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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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die Hand gemacht haben, viel fester im Kopfe haften *). Selbst-verständlich können aber solche Taselzeichnungen nur lineareSkizzen sein, selbst wenn man, was ich Wohl als einer derersten versuchte, verschiedenfarbige Kreide dazu anwendet. Com-plicirtere Schemata, körperliche, perspectivische Zeichnungen mitSchatten und Licht lassen sich nicht aus der Hand machen, da-zu gehören sorgfältig ausgeführte Tafeln in größerem Maß-stab, von welchem ich im Verlause meines Lehramtes an hiesigerUniversität zahlreiche ausfuhren ließ.

L. Mikroskop und mikroskopische Technik.

Daß ich ans der Universität noch keine Gelegenheit zumikroskopischen Arbeiten hatte, habe ich oben schon erwähnt.Erst viel später, während meines Ausenthalts in Wien lernteich mit dein Mikroskop umgehen und als ich im Herbst 1839nach Freiburg zurückkehrte, begann ich, eigentlich als Antodidact,mit diesen Arbeiten, die mich nun bald fast ausschließlich be-schäftigten. Zu dem Plößl kam jetzt ein Oberhaeuser hinzuund was sonst damals noch von mikroskopischem Hausrath be-kannt und gebräuchlich war. Kaum irgendwo zeigt sich derUnterschied zwischen „Damals" und „Jetzt" evidenter, als ebenan der Ausstattung dieses Apparats. „Damals" ein paarNadeln zum Zerkleinern frischer Gewebtheile, wozu erst späterDoppclmesser und Compressorium hinzukamen, heute zahlreicheSchneide- und Hobelmaschinen, „Damals" als Zusatz einigeTropfen Essigsäure, „Jetzt" zahlreiche Erhärtungs- und Färbungs-flüssigkeiten. Der junge Mediciner oder Naturforscher, der heutenach Vollendung seiner Univcrsitätsstudien weiter forschen will,arbeitet mit überkommenen, fertigen bewährten Methoden, während

*) Es Ware sehr zu wünschen, daß an jeder anatomischen Anstalteine Zeichcnschule errichtet, d. h. daß Gelegenheit geboten würde, sichunter der Leitung eines tüchtigen Zeichners im Zeichnen anatomischerObjekte zu üben.