Druckschrift 
Festschrift zur fünfzigjährigen Gedenkfeier der am 28. Mai 1838 erfolgten Begründung des Realgymnasiums
Entstehung
Seite
66
Einzelbild herunterladen
 

66

referent ant 18. November 1876 in dem Niederrheinischen Vereinfür öffentliche Gesundheitspflege in der hiesigen Tonhalle die Sachebehandelte. Es möge dies erwähnt sein, um festzustellen, daß dieHartwichschen Bestrebungen, die Herbst 1881 in der Abfassung derbekannten Broschüre und der Begründung des Centralvereins fürKörperpflege ihre ersten Lebenszeichen gaben, nicht etwa durch Beob-achtungen und Vorgänge auf der hiesigeil Realschule veranlaßt wurden.Mit dieser trat Hartwich erst dann in unmittelbare, persönliche Bezie-hung, als die Agitation längst im Gange war. Eine Nachwirkungder allgemeinen Bewegung war es, daß der Minister am 17. Oktober1882 eine Verfügung erließ, die leibliche Kräftigung der Schülerbetreffend. Infolge dieser Bestimmung wurden an geeigneteil Schul-nachmittagen anstrengende Märsche in getrennten Gruppen ausgeführt,wobei die schatteulose, nächste Umgebung der Stadt vielfach den Wegin der Mittagshitze recht angreifend und beschwerlich machte. Das guteVorbild des Direktors indes, der vor keiner Unbequemlichkeit zurück-schreckte und in der Erfüllung der Berufspflicht oft geradezu Erholungzu suchen schien, veranlaßte auch widerstrebende Naturen, mit denMärschen es aufrichtig zu nehmen und sie möglichst zweckentsprechendzu gestalteil. DieSpaziergänge" wurden später etwas wenigeranstrengend, auch wurden nicht gerade die allerheißesten Tage mehrdazu ausgesucht. Trotzalledem aber bewährten sie sich doch nicht aus-reichend, um alle die Störungen des Unterrichtes und andere Nachteileauszugleichen, die eine unvermeidliche Folge wareil. Die drei odervier Gewaltmärsche konnten dazu doch nicht das einbringen, was eineununterbrochene Pflege des Körpers in maßvoller Weise anstrebensoll, und als nun später seitens der Behörde die Verfügung soweitbeschränkt wurde, daß alles bei den Ausflügen frei sein solle, Wille desLehrers und Wille des Schülers, ja auch der Nachmittag selber (Mitt-woch oder Samstag), sind dieselben wieder aufgegeben worden. (Vgl.Verfügung vom Provinzial-Schulkollegium vom 2. September 1886.)

Besonders legte Kirchner großen Wert auf die Haltung der Schülerin deil Pausen und nach dem Unterrichte; in der Gewöhnung anSitte nild Ordnung und in dem Fernhalten alles wüsten Treibens,das so leicht in der gedachteil Zeit sich geltend macht, sah er mit Rechteinen nicht unwichtigen Teil der Körperpflege, auf die er als Direktorinsbesondere sein Augenmerk zu richten habe. Unermüdlich war er vordein Unterricht in den Gängen bzw. auf dein Hofe oder an der Schul-