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die Gelder für die Orgel durch Gesang und Deklamation zusammen-gebracht wurden (auch die patriotische Gedenktafel ist eine Stiftungjener Tage). Wertvoller aber, als der Schmuck selber ist das Bewußt-sein der Schüler gewesen, sich als Glieder einer großen Gemeinschaftkennen zu lernen und durch ihr Mitwirken Haus und Schule inniger- zu verknüpfen. Auch mag erwähnt werden, daß bei den deklamatorischenÜbungen manche Schüler Talente entwickelten, die sonst nicht zurGeltung gekommen wären und die teilweise geradezu überraschten.Jetzt aber bildeten sie ihre Gaben erfolgreich weiter aus; dies verbürgteschon die sichtbare Freude, mit der sie vor ihre Zuhörer trateu.
Wie die Aula bekamen auch dieKlassenzimmer ein nicht unwesent-lich verändertes Aussehen. Die alten, plumpen und der Gesundheit nach-teiligen Bänke wurden abgeschafft und zunächst für 6 Klassen unter Auf-wendung von 5000 Mark neue Subsellien bestellt. Allerdings hat diesSuchen nach der vollkommensten Schulbank nicht sofort die beste findenlassen, namentlich sind dieselben, je weniger einfach sie waren, auch soviel unhaltbarer gewesen, aber gesundheitlich bedeuten sie alle, dieälteren wie die neueren Systeme, einen Fortschritt gegen die alte,gedankenlos gearbeitete Massenbank. Auch die Wände wurden andersausgenutzt. Kartenhalter, die freilich nicht immer sich bewährten,nahmen die Karten auf, von denen jede Klasse ihre besonderen bekam.An den anderen Wänden wurden die Langlschen Bilder aufgehängt,um die hervorragendsten Bauwerke aller Zeiten geschmackvoll zur An-schauung zu bringen. Auch in mancher anderen Art wurde durch dieSchule der Sinn für Schönheit und Ordnung gepflegt.
In den früheren Jahren waren die Schulferien hier etwasabweichend von anderen Orten angesetzt gewesen. Es war zu HeinensZeit eine „berechtigte Eigentümlichkeit", daß Ostern nur ganz wenigTage geschlossen wurde, Pfingsten dagegen freute man sich bis nachFrohnleichnam des neuerwachten Frühlings. Diese schöne Ferienzeitkannte man Ende der 70er Jabre nur noch aus den Erzählungenälterer Kollegen. Noch mehr aber entwöhnte man sich, diese köstliche!:Tage zu genießen, als der Provinzial-Landtag, der durch den Brand desStändehauses obdachlos geworden war, sein Auge auf die Realschulewarf und in den Ostertagen (z. B. 1879 vom 16. April bis zum8. Mai) für eine Reihe von Jahren das ganze Gebäude in Benutzung nahm.In solchen Zeiten bekamen die Räume einen überaus behaglicheuCharakter. Für die Schule war aber die Folge, daß die Pfingstferien