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Das Jahr 1835.
ihm nicht von Herzen, ja es ist nicht übertrieben von mir,wenn ich behaupte, sogar seine Physiognomie hat sich ver-ändert, und er sieht gar nicht so hübsch und lebhaft aus, als.am Rhein. Schadow und Hildebrand, die ihn seines mobilenAusdrucks wegen so unsäglich schwer zu malen finden, wer-den's begreifen. Er tliut indess was er kann; ich rechne ihmjeden Tag längeren Hierbleibens auf einem Blättchen meines.Herzens an. Zum Glück arbeitet er am Paulus und zwarsehr fleissig und gern; den ersten Theil kopirt er und ändertbei dieser neuen Durchsicht, wie Du es an ihm kennst, wenner über seine Sachen kalt geworden. Einmal hat er unshimmlisch vorgespielt, auf dem dürren, klapperigen, altenBroadwoqd, aus dem er Klang, Ton, Gesang, Zartheit undKraft zu ziehen wusste. Ich glaube, es galt Louis Heidemann,der selbst jetzt so gut spielt. Du weisst, zwei hörende Ohrenkönnen ihn begeistern. Dass ich ihn etwas anerkenne — istDir nicht neu. Gott segne ihn! Den Tag seiner Abreise hater noch nicht bestimmt, auch das dank' ich ihm; muss mandie Stunden so zählen, scheint das Verfliegen derselben nochschneller und sündlicher; man wirft sich vor, jede Minute nichtnoch sorgsamer benutzt zu haben."
Nach dem Musikfest reisten Hensel's nach Paris. DasUrtheil über die französischen Malerverhältnisse spricht Fannyin einem Brief an ihren Vater so aus:
„10. Juli 35. Lieber Vater, Du scheinst doch einige
Furcht zu verrathen, dass Hensel nicht mit völliger Gerechtig-keit gegen Paris verfahren würde; ich dächte, die Absichtginge schon hinlänglich aus dem Entschluss hervor, die Reisenur zu unternehmen, denn es wäre ja eine wahre Stupidität,so viel Geld, Zeit und Kräfte aufzuwenden, nur um nachhersagen zu können: ce riest que cela? Er sieht und hört mitder grössten Unbefangenheit und, wie immer, mit dem Wunschzu lernen. Dass er nicht Alles loben nnd billigen kann, ver-steht sich von selbst, und dass wir über einzelne PunkteStreit bekommen werden, glaube ich auch. Indessen wirst Duim Ganzen zufrieden sein mit der Art, wie er gesehen undseine Zeit angewandt hat. So angestrengt wie in der ersten