmöglioli erkanen kann." Diese lisrüliinten nnd oft eitisrtsn IVorte Dsssings am Leldnsse der Idamlznrgiselisn Dramaturgie sind der vorliegenden Krksit vorangestellt, um dsn Nassstak sn lzessieknen, mit dem sie gemessen sein möelite. Ks war mein 'Wnnsek, sn ^sner Lelkst- Kritik dnreli eigene Prüfung Ltellnng sn nelnnsn. Denn man kann wokl killig sekwanken, weleksr ^Vert ikr lzsisnlsgsn sei, wenn nian die versekisdensn Drteils üker Dsssings Diektsrrnkm 236 Kört; Urteils, die von kein Diekter, „dessen kkagödis unsers g-anss Lssls srseliüttert," küklsr nncl küklsr allmäklieli ksrakstsigsn, kis niekts mskr ükriß klsikt als clsr in kein nncl Kelnvsiss produ- eisrsnds drainatiseks ^.lßskraiksr. Und umnn nun auek Ksssluß init okißsn KVortsn siolr okns weiteres an die letzteren an^u- seldissssn seksint, so darf man doek andrerseits niekt vergessen, dass sis ßssekrieken sind in sinsr ?lsit kittsrer Verstimmung, am Kinds eines klägliek gsseksitsrtsn lkntsrnskmsns und viel- leiekt, wie so manekss Wrt, das lksssing in äknlieker lkage üksr siok und seine k'kätigksit gssproeksn kat, niekt all^u srnst zzu nslnnsn sind. Darum war es nrsin V^unsek, einmal ssinsn (Quellen gsgsnüksr dsn Diekter kennen ?iu lernen, der fremde Lekät^is ksseksiden siek korgt. klaturgemäss war damit der lVsg isu Ismilia (lalotti gewissen, isunäekst, weil lksssing ^snss Urteil lallte irn Ilinkliek aul dies vor dein ^.ksekluss stslrsnds Nsistsrwsrk, kauptsäekliek aksr dsskalk, weil' die (Quellen, aus dsnsn ss geflossen ist, offen 2U 'kags liegen. Denn er selkst kat sis in ssinsn Kokriftsn ^um kleil ausfükrliek kekandelt, glsiek als wollte er üker das Dntlieksns ksekensekaft gsken und eins Krüfung srlsielrtsrn. kliokt Ktudisn also in dem Kinne, unkskannts, entlegene (Quellen ^u eröffnen oder sinmögliekst erseköpfendes (juellenmaterial ^usam- msn^utragsn, sind dsr vorliegenden Kekrift üur /rufgake gestellt, sondern aus dsn sickeren Vorlagen dsr Klinika will sis einen Dinkliek nu gewinnen suelrsn in die dramatisek-kritiseks Kekatkens- wsiss dss Diekters. Visllsiekt, dass dein einen odsr dein andern auok eins solelrs (Kalos niekt unwillkommen ist. Denn unnötig seinen mir die iVrkeit niekt, da sis meines Vksssns in umfassender KVsise noek nickt vorließt Von direkten Vorstudien ist mir ausser den einleitenden Lsmerkungen, dis klolting in seiner ^.kkandlung üksr Klmilia (Kalotti^) . nnd dei Dion^sius llaliearn. antic^nitt. Ilom. XI. 28 sc^. Von dramatisoden Xrdeiten kommen in Botraodt: 1. Die Virginia dos Don Xngnstino ds Nontiano v Dnvando. Dessing gisdt von dir in einer seiner ersten dramatnrgiseden Ledritton, der Vdsatraliseden Lidliotdod/) einen anstüdrlioden Xnssng, allerdings niedt naed dem spanisedsn Original sondern naed der tran^ösioden Ildorset^nng von Hermill^, Baris 1754.^) Xnndigt er sie disr seinen Desorn an als das Werd des „grössten tragiseden Diedters, den it?t Lpanisn antweissn dann," so ist sein Urteil in der Dramaturgie ein gan2 anderes geworden: „die Virginia dos Xug, do Nont .... ist ^war spanised gssedrieden, ador dein spanisedes Ltned: ein dlosssr Versned in der dorredtsn Nanisr der Vran2ioson, regelmässig ader frostig, led dedsnne sedr gern, dass ied dsi weitem so vorteildalt niedt msdr davon dends, als ied wodl ededem muss gsdaodt dadsn." Xiedtdesto- weniger ist Nontiano ant' idn von naoddaltigstem Dintlnss-gewesen. x. 10. Xncü Lrioü Ldiwilt, Kikssing- II, 1, 1>. 187 sprillüt nur von „Isieüton ^urs^nn^on" Nontisnos. likssinA, Hernpol XI, 1 p. 251 s^. VII, p. 342. °) Oikss Ilderset^unA- äsds ioü trotü vieler Nnüs nickt srlnn^sn können. Las OriAinnI: Alnäriö 175(1 rvnr inir r.nr Ilnnil, nder un-iu^äll^Iick >VSASU mnn^einäer 8prnckksn»tnis. 238 2. l)!e Virginia des dampistron. dsssing war dersits auf sie aulmerlcsam gsmaodt worden durod Nontiano, der seiner Virginia eins Xddandlung üder die spanisolren Vragödien voraus- gssodiodt datte, in wslodsr neden anderen auod dam^zistrons Diodtung erwädnt und dssproodsn wird. In dein XntwurI iium Xloidiades (ldeinpsl XI, 2 p. 655) wird damxistrons gleiednamigs Tragödie als (Quelle genannt; odns ^weilsl dat ldsssing also auod wodl seine Virginias) gelesen. 8is ist nood ^oinlioder als Nontianos in der „dorredtsn Nanier" godiodtet. 2u diesen deiden, die auf die destaltung der lfadsl von Xinlluss waren, domint wegen tsodnisodsr Xnrsgungsn nood der sodeindar ganis adseits liegende dral Xsssx din^u. die. desodiodte dieses düustlings der Xönigin dlisadstd ist wie dedannt visllaod degenstand postisodsr Lsardsitung gewesen.^) Dis diodter, deren dsssxdramendsssing seiner Xritid untsr^iedt, sindVdomasdorneille, der dngländer Lands und sin spanisoder ilnn undedanntsr Xutor/) Die letzteren erdalten den Vorzug vor dornsille, der auod tur uns niodt in Letraodt donnnt. iVas uuu ziunäodst die antidsn ( Quellen, die iru grossen und ganzen mit einander üdsroinstimmsn, detrilkt, so glaude iod idrsn lnstorisodsn Leriodt mit dessing voraussstssn 2U dürlou. „die desolnodts der Virginia, sagt er, — am Kodluss der dinlsitung iiu dsm odsn angslüdrten Xus^ugs aus Nontianos Virginia —7 ist aus dem divius und anderen ziu dedannt, als dass ioli mied disr mit dr^adlung ilrrsr nädsrsn Umstände auldaltsn dürlto. Nan ssds, wie siod der diodter disssldsn 2U nut^s gsinaodt dat." iVir folgen dieser Xutkordsrung, dslvion sie ador ^ugleiod auf dampistron aus, um dann'su ssden, wie weit Messing den dramatisod verardsitstsn Ltolk verwerten donnte. d Diese iditilr ist inir aus 3sr 1856, VIII. Hamd. llraurat. Ltüelr 22—25, 54 — 59, 68 — 68. 239 I. Uoiitiiuio null tduuxdti'on. a) die äussere dabei. Die engere desebiebte der Virginia, vie sie uns bei äsn alten Autoren überliefert ivird, ist nur sin debenmotiv in der grossen llaupt- und Ltaatsadtion. Unten nianvberlei anderen Vbaten , dureb ivelebs dis Dsesinvirn i!