Druckschrift 
1 (1880) 1729 - 1835
Entstehung
Seite
41
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1:

Nathan Mendelssohn.

litt, liess nach, Morgens liess er sich ankleiden, ging alleinnach seinem Lehnstuhle, und so, nach wenigen Minuten, ent-schlief er. Es war ein vorauszusehender Verlust, aber einunersetzlicher; solche eigenthümliche bedeutende Männer wach-sen nicht viel nach; es gehörte auch sein reichbeglückterund bewegter Lebenslauf dazu, um ihn so auszubilden. Ichhabe den alten Mann, wie Du weisst, sehr selten nur gesehen,und es thut mir doch gar zu leid, dass er nicht mehr unteruns weilt. Wir sind wieder bedeutend ärmer geworden, seitdieser stille, ganz in sich und den engen Kreis der Seinigenziu'ückgezogene Mann von seinem thätigen, rastlosen Lebengeschieden."

Jene Zeilen Lea's, diese ihrer Tochter, beide gleich aner-kennend, geschrieben in so weit auseinanderliegenden Zeiten,geben ein schönes Bild eines langen, nützlichen, reich voll-brachten Lebens.

Der jüngste Sohn Moses', Nathan, lebte abwechselnd inSchlesien imd in Berlin, wo derselbe schliesslich eine kleineStaatsanstellung hatte; er überlebte seine Geschwister alle,und starb erst im Jahre 1852 schnell, und schmerzlos. Vonseinen Nachkommen waren mehrere sehr musikalisch, ein Erb-theil, was vielen Ddscendenten Moses' beschieden war und ist.