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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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an dcm Werth des Rcpräsentativ-Systcms und der Parlamcnts-Rcgicrung einstellten, während zugleich seine hicinit zusammen-hängende Lehre der Helden-Verehrung, d. h, des blinden Ge-horsams gegen begabte Führer sich immer mehr befestigte.Und in der That, die Reichstagverhandlungcn vom Dcccmber1384 bis März 1885 wären wohl dazu angethan gewesen,auch einen deutschen Patrioten zu solchen Ansichten zu bekehren.

Am 12. April reiste ich nach Freibnrg, um nach meineralten 71 jährigen Mutter zu sehen, da ich gehört hatte, daß esdort von „Bassermannffchen Gestalten" wimmle und daß dieZustände von Tag zu Tag ungemüthlicher würden. Um meinerMutter eine Freude zu bereiten nahm ich mein 5 jährigesTöchterchen mit. Ich war kaum daselbst angekommen, als dieNachricht von Hecker's Aufstand eintraf und ich mußte michbald überzeugen, daß auch in meiner Vaterstadt die Epidemievollständig ausgebrochen war und daß auch Leute, die ich alsganz ruhige und verständige gekannt hatte, davon ergriffenwaren. Der epidemische Ausschlag, der in der Form großerdeutscher Kokarden erschien, stand in vollster Blüthe und geradediejenigen trugen die größten, die sonst am wenigsten vonFreiheit und Gleichheit hatten wissen wollen. Ich kam mir oftvor wie allein vernünftig unter lauter Tollhäuslern, meinteaber auch wohl ein andermal wieder, ich sei am Ende wirklichdas, wofür man mich hielt, nämlich ein eingefleischter Aristokrat.

Tagtäglich wurde es klarer, daß eine Katastrophe unaus-bleiblich sei und nahe bevorstehe. In der Stadt eine Mengefremder Arbeiter ohne Arbeit, von außen, vom Schwarzwaldher Frcischaarcn erwartet, während andererseits die Nachrichtkam, daß Bundestruppen im Anzug seien, die Bürgerschaftohne feste Leitung, unentschlossen und schwankend, so sehr, daßin einer Versammlung dieser in der jetzt so schön restaurirtenKoruhalle der Beschluß gesaßt werden konnte, dieselbe wolle inden bevorstehenden Wirren neutral bleiben — neutral zwischenGesetz und Empörung!