>re blsrrselialt verfasst gemaebt Indien, giebt endlieli der Irevelbatte /Vngritf des Vzapius aul die dbre der dlsbejerin Virginia den ^.usseblag. Der Vater, ?!nr Verisiveillung getrieben, siebt sied sebliessliel», um seine Voobter vor dein entsbrendsn dose der Ldlaversi nnd der Lobands ^u bsvrabren, genötigt, „dir den ersten, den besten Ltalil in das Her? 2u senden." dadureb entllamint er das sebon lange innrrsnds Vold isur Iliniväl^ung der Ltaatsvsrlassung, die ^ur Verniebtung oder Vertreibung der Lebuldigen lübrt. In der dssaintentvviedelung dieser Vbatsaebsn ninnnt dann Virginia nnr etwa die Ltslle ein vds dueretia in dein /Vut'rubr, der das dönigtum der darc^uinier i?u dalls braebte, nnd Virginius bildet älinlieli -ivie Lebillers dsll^) den Nittelpundt der Voldserbsbuug. dureb die letztere darallele iväre bereits der eins bVeg angedeutet, ivie der Ltod in seiner ninnittelbar vorliegenden dorin drainatisob bätts gestaltet werden dönnen: die Befreiung des Volds vüre dauptgegsnstand der Handlung, Virginias dod nnr ein, ivsnn aueb ausseblaggsbendsr deil des (langen, din 2iveitsr ^Veg eröiknets sieb dsrn diebter, wenn er umgedsbrt Virginias Lebiedsal ?.ur Lauptsaebe inaebts nnd dein unliebe den politisebsn Ltoi? verbürgte, din solebsr Versneb liegt vor bei Nontiano soivobl vue bei dainpistron. der änssersn Veränderungen, die Nontiano i-nnäebst init dein Ktods vor^unebmen batts, sind vsnige. die ^iveiteilige Handlung rnnsstö Zusammengedrängt werden, nin so mebr als die tran/ösisebon Regeln sin strenges destbaltsn der drei draina- tisobsn dinbeitsn verlangten. rVlso donnts ^.pjiins niebt ivis in der ursprunglioben dabei erst geraume deit naeb der Revolution, rrslobo die deesmvirn vertrieb, dnreb Riebtersprueb verurteilt iverdsn. Hin solebsr Verdammung ^uvorsiudommsn, stirbt er bei divius und dion^sius im derber, bei Nontiano dagegen vrird er ekr. UöltiiiA a. Ä. 0., x. 2. 24V ^lsiolr lioi ^.uslzruolr dor ltovolution Astötot, odsr violmolrr, so änAstliolr liält dor Dioütor siolr an soino vsit voniAor Aonau Asnommon lrat. . Ds laA dios vor allom daran^ dass Vampistron noeli dis rvoitoro tran^ösisolis ant talsolrom Verständnis dos ttristotelos lzorulmnde DordorunA 2u ortüllon suolrt, dass dio auttrotondon l?orsonsn allo don vornolnnon Ltroison an- Aöimrsn sollen.^) Dalior musston dio ltlolzo^or aus dor IlandlunA vorsolnvindon; dor Ilöri^o (tladius und der Vrilzun loilius >vordon i?u olrovalisrs romains orlrolzon. Dlmnso ist dis ?lsl)ojsrin Virginia oino vornolrms Dame Aotvordon, dio visl von dor Itnolo siolrt, dio sio ilrron Vortalrron solinldot, und viel von don lllmr- liotorunAsn der Damilio >?u dol^lamioron tvoiss^ vrorin sio naolr Krätton von iln-or Nuttor Dlautia unterstützt tvird.^) Dio letztere üat (lampistron sslüst lnn^uZsdiolrtot; dio alton (Quollen üonnon sio niolü, und auvü Nontiano lässt oino mutterlose Virginia in DoAleitunA iliror ^Vmmo auttrston. ') p. 298/9. IVir srtnbrsn äisss Lreignisss änreb äsn Leriebt äes V!r- sinnig unä leilins. Nontinno eutscbuläiAt nusärüolrlieb äis plsbeiisebsn üersonen in seinein Ornrns.. Oisenrso x. 36. ekr. p. 21/22, 19/2V, ^,et III. Leene 6. Virginias selbst tritt nillbt nnl, »sine übnt rvirä nur änreb 11 e riebt initAeteilt. 241 lvonsec^uenter weiss inusstsn null aber auob die ebevallers selbständiger gsiieielurst werden; und so balu dainzzistron daim, eins beiildseliakt 2lwisebon dlodius und leilius /.u erdiebtsn. IVeil er sieb von ^snem an bang ccncl bbre gesebädigt glaubt/) lauert dlodius aus eins delegonbeit nur Itaebe, uud oline von i^ppius Lekebl nu baben, lässt er Virginia au« dem bompel uud vom Altare, wo alles nu ilirer Vsrmäblung mit leilius bereit ist, gewaltsam ontkübrsn uud iu deu balast des ^pzüus bringen. Indem er so clsiu ^pius ^war entgegenarbeitet, — naeb seineiu eigenen dsständnis ist er iluu nu danb verpiliobtst — so benutzt er ibn oigentliob doeb uur als blsebmantol kür seine psrsönlieben baebspläne. /Vppius seblissslieb — au cd dies ist sin neuer uud uur durelc die dleiebstollung der bsrsonen ermögliobter /^ug — bietst der Virginia unter dein beuebleriseben Vorgeben, ibr gegen dlodius' blaobstellungen nu Idilke bommeu nu wollen, seine Hand an/) die natürlielr entrüstet ^urüebgewiesen wird. Loweit kand bossing den Ltolk bearbeitet vor. bunäebst batte er die Absiebt, diesen Vorbildern unmittelbar nu kolken und glsiobtalls eine Virginia nu diebton. ^) bloeb ist von solobem Versuelr eins Leone erbaltsn/) dlaudius tritt auk Kann wie bei Nontiano und dampistron bereits als Mitwisser der bläue des /Vppins und bespriebt seine ^Vnsebläge Kögen Virginia mit butus, — eins von bsssing gesebatkons bigur^) — der bedsnbliebs bin- wände dagegen erbebt. Die weitere Ausarbeitung unterblieb, das bästige in der Verbindung nweier Handlungen, deren eins die anders beein- träebtigts, musste sieb dem lbiebter bald tublbar maebsn. Leine Vorgänger bonntsn diese Verbindung uiebt lösen, denn ibr ') elr. p. 9. 2) Xet IV, Leons 2, 3. ^nolr 4ns Lsiiiolcsnl clsr bnerstin Iintts iän soiion vorirer su einem lirnmntisvirsn Rntwnrt'i Das dötrsito Rom (Nempei XI. 2 p. 481 S(^.) vsrnninsst. ') Hsmvel XI. 2. 631. °) ^.n ilin erinnert Rirro in R. 6i., liessen Käme cissssiks bscientet nmi 4or nnelr vor llem ilberkniis (II. 3) wnrnt, Xneii sonstige Xnmon üer L. O. erinnern nn ciis Vorlagen: Xppinni nu itppins, Oinnckin nu Lünuciius, Onmilio (Rotn) !M tinmilio, eonLcients lie Vir^inie dei Lnmpistron. (Olionrcio weist nul liie oizen erwäilnte ltniieniselie Xoveile; iin Xlnrineiii skr. li. Loiunilit II. i. x. 189, i-n Xn^sio ibid. p. 149.) 16 242 dramatiselrer (lodsx vsrlanAts IdandlnnAsn, l>ei denen das 8taats- wssen interessiert war, als unsrlässlieü kür die ^Vürds der ^raAödis. LsssinA aüsr, der im Linns des waüren Aristoteles die Dinlisit 4er IdandlnnA als üöeüstes nnd sinsiiA verüindlielres DinlisitsAssstsi ankstellte, l dald darank, den eiAentlieli traZiselren Xsrn des Ltolkes, das LelneLsal der Virginia üsrans^nseüälsn und kür siel» gesondert ?.u üetraelitsir. Lereits im daln-s 1758 üatte er die drüsieüt, eins üürAerliolre Virginia — eine Lmilia Dalotti — ?in selirsilzsn. „Lr üat daüsr die Dssel»iel»te der römiselrsn Virginia von alle dem alzAösondsrt, was sie kür den Aan^sn Ltaat interessant maelde; er üat ASAlanlot, dass das Lelrielzisal einer Loelrter, die von iürsm Vater nmAsüraelrt wird, dem iüre Lugend werter ist als il»r Lsl>en, kür siel» tratz'iseü ZennA nnd käüiA ZennA- sei, die ^an^e Leels sin erselmttsrn, wennAlsielr Lein Umsturz der Kansen LtaatsvsrkassnnA darank kolkte." Diese Dra^ödie, die in drei Vl^tsn mit allen Drsiüeitsn der enAliselrsn Lülms ansAearlzsitst wurde, ist nielrt erüalten; sliönsowsniA'eins IlsnIzsarlisitnnA dersellzen ans der IdamüurAer Lsriode, die nur kür die ^.nkkütirnnA, meld kür 4>zn