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Festschrift zur fünfzigjährigen Gedenkfeier der am 28. Mai 1838 erfolgten Begründung des Realgymnasiums
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wohl oder übel am fakultativen Latein teilnehmen. Unter solchen Um-ständen wuchs die Zahl der Lateinschüler vom Jahre 1842 bis zumJahre 1859 von 9°/« auf 51°/a. Durch den Erlaß der neuen Unter-richtsordnung vom 6. Oktober 1859 wurde das Latein an den Real-schulen I. Ordnung zum obligatorischen Unterrichtsgegeustaude gemachtund damit dem Schwanken zwischen Freiheit und Notwendigkeit, zwischenWünschen und Müssen an der Realschule zu Düsseldorf und an denRealschulen überhaupt ein Ende bereitet.

Weitere humanistische Regungen zeigten sich während des DirektoratsHeinen nicht mehr, kräftiger traten sie hervor unter dem DirektorateOstendorfs. Schon im September 1872 legte er dem Provinzial-Schul-kollegium einen umfassenden Plan für das städtische höhere SchulwesenDüsseldorfs vor, in welchem auch ein für Düsseldorf zu grün-dendes Gymnasium eine wichtige Rolle spielt. Der Plan warfolgender: Auf der dreiklassigen Vorschule für Knaben vom vollendeten6. bis zum vollendeten 9. Jahre baut sich eine dreiklassige Mittelschule(vom 9. bis zum 12. Jahre) auf mit Französisch als fremder Sprache;an die Mittelschule reihen sich in Dreigabelung an: 1. die Bürger-schule mit 3 Klassen (12.15. Jahr) mit Französisch; 2. die Gewerbe-schule (5 Klassen voni 12.17. Jahre) mit Französisch und Englisch;3. die siebenklassige Gelehrtenschule oder das Gymnasium (vom 12.19.Jahre). Hier, wo es sich um die Vorgeschichte des Gymnasiumshandelt, interessiert uns vornehmlich die Gelehrtenschule Ostendorfs. InKlasse VII dieser Schule (12.13. Lebensjahr), die etwa der heutigenUnter-Tertia entspricht, sollen Französisch und Latein und daneben dieFächer, die auch heute in der Gymnasialtertia sich finden, gelehrt werden,nur mit dem Unterschiede, daß Zeichnen obligatorisch ist. In Klasse VI,unserer Ober-Tertia entsprechend, bleibt im ganzen derselbe Lehrplan wiein Klasse VII; nur wird das Lateinische verstärkt. In Klasse V ( Unter-Sekunda) tritt das Griechische mit 6 Stunden hinzu. Klasse IV behältim ganzen denselben Lehrplan wie die vorige Klasse. Klasse III hatfolgenden Lehrplan: Religion 2 Stunden, Griechisch 6 Stunden, Latein6 Stunden, Französisch 2 Stunden, Deutsch 2 Stunden, Geschichte4 Stunden, Naturwissenschaft 4 Stunden, Mathematik 4 Stunden,Turnen 2 Stunden in Summe 32 Stunden. Klasse II (^- Ober-prima) hat denselben Lehrplan, doch Naturwissenschaften (Naturgeschichteund Chemie) 2, Physik und Mathematik 6 Stunden. Klasse I, inwelcher die Verteilung der Lehrfächer eine gleiche ist wie in Klasse II,