Druckschrift 
2 (1851)
Entstehung
Seite
341
Einzelbild herunterladen
 

341

von der prismatischen Gestalt des kleinen Spiegels herrührtauf alle beobachteten Winkel und auch auf den Index-Fehlereinen constanten Einfluss haben; da man aber nun die Winkeldadurch bestimmt, dass man von der unmittelbar erhaltenenNoniusablesung auf dein Sextanten-Uimbus, den Index-Fehlerabzieht, so wird der Fehler, welcher von der prismatischenGestalt des kleinen Spiegels herrührt, keinen Einfluss aufden abgeleiteten, wahren Winkel haben. 1 lie prismatischeGestalt des kleinen Spiegels schadet insofern dadurch, dassalsdann zwei Bilder des beobachteten Gegenstandes durchReflexion entstehen werden, und also auch wegen verzerrterBilder des Gegenstandes die Genauigkeit der Beobachtungenleiden muss.

Aus dein Vorhergehenden wird es nun leicht sein dieRegeln aufzustellen, aus welchen man beurtheilen kann, ob dergrosse Spiegel prismatisch gestaltet ist. Wenn er nämlichvon vollkommen parallelen Ebenen begränzt ist, so wird man,wenn man ihn gegen die Sonne oder den Mond richtet, nurein einziges Bild sehen, sollte er aber prismatisch geformtsein, so werden zwei Bilder erscheinen, oder sogar nochmehrere, welche von den inneren und äusseren Reflexionenherrühren. Um so schräger die Strahlen auf den Spiegelfallen, um so weiter werden diese Bilder von einander sein.Mit Hülfe eines Fernrohres kann man diesen Versuch nochweit genauer anstellen.

Das zuverlässigste Mittel den Fehler in den gemessenenWinkeln zu bestimmen, welcher von der prismatischen Ge-stalt des grossen Spiegels herrührt, besteht in folgendem.Man berichtigt den Sextanten so genau wie möglich, misstmehrere Winkel und nachdem man den grossen Spiegel ausseinem Rahmen herausgenommen hat, setzt man ihn wiederauf umgekehrte Weise ein; d. h. so, dass der frühere obereRand des Spiegels jetzt zu unterst liegt. Hierauf stellt manvon neuem den grossen Spiegel senkrecht auf die Ebene