DrneL üestiinmt war. Leide, so seln'siüt er an seinen Lrnder Ixarl'), Iralzs er nieüt lzraneüsn können; was üesaAsn will, dass Lmilia Dalotti nool» lzedeutends VsrändernirAsn durelnnaeüsn musste, sl»s sie endlielr 1772 als „die erste dentselrs Lra^ödis" in iürer ^et^iASn Destalt ersel»si»rsn lconnts. Diesen stnksnwsissn Lii»twielcelnnASAanA lcännsn wir nnn leider nielit msür im einzelnen vsrkolAsn nnd sind datier Ak^wunA-en, unsers vsrA'leieüendön L1iel:s von Dmilia Dalotti sokort ank Non- tiano nnd (lam^>istron v.n riolden. Leiden war LsssinA mit der VerlDIrsnnA' seiner Dalzel sellzständiA ASASNülzerAstretsn. Der lnstorisel»s Loden war ver- lassen, nnd so wurden natnrASmäss dlamsn^) und Lelianplatsi Aeändert. ^.n Ltelle des alten Lom trat Duastalla, die Vir^inler maelitsn den (dalottls Llatis. Nit dem Zweiten dleil der DesamtüandlnnA kalten auelr die Lsrsonsr; weA, die ilm 2nr Lntwielclnn^ ürinAsn lrelksn: ldnmitor, Vir^idias Dlreim, und die römiseüsn Latsüsrrsn d ^.III 10./2. 72. IIkiQpsl XX. 1 x. 483. °) vvs.r üim dkrelt» L!g,r>iiü»ti'nn v<»ÄNA>zAi>.»Asll, 4er nur 4ie Xnnrsir 4e8 ^.ppius, tün.u(o)(üns uuä leiüus 1»eü>eüielt, sonst neue üuAÜerts. 243 Idoratius und Valsrius, die Vontiano aus den alten (Quellen üdor- nonnnen. sowie die xiemlieln iidertlüssigen Vertrauensporsonon, die Dainpistron erdiedtet datts. ^Vn dirs Ltolle treten doi Dessing nsus Dedonüguron: Der Nalsr Donti, die Randiten Rirro und /Vngelcg der Lodionte Lattista und der Rat Dainillo Rota, die säintlicd, soweit niodt die Handlung urnnittoldar sie ersorderto, aus sein' gosediodto dVoiso ^ur Ddaradtoristid der Hauptpersonen verwendet sind. Die letzteren werden iln'sn Vordildsrn ent- sprsedond dsidsdalten: /Vppius (Claudius . . Rrin^ Dottoro Doniiaga. Virginias .... Ddoardo. leilius ^.ppiani. N. Dlaudius . . . Narinelli. Virginia .... Dinilia. Der allgewaltige Deeeinvir ist 2Uin adsoluton Dorrseder e ines Duodezstaates geworden, der Rriogstridun Virginias suin s> d erst e n (dalotti, die. Riedes erin Virginia 2ur„dürgerliedon" Dinilia. In diesen Digursn dätten nur also wieder das ursprünglieds Vor- dältnis ^ wisedsnRatrieiern und/Ried s^jorn, das (iainp istron aus- gedodon datto. Leinen „edsvaliers^ leilius und Rlodius adsr ontspriodt der „Dras" /Vppiani und der „Naredsss" Narineiii. Die von idin erdiedtete Äluttor — nunrnodr Rlaudia Dalotti — wird gieiedsalls deidodaltsn,^ nur inuss sie dior natürliod aus die dürgsr- liede Leite treten. >VIs neu und Dsssings ureigenste Ledöpsung tritt ondlied nood die Dräön Drsina dinsu. ^.ued sür die weitere Gestaltung der Handlung ini einzelnen sind Rainpistrons Dsuorungon sast dureligängig denuDt. Die seindliede Desinnung des Dlodius gegen leilius dleidt in Narinellis Vordältnis ^u ^.ppiani dosteden. Die Dnttudrung Virginias aus dein Rernpsl in das Daus des /Vppius dsdrt -wieder dei Dinilia, die aus dein iVegs ?ur Doedssit dured Räuder üdersallsn und ans das Dustscdloss des Rrin^sn entsüdrt wird' Dort ist (üiodius, dior Narinelli der ^nstilter. Dur den loteten i^ug, dass /Vppius der Virginia seine Idand andietot, donnte Dossing niedt drauoden. d Mltinx irrt also, wenn er (p. II) ineint, ikrs lürünclnnA Aslrörs Fans I^essinA nn. ") ^. ueä O!onz?s. dsreits (e. 28) deutet Helkersäelker des L»k>.udin^ nn. 16» 244 Hier griff er auf Nontiano /nirüeh, der nur von einer Diehss- erhlärung des 4p;»iii» gelegentlich 4er ötfsntliehen ffeier 4er Kalilien etwas weiss. Din Vaehhlaiig davon ist 4ie Diehss- vrlclärung Donsagas an „heiliger Ltätts."^) Loweit 4is äussere ffahsl. I ritt danaoh Nontiano gegen Dainpistron surüeh, so werden wir sofort das Dsgsnteil hemsrhen, wenn wir uns jstst — und hier liegt Dsssings, wie üherhaupt 4ss dramatisehsn Dielüers, eigentliche /Viitgahe — sui' Ilstraele tung 4er inneren ffahel, 4. In 4er Dntwiefflung 4er Handlung aus den Dharahtersn wenden. 4>) Die Dharafftsrs. Das LehieDsal einer 4'oeliter, die von itirsm Vater getötet wird, uin sie vor Lehande su hewahren, sollte die ganse Leele srseliüttern. Dainit ergah sieh sin neues Drohlem. (Var in den alten (Quellen und damit auvh für Nontiano und (dampistron das Notiv gsgshen, wsshalh Virginia getötet wird, — sie soll dein entehrenden Dose der Lfflavsrei entgehen — so mussten liier neue Notive gefunden werden, um den Doehtsrmord von Leiten des Vaters hsgreiflielr su maeliön. Dessing suelite dieser Viif- gahe dadureli su genügen, dass er einen Vater selmf, der die Doehter in gutherzigster Ühersilung, da seine und der Leinen Dlirs ilim hedrolrt seliöint, tötet; eine ffoehtsr, die den Vod verlangt, weil ein ferneres Dslzsn ihr Leelsnheil gefährden würde. Dm su diesem neuen Äsls hinsutrsihsn, mussten die üherlietertsn Dharahters sine gehörige Dinändsrung und Vertiefung erfahren, und es entsteht für uns die Drage, wie weit naeh dieser ldiehtung hin die Dramatisierung hsreits vorgsarheitst hatte. Von (lampistrvn war wenig su hraiiehsn. Keine (dharaDtsre sind ohsrlläelilieh gehalten, olms 141 ut und Dshen. Kur einmal geht sine tiefere kegung dureh leilius, der seinem Drsigelassensn srfflärt, dass er aueh seine Diehe der Lülavin Virginia gsgsnühsr nieht aufgehen werdet) Dieser Xug erinnert an den (traten ^ppiani, der, üher Ltandssvorurtsile sieh hinwegsetzend, seine Kraut in den hürgerlivhsn Kreisen suelü und mit aller Dnt- ') llueli vvi'Al. auoii ckie itirl. bloveüs bei ü. Leiniiicit ». a. O. p. 236. -) x. 27. 