Druckschrift 
Festschrift zur fünfzigjährigen Gedenkfeier der am 28. Mai 1838 erfolgten Begründung des Realgymnasiums
Entstehung
Seite
61
Einzelbild herunterladen
 

61

Charakteristik sei folgendes daraus mitgeteilt. Aufnahme wie Abgangder Schüler wird, womöglich schriftlich, durch formelle Erklärung fest-gestellt. Auswärtige Schüler dürfen nicht in Wirtshäusern ihrePension nehmen. Etwaige Dispensationen vom Religionsunterricht,Turnen, Singen, israelitischen Religionsunterricht u. s. w. sind nurunter bestimmten Bedingungen zulässig. Ein Gesuch um Urlaub füreinen Tag und weniger ist an den Ordinarius, für längere Zeit an denDirektor zu richten. Besonders zur Pflicht gemacht wird den Elterndie Sorge für regelmäßigen und pünktlichen Schulbesuch und zwarvom Beginn des Semesters bis zur letzten Schulstunde. Urlaub zuFamilienfesten wird nur dann gewährt, wenn es sich um selteneFamilienfeste handelt. Wer ohne triftigen Grund die Schule versäumt,kann im Wiederholungsfalle von der Schule verwiesen werden. Der Besuchöffentlicher Vergnügungsorte ist, abgesehen vom Zoologischen Garten,der Flora, und der Tonhalle, falls hier Konzerte stattfinden, nur inBegleitung der Eltern oder geeigneter Vertreter gestattet. Tabakrauchenauf der Straße ist unbedingt verboten, Beteiligung an öffentlichenAufzügen sowie an Aufführungen in geschlossenen Gesellschaften u. dergl.wird nur unter besonders angegebenen Bedingungen zugelassen. Mit-teilungen an die Eltern werden als portopflichtige Dienstsache un-frankiert befördert, da sie im Interesse der Eltern erfolgen. Ver-wiesen werden solche Schüler, die sich unverbesserlich zeigen, fernerdiejenigen, deren Verbleiben schädlich auf die andern wirkt, endlichdiejenigen, die nach zweijährigem Klassenbesuch das Ziel noch nichterreicht haben.

Diese und andere Bestimmungen lassen den praktischen Blick desSchulmanns erkennen, der den Konflikten zeitig vorbeugt, eintretendenfallsaber auch das Interesse der Schule zu wahren weiß. Augenscheinlichist an vielen Stellen an die Versuchungen gedacht, die gerade inDüsseldorf sich besonders geltend machen, darum werden die Schülernoch immer mit Nutzen den Inhalt sich wieder vergegenwärtigen.

Ein großes Interesse wurde der Ausstattung der — abgesehenvon den Wandgemälden — noch unendlich nüchternen und armen Aulazugewendet. Daß eine so schöne und reiche Vollendung derselben damalsmöglich wurde, ist, wie schon oben bemerkt, dein praktischen und ener-gischen Bemühen des Direktors zu verdanken. Von der Stadt wurden dieMittel für die stilgerechten Kronleuchter, Bänke, Stühle, Katheder :c.bewilligt, während von den Schülern und Lehrern (viridus unitis)