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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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Mittwoch den 19. April (in der Charwoche) trat ich meineRückreise nach Basel an. Diese brachte es völlig zur An-schauung, daß wir uns im Kriegszustand besandcn und ließ michwiederholt bereuen, mein Kind mitgenommen zu haben. DieBahn nach Basel war damals erst zur Hälfte fertig undendete bei Schliengen. Dahin sollte der Zug um 12 UhrMittags abgehn. Aus dem Bahnhof augekommen, fand ich den-selben voll Soldaten und wurde bedeutet zu warten, da 1200Mann hessische Infanterie, dann Artillerie und Kavallerie ein-geschifft werden müsse, und als nach zwei Stunden dies bewerk-stelligt war, sagte man mir, daß der Zug nur für Militär be-stimmt sei und ich die Ankunft des nächsten Zuges von Karls-ruhe abwarten müsse, der dann nach abermals zwei Stunden,um 4 Uhr ankam. — Vier volle Stunden mit einem 5 jährigenlebhaften Kinde in einem langweiligen Wartesaal, ohne weiblicheUnterstützung; man wird begreifen, daß ich meine Unvorsichtig-keit bereute. Um halb 5 Uhr ging es endlich weiter, aber auchmit diesem Zug wurde wieder Militär befördert und auchGeneral Fr. von Gageru war mit von der Parthie. Da derGeneral oft ausstieg und nach seinen Soldaten sah, hatte ichgenügend Gelegenheit ihn genau anzusehen. Die ganze Per-sönlichkeit des Mannes machte einen ungemein gewinnendenEindruck.

Auf der Landstraße bei Müllheim sahen wir 2 EskadronenKavallerie und 2 Kanonen ziehen. Die Fahrt ging sehr langsamvon Statten, da viel angehalten wurde und der General, wiees schien, überall genaue Nachrichten einholte. So kamen wirerst gegen 8 Uhr in Schliengen an, von wo dann die Weiter-reise nach Basel Per Eilwagen gemacht werden mußte. Alleinauch hier hatten wir längeren Ausenthalt, da die Postpserdefür das Militär requirirt gewesen waren. So war es denndunkle Nacht, als der Eilwagen sich endlich in Bewegung setzte.Von hier bis auf die Höhen von Eimeldingen nichts als Pikete,Schildwachen, Bedetten, es gieng wie durch ein Lager. Meine