245 selnedsnbeit gegen Rarinellis bamisebs Lömerleungsn seine Mali! vertritt.') ^Vsssntlielrer ist das oben bereits gestreifte Notiv, welelres Oampistron in die lsabel braebts, indem er dein Lüodins eins feindliebe (dssinnung gegen Ivilins andiebtets. Der (drnrrd, der iim bewog den Lüodins als neiderfüllt ein- ^utübren, war, wie wir saben, ein ^iemlieli äusssrlieber: der llörige sollte sin selbständig bandelnder Llavalisr werden. lbossing nrnssts ilnn kolken, da aueb sein Narinslli für das llubenstüeb verantwortlielr werden sollte. Indern alzer Oain^zistron das nrsprünglielre Verlrältnis auflöste, beseitigte er anelr sin wielrtiges Nonrsnt, welelres in dem lristoriselren Lerielrt gegeben war: den ^wang, unter wslelrsm der Hörige als minister deeemviri Irandslt, nnd der )a selbst den Virginins /.ur ^.nnalnns mildernder Umstände bewegt. bessing bonnte dies Nomsnt nielrt entbelrrsn, denn „die Litten der tragiseben Personen sollen gnt sein" so lslrrt sein Aristoteles/) nnd der böse Intri- guant bann nnr (duade linden nnd srträglieb werden/ wenn er nnter dem Zwange der blotwgndigbe.it lrandelt. Oesbalb selmf er dnrob lfortbildnng des lfeindseliaftsrnotivs den absoluten Löse- wiebt, wie ilrn Llampistron ^sielrnet, in einen dleulsl ans blotwebr nm. „Ie.Ii weiss wolrl, sagtder b'rinsi, dass Lie, Narinelli, ilrn sse. tV^^iani) nielrt leiden können, olrsnso wenig, als er Lis"^) — natürlielr! die beiden entgegengesetzten blatnren, der feile, angendisneriselie Höfling nnd der grade, anfriebtige Ldelrnann, der Odoardos ranlrs langend ent^nelet, müssen einander abstossen. ^.bsr tlrätlielr gebt Narinelli doolr erst gegen seinen lfeind vor, als dieser ilrn in der eignen Lxistenü ^n bsdrolren selreint. lfür ilrn ist die (inade seines lfürsten alles, — nnd dieser I^ürst ist nielrt blind gegen ^jzpianis Tugenden, sondern wünselrt ilrn sielr ') D. v. II. 10. °) lüv. III. 48, 10. okr. II. v. 88. Stüclr. ') Nit üeoirt kut dies unter Iliinveis ant >ri«t. poetik. 25. H. 19 uus dem tludöl, der den Neneisos in Durixides' Orest triüt, ^etolxert. Arnold: 4,essin^s It. <1. in üirein Vörüültnis nur ?oetik des Aristoteles und nur Huinb. vr-unutur^ie. 01>snrn!tn üronr. 1880. p. 16. 18. (llkr. poet. 15, 5 öd. Luseinilü mit ^.umerlrun^ 194.) °) L. v. I. 6. 246 2U verllinäen! Das äark niollt Keselrellen, unä äaller erKreikt Narinelli IlSKieriK äie DeleKenlisit il>n siu entkerilsn. Weiter Kellt vorläutiK sein Klan niekt. Ist jener in ffürstlieksin ^.uktraKs entkernt, äann ist er selbst wisäsr äsr alleiinKS DünstlinK seines Herrn, äenr er siuKlsiok äurel» äie Ver^öKsrunK von /Vppinnis Heirat einen Kans lzssonäeren Dienst erwiesen lrat. Dreilielr trifft er Kleioll — äenn clie Dsit ist änKstliok kur^ lzsinesssn! — kür äsn äussersten Dali seine VorkskrunKsn, ja er würäs soKar, Kinne es olnie weiteres äa^u, auok so vor seinsin keiKsn Dewisssn clie DntsokuläiKUNK llaken: ^.ppiani ist seilest solrulä, warnin ksnut^ts er äsn WöK niekt, äsn iek ilnn ?.u seiner läettunK Ks^siKt kake! Iininerlnn aksr —- nnä äas ist wioktiK — seksnt Narinelli vor äsin äussersten Zurück, unä äis käinisek ärolrsnäsn Worte: nur Deäulä (Irak, nur DoäuläD) — init äsnen er sielr ^uin Noräs entsoklossen ^eiKt, spriokt er erst, als ilnn naelr seiner Üker^euKunK keine Wakl inskr kleikt. klaok äein Dssuok ksi ^ppiani") stekt sein eigenes Dellen in Dekakr äurell äsn Dlirenlianäsl, äer ilnn init ^.ppiani ärokt. Dr ist nu ksiK, uin ilrn auk ekrenkakts Weiss rni lösen, also inaK alles seinen WsK Kellen! lVppinni inuss kallen. Lo ist Narinelli, weniK^tsns in weit kökerenl Draäe als Dloäius, sinLösswiellt aus DwanK unä se.inein Drkiläs wisäsr näksr Kstrstsn. lVuel> äusserliek i?öi»t siek äas; äenn wäkrenä Dloäius Kan2 konsequent sekliesslioll init kessitiKt wirä, lzlsilzt Narinelli ain Dellen; äis Ltrake, äis ilnn isu teil wirä, ist eins inoralisoks.^) Daulit können wir lVllselneä nekinsn von Dainpistron. läsins okerkläolllioksn Dkaraktere konnten äsrn Dielrtsr äer Dinllia ') II, It) IZnds. °) Her ltod ^.ppianis sowie die nnr inoralisebe Lestralnn^ der beiden LelmldiAen sind Messing- ei^entiimliebe tVsitsrbildnn^en der äusseren ?abel. Leins Ltrale bestebt niebt etwa nur in der Verbannung — aueb diese entspriebt den alten (juellen — sondern weit sebwerer wiegt sein „tVeb mir!" an der biSiebs blmilias. Der lVusrus bekundet, dass der Menseb in Marinelli ersebüttert ist. ^Ilss konnte er bis dabin vor seinem weiten dewisssn ver- antworten, selbst über den ?od ^.xpianis sieb Irenen i diesen Mord aber bat er niebt vorausgsseben nnd niebt erwartet; sein gewissen sebmettert ibn ^u Hoden. tVir steilen nns damit in der bekannten sokauspislerisebsn Vrago: ob Lexdelmann, ob Oawison, aueb ant Leite des letzteren, vorausgesetzt, dass der Menseb, niebt nnr der Rökling, der die lZnade seines Fürsten verloren bat, erscbiittsrt susammenbriebt. 247 doino ^.nroAunA modr Aodon. In um so dödorsm drads dat dios Nontis.no Aktdan; das olxzn anAotudrto darto Idrtoil, ordlär- lioli ans der loindliodon LtollunA dos Dramaturgon ZSASn dio Iransiösisodo koAslmässiKdoit, darl nns niodt dsirron. kiodton wir nnsoi' ^.uAsnmord Aunäodst aul das Iloldonpaar Lmilia nnd Odoardo. ^Vas dis orstsrs dotrilkt, so Alt os vordor LtollunA mr nodmon. 14. disodor rülnnt os sIs oinon loinon dos Oiodtors, dass or dlmilion als oin ^unAräuliodos I4ind nur in so woniA Loonon, in dsinsm oinAignn Nonolo^, auktroton lasso. „In idrom (domüt ist niodts vordorAsn^ was siod nur in oinoin LoldstAsspräodo otkondaron liosss/^) Disso ^.ulkassunA riodtot sioli KSAon alle OioAniAon, wolodo don (Irund Au dor traAsodon ldosun^ in dor I n ode odor Hsi^unK Idnilias Aum 1d'in/.on suodon. Ills ist lnor niodt dor Ort aul dioss vorwiodolto und visl srörtorts ?rsAo^) dos nadoron oinA.u^odon; mein LtanAmndt Andt in lourAom dadin, dass man 14. ldisodor doistinnnon muss, wenn s-ndors man in dlmilia dalotti dio AölunFono Vrodo aul das in dor Oramatur^io aulAöstollto Ilxempol ordliodt und kostdalton will. ldossinA dätto siod oinon sodworon Vorstoss AU soduldon dommon lasson AöKön soino Vordorun^, dass wir aul dor Lüdno dio traAsodsn ldoidsnsodalton aus oi^onor dlrladrunA sodon und niodt nur von idnon döron wollen, — dätto or oino liodondo dlmilia niodt auod vorliodt dandolnd oinAolüdrt.^) dodon wir also AU. dsss dsi dlmilia von diodo ?.um VrlnAon niodt dis Rode soin dann, so ist dio /Vdnlioddoit mit Nontianos VirAnia um vordonnliod. IVir dndon sio dort Aunäodst im dsspräod mit idror ^mmo dudlioia, der sio idro llurodt und idro IZosorAnis AoZonüdor dor von ^pius drodondon doladr ausspriodt. „dliodt Awar, als od sio siod turodto, siod von dom ^.ppius ondliod orwoiodon AU ') Xsssinx ketörinator I. p. 268. Litteratur ül>er üas Xür uncl tViüsr in äieser Xra^e Irat Zusammen- gestellt Xolrlecler: Xessin^s X. 9l. als Xsetüre kür ?riina. star^arü ?ro^r. 188t. x. 13. H. O. p. 98 (Lempel). p. 294. Ois stellen in der H-aAö'äis selbst, aus denen wan eins Xeiüensobakt bat kollern ^vollen, sind erörtert von X. Xiseüer a. a. v. p. 25t> sil. 299. 