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Übeln, wenn er mir Wandelbarkeit oder Mangel an Concen-tration vorwirft. Wie aber bei allen Urtbeilen über Personenauch die Umstände und Bedingungen, unter denen sie zu handelngezwungen waren, berücksichtigt werden müssen, wenn das Urthcilnicht einseitig ausfallen soll, so auch hier. Wenn ich aucheinerseits gar nicht leugnen will, daß es für mich immereinen gewissen Reiz hatte, ein mir bisher unbekannt gebliebenes,wissenschaftliches Gebiet innerhalb meines Bereiches zu betreten,so muß ich doch anderseits zu meiner Entschuldigung sagen,daß es vielfach die äußeren Verhältnisse waren, die hierzwingend eingriffen. Wie es geschah, daß ich mich zuerst derpathologischen Anatomie zuwandte, auf welchem Gebiete ichauch meine ersten Arbeiten publicirte, habe ich oben geschildert.Als ich (1844) nach Basel berufen wurde, waren die beidenLehrstellen der Anatomie und Physiologie, wie wohl nochüberall, vereinigt und ich hatte, wenn ich auch gewollt hätte,nicht die Wahl eine derselben auszuschlagen. Als ich 1850nach Freiburg berufen wurde, war mir freilich die Zoo-logie ein neues Lehrfach, allein die Uebcrnahmc desselben warmir nicht unerwünscht, da ich mich im Interesse der Zootomie,die mir auch übertragen war, gerne noch gründlicher in derZoologie umsah, wozu ich schon im Jahr 1847 während meinesAufenthalts am adriatischen Meere mit v. Siebold den Grundgelegt hatte. Daß ich mich später mehr und mehr der Anthro-pologie zuwandte, war freilich mein freier Wille oder, wennman will, die Folge einer schon früh vorhandenen, jetzt durchdie Zeitströmung begünstigten Neigung.
Der Umstand nun, daß ich nacheinander die Fächer derAnatomie, Physiologie, Zootomie und Zoologie vertreten, veran-laßt mich und giebt mir — glaube ich — auch ein gewisses A: recht,in einer dieselben betreffenden Frage meine Ansicht auszuspr chcn.Es ist in neuerer Zeit von verschiedenen Seiten, von Zoologenund Anatomen, die Frage erörtert worden, welche der genanntenFächer wohl am besten in einer Hand zu vereinigen und wie