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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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war und wie leer oder unbehaglich, wenn einmal zufällig nurwenige gekommen waren.

Der erste Winter (1844/45), den wir in Basel verlebten,war ein ungewöhnlich strenger und noch im März trieben dieEisschollen den Rhein herunter und oft saßen wir am Fenster,um das für uns neue Schauspiel der Abwechslung zwischenStauung und Wiederflottwerden der Massen zu beobachtenund den Arbeiten zum Schutz der Rheinbrücke, die mehrfach inGefahr war, zuzusehen. Auch zur Anstellung verschiedenerUntersuchungen gab die strenge Kälte Veranlassung. So warim Laus meiner Untersuchungen über die Blutgesäßdrüsen beimir auch der Wunsch rege geworden, einmal auch die Thynnsder Winterschläfer zu untersuchen. Ich ließ mir daher vonAndermatt einige Murmelthicre kommen, die auch im tiefstenWinterschlaf ankamen, leider aber bald erwachten und sich durchihr schrilles Pfeifen und ihre Bissigkeit sehr unangenehmmachten, so daß ich sie früher als ursprünglich beabsichtigt,auf dem Altar der Wissenschaft opfern mutzte^). — die zahl-reichen Raben (Oorvus truZ-itog-us), die sich in Folge der Kältein die Stadt zogen und stets in Masse vor meinem Fensterversammelten, lieferten mir, nachdem ich in einem derselbenlebende Filarien im Blute beobachttet hatte, reiches Materialzur weiteren Verfolgung des Gegenstandes^).

Jni April zu Ostern besuchten wir die Eltern in Frei-burg, eilten aber bald wieder nach Hause, da ein Familien-Ereigniß bevorstand. Am 18. Juni ward uns ein Sohn ge-schenkt, der nach Bater und Großvater den Namen Alexandererhielt. Meine Frau erholte sich nur langsam und erst alsder Sommer, der aber recht bald heiß wurde, kam, währendich, in Folge eines nächtlichen Rheinbades anfing zu kränkelnund in Folge meiner pessimistischen Anlage bald nicht mehr an

ch Artikel: Blutgefäßdrüseu in R. Wngner's Handwörterbuchder Physiologie. Brauuschweig 1849.

Müller's Archiv 1845.