248 lassen/) nein ilir Iler^ ist einzig und allein mit dem, mas sie dein leilius, dem sie von ihrem Vater nur Lim versprochen morden, schuldig ist, erfüllet nnci gäniülicll ilnlähig irgend einen andern Lindruch aufzunehmen/^) Lasssllm sprielit sie noch einmal ans im II. Auftritt. „Lis lmhlagt ihn Lclnchsal, welches sie ihrem Vaterlands iin ein ein traurigen Leliauspiel mache, ohne dass sie sich gleichwohl das geringste in ilner Liehe für den leilins in ilirsn dedanhen nnd Handlungen vorzuwerfen Halm/' Weiterliin wird die „gewöhnliche vVut'richtigheit"^) der Virginia lmrvorgehohen. .„Lie weiss, dass sie linfäliig ist irgend eins Walnl>eit ?iu vsrhergen ihr Hsrsi honnt Heine Verstellung." Lhsnso wenig hennt sie, müssen wir liier umgehelrrt hshaupton, Lmilia dalotti. ^uel> was sie äussert, geht durch- weg aus ihrer innersten Lmpündung hervor; dies gilt auch von ihren herüelltigten und viel angefeindeten Worten in der vor- lotsten Leons: dswalt! dewalt! Wer hann der dewalt nicht trotzen? 'Was dewalt heisst, ist nichts; Verführung ist die malme, do- malt. — lelr Halm lllut, in ein Vater, so jugendliches, so warmes Llut als eins. Vuch meine Linus sind Linne. Ich stehe für nichts. Ich hin für nichts gut. Ich Henne das Haus der drimaldi. Ls ist das Haus der Lreude. Lins Ltunde da unter den Vugon meiner Nuttor; — und es erholn sich so mancher Vumult in meiner Lsele, den die strengsten Ilhungen der Religion haum in Wochen hssänttigen honnten! -- Lie Worts sind durchaus ernst 2U nehmen als der /Vus- hruch einer tief gequälten Lsele, die an sieli selhst irre geworden ist. Vur eine gaim irrtümliche Auflassung, die einen hlaflenden Riss in Lmiiias L Iiarahtsr7,eichinung hringen würde, honnte ^u der Lrhlärung gelangen, die Worte seien in hsahsichtigter IZs- ') ekr. t .iv. 44, 4 ilppius amore -nrilens pretio ao sps perlioere kläortus INoiivs. 43 üiAt tiivilli ir^ookirx^l^kv ae» ?r^o^ ra>; wovon wollt in üiiNi.'iiiiis Ilkiiiss, „clsin IlkNiso der t?ren4o", ein 4?on iikloii- klingt, okr. ü. Lefnniät kl. a. L>. p. 188. a. kl. O. p. 256. !>. a. O. p. 258. ctt. I^iv. III. 44, 4 post^uklm oinuig. pnäore »»ept» klnilnklllveitsrklt. ') kl. kl. O. p. 260 Lnäe. 249 isciltNUNA Asspl oolivn. LsAvoiklivli uncl verslÄndlivit in ilncnn AS.N2SN IlrnkanAS tvsi'don sie krsilioll nur Iisi lisksvollstsrn uncl Asnansstsin Lin^eiion unk Lrnilias Olrktnulctoi'. ^.ne4» dies u4>sl' lisAt ansssiliallz unscn'si' /VnkAukis; wir wsrdsrl ii>n nur soweit nooir ^n würdi^on iradsn, als er izssilidnsst ist von ilnnm Vater, /.u dein wir nunmoln- nizorAstisir. Dis d'arallslität von Noirtiairos Virginias ^ nnd DossiriKS <4d«iardo s^rinA't tnn Isisirtsstori in dis ^.uAsn. Lei srstsrsin äusssrt sisii ViiZinia iin Dsspräoir init drrsr ^nnns n4>sr dsn Vatsr in dvr sinAsIinndsten Wviss. Dulilisia ist der ^Vnsisdt, nrn Virginia KSKsn dis ^aotistslIullAsn dss Dsoeinvirs iün dswudroii, ') Xrnold a. a. L. p. 15. „Lmilia liat ibr Liebstes und Restes verloren. Wer will es der Lnglüeblieben verarmen, wenn sie den Lod suebt. Lass sie in dsn Länden des Räubers bleiben soll, mns» sie in i In ein Lntseblusss bestärbsn Lin den Vater isn bestimmen, dass er ibr den Loleb sinbändigt oder mit eigener Land die Lbat an ibr voll- 2iebt, bsrübrt sie die Ltslle, wo der Xlte am empkindliebsten ist: sie sp riebt van Verkübrung Lie Verkübrung ist nlebt ernstlieb gemeint, sie ist ein Vorwand, wodureb Lmilia dsn erlösenden Lod HU linden bolkt." Liese ^.ukkassung bat mieb immer etwas starb an das Lostbesebe „Lu- dereben" erinnert; es ist übrigens leielit abmrseben, wie Arnold daüu Hebammen ist. Indem er nämlieb dureb die vorangsbends Letraebtung -:u dem Resultat gelangt, dass die sebönste Lragödie eine reine Lebiebsalstragödie ist, und dass Lessing dureb ^.nnabme der Xristoteliseben Lamartie diese Xukkassung teilt, so muss aueb Lmilia sine Lebi.ebsalstragödre sein. Lud sie wäre es in der Lbat, wenn Lmilia aus dem angegebenen Notiv dsn Lad suebte. Las tbut sie aber durvbaus niebt (ekr. Raumgart, Landbueb der Roetib. Stuttgart 1837, 456), vielmelir lrommt ibr der Lodesgedanbe erst im Lssprävb mit ikrsm Vater, und die „Lurebt vor Verkübrung", die sie in den Lad treibt, ist begründet in ibrem gari'/. eigenartig angelegten Singularen Lbarabter, der die leidvolle Lituation in einseitiger und sebrolksr Weise aukkasst. Wir baben gewissermassen iiwei Ktnken ^u untersebsiden: eine drangvolle Lituation (sie gijit'elt in Lmilias Klage: „Lud warum er (se. der Lrak) tot ist! Warum?"), bervorgekend aus der Lamartie, — und iliren tragisebsn^usgang, bedingt dureb den daraut'kin angelegten Obarabter des Lolden. Liese Kompositionsweiss ist Lessing eigsntümlieb und lässt sieb über L. L. binaus rüelrwärts verkolgen. Lie ging meines Lraebtens bervor aus dem IZemüben, uwei beterogsne Lingb: sine Lamartie, die sum öebiebsalsdrama treibt, (ieb teile soweit die Lumoldsebs Xukkassung) und poetisebe Lereebtiglrsit, d. b. kier „Rroportion. ^wiseben Lamartsma und Leiden" (okr. IZriek an Lsrstsnbsrg vom 25./II. 68. Lempel XX, 1 I>. 279) zm vereinigen. Lsn Leweis kür diese Lebauptungen ^u bringen dureb Darlegung des Lntwieblungsgauges, auk wslebem L. -m ^ensr Lbeorie gelangte, muss leb mir vorbekalteu. 2S0 sei die Degonwart clvL Virginias nötige „welcher sich aut dem I^lgido einzig uiid allein heschältigt, seine Rapt'erhoit su ühen und der Icleinen Rntternung von Rom ungeachtet von dem Kchimzlto, clon man ihm droht, nichts weiss." Virginia gioht iln' claraut sin verstellen, dass der DodanDo, «ler Vater solle nm «las geplante Ruheiistüeh rissen, tur sie eine nene Drsacho iiur Rurcht sei. Halten wir liier Zunächst einmal clie äussere Kitnation kost: die Degonwart «los Vaters, welche clie Vmms tür nötig' hält, wird von der Voellter nicht gewünscht. 'Wir linclen sie auch hei Dossing: Neinungs Verschiedenheit, oh Vater o«ler Rräutigam von «lem Vorgelallsnon ?u henachrichtigon sei, herrscht Zwischen Nutter nn«l Rocliter, nur in umgoDehrtem Rorsononvorhältnis. tVls Dmilia auls tisl'ste erregt aus «lsr Rirelic, wo «ler Rrinsi ihr seine Dielzo gestanden hat, na eil llause stürmt uncl endlich in clen /Vrnien «ler Nutter ihre Ruhe wiedcrdndot, r eins Nntter iinr Leite; 2n stellen: — der änsserlielrsn Vc»rd!elrtung t'olgts ksssing aus inneren (drnnden. VVaruni alrsr ^oieknote er seine Kinilia naelr dieser Leite Irin so nnsellrständig? — Weil er «las (Gegenteil erreieken will wie Nontiii.no. Knlrlieia rät ilrrer jungen Herrin, ein es nielrt angelrs, clen Vater xn lrenaelrrielrtigsn, solle sie wenigstens ikrsn Vetter kinnritor nncl clen Lräutiganr leilins lrerlreirnlen lassen, nncl sie rät «lies, „clainit ilrre ^nnge (delristerin sin dein, was sielr (dvlälrr- liekss ereignen könnte, clnrelr ilrr Ltillsekwsigon niekts lreitrage."