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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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war mir, wie oben erwähnt, schon durch Okcn so gründlicheingeprägt, daß ich das für ganz selbstverständlich erachtete.Allein es war noch manches Andere zu lernen. Hierauf etwasnäher einzugehen scheint mir hier der passende Ort.

Daß es bei einer akademischen Vorlesung nicht nur aus-schließlich auf den Inhalt ankomme, sondern daß auch dieForm eine Tedeutung habe, das kam mir, wie ich oben(Buch III. S. 54) erwähnte, zuerst zum Bewußtsein, als ichdie Vorlesungen von Nägele in Heidelberg hörte (1835) unddiese mit früher gehörten verglich.

Und noch eine weitere Ueberzeugung verdanke ich diesenVorträgen, die nämlich, daß jede einzelne Vorlesung ein mög-lichst in sich abgeschlossenes Ganze bilden sollte. Bei uns inDeutschland wird im Allgemeinen hierauf zu wenig Rücksichtgenommen; man hält es damit, wiefmit einer Lectüre, in welcherman, sei es freiwillig oder wehr oder minder unfreiwillig,irgendwo aushört, ein Buchzeichen einlegt und des andernTags in der Lectüre fortfährt und leicht wieder anknüpft oder,wenn dies nicht sofort gelingt, durch Nachlesen einiger BlätternachHilst. So bequem hat es der Zuhörer, wenn der Professoran beliebiger Stelle abbricht, keineswegs. Ist aber die einzelneVorlesung ein einigermaßen abgeschlossenes Ganzes, so kannder Lehrer am folgenden Tage bei Beginn der Vorlesung leichteine kurze Inhaltsangabe der vorangegangenen vorausschickenund so den Zuhörer in den Stand setzen, den Faden anzu-knüpfen. Ich habe oben schon bemerkt, daß die Vorlesung vonNägele die erste der von mir gehörten war, bei der ich dieseForderung erfüllt fand. Später habe ich in Paris bei denVorlesungen im (tallög-o clo Urauos oft denselben Eindruck ge-habt. Ueberhaupt dürften wir von den Franzosen, was dieForm der Vorlesungen betrifft, noch Manches lernen, ohne deß-halb befürchten zu müssen, so bald in den bei denselben häufigenFehler zu verfallen, der Form Alles aufzuopfern.

Die Eintheilung des Lehrstoffs in die einzelnen Vorlesungen

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