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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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beschäftigte, glaube ich kaum. Ich dachte wohl daran, einmalProfessor zn werden aber wohl nur deßhalb, weil dieser Be-rus eben das Mittel war, dem gewählten Fach sich widmenzu können. Die Freude am Lehren kam erst viel später.Daß man aber das Lehren auch lernen müsse, davon hatte ich,wie leider Manche, welche diesen Berus aus Liebe zur Forschungwählen, keine Ahnung. Zum Glück aber kam die Freude amLehren, wenn auch erst später. Dies geschah aber auf folgendeWeise. Als das Examen herannahte, wurden, wie dies ge-wöhnlich geschieht, von einer Anzahl Candidaten gemeinschaft-liche Repe.itorien abgehalten. Die meisten meiner Kommilitonenhatten sich nun mit Anatomie nur wenig, mit Zoologie undZootomie aber gar nicht beschäftigt. Da dies aber gerade dieFächer waren, in denen ich vorzugsweise Bescheid wußte, sohatte ich stets Veranlassung, Aufschluß zu geben und wurdeschließlich angegangen, meinen Freunden über diese Fächer eineförmliche Vorlesung zu halten. Das nöthigte mich dann, dieGegenstände selbst noch einmal durchzugehen, um sie in faß-licher Forin mittheilen zu können, d. h. also mich jeweils ausdie Lehrstunde sorgfältig vorzubereiten. Dazu waren nunnatürlich auch Zeichnungen nöthig und so entstanden dennmeine ersten Vorlesungen, bei denen ich nach dem alten Satz:äoosnäo äisoimus sicher am meisten profitirte. Immerhin aberwaren mir auch meine Kommilitonen für diesesUrivatissimnmnoch viele Jahre nachher ausrichtig dankbar. Mir aber wardamit die Liebe zum Lehrberus wachgerufen, die mir auch biszur letzten Stunde treugeblieben ist. Und diese wahre Freudeam Beruf war es auch, die mich antrieb, meine Aufgabe immerernster aufzufassen.

Nachdem ich einmal eingesehen, daß das Lehren nicht durch-aus nur eine angeborene Gabe sei, zu der man nichts hinzuzu thun habe, wie ich das wiederholt gehört, sondern daß man auchdas Lehren lernen müsse, widmete ich mich mit Eifer dieser Ausgabe.Die erste Regel, sich für jede Vorlesung gründlich vorzubereiten.