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Scholarchat war die spezielle Leitung der Anstalt sowohl in pädagogischer,didaktischer, wie auch in finanzieller Hinsicht übertragen. Demgemäßlag demselben die Leitung und Überwachung des Unterrichts nach Maß-gabe des Statuts des Lehr- und Lektionsplans ob, es hatte ferner dieAufgabe, für die Wiederbesetzung der erledigten Lehrstellen dem Pres-byterio Vorschläge zu machen, die Handhabung der Disziplin sowohldes Lehrerpersonals als auch der Schülerinnen wahrzunehmen, die öffent-lichen Prüfungen, die Dauer der Ferien, die Einführung von Schul-büchern und die öffentlichen Schulfeierlichkeiten zu bestimmen. Es läßtsich nicht verkennen, daß das Scholarchat seine Aufgabe von vornhereinernst auffaßte und nach besten Kräften bemüht war, das Gedeihen derseiner Pflege anvertrauten Anstalt zu fördern. Es gab sich diesesBestreben zunächst dadurch kund, daß es die beiden Lehrer Menmannund Bender mit der Ausarbeitung eines speziellen, alle Fächer um-fassenden Lehrplans betraute und nach erfolgter Gntheißung desselbendie genaue Beachtung allen Lehrern und Lehrerinnen zur Pflicht machte.Der noch in den Akten aufbewahrte Entwurf zeugt von pädagogischemTakte und einer richtigen Einsicht dessen, was der Bildung und Erziehungder Mädchen frommt, und ergänzt in glücklicher Weise den früher vondem Regiernngsrat Altgelt aufgestellten Plan. Was jedoch bei allerBerufstüchtigkeit und Bernfstreue der an der Schule wirkenden Lehrerund Lehrerinnen als Übelstand schwer empfunden wurde, das war derMangel einer in der Schule waltenden einheitlichen Centralleitnng, diejede Kraft an die ihr zukommende Stelle stellte und mit kundiger Handderen Wirksamkeit einer bis ins einzelne gehenden strengen und sachlichenKontrolle unterwarf. Zwar war nach dem Statut der zeitige Präsesdes Scholarchats zugleich der Direktor der Schule, und es darf nichtverkannt werden, daß die Pfarrer der Gemeinde sich dieser Aufgabe mithingebender Freudigkeit widmeten, ja daß dieselben sich in mehrerenFächern wie Religionslehre, Deutsch und Geschichte in einzelnen Klassenam Unterrichte beteiligten, — aber war es zu erwarten, daß dieselbenneben ihren pfarramtlichen und seelsorgerischen Verpflichtungen auch demBerufe eines Direktors, wie die Schule ihn verlangte, nur einigermaßengerecht zu werden vermochten? War nicht schon der Umstand, daß mitjedem Jahre der Träger dieses Amtes wechselte, ein Hindernis für dieeinheitliche Entwickelung der Schule? Noch weniger konnte dieses Amtder Vorsteherin Frl. Julie Quincke zugewiesen werden, da sie wohl mitmütterlicher Sorgfalt die gute Sitte der Schule zu pflegen und eine