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wieder ein Telegramm von einem neuen Znsammenstoß mitdem Feinde ein, das einen in die vorige Ungewißheit zurückstürzte. Selbst die Lehrtätigkeit war auf's Acußerste reducirt,die Bänke waren leer, viele meiner Zuhörer standen vor demFeinde, meine Assistenten waren im Lazareth beschäftigt. Damir eine Beschäftigung aber Bcdürfniß war, so unternahm icheine Ordnung und Catalogisirung der Sammlungen des In-stituts, der anatomischen, vergleichend-anatomischen und anthro-pologischen, die ich auch glücklich in 3 Bänden zu Standebrachte.
25. Tie Errichtung der Universität Strnßbnrg und wasFreiburg dazu sagt. Akademische Gesellschaft. 1872.
Während meines Aufenthalts in der kleinen RepublikBasel habe ich, wie ich schon oben (III. S. 74) zu rühmenGelegenheit fand, Mancherlei gelernt und insbesondere, wasdas öffentliche Leben betrifft, manche für das fernere Lebenwichtige Erfahrung gesammelt. Zu dem Wichtigsten aber, wasich mitnahm, glaube ich zählen zu dürfen, daß ich selbst er-sahren, was eine Bürgerschaft für Wissenschast und Kunstthun kann, wenn sie den richtigen Sinn dafür hat. Nachdemich wieder nach Freiburg zurückgekehrt mußte ich oft an diesplendiden Schenkungen denken, welche Baseler Bürger zur Zeitmeines Aufenthaltes in Basel den Instituten sür Wissenschastund Kunst zuwendeten und mich beschämt fragen, weßhalbSolches nicht auch bei uns geschehe. Ganz besonders abermußte ich jetzt an mein kleines muthiges Basel denken, als ichwahrnahm, wie die Nachricht von einer Universität in Straß-burg hier eine allgemeine Muthlosigkeit veranlaßte, so daß manden Untergang unserer Universität für zweifellos hielt, währendim Ansang der dreißiger Jahre, als die Universität Basel inder That dem Untergang nahe war, Baseler Bürger für ihreErhaltung zusammentraten und eine „freiwillige aka-demische Gesellschaft" bildeten, welche der Universität die
Ecker, Hundert Jahre. 9