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dem Vorhandensein einer ansgesprochenen Herzkrankheit zweifelteund mir in Folge davon ein sehr strenges rvgäms vorschrieb,bei dem ich ziemlich herunterkam und noch mehr herunter-gekommen wäre, wenn nicht mein Arzt und Freund ProfessorJnng „Halt" gerufen hätte. Sie sind auf dem Hund, lieberFreund, sagte er eines Tages in seiner jovialen Weise, Sie sindüberarbeitet und wollen nun bei schmaler Kost leben- Nichtsda. Bordeaux trinken, das ist das Nichtige für Sic. lindalso geschah es und ich erholte mich bald.
In diesem Sommer war es, daß mein College und Haus-genosse Schönbcin sich lebhaft mit Versuchen über die kurz vorhervon ihm hergestellte Schießbaumwolle beschäftigte, au denen ichmich betheiligte und es ging daher an den sonst so stillenUfern des Rheins mit Schießen und Erplodiren oft ziemlichlaut zu, so daß, wenn es damals schon Nihilisten und Anar-chisten gegeben hätte, wir jedenfalls sehr snsxsot gewordenwären. Interessanter wurde mir aber das Collodium, auf dessenDarstellung durch Auflösung von Schießbaumwolle in Schwefel-äthcr — Schönbein kurz vorher zufällig gekommen war.
Es schien interessant zu beobachten, welche Wirkung aufThiere die Bestreichung des ganzen Körvers derselben mitCollodium haben werde und so machten wir auf der Anatomieverschiedene Versuche damit, zunächst an Fröschen und warenerstaunt zu bemerken, daß sie dadurch der Empfindung undBewegung vollständig beraubt wurden. Begreiflicher Weiseschrieben wir diese Wirkung — post boo or^o proxtor boe —dem Collodium zu. Gerade zu der Zeit kam aus Amerika dieNachricht von der Entdeckung der unästhetischen Eigenschaft desSchweseläthers; es wurden nun natürlich sofort Frösche mitSchwefeläther bepinselt und als die vollkommen gleichen Er-scheinungen eintraten, die Unschuld des Collodium an diesenErscheinungen erkannt. Daß diese Mischung noch eine so großeWichtigkeit für die Photographie erlangen werde, konnte damalsNiemand ahnen.