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Festschrift zur fünfzigjährigen Gedenkfeier der am 28. Mai 1838 erfolgten Begründung des Realgymnasiums
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Wir glauben gerade in diesen Tagen der Überzeugung Ausdruck gebenzu dürfen, daß sein ebenso rücksichtsvolles wie gewissenhaftes Regimentdie Schule in keiner schlechteren Verfassung weiter gegeben habe, alswie sie übernommen wurde.

Der Nachfolger Ostendorfs war Carl Böttcher. Derselbe stammteaus Königsberg, war noch vergleichsweise jung (40 Jahre) und alsLeiter einer Realschule in Hamburg thätig gewesen. Bis dahin hattedas Kolleg stets einen älteren Vorgesetzten gehabt, dessen Autorität esum so lieber folgte, als sie stets schonend und rücksichtsvoll geltend.gemacht wurde. Dies änderte sich, als eine frische, ungestüme Kraftaus weiter Ferne kam, die in rheinische Anschauungen sich nicht ohneweiteres hineinfand und die mit um so größerer Energie an Umge-staltungen. im Kleinen und im inneren Betrieb heranging, als dieUngunst der Zeiten große Organisationen von selber ausschloß.

Wir haben schon oben ausgeführt, daß auch Ostendorfs Pläneden veränderten Zeiten zum Opfer fallen mußten. ' Es war dies beiBöttchers Ideen, eine Einheitsschule Hierselbst zu begründen, um somehr der Fall, als die Schwierigkeiten der Düsseldorfer Finanzen nichtbesser geworden, die vorsichtig rechnende Spitze der damaligen städtischenVerwaltung aber allen Projekten abgeneigt war und auch wohl'ab-geneigt sein mußte. Auch im Kolleg machte sich eine ähnliche Stim-mung geltend. Es galt unter solchen Verhältnissen auch mit beschei-denen Zielen sich zufrieden zu geben und auf große Umgestaltungeneinstweilen zu verzichten. Diese bescheidenere Thätigkeit ist aber inreichem Maße.entfaltet worden; manche Einrichtung ist damals getroffen,die praktisch war und sich dauernd bewährte, obwohl man derselbenanfangs widerstrebte. Auch die Ausstattung und der Schmuck derSchule ist selbst in jener geldarmen Zeit außerordentlich vervollständigtworden. Ebenso wurde auf Zucht und äußere Haltung der Schülersofort energisch und vorteilhaft eingewirkt.

Von wichtigen Anordnungen sei zunächst eine übersichtliche Zusammen-stellung bezw. Ueberarbeitung der Schulgesetze genannt. Ein Konfliktmit dem Elternhause bei Gelegenheit der Feier des „Wilhelmstages"(28. Mai 1878) führte zur Abfassung derselben, die am 26. November'desselben Jahres von: Königlichen Provinzial-Schulkolleginm in Coblenzbestätigt wurden. Künftigen Irrtümern wurde dadurch vorgebeugt, daßdie Eltern schriftlich sich zur Empfangnahme der Gesetze bekannten unddenselben sich unterwarfen. Da dieselben noch gelten und zu ihrer