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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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Fenstern vorbeimarschierte. In Freiburg waren es insbesonderebadische Soldaten, die hier ihr Vergehen mit dem Tode sühntenund dann ein junger Potsdamer aus guter Familie, Max Dorttt,dessen Eltern zum Andenken an ihren unglücklichen Sohn, derStadt eine wohlthätige Stiftung machten, die Max Tortü-Stiftung. — Am 11. August wurde in Rastatt auch GustavTiedemann erschossen, der Sohn meines früheren Chefs inHeidelberg, Geh. Rath Tiedemann. Derselbe war einst mitandern Philhellcncn nach Griechenland gezogen und dann indortigen Militärdiensten verblieben. Jetzt war er zurückgekehrt,um dem deutschen Vaterland seine Dienste anzubieten.

In Beantwortung des Ausdrucks meiner Theilnahme er-hielt ich von dem schwergeprüften Vater den folgenden Brief,der Wohl manche bittere Wahrheit enthält:

Cronberg am Taunus, 29. August 1349.

Verehrter Herr College!

Meinen besten Dank für ihre herzliche Theilnahme andem schweren Schiksal, welches mir der in unserem unglücklichenVaterlande ausgebrochene Bürgerkrieg bereitet hat. Meinenarmen Sohn, der aus Griechenland zurückkehrte, hat der Zufallm den Strudel der Bewegung hineingerissen. Er ist als einOpfer seines Enthusiasmus für die deutsche Freiheit und Ein-heit gefallen; denn er stand in dem Wahn, die Waffen zurVertheidigung der Neichsverfassung ergriffen zu haben. MeinBemühen, ihm diesen Wahn zu nehmen und ihm darzuthun,daß es nur der rothen Republik gelte, waren vergebens; dennEnthusiasten sind gleich Wahnsinnigen blind für alle Vernunst-gründe und die Ansichten anders Denktnder. Ich habe ihmdas schwere Schicksal vorausgesagt, das ihn erreicht hat. Ob-gleich er während der Bewegung vielfach Gelegenheit hatte, dieUnfähigkeit und Schlechtigkeit der Anstifter und Leiter desAusstandes kennen zu lernen und den unglücklichen Ausgangvoraussah, so erlaubte ihm sein militärisches Ehrgefühl nicht,gleich so vielen Feigen in die Schweiz oder nach Frankreich zu