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Festschrift zur fünfzigjährigen Gedenkfeier der am 28. Mai 1838 erfolgten Begründung des Realgymnasiums
Entstehung
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entspricht keiner unserer heutigen Klassen, geht vielmehr um ein Jahrüber unser heutiges Klassensystem hinaus, da nach Ostendorfs Meinungdie Schüler der Gelehrtenschule nicht wie bisher eine neun-, sonderneine zehnjährige Schulbildung genießen sollen. Diese Gelehrtenschulesollte beiden Seiten unserer Bildung, der naturwissenschaftlich-mathema-tischen wie der sprachlichen gerecht werden und imstande sein, diewesentlichen Forderungen, die man nach beiden Seiten hin an Abiturientenstellen muß, zu erfüllen; wie Ostendorf glaubte, würde die von ihmentworfene Schule im Gegensatz zum damaligen Gymnasium und zurdamaligen Realschule I, Ordn, eine zweckmäßigere Vorbildung gebenfür die verschiedeneil Berufskreise, die einer höhereil Ausbildung ihrerGlieder bedürfen. Der künftige Fabrikant werde sie ebensowohl besuchenkönnen wie derjenige, welcher sich Fakultätsstudien widmen wolle. Derkünftige Mediciner oder Naturforscher, der bis dahin weder auf demGymnasium noch auf der Realschule I. Ordn, richtig vorgebildet werde,erhalte damit eine Anstalt, auf welcher er für seine Studien einenfesten und sicheren Grund legen könne. Auch ein Auseinandergehenunserer höheren Bildung, das jedenfalls vom Übel sei, werde durcheine solche Schule vermieden. Wir sehen hier also schon den Ent-wurf eines ähnlichen Gebildes, wie es der heutige Einheitsschulvereinplant, nur mit dem Unterschiede, daß dieser nicht das Französische alsUnterbau des Sprachunterrichtes wünscht, sondern das Lateinische bei-behält und damit von dem einheitlichen Unterbau in den ersten dreiSchuljahren nach der Vorschule überhaupt absieht.

Diesen Plan einer einheitlichen Gelehrtenschule gab nun Ostendorfein Jahr nachher bereits wieder auf in seiner Schrift:Das höhereSchulwesen unseres Staates". Ein Bericht, den städtischen Behördenzu Düsseldorf erstattet von I. Ostendorf, Düsseldorf 1873, Verlag derHofbuchdruckerei von L. Voß & Comp. In dein Plane, den dieseSchrift enthält, bleibt der sechsklassige gemeinsame Unterbau (3 Vor-schulklassen und 3 Mittelschulklassen). An die Mittelschulklassen schließensich einerseits 3 obere Klassen, welche den Mittelschulunterricht fort-setzen, vervollständigen und, unter Umständen auch durch Aufnahmedes Englischen, erweitern, und mit der Mittelschule zusammen diehöhere Bürgerschule bilden; andrerseits schließt sich die höhere Schule,das Gymnasium, an, das aus 2 Unterklassen (mit Französisch undLatein) und 4 nach drei Richtungen hin auseinander gehenden Ober-klassen besteht, von denen die oberste einen zweijährigen Kursus hat.