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Tag wäre, .betrieb er die Verwirklichung seiner Ideen, die allerdings indemselben Maße, wie sie neu waren und von den bestehenden Verhält-nissen sich entfernten, auf Widerspruch oder Bedenken stießen. Erscheute sich nicht, sowohl die vorhandene Realschule I O. als auchdas humanistische Gymnasium als etwas in sich Ungesundes zu be-zeichnen.
Seine Idee war, auf die Elementarschule (6.—9. Jahr) dieMittelschule (9.—12. Jahr) folgen zu lassen, in der das Französischedie Grundlage bilde, das er für den besten, modernen Unterbau desSprachunterrichtes hielt.*) (Die ungünstigen Resultate der Versetzungenin den Unterklassen der Gymnasien und Realschulen und die günstigenin den Bürgerschulen schob er dem lateinischen bezw. dem französischenAnfangsunterricht zu.) Dann sollte sich (12.—14. Jahr) die höhereSchule, das Gymnasium anschließen und zwar mit zwei gemein-samen Unterklassen und zwei Sprachen: Französisch und Latein.Darnach trat (14.—19. Jahr) eine Dreigabelung ein, bei der einealtsprachliche, eine nensprachliche und eine naturwissenschaftlich mathe-matische Abteilung geplant wurde.**) Die ganze Schulzeit würdeauf diese Weise um 1 Jahr verlängert sein, ein Übelstand, der immer-hin zu ertragen gewesen wäre. Indessen waren diese Ideen so neuund das Bestehende wurde so weit verlassen, daß man sich in Berlinzu so weitgehenden, „unruhigen" Reformen doch nicht zu entschließenvermochte. Der Plan, Ostendorf in das Ministerium zu berufen(Periode Falk), wurde angeblich deshalb aufgegeben und nur daserreicht, daß bedeutende Pädagogen (Wiese und Bonitz) einen Versuchmit dem Französischen zum Anfangsunterricht als wünschenswert be-zeichneten. Dieser Versuch ist nach den Versicherungen Friedländersmit Erfolg an der Realschule in Altona gemacht worden, ebenso derandere einer Gabelung in eine neusprachliche und naturwissenschaftlicheAbteilung, und zwar am Realgymnasium des Johanneums in Hamburg.(S. Allg deutsche Biographie unter Ostendorf.) Den meisten aberwaren die Pläne Ostendorfs zu kühn. — So bildete sich auch unterseinen Kollegen eine andere Richtung, welche die bestehende RealschuleI. O. als brauchbar und entwicklungsfähig hinnahm und von dieserGrundlage bei ihren Bestrebungen und Verhandlungen ausging, während
*) Vgl. die Programmbeilage 1873: Mit welcher Sprache beginnt zweck-mäHigerweise der fremdsprachliche Unterricht?
**) Vgl. Das höhere Schulwesen unseres Staates. Düsseldorf 1873.