Druckschrift 
2 (1851)
Entstehung
Seite
308
Einzelbild herunterladen
 

308

mit seinem gespiegelten Theile, ohne die geringste Abwei-chung, eine einzige Ebene bildet, oder beide wie gegensei-tige Verlängerungen erscheinen, so ist diess ein Zeichen, dassder grosse Spiegel auf der Sextanten-Ebene senkrecht steht;bilden dagegen der reflectirte Bogen und der direct gese-hene einen Winkel unter einander, so dass zum Beispiel derreflectirte Bogen höher als der wirkliche erscheint, so wirdin diesem Falle die vordere Spiegelfläche mit der Sextan-ten-Ebene nach vornen einen spitzen Winkel bilden; d. h.weniger wie 90° gegen die Sextanten-Ebene nach vornengeneigt sein; wenn aber im entgegengesetzten Falle, der re-flectirte Bogen niedriger als der wirkliche erscheint, so wirdder Spiegel vom Auge des Beobachters abgerechnet nachhinten gegen die Ebene des Instrumentes geneigt sein. Mankann nun das Instrument in mehreren Lagen des Spiegelsprüfen, und zu seiner Berichtigung die Schrauben a, a, a(Fig. 45.) brauchen. Im Nothfalle, kann man unter die Grenz-schrauben zwei kleine, gleich-dicke Stückchen Papier unter-legen, wenn nämlich der Spiegel zu sehr nach vornen ge-neigt ist; oder unter die mittlere Schraube ein solches Stück-chen anbringen, wenn er zu sehr nach hinten geneigt seinsollte.

Die eben von uns beschriebene Correction des grossenSpiegels, kann man auch mit Hülfe von zwei gleich hohenVisiren ( a und b. Fig. 46.) machen, übrigens lässt sich auchdie Neigung des Spiegels, oder derjenige Winkel selbstmessen, welchen die Spiegelebene eigentlich mit seiner Uin-drehungsach.se bildet; es giebt hierzu, eine sehr einfacheMethode, welche von dem Astronomen Preuss in Dorpatherrührt, und die wir hier hersetzen wollen.

Auf einer festen Unterlage, stellt man ein Lineal Aa b B,(Fig. 47) an welches die 4 senkrechten kleinen Stäbe A A\ a a\b b' und B B'\ angebracht sind, horizontal auf, der äusserstevon ihnen B B' ist seiner Länge nach in sehr kleine Theile,