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Festschrift zur fünfzigjährigen Gedenkfeier der am 28. Mai 1838 erfolgten Begründung des Realgymnasiums
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thür, und jeder Schüler wußte, daß derselbe Mann, der gegen denStrebsamen und Ordentlichen rücksichtsvoll und milde war, ebensoenergisch und rasch strafen könne, wenn Rohheit und Böswilligkeit sichgeltend machten. Jetzt konnte auf dem Schulhofe am Schlüsse derPausen das Antreten zu geordneten Zügen und das planmäßige Ein-marschieren der Schüler unterbleiben, ohne daß das in früheren Zeitenöfters beobachtete wüste und tolle Hineinstürmen wieder bemerktworden wäre.

So war die Schule auf diesem wie auf anderen Gebieten inbester Entwicklung, als im Sommer 1885 ein ehrenvoller Ruf an dieRitterakademie in Liegnitz den allgemein verehrten Direktor nach kaumZjähriger Thätigkeit wieder von dannen führte. Wie schwer diesEreignis die Anstalt zu schädigen drohte, zeigen die warmen Worte,mit denen bei der Einführung des Nachfolgers sowohl der Oberbürger-meister wie auch der Vertreter des Lehrerkollegs seiner gedachten. Wirdürfen hinzufügen, daß dies Bedauern in ganz Düsseldorf ein allge-meines war. Die Versuche, die mehrfach (auch aus dem Lehrerkollegheraus) gemacht wurden, ihn hierzuhalteu, hatten ihn nicht umstimmenkönnen, da „unabweisbare Rücksichten" ihn fortriefen. Dauernd hater aber eine dankbare Erinnerung Hierselbst zurückgelassen.

An seine Stelle trat, nachdem wieder für die Zwischenzeit (15. Julibis 21. September) Professor Honigsheim die Direktiousgeschäfte versehen,am 22. September 1885 Adolf Matthias, zuletzt Direktor inLemgo. Jünger als irgend einer seiner Vorgänger und deshalb auchfast unbekannt, trat er in das schwere Amt. Es war verzeihlich, wennviele und so auch das Kolleg mit großer Spannung seiner Thätigkeitentgegensahen und Honigsheim bei der Begrüßung mit den Wortenschloß: Seien Sie so glücklich in Ihrer Amtsführung, wie Ihr Vor-gänger war, seien Sie so gut wie er! Wir dürfen, wenn wir auchein weiteres Urteil uns versagen müssen, doch die Überzeugung aus-sprechen, daß die Erfüllung des Wunsches rasch' eingetreten ist unddaß selten ein Mann schneller und nachhaltiger sich die allgemeineZuneigung erworben als der neue Direktor, Schon die Einführungs-rede brachte die Gewißheit, daß die Anstalt in vorzügliche Händegegeben sei, und nur die Sorge machte sich geltend, welcher der Ober-bürgermeister in seineu letzten Einführungsworten Ausdruck gab. Hoffenwir mit diesem, daß der Direktor bei jeder Gelegenheit und rechtlange sich hier glücklich fühle!