^) Knrilia alrer soll nncl nrnss 2N clern koinnrsndon Vnlreil clas ! irrige lr ei trafen. Nit sinein Wort: es Aalt liier cler tlreoretiselren Kordernng der Nanrartia gersekt ?n werden. Die Intrigue, weleke gegen clas selrnldlose Näclelren gesponnen wird, durlte, wenn anclsrs sie naelr kessings Vlrsorie Nitleicl, nielrt Lelrreeken nncl Wlrseksn erregen sollte, nnr ans eigener Veranlassung nlrer sie lroreinlrreolrsn. Darnin tlrnt sie ssllrst äsn verlrängnis vollen Leliritt. (degen ilrr lresseres 'Wissen, clas sie auts entselrieclensts 2nr Nittsilnng drängt, lässt sie sielr lrereden von dein Vorlall in der lNrelre sn sekwsigon. Odoardo nnd Wppiani, die 'alles lrätten vsrlrindsrn oder wenigstens (regen- selrritte lrätten tlrnn können, lrleilrsn nngewarnt; das Verderlren gelit seinen Kant, nnd Kinilia nrnss in die letzte tragiselre Lituation eintreten nrit der Lellrstanklage, den Vod des Kräntigams vsr- svlrnldet ?in liallen. Vor dorn i^nscliansr alrsr ist sie selrnldlos, denn sie lrandelto roolrt. Hier ist solrliesslieli der tielste innere (drnnd ^n suelrsn, warum Messing dir seine Klnrilia eins Nntter lrranelrt, sielr nielrt wie Nontiano nrit einer rt innre lregnngsn konnte. Dein Kate der letzteren lrätts Knrilia nielrt lolgsn können, olrne lsielrtkertig ?in orselroinen; darnnr lässt er eins Wntorität ant' sie wirken, der gogennlzsr in sntselrsidnngsvollsr Ltnnds sie erklären kann nnd nrnss: „Knn ^a, rneine Nntter! lelr kalre keinen Willen gegen den Ilrr!gen." — Leknldlos- seknldig — das ist Wristotsliseks Vragik. ') u. u. t). p. 257. tlut äus I^kssin^ äurlurulr lrervorlrelzsu rvollsu, äuss sr äeu (tivritir kervukkir s t nur tloedneit kudreu lässt!? 252 dedoeli /.n (icloarclo selbst! — Virginia b(;Ar>ints^ um den dubm, den er sieb in Rom dureb 8sins Vaplerbe.it erwarben liat, ^u erbaltsn: wie ausserordentlielc ar^wöbniseb nnd -mAleieb unbewsAlieb er ist, nnci bur2, dass ieb mit wsniAgm alles sa^e, wenn ieb erwäge, dass er mein Vater ist, weleber mieb aulsr^oAen lcat^) nnci mit der äussersten ?iärtliebbeit liebt: so stellen sieb tausend ver- wirrte dedanben aul einmal meinen dinbilclunAsbralt dar. o 2 n würde er in der Vbat niebt läbiA sein, wenn der deeemvir mieb ^n verlolAsn lortlübre, nncl er aul eins niebt all^u Asnaue ^.rt oder dureb einen lremclen danal davon daebriebt bsbäms." bis ist, als cväre liier mit Ltiebworten clsr ganxe dbarabter dcloardos bis in seine biinsslbsiten vorAS^eiebnet. Illsiben wir ^unäebst bei clsm despräeb clsr beiden brauenstellen, so betont (ilaudia als druncl ibres Handelns ddoardos ausser- vrclentlieben .-Vr^wcdin. „Ha, cln bennst deinen Vater niebt!" sa^t sis ?iu bimilia. „In ssinsm ^orns bätte er den unsobuldiASn dsAenstand des Verbrsebsns mit dem Vsrbreebsr verweebselt. In seiner Wut bätt ieb ilnn Aesebisnen, das veranlasst?:u baben, was ieb weder vsrbindsrn, noeb vorberseben bönnsn." Und dass diese libarabtsristib^) niebt übertrieben ist, ^siAen Ocloardos eigene mistrauisebs ^.usssrunAen. ^.ls ilnn Olaudia inittsilt, dass bimilia 2nr Nesss ASAanZen ssi, erlolAt solort seine llraKe: dans allein? lind anl ldlauclias berubiASnde Antwort „die wenigen Kebritts" — seine belti^s ÜintASAnunA: „liinsr ist gsnuA su einem bsbltritt."^) — ^.ls ldlaudia lernen webmütitz- bebla^t, dass sie nun die Voebter an den LebwisAersobn verlieren solle, ') elr. I^iv. III. 41. ?k>.tsr vii'^inis VerAinins Iconestuin orclircein iu ^.I^iäo cln<:sl>!>.t., vü sxeicipli rseti 4c>mi militi»sc>us. ?öriu4s uxor Institute IneiÄt libsi-ii^cik iustitusd^ntur. ') D. S. II. 6. ') Vsr^I. Z.ucli vorder äis (?d^rs.dtsristid im ZÄonoloAS Äsr Lüg-uärÄ II. 5. „>VeIod sin Naini! — O cler runden lu^encl! — wenn icngsrs sie äiessn dl-rinsn verciienet. — ^.IIss sedsint ikr vorÄäekti^, »lies 8trs.kb!cr! . . . .^) II. 2. 253 erwidert er: „Vermenge dein Vergnügen niedt mit idrem Dlüeke. ^ Du möchtest meinen alten ^.rgvolm erneuern, — dass es medr das Deräused und die Zerstreuung der Melt, mein- die dläde des dlofss var als die dlotvendigkeit, unserer Doedtsr eins anständige Drsiedung su gedsn, vas died dsvog, dier in der Ltadt mit idr su dlsidsn, — fern von einem Nanne, der eued so lierslieli liedt."^) Diese dersliede Diedv tritt uns gleied in dein eintaelten ^iuge entgegen, dass die Drauen in der ldesidsns, um dem Vater üder die Trennung von ssiner goliedtsn Doedtsr dinvsg su delfsn, idm Dmilias Bild malen lassen.^) Dlsiedt er so dem Virginius, der seine Deedter mit der äussersten ^iärtlied- keit lielü-, so ist er aued dsmseldsn Vordilde gleied der Vater godlisdon, der seine ?oedtsr aufersogen dat. Leines Dsistss ist sin gut Deil auf sie üdergegangen, und von dem eitlen oder- iläedliedsn Messn (Claudias ist niedts an idr. Klur unter der Drsisdung eines solodsn Nannes ist es dsgrsiflied, dass sied aued in Dmilias (ldaraktsr ein gans ungevölrnlielier Vrgvodn gegen die Verludrungen der Melt tsstsstssn konnte, ^.ued aus idron Morten tönt uns des Vaters misstrauisods Melt- und Dedsnsautkassung entgegen. Vls sie sied Vorwürfe maedt in der Nssss niodt andäedtig gewesen su sein, und (llaudia sie su dsselnv'ielitigen vsrsuedt: „Mir sind Nsnseden, Dmilia. Die Dade su dstsn ist niodt immer in unserer Devalt. Dem lliinmvl ist deten vollen aued detsn" — da erwidert sie odne lZsdsnksn: „Dnd sündigen vollen aued sündigen." lind als (ilaudia su trösten vsrsuedt: „Das dat meine Dmilia niedt vollen", da lautet die Antwort: „dlsin meine Nuttsr, so tief liess mied die Dnade niodt sinken. — ^.der dass fremdes Dastsr uns vidsr unsern Millen su Nitsoduldigsn maedsn kann!"^) lisdrsn vir su Ddoardo surüek! Msnn von Virginius gesagt vird, dass er eifersüedtig auf seine Ddre ist, undsveglied ist und mit dlitse alle Defadrsn veraedtst, so entsxriedt dies dem Dode, veledes dem Ddoardo gesollt vird. „Msled sin Nann", sagt ^.ppiani — „veled ein Nann, meine I'dnilia, ldr Vater! Das Nüster aller männlioden Dugond."^) Dem Dürsten, dessen ') II. 4. leü lolxs äsr Interxrstg.tiori Kolüecksi's ». a. O. p. I. °) II. 6. ') II. 7. 