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Zur Geschichte der Städtischen Luisenschule und der mit ihr verbundenen Lehrerinnenbildungsanstalt zu Düsseldorf : Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens der Anstalt am 30. Oktober 1887
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Vetter Seiner Majestät des Kaisers Withelm, Die hohe Verstorbenewar Dame des Lnisenordens nnd besaß das Verdicnstkreuz für Frauenund Jungfrauen. Ausgezeichnet durch reiche Gaben des Herzens verlebteIhre Königliche Hoheit eine Reihe von Jahren in glücklicher Ehe mitIhrem hohen Gemahl, bis ein schweres Leiden Höchstdieselbe heimsuchte,infolgedessen Ihre Königliche Hoheit sich im Jahre 1855 nach SchloßEller zurückzog und seither dort in der Stille weilte. Lange Zeit leistetedie kräftige Konstitution der erlauchten Frau Prinzessin den zunehmendenBeschwerden der Krankheit und des Alters Widerstand; in den letztenWochen jedoch trat eine immer größer werdende Schwäche ein, welche einebaldige Auflösung der hohen Kranken befürchten ließ. Am ö. Dezembererlöste ein sanfter Tod die hohe Dulderin von ihrem langjährigen Leiden.

Am Montag den 11. Dezember veranstaltete die Luisenschule indankbarer Erinnerung an die hohe Protektorin der Anstalt eine Trauer-fcicrlichkeit, bei welcher Gelegenheit der Berichterstatter dem aufrichtigenund tiefgefühlten Schmerz des Lehrerkollegiums und der SchülerinnenAusdruck gab, in kurzen Zügen das Leben der hohen Verklärten vor-führte und ihre Seele der Barmherzigkeit Gottes empfahl. Als einkleines äußeres Zeichen ihrer Teilnahme übersandte die Schule einen ausweißen Rosen geflochtenen Trauerkranz mit der Widmung Römer 14. 8,der bei Gelegenheit der am 13. Dezember in dem genannten Schlosseveranstalteten Trauerfeierlichkeit mit vielen andern Kränzen den Sargder hohen Protektorin schmückte. An dieser im engeren Kreise abgehal-tenen Feier nahmen außer Seiner Königlichen Hoheit Prinz Alexandervon Preußen nur der Hofstaat der hohen Verstorbenen nnd die Spitzender Civil- nnd Militärbehörden teil. Die Feier selbst erfolgte nacheinem von Seiner Majestät dem Kaiser genehmigten Reglement. Sobalddie höchsten und hohen Herrschaften in den Trauersaal eingetreten waren,wurde von einem Männerchor das von der Knrfürstin Luise Henriettegedichtete Sterbelied: Jesus, meine Zuversicht, gesungen, worauf HerrDivisionspfarrer Becker eine weihevolle und ergreifende Trauerrede, undHerr Superintendent Blech das Schlußgebet hielt, nach welchem derChor das Lied: Wie sie so sanft ruhen, anstimmte. Unter den Trauer-klängen der Musiker des 16. Infanterie-Regiments verließen die höchstenHerrschaften sowie die übrige Trauerversammlung das Schloß. Am15. Dezember ist alsdann die Leiche der hohen Verstorbenen nachSchloß Rheinstein gebracht und dort an der Seite des verewigtenPrinzen Friedrich beigesetzt worden. Friede sei ihrer Asche!