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1 (1880) 1729 - 1835
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Dirichlet und Alexander v. Humboldt.

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dass icli Ihren Gemahl und Ehe-Voigt nicht kenne washilft's, wenn wir uns Jahrelang durch die besten Autoritätendie schönsten Sachen sagen lassen (ich lasse ihn z. B. jetztaufs herzlichste und verbindlichste durch seine eigene Fraugrüssen) man bleibt sich immer ungreifbar und ein dürrerBegriff bis man sich sieht und spricht. Nicht einmal durchunsere Werke lernen wir uns kennen, er nicht, weil ich keineschreibe, ich nicht, weil ich die seinigen nicht verstehe. Gott!Wenn Sie wüssten, was für einen gränzenlosen Respekt ichvor Mathematik im Allgemeinen und vor Algehra im Speziellenhabe, schon ans dem Grunde, dass ich so garniclits davon ver-stehe, so fühlten Sie, wie ich schon vor Ihnen zittere, geschweigedenn vor dem Professor selber! Das Greifbarste von Letz-terem hörte ich, wie ich das letzte Mal in Paris war, von derGeneralin Foy, die von ihm sprach, d. h. ihn lohte und er-zählte, wie er Tagelang, auf einem kleinen Ofen sitzend, balddie Kinder unterrichtet, bald weiterstudirt habe." DieseVorstellung des ausserordentlich grossen, dünnen jungen Men-schen auf dem eisernen Oefclien sitzend und Mathematik stu-dirend, während der Unterricht der Kinder ihm Zeit lässt,hat etwas komisch Rührendes und so ungemein Deutsches.

Und ein Deutscher blieb Dirichlet doch, trotz aller Vor-liehe für Frankreich, trotz alles Glanzes und aller Annehmlich-keiten, welche er vom Pariser Leben in so hohem Gradekennen lernte. Nachdem er durch seine erste der Oeffentlicli-keit übergebene Schrift, welche in der Pariser Akademie vor-gelesen und in die Sammlung der Denkschriften auswärtigerGelehrter aufgenommen wurde, einen glänzenden Erfolg errungenund sich den Ruf eines ausgezeichneten Mathematikers mit einemSchlage erworben hatte, wurde er mit Alexander von Humboldt,der damals in Paris lebte, bekannt, der ihn schon früher vonGeneral Foy als ausgezeichneten Gelehrten hatte rühmen hören,aber auf dieses Lob, als aus dem Munde eines Laien kommend,nicht viel gegeben hatte. Indess die Erstlingsarbeit Dirichlet'süberzeugte ihn; Humboldt empfing den jungen Mann mit aus-nehmender Freundlichkeit und es wurde zwischen Beiden einestets wachsende und bis zum Tode unveränderte Freundschaft

Die Familie Mendelssohn. J, 23