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Festschrift zur fünfzigjährigen Gedenkfeier der am 28. Mai 1838 erfolgten Begründung des Realgymnasiums
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enthalten die schönen Worte Landfermanns, die er bei der EinführungOstendorfs dem Verstorbenen widmete. Er beklagt, daß in „unserm"Heinen ein Mann verloren gegangen, der gründlich gelehrt und viel-seitig, selbstsuchtslos und für alle eifrig sorgend gewesen; jeder löblichenThätigkeit habe er gern die freie Bahn geschaffen und nur der Schlaffheitund Gemeinheit gezürnt, immer aber, auch im zornigen Eifer, sei eredel geblieben. Dann führte Landfermann aus, was alles Heinen derStadt, der Provinz und dem Vaterlande gewesen, und forderte schließlichdazu auf, in Heinens Sinne der gesteigerten Aufgaben der Zukunfteingedenk zu sein und ihnen nachzuleben. Möge dies Gedächtnis immer-dar in Ehren bleiben!

An die Stelle des Verstorbenen wählte man Julius Ostendorf ausLippstadt, der zu Ostern 1872 sein Amt antrat. Ihm ging der Rufungewöhnlicher Begabung und reinsten Charakters voraus. Mit seltenemOrganisationstalent ausgestattet, kannte seine Schaffenslust kaum irgend-welche Grenzen. Er hätte überall Bedeutendes geleistet, aber keineStellung hätte ihm lieber sein können, als eine solche in einerwerdenden Großstadt, deren zahlreich anwachsende Bevölkerung jetztdringender denn je eine Schule verlangte, wie die Realschule sieursprünglich hatte sein sollen. Dazu kam, daß der Mut, den diekriegerischen Erfolge in das bürgerliche Leben hineintrugen, seinenWünschen entgegenkam, und wer je die dialektische Gewandtheit desalten Parlamentariers und die überzeugende, von kühner Phantasiegetragene Beredsamkeit desselben gehört hat, wird es begreifen können,wie nunmehr die Versammlung der Stadtverordneten mit Leichtigkeitzu weitgehenden Entschließungen sich bestimmen ließ, während sie früheroft vor unbedeutenden Zugeständnissen zurückgeschreckt war. Selbstsein persönliches Auftreten unterstützte seine Vorschläge. Unscheinbar,für sich fast bedürfnislos, aber human und zuvorkommend gegen andere,verfolgte er, ohne je sich leidenschaftlich aufregen zu lassen, das fürrichtig gehaltene Ziel ebenso objektiv und sachgemäß wie mit rück-sichtsloser Energie. Schlagfertig und orientiert widerlegte er leichtjeden Einwand; niedern und materiellen Gesichtspunkten kam er dadurchzuvor, daß er selbst vornehm dachte und handelte. Die Vorgesetztenin Coblenz trugen seiner Eigenart Rechnung. Sie kannten auspersönlicher Anschauung, was alles er in dem kleinen Lippstadt mitbeschränkten Mitteln geschaffen, wo die städtischen Behörden fast überihre Kräfte hinaus ihm, aber auch nur ihm rückhaltslos alles bewilligt