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wir solche erst selber aufsuchen mußte». Aber der Lichtseitecutspricht, wie immer, auch eine Schattenseite; es kam wieder-holt vor, daß Caudidatcn in der Prüfung unter dem Mikroskopenormale unveränderte Gcwebtheile gar nicht mehr erkannten,da sie stets nur erhärtete und gefärbte Schnitte gesehen hatten.
Und ähnlich wie in der Histologie verhält es sich auchin der Zootomie und in der Entwicklungsgeschichte. Meinverehrter Freund v. Sicbold sagte einmal, als er mich voretwa 5 Jahren zuletzt hier besuchte, viele junge Zoologen desheutigen Tages könnten sich ein niederes Thier, z. B. einenWurm, nur noch in der Form von Schnitt-Serien vorstellen,das Gesammtbild des Thieres komme ihnen ganz abhanden.Was schließlich die Entwicklungsgeschichte betrifft, so istes ja gar keinem Zweifel unterworfen, daß die Schnitt-Serienerhärteter Embrhonen vom Hühnchen, die von Renak bis Hisin stets steigender Vollkommenheit hergestellt wurden, ebensowie sie unsere Kenntnisse in dieser Disciplin, besonders dieLehre von den Keimblättern so unendlich gefördert haben, auchstets ein unentbehrliches Hülfsmittcl für den Unterricht bleibenwerden, allein bei der Schwierigkeit der Herstellung derselben,die eine sehr lange Ucbnng erfordert, ist es nicht zu bezweifeln,daß das Princip der Arbeitstheilung auch hier Platz greisenund — wie bei den feinen Jnjektionspräparaten mehr und mehreine fabrikmäßige Herstellung durch Einzelne stattfinden wird.In keinem Fall sollten aber diese Präparate die Demonstrationdes frischen Hühner-Eies verdrängen, da beide Anschauungengleich nothwendig sind und sich gegenseitig ergänzen müssen.Und wenn man bedenkt, daß C. E. v. Baer und seine nächstenNachfolger die wichtigsten Thatsachen an frischen oder leichterhärteten Theilen ohne Hilse von Durchschnitten feststellten, sowird man auch dieser Methode ihren Werth lassen müssen*).
*) Die fabrikmäßige Herstellung der Durchschnitte gewährt danndem Lehrer auch die Möglichkeit, für diese Demonstrationen die ge-