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auch in sogenannten Kleinigkeiten ihre wichtigste Aufgabe zu erblickenhaben. Ist doch in der Erziehung auch das Kleine nicht unwichtig;denn erst durch lange Übung in geringen Dingen wird die Jugenddaran gewöhnt, auch in schwereren Fällen, die das Leben sicher bringt,die Pflicht ganz und freudig zu erfüllen.
Ein Vorbild seltener Berufstreue tritt dabei vor die Seele,dein Matthias näher gestanden und gewiß mancherlei Anregungenfür seine Lebensanschauungen zu verdanken hat. Es ist dies derleider 'zu früh Heimgegangene Schulrat Vogt. Die Realschulehat das Glück gehabt, in den Schulräten, die mit ihrer besondernÜberwachung betraut waren, eine Reihe ebenso wohlwollender, wiehervorragender Männer verehren zu dürfen. Es gilt dies von Land-fermann an, dessen fromme, vaterländische und bei aller Wucht derPersönlichkeit doch so schlichte Art den älteren Lehrern noch in besterErinnerung ist, bis herab zur ueuesten Zeit. Aber bei keinem kamdie edle, nur das heilige Ziel selbst wollende und die eigene Personganz hintenanstellende Natur so zum Ausdruck, wie bei Vogt, derfür Vaterland und Schule seinen Körper vor der Zeit aufrieb undseiner Pflicht auch dann noch treu nachlebte, als die Kräfte versagenwollten. Sein Bild, das uns aus den Abiturientenprüfungen unver-geßlich geblieben, hat dauernd auf Matthias wirken können, der trotzdes jüngeren Alters in treuer, engster Freundschaft zu ihm gestanden.Indem wir so das Ideal eines edlen Mannes in diesem an unserer Spitzefortleben sehen, freuen wir uns, ihn zugleich in vollster Manneskraftzu wissen und wünschen nur, daß er so uns noch lange erhaltenbleibe. Das ist besonders der Wunsch aller Lehrer, die es längstempfunden haben, daß die freundlichen Begrüßungsworte nicht bloßder Gelegenheit wegen gesprochen wurden, sondern ernst gemeint warenund aus dein Herzen kamen. Das „bloß gebietende Wort" kann keineLehrer schaffen und. „das lebendige und gute Wort wirkt mehr, wiebureaukratische Mittel und ein schematischer Apparat".
So wird denn auch die fleißige Mitarbeit des Kollegs zum Segenfür die Anstalt in Zukunft sich weiter geltend machen und das um so nach-drücklicher, als es die Vertretung seiner Interessen nach außen und zu denBehörden in den besten Händen weiß. Unterstützt wird diese Thätigkeitdurch das Wohlwollen, das der vorige Oberbürgermeister in seinerEinführungsrede der Anstalt in warmen Worten versicherte und dasder jetzige bei seinem Besuche (30. September 1886) bestätigte und