Lea Salomon.
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Fülle von Florens und Pomonens Schätzen, wie von Knollen-gewächsen und Treibhäusern, deren Anblick als Bild des Fleissesund der Betriebsamkeit gewiss wohl interessant ist, und Siehaben eine richtige Idee unsers Sommeraufenthalts. RechnenSie dazu ein kleines, bequemes, ländliches Wohnhaus, an demsich Weinstöcke, Maulbeeren und Pfirsichbäume hinaufranken,und hi dem ich ein nettes, aber höchst einfaches Zimmerchenbesitze: mein Klavier, Bücherschrank und Schreibpult die einzigenMeubles, das Bild meiner Jette und frische Blumen der einzigeSchmuck darin, Raum und Einrichtung nicht für einen glän-zenden Zirkel, sondern bloss für den engen Kreis wenigerFreunde — das Ganze still, freundlich und einsam.
Verzeihen Sie, wenn mein Geschwätz über diese imbedeu-tenden leblosen Gegenstände so weitläufig geworden. Unendlichviel tlieure Erinnerungen umgeben mich in diesem geliebtenGarten: Unter diesen Bäumen, die mein guter Grossvater pflanzteund an denen er mit wahrer Liebe hing, habe ich die rosen-fai'benen Träume der Kindheit durchschwärmt; jeder Gang,jedes Plätzchen ist mir durch süsse Andenken der Vergangen-heit heilig und merkwürdig; hier entwickelte sich mein Ge-fühl, hier entfaltete sich zuerst der jugendliche Sinn undklar ward mir in dieser lieblichen Einsamkeit, was leiseunbewusst in der Seele schlummerte: mit erliöliterer Empfindunglas ich hier meine Dichter; Schriftsteller der Freiheit, des Rechts,der edlen Wahrheit wurden mir begreiflicher, werther und näher;selbst die schwachen Töne, die meine ungeübten Finger hervor-locken, wähne ich hier melodischer und reiner. So umgiebtmeine Einbildungskraft dies Alles mit höherem Glanz, und Siemüssen schon dem närrischen Mädchen einige Schwärmereienzu Gute halten. Sie selbst haben ja in Sans-souci lebhaft ge-fühlt, dass dasjenige, was man in den betrachteten Gegenstandhineindenkt und durch eigene Empfindung verschönert, ge-meiniglich mehr werth ist und höheren Genuss giebt, als wasman von dem kalten Anschauen gewinnen kann.
Ihrer beliebten Weise gemäss haben Sie Freund .Itzig auchdiesmal nicht Wort gehalten. Ich habe ziemlich fleissig Briefevon ihm, und er hat schon längst die Hoffnung aufgegeben, Sie