254 ^.ns^rüelrsn auf Laliionstta er sielt am meisten widersetzt liat, selisint er sin „alter Dogen, staD und raulr, sonst lzisdsr und gut."^) Leins Dnlzswsglieltlcsit oltaralctsrisiert des Dürsten ^Vort, „alter Nurrleoxk/^) Dnd der lcütins, gekalrrveraelrtende Lirisgor, „dessen 4?axlerleeit und Verdienst clis Loldaten allsu gut Dsnnsn" (pag. 237), ist ersielrtlielt aus cisi' leur^en Dntsrlraltung der llanditen: Dirro: ^.l>or du liast doolr deinen ^.nseldag auk ilm? ülimm dielt in 7^.eltt. — Dr ist sin Nann. 7^.ngelo: Llenne iolt iltn nieltt? Halm iolt nieDt unter iltin gedient?^) Drlelarlielt also, dass auoli er eilersüelttig üDsr ssins und seiner Damilie Mirs waeltt — „das ist der Dunlet, wo er um tötlieltsten !su verbunden ist.^ „^Vis tvild er soDon war", sagt Olaudia, „als er nur liörte, dass der ?rin^ dieir jüngst nieltt oltne Nisskallen gesslten."^) 'VVis ein fällt es iltin vom Iderisen, dass Dmilia nun loald der Dlofatmos^ltäre, von welelier er sielt nie viel Dutes versproelten Itat, entrüoDt worden soll. — „ülun gut! — nun gut! 7^.uelt das ist so altgslaufon. — lla! wenn ielt mir sin- lzilde — Nun Wollüstling, der liewundort, degsürt auelt. (llaudia, Claudia! der ltlosss Dodanles sotüt mielt in lVut."^) „DDoisu" können wir auelt lrisr kragen, „würde er in der Vliat nieltt fältig sein"/) wenn er auf eins nieltt all^u genaue ^.rt oder durelt einen fremden üanal davon Dlaeltrielit lzsleäme. Und das geseltislit dureli die verselnnältts und raoltsdürstende Naitrssso Orsina^), die in wilden Darlten die ^ulcunkt ssiner d'oolitsr ilnn ') I. 4. °) I. 5. ') II. 3. ") II. 6. °) II. 4. °) Oisssn exeentrissäsn AuA O4oar4os selisint kisssin^ von ^ntanA an ^ans^ dkson4srs Iistont 2U Iiabsn. Ver^I. 4is diiaraktsristik in 4sr erkaltsnsn Vir^iniasssne: „tlltsr un4 vvalrnwit^i^s Iräuins von Roin und Llrrs kabsn ilnn das seliwärinsriselrs dslrirn vsrrüekt." tVir sstusu danrit dis dnrs^nn^ ^ur Orsina dsreits Irük g.n, nnä ss ist kuisk kein (ArnncI, ä^ran 211 swsilsln, 4^ 4isss lü^nr als ?arA,IIsIs ^ni- ZlilrwoocI äsin Oiektor ASivisssrinassen dsrsits ^ur VerliiAllnA stsnä. ^.nod IZ. Lsüiniät Alandt an eins Orsin^ selion Inr äas Ü^Iir 1758. A.it iveniA Klnolc dst H. N. IVsrnsr, I5essinAs Dinili^ dg.Iotti, Lsrlin 1882 (LnItÜÄnxt, DrÄrn^tnr^is 4er Xlsresilrsr, 0I4snI>ui'A 1882, 5eln>.uptet 4g.sseI5s), Ä.nlrnnplen4 an eins nn4ent- lielie ^.n^abs Hisolais, 4is 4rsiakti^s Dinilia okns Orsina nu rekonstruieren versucht. dir. äaASAsn n. 8oliini4t irn iln^si^er Mr 4eutselrks ^.Itertunr nn4 4eutselie Litteratur. L4. IX. x. 64 SH. 255 vormalt. llire nielit „all^uAonau" cl. li. liöliniselr und verstsel^t andeutenden lVorto, die wie ätzendes Dill in seine Lssls lallen; der solireel^lielis Dedanlco, dass Dmilia vielleicht mit dem Bringen im Bunds sine veralzrsdste Ilomödis spielt, lzrinAkn ilm an. clis Dren^e des lValmsinns. Ilaum von diesem fürchterlichen Vor- claelit Aslisilt, muss er seine hoeliter an sieli sellzst Zweifeln sslisn, wird er durch ilire V/orts an tötlielier Ltelle Astrolkon, —^ nud damit ist er ?iu allem fälnA; in einem ^.uAönlilielc der lurchtliarsten DrrsAunA nnd unAlüelelielisr DlisrsilunA Akselnelit die unseliAS Blrat. Diese ^.usfülirunAen werden AsnüAsn, um dar^utlmn, dass DessinA in den lzeiden Ilaupteliaraleteron Nontianos lVsAe Aswan- dslt sei. dVsniAsr ist dies in den üliriAsn der Ball, wennAleieli aueli liier Dimzsllisiten liestimmt ant den spanisolisn Dichter liinweissn. Da ist snnäelrst der schwermütige ^.ppiani, der mit feierlichem Drnst seinem Dlüel^s entgsgsngelit. Bedeutsam wiederholt er die lVorts seiner Braut: „(Bsrlen) loedsuten dllrränen — loedsuten lhränsn." Denn, „noeli einen Lchritt vom ^isle", eihlärt er der aufmunternd plaudernden (llaudia, „oder noch Aar nicht ausgelaufen sein, ist im Drunde eins. — hllss was ieli selig, alles was ieli liörs, alles was ieli träume, predigt mir seit gestern und slisgsstsrn diese lValnhoit. Dieser eins Dsdanl^s lcettst sich an ^sclen andern, den ieli lialien muss und lralisn will. lVas ist das? Ieli verstelle es nicht/") Diesen (haralcternug, wold geeignet, den Lelratten der lcommsnden Drsignisss in die liangencle Lssle des l^useliauers voraus^uwerlen,^) dielitete Zuerst Nontiano seinem leilius an. lüumitor lrat iliin mitgeteilt, dass alles gut stslis, dass Virginius losnachrichtigt sei, und er sellist den Verschworenen, die ^alilrsieli und tapfer seien, sich anselilissssn werde. „Dieses liswirkst die Ilolknung dos leilius, der sich nunmolir imstande sielit, den grössten Dslaliron l/rot^ ?u liistsn. Doeli ungsaelitst dessen, was er sich von einer so mächtigen Verschwörung vsr- spreelisn lcann, wird sein 1Isr2! gleielrwolil von einer lieimlielion Dünung losunruliigt, als oli ilnn an diesem llage sin loeson- -) D. S. II. 7 n. 8. °) ilnssoräein ciient er «ur Exposition von ümiliccs LUiÄraotor. okr. Lnuin- Zart n. s.. O. p. 488. 256 deres Iln^lüelv 6svorstelrs/") OsssinA llat diesen l^nA um 80 dersitvilliAsr aufZenommsn und ausAstulnt, als /ja sein ^.ppiani dem tieaAisellen Verliän-^nls mit /nun Opfer fällt. ^.nelr an Nontianos Olandins sind naelr Bin/ellleiten lrsrvor- /ulielren. Insofern anelr seinem Handeln — er rvird sinAefülrrt als OisnlinA seines Herrn — /nvln^ende Notive fehlen, A'ilt von ilnn «las oüen Bemsrlcte. Zonst aüsr ist das Vsrlrältnis, in das ilrn Nontiano iium Oeesmvir gestellt lrat, für OessinZ mass pelzend Aevrordsn: Olandins ist rvie Narinelli ein „grösserer Ilössrvielü^' als sein Herr (p. 266). Der.-Vn^riff anf Virginia wird /war nae.Ii dem lristorisolren Berielrt Asmäss vom Oseemvir ersonnen , a6er wie Ueplristo-Narinslli ist Olanclins Irier selion cler Vsrfüürends nncl /n selmellsm Handeln Oreilende. „Bs Kelrört gemeinen Leelen", erklärt er, /i6id.) „sielr clsn kegeln cler Outend /n nuter- werken. Orosse Beute nncl Helden sind üler alles erlraüen nnd selisnen sieli für nielits, wenn ilrnen das Oastsr ^stallt." lind cveitsrlun (p. 276), da er ülrer/enAt ist, dass man lcsine Tieit /n verlieren lial»e, so dringt er in den drppius, anf das solrlonni^ste seinen Imtselduss /n fassen: „Bntseldiesss Diel noelr lieut, ent- seldissse Dlelr novü in diesem rVnp,enlIieüa! Ban^e an, meine Orsne /n üeselräftiASn! Bediene Oielr meiner, üstield!" XlmlieüOsit zeigen sndlieli leide Verküürsr in ilrrem frivolen Urteil ülsr das weillielre Oeselrlselt. Nan ver^leieüs: Narinelli (I, 6. III, 6. lV, 1.). . . , IVas Zis versäumt lalen, gnädiger Herr, der BmiliaOalotti /n leleennen, das lzelesnnen 8ie nun der O rätin dcppiani. iVarsn, die man ans der ersten Hand nielrt lialsn Bann, lauft man ans der /weiten — nnd solols iVarsn nielit selten ans der /weiten um so viel rvoldlsilsr. ^Vsnn ieli die Nutter rsolrt lenne — so etwas von einer Olaudins (p. 272). Ist sie (Virginia) nielit ein ^Veilslild? . . . Zollten Bol- sprüelrs, Zelimsielielsisn, Intel- leit, In^ennnt/, die Illire, Diel» /,n iIrren Bussen /n seilen, nielit fällig sein, den BiAsnsinn /u versnlrren, Aeset/t aneli, dass sie das Her?: nielit gewinnen Icänntsn? Zollte 6ei ilirsm Os- selileelite alles vei^slrsns sein? ir. a. O. p. 271. 