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liche Geschlecht seine Stärke im Gemüt und Willen besitzt, vermag esalles Große und Schöne, was in der menschlichen Persönlichkeit sichkräftig erweisen soll, nur in der Tiefe des Gemüts zu empfinden undanzuschauen und unmittelbar ans diesen? Grunde den Quell des eignenWesens zu schöpfen." Es ist demnach grundverderblich und mit demWesen weiblicher Bildung unverträglich, wenn der Versuch geinachtwird, eine eigentlich wissenschaftliche Behandlung der Unterrichtsgegen-stände, wie sie für die oberen Klassen gelehrter Schulen immerhinzweckentsprechend sein mag, auch in die höhere Mädchenschule zu ver-pflanzen.
7. Der Mann liebt den Begriff, sagt Herbart, das Weib dieErscheinung, ein Wort von tiefgreifender Bedeutung für die Behandlungdes Unterrichts in Mädchenschulen, das richtig verstanden, einen deut-lichen Fingerzeig giebt, wie derselbe gedeihliche Früchte erzielen wird.Begriffe bilden die Faktoren, mit denen die reine Wissenschaft operiert,sie wurzeln in den? kalten Verstände und bilden die Bausteine, ausdenen durch logische Schlußfolgerungen das wissenschaftliche Gebäudeaufgeführt wird, das der schaffende Geist des Mannes als Produktseines Nachdenkens aus sich hinaussetzt, um darin eine zweite Heiinatzu finden. Das Weib kann bei der vorwaltenden Innerlichkeit seinesSinnes eine solche zweite Heimat nicht kennen, darf sie nicht kennen,ohne seiner ursprünglichen entfremdet zu werden. Die reine Wissen-schaft hat eben keine Empfindung, sondern nur Verstand. „Dagegensträubt sich die weichere Natur und eine berechtigte Sprödigkeit derPersönlichkeit des Mädchens, indem sich dieselbe instinktiv gegen eineunberechtigte Entstellung und Verzerrung des weiblichen Geisteslebensauflehnt." (A. Becker.) Demnach beruht der dauernde Erfolg desMädchenunterrichts ganz besonders auf der frischen und unmittelbaren,geistvollen und begeisternden Anschaulichkeit desselben. Die in denUnterrichtsgegenständen verborgen liegeirden idealen Schätze, die sich den?männlichen Verstände vielleicht erst nach langen? Suchen erschließen,erfaßt das unverbildete Gemüt des Mädchens mit raschen? Sprungeund versenkt dieselben ii? ihr innerstes Geistesleben, wo sie die frischsprudelnde Quelle jener echten Begeisterung für alles Edle und Hoheund jener freudigen Aufopferung werden, durch welche die Frau in ihrerspäteren Wirksamkeit ihren höchsten Ruhm gewinnt. Alle abstrakteDeduktion dagegen, welche die Form des rein wissenschaft-lichen Unterrichts bedingt, wird bei Frauen niemals einen