257 8ekwisgermuttsr eines krinssn su soin,sekmeielielt den meisten d) Ha! ka! Das weiss iek ^a wolil, dass keine Nutter einem I'ilnsen ciis /Vugen auskratst, weil ei' ikrs koelitsr sekön findet. kin wenigsten ist klettere Donsaga wiedersuerkeunsn. katiir- gemäss mnssts sein Dkarakter, ^js mein- die 8ekandtkat «lein Narinelli allein aulgskürdst werben sollte, gewinnen. 80 ist clenn der Krins nslzsn Drsina nncl Dlaudia unter den Hauptfiguren die selkständigste geworden: dir ist kein kppius mskr. kiekt frevelkafte, sinnlose Legier ist es, die ilm von Anfang an dakin- rsisst, sondern wakre, autriektigs kieke, die ikm Denssung dringen soll von den 8türmsn der Vsrgangenkeit. krst allniäldiek nntsr dem Drang der Umstände wäokst sie sur alles verselirendsn, willenlosen Deidensekaft; die stellenweise Kntwiekslung dsrselken ist Dessings Nsistsrwerk. kelnnen seine Vorgänger die Deidsn- selni.lt des kppius Ksreits siir Voraussstsung, so wird kier vor unseren /Vngen der erste kunke in das lisisss Dsmüt des Dringen geworfen, ans dem der verderklieke Lrand siek entwieksln soll, kuek kisr liat kessing an fremdem Deusr siek gewärmt; mit sekarlsm Lliek kat er die kunstvolle krölknung der kmilia Dalotti entleknt aus II. Draf ksssx, auf weleken wir sum 8ekluss noek einen kurzen Lliek su werfen kaken. ^unäokst linden wir ksi dem spaniseksn ungenannten Diekter") klisaketk, die den Drafen ksssx liekt, allein mit ikrem kansler. „Der kansler kolt versekisdsne Littsekrikten, die ikm die Königin nur auf einen kisek su legen kslieklt; sie will sie vor 8eklaten- geken noek durekssken. Der Kanzler erkekt die ausssrordsnt- lieke tVaeksamkeit, mit der sie ikrsn Leioksgesekäfton oklisgt; die Königin erkennt es für ikre klliekt und keurlaukt den Kanzler, kun ist sie allein und seist siek su den kapieren. 8is ') elr. 61s älmlielie 5Veli6uii^ 6er ital. Novelle lll. Zeluniät, II. 1 p. 237. K Antonio Oosllo. N. 3climi6t II. 1 p. INI. Hsrmü. I)rn.w. 65. Ltiielc. 17 258 cviii sisir iicrss vsriisiztsn Lnnnnsrs sntssiiiagsn nnd anstänäig'ön LorASn nizsriasssn, ^.ksr das srsts Lapisr, cvas sis in dis Lands ninnnt, ist dis LittssirrLt sinss LratsnLsiix, — Linss Lratsn! „Nuss ss cisnn s5sn^^ sa^t sis^ „von sinsrn (Drakon ssin, cvas inir ^nsrst vorLöinint!" „Lisssr LnA ist vortrstküsir" tn^t LsssinA irinsn. „^.nt sininai ist sis cvisdsr rnit ilcrsr Zan^sn Kssis izsi dsinjsni^sii Lratsn, an dsn sis it?t nioirt dsnicsn cvolits.^ Lirns cvsitsrss irat dairsr cisr Lisirtsr disssn iisrnizsrAsnonnnsn. Dis LröttnnnAssssns dsr Lcniiia ^si^t nns cisnLrinzisn in cisr NorASnstnnds aiisin „an sinsin i^riisits- tisoirs voiisr Lristssirattsn nnci Lazcisrs, dsrsn sini^s sr dnrsiriäntt." „Liag-sn, nisirts als ILaAsn! Littseirrittsn^ nisirts als Litt- sslrrittsn! — Die tranri^sn Lssoirätts; nnci rnan irsnsidst nns nosir! — Las Zianiz ioir; rvsnn rvir aiisn irsitsn Lönntsn, ciann rvärsn rvir sin 5snsidsn. — Liniiia? (indsin sr nosir sins von cisn Littssirriitsn antseiriäAt, nnci nasir cisin nntsrssirrisirsnsn Lanrsn sisirt.) Lins Lnriiia? — ^.5sr sins Lnriiia Lrnnsssiri — nisirt Laiotti. Lisirt Lnriiia Laiotti! . . . Narsirsss Narinsiii soü rnisir irsAisitsn. Lasst iirn rntsn . . . isir icann dooir nisirt rnsirr arirsitsn. — Isir rvar so rniriA^ iriid isir inir sin^ so rniriA — ant sinrnai rnnss sins arrns Lrnnsssiri Lrniiia irsisssn — rvsA ist insins Lnirs nnci aiiss!" Lisss isioirt in dis T^nASn sjrrinAsirds Lntisirnnn^ ist irsrsits öttsr irorvor^siroirsn. T^irsr ansir dsr Leirinss dsr Lrniiia srinnsrt an ciis Lsssxdrarnsn nnd ^rvar nrrtsr ciisssn Llinstäncisn voiri nioirt dnroir iriosssn Lniaii. Lo^sn cisn Loirinss ciss spanisoirsn Lsssx saZt Lüsairstir: „t^irsr ss ist .nnn eininai cias Lsirioicsai cisr Löni^s, dass sis visi tvsni^sr rraoir iirrsn Lnr^dndnuAsn irandsin icönnsn ais anders/^) Iin nirriAsn „vsrdnsirt sis ciis LiitsrtiAicsit, rnit cisr uran iicrsn Lstsiri voii?!0Asn nnci Lianoa nraß,' siittsrn."^) Liansa ist ciis Intri^nantin ciss LtnsLs. 3is onts^rioirt iin Lsssx ciss snAlissirsn Lisictsrs öanics cisr Lräün üottinAirain, ciis sisic an cisin Lratsn cvsZsn vsrssinnäirtsr Lisics sin räoirsn snsict> ^.is Losirvsrrätsr unin Lods vsrnrtsüt, niisr^isiit sr dsr Lräkn sinsn LinA. cisn sr von cisr Lönitz'in sinst sriraitsn nnci ') H, Stück 67 Lnäs^ °) Id:a. Stück 68> 259 dssssn ldnol^ssndnnA ilnn dis DrlnllnnA sinss ^sdsn V^unsolrss sislisrt. Dlisalzstlr vartst nur anl disssn ldinA, — dsnn sie lislit Dsssx nosli iininsr — alzsr dis HottinAliain nntsrssliläAt ilnr. Dinsonst sslnoLt dis LiöniA-in, als sie davon srlaln-t, solrlsnniAst Lotsn, nin dis DinrislitnnA isn vidsrruksn; — sis Loininsn 2in spät. „Dis Ivöni^in Asrät vor Lslnnsr^ ansssr sislr, vsrloannt dis alusslisnliolrs HottinAliain ank s^vi^ ans ilrrsn ^.NKSn nnd Aislot allsn dsnsn, dis sislr als Dsinds dss Dralsn srvisssn lralzsn, ilrrsn lzittsrstsn Dnrvillsn 2u srlcsnnsn." Disssllzs Ltraks dss Intri^nantsn vsrlzundsn init ssntsn^- arti^sr ^nsssrnnA dss Dnrstsn liildst dsn Lsldnss dsr Dmilia Dalotti. Lrin?! (nasli sini^sni LtillsslrrvsiAsn, nntsr rvslslisin sr dsn I^örpsr init Dntsst^sn und VsrsirvsillnnA lrstraolitst, su Narinslli): „Hier! Idslz ilrn anl! üun? Du lrsdsnl^st dislr? — Dlsndsr! — (indsni sr ilnn dsn Dololi ans dsr Dand rsisst) Hsin, dsin Llnt soll sioli init disssin Llnt nislit inisolrsn. — Dslr, disli anl srviK 2N vsrlzsrAsn! —^ Dsli! saA islr. — Dott! Dott! — Ist ss sinrn DnAlnol^ so inanolrsr nislit KsnuA, dass Dnrstsn Nsnsslrsn sind, innsssn sisli ansli noolr Dsnlsl in ilrrsn Drsnnd vsrstsllsn?" ') S. ll. Stäell 55. 17"